IdexWaffen made in Germany für die Golfstaaten

In arabischen Ländern sind deutsche Rüstungsgüter beliebt, der Export in Länder jenseits von Nato und EU wächst. H. Friederichs war bei einer Rüstungsmesse in Abu Dhabi. von 

Der deutsche Panzer in Halle 8 ist mächtig und zieht die Besucher an. Soldaten in den Uniformen der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens lassen sich vor dem Ungetüm fotografieren, ebenso Männer in weißen Gewändern und verschleierte Frauen. Der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) zeigt seinen Leopard 2 auf einer der größten Rüstungsmessen der Welt, der International Defence Exhibition & Conference (Idex) in Abu Dhabi. Gegenüber stellt Rheinmetall seinen Truppentransporter Boxer aus, den der größte deutsche Rüstungskonzern gemeinsam mit KMW und MAN produziert. Am Stand von Rheinmetall stehen zudem ein Bergepanzer, ein gepanzerter Jeep und ein Aufklärungsfahrzeug.

Die deutschen Konzerne betreiben einen großen Aufwand, um sich in Abu Dhabi zu präsentieren. Denn wer auf der Arabischen Halbinsel Rüstungsgüter erfolgreich verkaufen will, muss seine Produkte auf der Idex zeigen. Deutsche Firmen sind stark vertreten, der deutsche Pavillon belegt große Teile der Hallen 8 und 9. German Defence Technology nennt sich der Bereich.

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Das Interesse an den Produkten made in Germany ist groß, was auch damit zu tun hat, dass deren Erwerb inzwischen einfacher geworden ist. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel haben Genehmigungen für Rüstungsgeschäfte mit den reichen Golfstaaten und anderen Ländern außerhalb von Nato und EU zugenommen. Auch deswegen bleiben die deutschen Konzerne auf dem weltweiten Rüstungsmarkt trotz starker Konkurrenz erfolgreich. Auf der am Montag vom Schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten Liste der größten Rüstungsunternehmen belegt zwar kein deutscher Konzern einen der vorderen Plätze. Dennoch ist Deutschland auf Platz drei der größten Rüstungsexportnationen weltweit.

Großes Interesse an Kriegsschiffen in der Golfregion

Der europäische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS, der auch in der Bundesrepublik produziert, belegt Platz sieben der nach Umsatz größten Unternehmen. EADS stellt einen Eurofighter auf der Idex aus, Besucher können ins Cockpit des Kampfjets steigen. Auf einem Banner begrüßt EADS Oman als neuen Kunden für den Eurofighter, zwölf Maschinen hat der arabische Staat jüngst bestellt.

Der europäische Raketenhersteller MBDA, der Standorte in der Bundesrepublik hat, liegt bei Sipri auf Platz 19. "Unsere Aktivitäten außerhalb Europas werden neue Partnerschaften in strategischen Ländern wie Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei bis zur Weiterverfolgung unserer Strategie in den USA umfassen", heißt es bei MBDA Deutschland selbstbewusst.

Rheinmetall wiederum, das größte deutsche Rüstungsunternehmen, rückte bei Sipri im Vergleich zum Vorjahr gleich sechs Plätze vor, trotz der schrumpfenden Wehretats bei Nato und Bundeswehr. Saudi-Arabien habe Interesse am gepanzerten Fahrzeug Boxer bekundet, berichteten jüngst deutsche Medien. Auch am wohl bevorstehenden Verkauf von 270 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 an das Königshaus würde der Konzern profitieren, denn dessen Geschützrohr, die sogenannte Glattrohrkanone, kommt unter anderen von Rheinmetall. Mitte Februar verkündete Rheinmetall, die Rüstungssparte habe 2012 ein Auftragsplus von 60 Prozent erreicht – insgesamt im Wert von fast drei Milliarden Euro.

Auch das Interesse an Kriegsschiffen ist in der Golfregion groß. Das liegt vor allem am Iran, der mit einer Sperre der Straße von Hormuz gedroht hat, jener Meerenge, die die Gas- und Öltanker auf ihrer Fahrt zu den Märkten im Westen passieren müssen. Saudi-Arabien soll Interesse an Patrouillenbooten der Lürssen-Werft haben. Angeblich geht es um Aufträge im Wert von 1,5 Milliarden Euro. Die Boote sind ebenfalls als Modelle auf der Messe zu bewundern, ein paar Stände hinter denen von ThyssenKrupp.

Leserkommentare
    • gooder
    • 19. Februar 2013 17:53 Uhr

    Das Ansehen deutscher Rüstungsgüter in Saudi-Arabien und Katar ist groß, darauf sollten die deutsche Rüstungskonzerne und nicht zuletzt Hr. Friedrichs natürlich mächtig stolz sein,oder?
    [...]

    Gekürzt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen. Die Redaktion/mak

    Eine Leserempfehlung
    • scoty
    • 19. Februar 2013 18:04 Uhr

    wird feststellen das Deutschland noch harmlos bezeichnet werden kann.

    http://www.sipri.org/rese...

    3 Leserempfehlungen
    • gooder
    • 19. Februar 2013 18:21 Uhr

    Die Konfrontation zwischen dem schiitischen Iran und dem salafistisch geprägten Saudi-Arabien nimmt zu und kann künftig auf einen Krieg in der Golf-Region hinauslaufen.Für unsere Regierung gilt Saudi-Arabien als Stabilitätsfaktor.
    Immerhin geben Staaten wie Katar und Saudi-Arabien auch etwas zurück, nämlich Geld an das salafistische Netzwerk in Deutschland, das nun widerum als gefährlich eingestuft wird.

    3 Leserempfehlungen
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    Ihre Argumentation ist unlogisch. Richtig wäre: Je mehr Geld sie für deutsche Panzer ausgeben, desto weniger bleibt für die Unterstützung der Extremisten übrig.

    • Tosal
    • 19. Februar 2013 18:24 Uhr
    4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Beiträge. Danke, die Redaktion/jp

  1. Die Opposition sollte dieses Thema für den Wahlkampf nutzen, das ist doch ein no-brainer. Eigtl. ist doch niemand für Waffenexporte in Krisenregionen: die Opfer der Waffen nicht, die eigene und betroffene Bevölkerung nicht, die Vereinten Nationen nicht, lediglich diejenigen die dran verdienen haben ein Interesse daran, Diktatoren und eben die Union.

    4 Leserempfehlungen
  2. 6. nein!

    keine Waffen fuer Staaten die Menschenrechte mittels Scharia nicht achten! in diesen laender sind Frauen nichts Wert! So etwas darf nicht noch militärisch gestützt werden!

    via ZEIT ONLINE plus App

    4 Leserempfehlungen
    • bzwei
    • 19. Februar 2013 18:52 Uhr
    7. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • InSight
    • 19. Februar 2013 19:00 Uhr

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich kritisch beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ls

    • InSight
    • 19. Februar 2013 18:53 Uhr

    Ich habe vor einigen Jahren für eine Firma aus dem Norden unserer Republik in Kuala Lumpur gearbeitet. Dabei ging es um Radartechnologie, die wenn zivil eingesetzt, Ländern hilft die Küste zu schützen. Diese spezielle Technologie misst die Veränderungen der Wasseroberflächenströmungen und ist zumindest in gewissen Anwenungsgebieten effektiver als Bojen. Die gleiche Technologie kann man aber auch anders "ausrichten", so erlaubt ihre spezielle Eigenschaft die Ortung von sehr kleinen Booten. In Verbindung mit Boden-Boden Raketen ist eine effektive Verteidigung möglich geworden. Überwachung aus der Luft ist teuer und mit der Marine auch gefährlich für Personen, zum Vergleich. Malaysia wollte damit einer akuten Gefahr begegnen, nämlich der Piratierie in der "Strait of Malakka" - ehedem einer der gefährlichsten Passagen. Heute hört man von dieser Gefahr nichts mehr jedoch umsomehr von den Piraten vor Somalia. Die Frage hier ist nun: Ist zivili Technologie wirklich immer zivil und ist manchmal militärische Technologie nicht auch hilfreich?
    Ich bin unentschlossen, aber ich weiß sicher nicht, was im Nahen Osten im "Alltag" vor sich geht, ich bin mir aber sehr sicher, dass wer auch immer meint, Waffen kaufen zu müssen, sich vom Lieferantenland sehr wohl ein Paar Fragen über sich ergeben lassen muss. Mit Glück sind dann die Verantwortlichen auch klug genug und koppeln eine solche Lieferung auch mit einer politischen Strategieüberprüfung des Empfängerlandes.

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