Serbien hat seinen Chefunterhändler für das Kosovo zum ersten diplomatischen Vertreter in Prishtinë seit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der südserbischen Provinz im Februar 2008 benannt. Aufgabe des 33-jährigen Dejan Pavićević ist laut einem Regierungssprecher "die Erleichterung der Kommunikation und die Umsetzung der Vereinbarungen" zwischen Belgrad und Prishtinë. Der Jurist hat seit der Aufnahme des von der Europäischen Union vermittelten Dialogs zwischen beiden Seiten im März 2011 für Serbien verhandelt.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Kosovo-Regierung den Karrierediplomaten Lulzim Peci zu ihrem Vertreter in Belgrad ernannt. Die beiden Kontaktoffiziere werden ihre Büros bei den EU-Vertretungen in Prishtinë und Belgrad haben.

Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovo und die Autorität der Regierung in Prishtinë weiterhin nicht an. Gespräche zwischen den Regierungschefs Serbiens und des Kosovo, Ivica Dacic und Hashim Thaçi, sollen aber noch diesen Monat wieder aufgenommen werden.

Serbiens Vize will in Berlin für EU-Beitritt werben

Davor soll am morgigen Mittwoch ein symbolisches Treffen zwischen den Präsidenten Serbiens und des Kosovo, Tomislav Nikolić und Atifete Jahjaga, in Brüssel stattfinden. Die Begegnung unter der Schirmherrschaft der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton ist die erste dieser Art seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo. Beide Seiten haben sich bislang unter Vermittlung der EU unter anderem mit Grenz- und Zollfragen befasst. Im vergangenen Dezember einigten sie sich auf die Einrichtung mehrerer gemeinsamer Grenzposten.

Am 20. Februar wird der stellvertretende serbische Regierungschef Aleksandar Vučić nach Berlin reisen. Dort will er führende Mitglieder des Bundestages überzeugen, dass sein Land als EU-Kandidat einen Termin für die Beitrittsverhandlungen erhält. Deutschland hatte sich bisher zurückhaltend gezeigt, weil Serbien die Beziehung mit der Provinz Kosovo noch nicht geregelt hat.

Fortschritte in der Normalisierung der Beziehung zwischen Serbien und dem Kosovo sind eine Voraussetzung für den Start von Beitrittsverhandlungen Serbiens mit der EU. Auch die Führung in Prishtinë strebt eine engere Bindung an die Europäische Union an.