Vereinte NationenFast 70.000 Tote im syrischen Bürgerkrieg

Nach Angaben der UN-Menschenrechtskommissarin ist die Zahl der Toten in Syrien auf fast 70.000 gestiegen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen habe daran Mitschuld.

Die Zahl der Toten im Bürgerkrieg in Syrien ist nach Angaben der UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay auf fast 70.000 gestiegen. "Bei meinem letzten Bericht waren bereits 60.000 Menschen getötet worden. Jetzt nähert sich diese Zahl wahrscheinlich den 70.000", sagte Pillay bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Es sei schlimm, dass die internationale Gemeinschaft immer noch keine einheitliche und gemeinsame Reaktion auf den Konflikt gefunden habe.

Pillay rief den Sicherheitsrat auf, endlich etwas gegen die Gewalt zu unternehmen. Der Mangel an Konsens in dem UN-Gremium habe desaströse Auswirkungen, sagte sie. Die syrische Zivilbevölkerung zahle den Preis für die Blockade.

Pillay forderte den Sicherheitsrat auf, den Internationalen Strafgerichtshof mit dem Syrien-Konflikt zu beschäftigen. "Das würde eine klare Botschaft an Regierung und Opposition senden, dass ihre Handlungen Konsequenzen haben", sagte Pillay. "Wir werden dafür beurteilt werden, wie wir mit dieser Tragödie, die sich vor unseren Augen entwickelt hat, umgehen. Der Sicherheitsrat und wir alle in wichtigen UN-Positionen werden zu Recht gefragt werden, was wir gemacht haben."

Im Sicherheitsrat sind die vom Westen und arabischen Staaten eingebrachten Resolutionen für ein schärferes internationales Vorgehen gegen die syrische Führung um Staatschef Baschar al-Assad bislang am Widerstand von Russland und China gescheitert.

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Unterdessen wurde bekannt, dass der tödliche Anschlag an der türkisch-syrischen Grenze vom Montag offenbar einer Delegation des Syrischen Nationalrats (SNC) galt. Das regimekritische Nachrichtenportal All4Syria berichtete, die Autobombe sei zu einer Zeit explodiert, als die Führungsriege des SNC an dem Grenzübergang Bab al-Hawa erwartet wurde. Laut türkischen Medienberichten stieg die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 13. Bei den Toten handele es sich um zehn Syrer und drei Türken. Von den insgesamt 30 Verletzten befinden sich noch zehn in einem kritischen Zustand.

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Leserkommentare
    • SonDing
    • 13. Februar 2013 7:31 Uhr

    "Konsens" - wenn ich so was schon lese.
    Die Doppelzüngikeit Pillays ist ja wohl nicht mehr zu übersehen.

    Da wird täglich und am laufenden Band Völkerrecht gebrochen, indem sich verschiedene NATO-Staaten und Golfmonarchien, aktiv durch Unterstützung und Bewaffnung der Gegenkräfte einmischen. Die einen rüsten wahlweise die FSA-Banden auf, die anderen gern auch radikalislamistische Milizen, wohlwissend dadurch den Konflikt immer weiter zu verschärfen. Weiterhin bombardieren türkische und israelische Streitkräfte gezielt syrische Ziele, was im umgekehrten Fall, sofort und gleich, einen gewaltigen Gegenschlag der "Weltgemeinschaft" auslösen würde. Die Welt schaut zu und keinen störts?

    Ich weiss nicht was dieses Gerede soll?
    Wichtig wäre, die bekannten Terrorunterstützer zu benennen, anzuklagen und abzuurteilen. So wird ein Schuh und letztlich Frieden daraus. Alles andere ist nur unnützes Geschwätz, dass von den eigentlichen Ursachen ablenkt.

    Anmerkung: Diesen Kommentar haben wir wieder hergestellt. Danke, die Redaktion/ds

    20 Leserempfehlungen
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    doch da bringt es nichts wenn man am Tor der USA klopft, die ja gerade keine Waffen liefern. Da muss man Saudi-A, Katar und die Türkei schon beim Namen nennen und sich beschweren.
    Der Ausweg kann dennoch nicht in der Niederschlagung der Opposition liegen sondern in Verhandlungen die wir jetzt unterstützen sollten. Ich finde es eine Zumutung, das jetzt auch noch die Kämpfe verstärkt wurden.

    Da hat man wohl nach ihnen zwei Möglichkeiten den Konflikt zu beenden.

    1. Die Regierung gegen die Opposition unterstützen und den Konflikt mit ihr gemeinsam gewaltsam beenden.

    2. Die Opposition gegen die Regierung zu unterstützen und den Konflikt gewaltsam beenden?

    Ich für meinen Teil wollte um keinen Preis der Welt einen so Brutalen Unterdrücker fördern.

    Navi Pillay hat Recht wenn sie Anklagend den Finger hebt und die Welt verdammt die Verbrechen solchen Ausmaßes ungestraft geschehen lässt. Russland und China sind von dem her zu verdammen, da sie nicht nur die militärische Intervention verhindert haben sonder auch jede Form der Verurteilung durch den Weltsicherheitsrat und die Androhung von Sanktionen durch die Weltgemeinschaft.

    Russland hat sich Schuldig gemacht indem es nicht auf ein Internationales Waffenembargo gedrängt hat, dass man, ganz neben bei, auch hätte durchsetzen können. Man wollte sich wohl nicht die möglichkeit nehmen den eigenen Bündnispartner bei der Niederschlagung des Volksaufstandes zu unterstützen.

    • drusus
    • 13. Februar 2013 8:05 Uhr

    "Im Sicherheitsrat sind die vom Westen und arabischen Staaten eingebrachten Resolutionen für ein schärferes internationales Vorgehen gegen die syrische Führung um Staatschef Baschar al-Assad bislang am Widerstand von Russland und China gescheitert."

    Ich kann aus dem Artikel nicht entnehmen, ob sie jetzt Russland und China kritisiert oder die UNO allgemein.
    Zur Eskalation haben doch nicht die beiden Länder beigetragen.

    Und wenn es ein Attentat auf Oppositionelle gegeben hat möchte ich darauf hinweisen, dass Krieg ist. Das gehört leider zum Carakter eines Krieges, dass Menschen umgebracht werden.

    Die Einnahme Syriens hat man sich leichter vorgestellt.

    13 Leserempfehlungen
  1. 3. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und verständlich zum konkreten Artikelthema. Danke. Die Redaktion/kvk

    3 Leserempfehlungen
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    vielleicht erkennen viele die wahrheit und gehen den lügen nicht mehr auf dem "leim" !

    ist eine hübsche Attitüde, aber leider selten genug der tatsächliche Beweggrund der sich so ehrenwert Gebenden.
    Und Tote verursachen übrigens beide Seiten.

    da einer immer noch glaubt, der krieg in und gegen Syrien würde für die syrerinnen und für deren befreiung von der diktatur des baathregimes geführt.
    nein - die syrerinnen sind den ausländischen intervenierenden bestenfalls egal, falls sie nicht gar als störend angesehen werden und wie nicht nur die alawiten sondern auch andere minderheiten zusammen mit dem diktator gleich ganz weg-können.
    informationen dazu mit weiteren quellen finde ich immer wieder bei Hans Springstein
    http://springstein.blogspot.de/
    zuletzt auch hier
    http://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/dem-frieden-k-eine-chance

    und was Israel als nachbarstaat anbelangt, so liest man dazu auch nichts aus sicht der gemeinen syrerin besonders erfreuliches
    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Bericht-Israe...

    habe ich mich damit jetzt auf die seite des diktators geschlagen - wenn ich dazu feststelle, dass Syrien als souveräner säkularer staat zerschlagen und in für die in der einen oder anderen form intervenierenden in mundgerechte häppchen zerlegt werden soll - und wenn ich dazu erkläre, dass meine syrischen freundinnen und ich uns die befreiung vom baathregime SO nicht vorgestellt haben -und diesen krieg ums verrecken nicht mit der befreiung vom baathregime verwechseln werden?!

  2. vielleicht erkennen viele die wahrheit und gehen den lügen nicht mehr auf dem "leim" !

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  3. doch da bringt es nichts wenn man am Tor der USA klopft, die ja gerade keine Waffen liefern. Da muss man Saudi-A, Katar und die Türkei schon beim Namen nennen und sich beschweren.
    Der Ausweg kann dennoch nicht in der Niederschlagung der Opposition liegen sondern in Verhandlungen die wir jetzt unterstützen sollten. Ich finde es eine Zumutung, das jetzt auch noch die Kämpfe verstärkt wurden.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Doppelzüngigkeit"
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    • otyak
    • 13. Februar 2013 9:40 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke. Die Redaktion/kvk

    Zuerst sollten sich die Unterstützer der beiden Kriegsparteien auf einen Fahrplan für den Übergang einigen.
    Also USA, Türkei, Saudi Arabien und Katar auf der einen Seite
    und Iran und Russland auf der anderen Seite. Wenn diese beiden Seiten es schaffen, einen gemeinsamen Friedensplan zu entwickeln, dann werden sich die syrischen Kriegsparteien nur schwer dem entziehen können.
    Letztendlich kann keiner der genannten Staaten ein Interesse daran haben, dass Syrien ein "failed State" wie Somalia wird.

  4. dem Sicherheitsrat bleibt nichts anderes übrig als seine Meinung den Vetomächten anzupassen, da sich sonnst gar nichts bewegt. Am besten wäre es wenn man sich darauf einigt durch eine Echte Volksabstimmung das Syrische Volk über Assads Zukunft in Syrien entscheiden zu lassen und mit Verhandlungen den Oppositinellen ihre Rechte zuzustehen, damit am ende Neuwahlen mit oder ohne eine Wahlbeteiligung Assads zustande kommen.
    Wie wäre jetzt wo die Opposition sich zu Verhandlungen bereit zeigt, ein Aufruf zu einem Waffenstillstand, damit zumindest die jetzigen Opfer vermieden werden.

    Eine Leserempfehlung
  5. Im sechs Jahren IRAK-Krieg gab es laut UN 100.000 Opfer.
    Wieviele werden es nach sechs Jahren in Syrien sein.
    Was man sehen kann - die UNO ist unfähig, Konflikte zu beenden, Europa ein Papiertiger und die USA nach zehn Jahren Krieg im IRAK und Afghanistan kriegsmüde. Und all die Klugredner, die uns immer erzählt haben - reden ist besser als schießen, wo sind sie geblieben.
    So werden weiterhin zehntausende in Syrien sterben, vor allem Zivilisten. Es ist Krieg und keiner sieht hin!

    2 Leserempfehlungen
    • otyak
    • 13. Februar 2013 9:40 Uhr
    8. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke. Die Redaktion/kvk

    4 Leserempfehlungen
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    Es wurden klar Waffenlieferungen kürzlich verneint und Obama lehnte es ab zu liefern. Frau Clinten und das Pentagon wollten laut Zeitungsartikeln bereits im Sommer liefern, dies wurde aber abgelehnt. Einzig Ausrüstung nichtbewaffneter Art.
    Das die CIA aktiv ist sehe ich eher stabilisierend für das Land und heißt gar nichts, diejenigen die Unruhe stiften sind vor allem die Islamisten und die Ideologie des Korans. Sicher unterstützt man da den demokratischen Umbruch, aber ohne CAI wären die Lage wohl auch nicht besser und Verhandlungen wahrscheinlich noch schwieriger. Ich würde das nicht überbewerten. Ich finde nicht alles was aus der USA kommt ist schlecht. Die Unterstützung bewaffneter Art finde ich aber auch schlecht und kontraproduktiv. Diese hat man vorher mal hier in einem Artikel der von den Arabischen Seite stammte beworben, dies würde das Blutvergiesen veringern. Da fragt man sich wirklich wer solche Artikel schreibt und was sich manche Golfstaaten denken was passiert wenn man Laien Waffen in die Hand gibt. Normal muss über den Sicherheitsrat Druck vor allem auf auf die Türkei, Saudi Arabien und Katar gemacht werden, damit die Waffenlieferungen ein Ende haben, gerade wenn der Dialog aus irgendwelchen Gründen scheitert.

    • otyak
    • 13. Februar 2013 18:54 Uhr

    Fragen und Anmerkungen zur Moderation senden Sie bitte an community@zeit.de. Der Kommentarbereich soll der sachlichen Diskussion des Artikelthemas vorbehalten sein. Die Redaktion/mak

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Bürgerkrieg | UN-Sicherheitsrat | Anschlag | Resolution | Botschaft | China
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