AtomtestSüdkorea kündigt Entwicklung neuer Raketen an

Als Antwort auf den Atomwaffentest in Nordkorea will Südkorea Raketen mit größerer Reichweite bauen. Diese könnten den Nachbarn, aber auch China und Japan erreichen.

Das südkoreanische Fernsehen informierte umgehend über den erneuten Atomtest in Nordkorea.

Das südkoreanische Fernsehen informierte umgehend über den erneuten Atomtest in Nordkorea.  |  © Chung Sung-Jun/Getty Images

Südkorea hat als Reaktion auf den erneuten Atomtest in Nordkorea die Entwicklung von Raketen mit größerer Reichweite angekündigt. "Wir werden die Entwicklung von ballistischen Raketen mit einer Reichweite von 800 Kilometern beschleunigen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Raketen mit einer solchen Reichweite könnten ganz Nordkorea treffen, aber auch Teile Chinas und Japans.

Die USA hatten Südkorea im vergangenen Jahr den Bau neuer ballistischer Raketen zugestanden. Davor waren dem Bündnispartner nur Raketen mit maximal 300 Kilometern Reichweite erlaubt.

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Nordkorea hatte am Dienstag nach 2006 und 2009 einen dritten Atomtest unternommen und damit weltweit Kritik ausgelöst. Der UN-Sicherheitsrat drohte weitere Maßnahmen gegen das Land an. Bereits im Januar hatte Nordkorea die Möglichkeit neuer Verhandlungen über sein Atomprogramm allerdings ausgeschlossen.

Südkorea und die USA hatten dem kommunistischen Land für den Fall eines dritten Tests ebenfalls schwerwiegende Konsequenzen angedroht. Unter anderem wird eine weitere Verschärfung der UN-Sanktionen gegen das weitgehend isolierte Land nicht ausgeschlossen. Nordkorea ist es per UN-Resolutionen verboten, Raketen- oder Atomtechnik zu entwickeln.

China fordert neue Verhandlungen

China verlangte von Südkorea und den USA, sich für die Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über das Atomprogramm Nordkoreas einzusetzen. Außenminister Yang Jiechi rief seinen US-Amtskollegen John Kerry in einem Telefongespräch auf, zu den sogenannten Sechser-Gesprächen zurückzukehren, teilte das Außenministerium in Peking mit.

Das Regime in Nordkorea verschärfte am Mittwoch den Ton und drohte mit weiteren Konsequenzen. Ob "zweite und dritte härtere Maßnahmen ergriffen werden", hänge ganz von den USA ab, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der Regierung in Washington wurde erneut eine feindselige Politik unterstellt. Der Atomtest am Dienstag habe der Selbstverteidigung des kommunistischen Landes gedient.

US-Präsident Barack Obama hatte in einem Telefongespräch mit dem scheidenden südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak bekräftigt, dass Südkorea weiter unter dem atomaren Schutzschirm der USA stehe. Beide Präsidenten hätten vereinbart, eng zusammenzuarbeiten, um Maßnahmen gegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogramme zu ergreifen und das Risiko der Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verringern.
 

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Leserkommentare
  1. ... das die nächste Generation von südkoreanischen Raketen China und Japan erreichen kann? Erstens ist es klar, hierfür braucht man nur auf die Landkarte zu schauen, zweitens, was mir absolut unverständlich ist, suggeriert man damit das Südkorea der Aggressor ist, bzw. mitschuld ist an dem Verhalten von Nordkorea trägt und drittens, warum sollte Südkorea Raketen auf seine beiden Nachbarn und Handelspartner abfeuern. Ich kann mich nicht erinnern wann Südkorea das letzte mal Aggressiv gegenüber China oder Japan aufgetreten ist. WTF?

    Eine Leserempfehlung
  2. "...zweitens, was mir absolut unverständlich ist, suggeriert man damit das Südkorea der Aggressor ist, bzw. mitschuld ist an dem Verhalten von Nordkorea trägt..."

    Vielleicht mit einer kleinen Einschränkung, dass Südkorea AUCH ein Agressor ist, wie sein nördlicher Nachbar.

    • 1789
    • 13. Februar 2013 15:14 Uhr

    Gut, daß die kein Öl haben,

    Gut, daß die kein Öl haben, oder als störende regionale Großmacht angesehen werden, sonst hätten sie sicher schon die US-Flotte vor der Küste.

    (Sarkasmus off)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Skeiron
    • 13. Februar 2013 16:41 Uhr

    Es sind eine ganze Menge US-Soldaten in Südkorea und Japan stationiert.
    Die US Navy hat ebenfalls mind. Einen Flugzeugträger in der Gegend.

    • Skeiron
    • 13. Februar 2013 16:41 Uhr

    Es sind eine ganze Menge US-Soldaten in Südkorea und Japan stationiert.
    Die US Navy hat ebenfalls mind. Einen Flugzeugträger in der Gegend.

  3. Höchstens der verzweifelte Versuch eines grausamen Diktators samt Mitunterdrückern an der Macht zu bleiben.(Feudalherren auf Kosten einer unterdrückten,gefolterten,hungernden Masse) !
    Sono assassini !

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, tis
  • Schlagworte Barack Obama | John Kerry | Nordkorea | Südkorea | UN-Sicherheitsrat | Atomprogramm
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