Bürgerkrieg : Russland liefert weiterhin Waffen nach Syrien

Luftabwehrsysteme oder Militärtechnik werden nach wie vor von Russland nach Syrien geliefert. Moskau sieht kein Problem in der militärischen Zusammenarbeit.
Eine Mitarbeiterin in einer russischen Waffenfabrik © Sergei Karpukhin/Reuters

Russland liefert trotz des Bürgerkriegs weiterhin Kriegsgerät an Syrien. Russland erfülle gegenüber Syrien "die in Lieferverträgen über Militärausrüstung eingegangenen Verpflichtungen", sagte der Chef der staatlichen Rüstungsexportbehörde Rosoboronexport, Anatoli Issaikin. Zudem handele es sich hauptsächlich um Defensivwaffen wie Luftabwehrsysteme sowie militärische Reparaturtechnik.

"Es gibt keine internationalen Rüstungssanktionen gegen Syrien, daher kann Russland mit diesem souveränen Land militärisch zusammenarbeiten", sagte Issaikin. Es würden keine Offensivwaffen wie Hubschrauber oder Panzerfahrzeuge geliefert.

Falsch seien Berichte, wonach es Lieferabkommen auch für Kampfflugzeuge des Typs Mig-29M gebe, sagte der oberste russische Waffenhändler. Auch dass Russland an Syrien Iskander-Kurzstreckenraketen geliefert habe, entspreche nicht der Wahrheit.

Russland ist einer der wichtigsten noch verbliebenen Verbündeten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Die Vetomacht hat im UN-Sicherheitsrat mehrfach Resolutionen verhindert, die das gewaltsame Vorgehen der syrischen Führung gegen die Aufständischen verurteilt hätten.

Waffen auch für Mali

Issaikin teilte zudem mit, dass Russland Schusswaffen ins westafrikanische Krisenland Mali liefere. Dort unterstützen seit Januar Frankreich und afrikanische Nachbarländer die malische Armee im Kampf gegen islamistische Aufständische. "Der letzte Export dorthin war vor zwei Wochen. Und wir verhandeln gerade über die Lieferung weiterer, kleinerer Mengen", sagte Issaikin.

Weltweit ist Russland nach den USA der zweitgrößte Rüstungsexporteur. Im vergangenen Jahr hat das Land nach Angaben Issaikins Waffen im Gesamtwert von 12,9 Milliarden Dollar (etwa 9,6 Milliarden Euro) in 60 Länder ausgeführt; 2011 betrug der Umfang 10,7 Milliarden Dollar und 2010 8,7 Milliarden Dollar. Im Jahresverlauf 2012 habe Russland zudem neue Exportverträge über Rüstungsgüter im Umfang von 17,6 Milliarden Dollar abgeschlossen.

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Kommentare

43 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Strich durch die Rechnung gemacht

Da freut sich der Wladi sicher, dass er dem Westen mal so richtig einen Strich durch die Rechnung machen konnte. Er merkt leider nicht, wem er den eigentlichen Strich durch die Rechnung macht: Dem syrischen Volke, das nach Friede, Demokratie und Menschenrechten lechzt. Aber dazu hat er ja eh nicht den geringsten intellektuellen Zugang, der Herr Lupenrein. Und genau deshalb ist es wichtig, dass der Westen ebenfalls Waffen herstellt und liefert, damit solche Gestalten nicht die Oberhand gewinnen.

Waffen Embargo

Es wäre doch schön, wenn sich der Weltsicherheitsrat zu einem Waffenembargo gegen Syrien durchringen könnte. Schließlich hat die Eu und andere Länder für sich schon beschlossen.

Das große Hindernis auf dem Weg dorthin sehe ich aber allem Geheule zum trotz nicht bei den Westlichen Ländern sondern bei Russland und China. Wenigstens zu dieser dringendst notwendigen Maßnahme hätte man sich durchringen müssen.

Freiheitskämpfer

Wer etwas verbindliches über die Zusammensetzung der sog. Rebellen oder Freiheitskämpfer sagen kann, ist der Sehende unter den Blinden.
Woher kommen diese Kämpfer und der unerschöpfliche Waffenzufluss?
Natürlich von den Regimegegnern in aller Welt, denen das laizisischtische Regime von Assad nicht passt, also vornehmlich Saudi Arabien, Katar, USA und weiteren Gutstaaten.
Die Gemenglage entspricht der des 30-jährigen Kriegs und es so enden: Zerschlagung des Staates Syrien, Absplitterungen, Islamisierung und noch mehr Elend für die Bevölkerung.
Die Geschichte des Irak, Lybiens und Afghanistans lassen grüßen.