Russland liefert trotz des Bürgerkriegs weiterhin Kriegsgerät an Syrien. Russland erfülle gegenüber Syrien "die in Lieferverträgen über Militärausrüstung eingegangenen Verpflichtungen", sagte der Chef der staatlichen Rüstungsexportbehörde Rosoboronexport, Anatoli Issaikin. Zudem handele es sich hauptsächlich um Defensivwaffen wie Luftabwehrsysteme sowie militärische Reparaturtechnik.

"Es gibt keine internationalen Rüstungssanktionen gegen Syrien, daher kann Russland mit diesem souveränen Land militärisch zusammenarbeiten", sagte Issaikin. Es würden keine Offensivwaffen wie Hubschrauber oder Panzerfahrzeuge geliefert.

Falsch seien Berichte, wonach es Lieferabkommen auch für Kampfflugzeuge des Typs Mig-29M gebe, sagte der oberste russische Waffenhändler. Auch dass Russland an Syrien Iskander-Kurzstreckenraketen geliefert habe, entspreche nicht der Wahrheit.

Russland ist einer der wichtigsten noch verbliebenen Verbündeten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Die Vetomacht hat im UN-Sicherheitsrat mehrfach Resolutionen verhindert, die das gewaltsame Vorgehen der syrischen Führung gegen die Aufständischen verurteilt hätten.

Waffen auch für Mali

Issaikin teilte zudem mit, dass Russland Schusswaffen ins westafrikanische Krisenland Mali liefere. Dort unterstützen seit Januar Frankreich und afrikanische Nachbarländer die malische Armee im Kampf gegen islamistische Aufständische. "Der letzte Export dorthin war vor zwei Wochen. Und wir verhandeln gerade über die Lieferung weiterer, kleinerer Mengen", sagte Issaikin.

Weltweit ist Russland nach den USA der zweitgrößte Rüstungsexporteur. Im vergangenen Jahr hat das Land nach Angaben Issaikins Waffen im Gesamtwert von 12,9 Milliarden Dollar (etwa 9,6 Milliarden Euro) in 60 Länder ausgeführt; 2011 betrug der Umfang 10,7 Milliarden Dollar und 2010 8,7 Milliarden Dollar. Im Jahresverlauf 2012 habe Russland zudem neue Exportverträge über Rüstungsgüter im Umfang von 17,6 Milliarden Dollar abgeschlossen.