Siegesfeier Wie Russland Stalingrad feiert
Russland macht sich bereit für die Gedenkfeiern zur Schlacht von Stalingrad. Erinnert wird an russischen Heldenmut – Stalins brutale Kriegsstrategie ist nicht Thema.
© Uwe Zucchi/dpa

Das Denkmal auf dem Mamajew-Hügel in Wolgograd (Archiv)
Mit aufwändigen Zeremonien feiert Russland am Samstag den 70. Jahrestag des Sieges der Roten Armee in der Schlacht von Stalingrad. Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht nach fünfmonatigen Kämpfen gilt als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges. Staatschef Wladimir Putin wird zur Gedenkfeier nach Wolgograd kommen und die Militärparade abnehmen, an der 650 Soldaten in Uniformen der Roten Armee teilnehmen. Weitere Zeremonien sind in der Hauptstadt Moskau geplant.
Obwohl nach russischen Schätzungen auf beiden Seiten zwei Millionen Menschen starben, was die Schlacht zu einer der opferreichsten in der Geschichte der Menschheit macht, wird auch im postsowjetischen Russland der Sieg in den Vordergrund gerückt. Die durchaus fragwürdige Militärstrategie des Sowjetführers Josef Stalin findet kaum Erwähnung. Im Zuge der Entstalinisierung hatte die Stadt 1961 ihren historischen Namen Wolgograd zurückerhalten – anlässlich der Feiern wird sie ab dem morgigen Samstag für sechs Tage wieder in Stalingrad umbenannt.
"Die Schlacht von Stalingrad ist das entscheidende Symbol des Großen Vaterländischen Krieges, der im Gedächtnis der Teilnehmer und ihrer direkten Nachfahren immer noch sehr präsent ist", sagt der Historiker Witali Dymarski. "Patriotismus ist für die heutige Führung ein wichtiger Machtsockel, deshalb schaut sie gerne weit zurück." Das russische Staatsfernsehen Rossija 1 zeigt am Gedenktag einen dokumentarischen Spielfilm, der laut Ankündigung Geheimnisse um die "Schlacht, die die Welt veränderte", enthüllen wird. Stalingrad sei ein Synonym geworden für "die Unbeugsamkeit der russischen Armee, den Opfermut des russischen Soldaten", hieß es von dem Sender.
"Kein Schritt zurück"
Zeitzeugen erinnern sich an die Schlacht: "Immer hatten wir den Befehl 'Kein Schritt zurück' unseres Führers Stalin im Kopf", berichtet die 89-jährige Maria Rochlina, die als Krankenschwester an der Front war. Nach massiven Luftangriffen und der teilweisen Eroberung der Stadt wurden die deutschen Truppen eingekesselt. Soldaten beider Seiten und die verbliebene Zivilbevölkerung – Stalin hatte lange Zeit ihre Evakuierung verboten – litten erbärmlich unter dem strengen Winter, Hunger und Durst.
"Von neun Uhr morgens bis um vier am Nachmittag fielen unablässig die Bomben, Tag für Tag", erinnert sich die heute 93-jährige Sanitäterin Taissja Postnowa. "Die ganze Zeit trafen neue Verwundete im Lazarett ein. Die Hälfte ging gleich nach der Behandlung wieder an die Front." Sie selbst habe sich von trockenem Brot und kleinsten Wasserrationen ernährt. "Denn viele, die vor lauter Durst versuchten, Wasser aus der Wolga zu holen, wurden unterwegs erschossen."
Am letzten Januartag kapitulierte der deutsche Kommandeur Friedrich Paulus. Adolf Hitler hatte ihn noch zwei Tage zuvor vom Panzergeneral zum Generalfeldmarschall befördert – vermutlich, um ihn daran zu hindern, sich lebendig zu ergeben. 91.000 Wehrmachtssoldaten gerieten in Gefangenschaft, darunter auch Paulus, der als Zeuge der Anklage in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen aussagte.
Von der Stadt blieben nur rauchende Trümmer übrig. Das Zentrum wurde schließlich mit Prunkbauten wieder errichtet, seit 1967 überragt die 87 Meter große Statue einer schwertschwingenden Frau die Stadt. Das Denkmal Das Mutterland ruft ist eines der höchsten der Welt und erinnert in einem Gedenkpark an den Wiederaufbau Wolgograds. Heute hat die Stadt über eine Million Einwohner, von denen die meisten in den Vorstädten entlang der Wolga leben.
- Datum 01.02.2013 - 10:10 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
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<<< Der entscheidende strategische „Fehler“ Stalins dürfte aus deutscher Sicht schlicht darin bestanden haben, auf Biegen und Brechen den Sieg zu erringen, koste es, was es wolle. Warum hat er nicht einfach aufgegeben und sich dem deutschen Drang nach Osten gebeugt? <<<
Aus der Sicht eines Menschen, der zufällig einen deutschen Pass besitzt:
1936 tobte in Spanien der Bürgerkrieg; ein buntes Bündnis linker und republikanischer Kräfte stemmte sich verzweifelt gegen Franco und seine faschistischen Helfer (Deutschland und Italien) die dabei waren, das Land zu erobern und in eine autoritäre Diktatur zu verwandeln.
Sowohl Ausrüstung wie Ausbildung waren mangelhaft bis katastrophal schlecht, allen voran der Arbeitermilizen der CNT, was entsprechend hohe, letztendlich vermeidbare, Verluste bedeutete, auch bei mitkämpfenden Jugendlichen ("Kinder").
Trotzdem, wurden die "Soldaten" nicht als Kanonenfutter sondern als Menschen betrachtet UND behandelt.
Was man von Soldaten, v.a. untere Dienstgrade, der sowj. Roten Armee nicht behaupten kann. Weder vor dem Krieg, noch im Krieg, und auch nach dem Krieg nicht.
Ein einfacher Soldat ist ersetzbar, so wurde auch mit dem verfahren.
Der stalinistische Terror gegen die eigenen Leute, die eigene Armee, ist nicht allein Ergebnis widriger, von außen aufgezwungener Umstände, sondern das Ergebnis eben dieser totalitären Herrschaftsform.
1) die republikanischen streitkräfte haben sich auch barbarische übergriffe gegen die zivilbevölkerung geleistet, z.b gegen kleriker.
2) auch ohne "stalinistischen terror" und "totalitäre herrschaftsform" lässt "man" gerne seine eigenen leute über die klinge springen, z.b. beim invasionsversuch von Dieppe
3) erst ohne jeden sinn Monte Cassino zusammenbomben und dann beim sturm dieser ruinen einen POLNISCHE division verbluten lassen: american glory!
>> Ein einfacher Soldat ist ersetzbar, so wurde auch mit dem verfahren.
Der stalinistische Terror gegen die eigenen Leute, die eigene Armee, ist nicht allein Ergebnis widriger, von außen aufgezwungener Umstände, sondern das Ergebnis eben dieser totalitären Herrschaftsform. <<
Stimmt nicht ! Der einfache Soldat ist IMMER und jederzeit "Kanonenfutter" !
Siehe u.a. Verdun 1916.
Der geniale General Falkenhayn plante generalstabsmässig den Verlust von ca. 1 Million deutscher Soldaten, um ca. 1,5 Millionen Franzosen zu vernichten, mit dem Kalkül, das würde die Franzosen "ausbluten" lassen.
Und dieser Plan wurde auch ausgeführt: über 1,5 Millionen Soldaten verbluteten allein auf diesem "Schlachtfeld". Der Generalstab frühstückte weiter mit Sekt und Kaviar....
Guter Punkt. In Spanien wurde 1937 durch einen der höchstdekorierten deutschen Frontoffiziere des I. WK Freiherr Arnold Vieth von Golßenau, besser bekannt als Ludwig Renn, als Stabschef der 11. Internationalen Brigade de facto die geniale hinhaltende Verteidigung der 11. und 12. Internationalen Brigaden gegen das italienische Expeditionskorps geführt. Ca. 3200 Mann verteidigten sich bei Guadalajara 3 Tage gegen eine Übermacht von 35000 Italienern mit ca. 100 Panzern. Die Schlacht endete mit der Flucht und der panischen Auflösung von 2. italienischen Divisionen. Renns Truppen schafften es fast noch, mit eroberten Kfz die Italiener zu überflügeln und vollständig einzuschließen. Renn hatte 800 Mann Verluste, da er seine Truppen trotz mieser Ausrüstung wie Sturmbataillone des I. WK ausbildete und führte und seine Leute nicht sinnlos verheizte. Der Chef seiner MG-Kompanie war der spätere sowjetische Kommandeur der 13. sowjetischen Gardeschützendivision, der Division, die letztlich Stalingrad hielt. Er bezeichnete Renn bis an sein Lebensende als seinen Lehrmeister, eine Tatsache, die in der DDR und UdSSR gleichermaßen totgeschwiegen wurde, da Renn adlig und offen homosexuell war. Erst in Briefen des sowjetischen Generals, die nach 1991 veröffentlicht wurden, wurde seine Freundschaft zu Renn offenbart. Renns Verteidigung ist bis heute Lehrstoff u.a. In der US-Generalstabsausbildung.
1) die republikanischen streitkräfte haben sich auch barbarische übergriffe gegen die zivilbevölkerung geleistet, z.b gegen kleriker.
2) auch ohne "stalinistischen terror" und "totalitäre herrschaftsform" lässt "man" gerne seine eigenen leute über die klinge springen, z.b. beim invasionsversuch von Dieppe
3) erst ohne jeden sinn Monte Cassino zusammenbomben und dann beim sturm dieser ruinen einen POLNISCHE division verbluten lassen: american glory!
>> Ein einfacher Soldat ist ersetzbar, so wurde auch mit dem verfahren.
Der stalinistische Terror gegen die eigenen Leute, die eigene Armee, ist nicht allein Ergebnis widriger, von außen aufgezwungener Umstände, sondern das Ergebnis eben dieser totalitären Herrschaftsform. <<
Stimmt nicht ! Der einfache Soldat ist IMMER und jederzeit "Kanonenfutter" !
Siehe u.a. Verdun 1916.
Der geniale General Falkenhayn plante generalstabsmässig den Verlust von ca. 1 Million deutscher Soldaten, um ca. 1,5 Millionen Franzosen zu vernichten, mit dem Kalkül, das würde die Franzosen "ausbluten" lassen.
Und dieser Plan wurde auch ausgeführt: über 1,5 Millionen Soldaten verbluteten allein auf diesem "Schlachtfeld". Der Generalstab frühstückte weiter mit Sekt und Kaviar....
Guter Punkt. In Spanien wurde 1937 durch einen der höchstdekorierten deutschen Frontoffiziere des I. WK Freiherr Arnold Vieth von Golßenau, besser bekannt als Ludwig Renn, als Stabschef der 11. Internationalen Brigade de facto die geniale hinhaltende Verteidigung der 11. und 12. Internationalen Brigaden gegen das italienische Expeditionskorps geführt. Ca. 3200 Mann verteidigten sich bei Guadalajara 3 Tage gegen eine Übermacht von 35000 Italienern mit ca. 100 Panzern. Die Schlacht endete mit der Flucht und der panischen Auflösung von 2. italienischen Divisionen. Renns Truppen schafften es fast noch, mit eroberten Kfz die Italiener zu überflügeln und vollständig einzuschließen. Renn hatte 800 Mann Verluste, da er seine Truppen trotz mieser Ausrüstung wie Sturmbataillone des I. WK ausbildete und führte und seine Leute nicht sinnlos verheizte. Der Chef seiner MG-Kompanie war der spätere sowjetische Kommandeur der 13. sowjetischen Gardeschützendivision, der Division, die letztlich Stalingrad hielt. Er bezeichnete Renn bis an sein Lebensende als seinen Lehrmeister, eine Tatsache, die in der DDR und UdSSR gleichermaßen totgeschwiegen wurde, da Renn adlig und offen homosexuell war. Erst in Briefen des sowjetischen Generals, die nach 1991 veröffentlicht wurden, wurde seine Freundschaft zu Renn offenbart. Renns Verteidigung ist bis heute Lehrstoff u.a. In der US-Generalstabsausbildung.
1) die republikanischen streitkräfte haben sich auch barbarische übergriffe gegen die zivilbevölkerung geleistet, z.b gegen kleriker.
2) auch ohne "stalinistischen terror" und "totalitäre herrschaftsform" lässt "man" gerne seine eigenen leute über die klinge springen, z.b. beim invasionsversuch von Dieppe
3) erst ohne jeden sinn Monte Cassino zusammenbomben und dann beim sturm dieser ruinen einen POLNISCHE division verbluten lassen: american glory!
offensichtlich wird kein aufhänger versäumt,seinem antiamerikanismus zum besten zu geben.
offensichtlich wird kein aufhänger versäumt,seinem antiamerikanismus zum besten zu geben.
..,lassen den verbrecherischen angriff nicht im milderen licht erscheinen.
Was für Napoleon Borodino und Moskau, war für Hitler Stalingrad und Kursk. Das Ende der Träume von einer Weltherrschaft.
Der "russische Muschik" hat ihnen ihre Grenzen gezeigt. Vor allem der österreichische Gefreite, welcher erst 1932 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, hatte die Heimatliebe der sogenannten "Untermenschen" falsch eingeschätzt.
Was hier allerdings im Forum völlig übersehen wird, ist Ilja Ehrenburg:
"Tötet, tötet! Es gibt nichts, was an den Deutschen unschuldig ist, die Lebenden nicht und die Ungeborenen nicht! Folgt der
Weisung des Genossen Stalin und zerstampft
für immer das faschistische Tier in seiner Höhle. Brecht mit Gewalt den Rassehochmut der germanischen Frauen. Nehmt sie als rechtmäßige Beute. Tötet, ihr tapferen, vorwärtsstürmenden Rotarmisten!"
Familien, die unschuldige Opfer durch die Rote Armee zu beklagen hatten, wir, die wir die Diktatur der Sowjets, der Ulbrichts und Honeckers 40 Jahre zu ertragen hatten, die Mauer erdulden mußten sagen zu Stalingrad: Gedenken ja an die russischen und deutschen Opfer, aber den Stalinismus feiern, heißt einen aus dem Völkerbund ausgestoßenen Diktator feiern. Dieses darf man von einem Demokraten nicht erwarten.Von mir jedenfalls nicht.
welchen Stalinismus meinen Sie? denjenigen, der während der Verteidigung gegenüber einer zombihaften Intressengemeinschaft (das damalige deutschland), die die Bewohner östlicher Regionen als lebensunwerte Untermenschen deklarierte und deren Verteidiger millionenhaft in Kriegsgefagenenlagern verhungern ließ z.b., und der zwecks Errichtung eines Bollwerks gegen hunderttausender deutscher Mordmaschinen vielleicht notwendig war---- oder denjenigen , nach dem Krieg, der das Trauma der Konfrontation mit der deutschen Barberei recht und schlecht kompensierte.
welchen Stalinismus meinen Sie? denjenigen, der während der Verteidigung gegenüber einer zombihaften Intressengemeinschaft (das damalige deutschland), die die Bewohner östlicher Regionen als lebensunwerte Untermenschen deklarierte und deren Verteidiger millionenhaft in Kriegsgefagenenlagern verhungern ließ z.b., und der zwecks Errichtung eines Bollwerks gegen hunderttausender deutscher Mordmaschinen vielleicht notwendig war---- oder denjenigen , nach dem Krieg, der das Trauma der Konfrontation mit der deutschen Barberei recht und schlecht kompensierte.
offensichtlich wird kein aufhänger versäumt,seinem antiamerikanismus zum besten zu geben.
Wir brauchen Stimmen, die nicht nur an Kriegsverbrechen, Heldentaten und Siege erinnern, sondern alle Kriegsopfer, ungeachtet ihrer Nationalität, besonders die schuldlosen Zivilisten würdigen. Solange wir Rache und Vergeltung entschuldigen oder, schlimmer noch, gut heissen, sind wir auf dem Holzwege zu wahrer Verständigung und Frieden.
...ewiggestrigen (Komm und sieh, Elem Klimow, 1986).
http://de.wikipedia.org/w...
der Titel nicht mehr eingefallen. Hier der Trailer:
http://www.youtube.com/wa...
Mit Gänsehaut erinnere ich mich auch noch an einen seltsam stillen Besuch im Gedenkkomplex Chatyn in Weißrussland, dem Ort mit jenem grausamen Schicksal, das dem Film zugrunde liegt. In einer Scheune waren dort die Dorfbewohner verbrannt worden, genauer nachzulesen hier:
http://de.wikipedia.org/w...
der Titel nicht mehr eingefallen. Hier der Trailer:
http://www.youtube.com/wa...
Mit Gänsehaut erinnere ich mich auch noch an einen seltsam stillen Besuch im Gedenkkomplex Chatyn in Weißrussland, dem Ort mit jenem grausamen Schicksal, das dem Film zugrunde liegt. In einer Scheune waren dort die Dorfbewohner verbrannt worden, genauer nachzulesen hier:
http://de.wikipedia.org/w...
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