Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe, die Nationale Koalition, will nun doch an einem internationalen Syrien-Treffen in Rom teilnehmen. Nach von US-Außenminister John Kerry und seinem britischen Kollegen William Hague angekündigten Hilfen werde die Gruppe am Donnerstag dabei sein, teilte ihr Vorsitzender Ahmed Moas al-Chatib auf Facebook mit. Dazu habe man sich nach langen Diskussionen entschlossen. Anschließend würden die Beziehungen zwischen der syrischen Opposition und der internationalen Gemeinschaft neu bewertet, hieß es.

Das Oppositionsbündnis wollte das Treffen der sogenannten Freunde Syriens eigentlich boykottieren. Als Grund führte es an, die internationale Gemeinschaft würde zur Gewalt in ihrer Heimat schweigen. Der Zusammenschluss der Freunde Syriens besteht aus Vertretern westlicher und arabischer Länder sowie internationaler Organisationen, die das Oppositionsbündnis unterstützen.

Die US-Regierung hatte am Montagabend eine Delegation unter Leitung von Botschafter Robert Ford nach Kairo geschickt, um die dort tagenden Oppositionellen umzustimmen. Kerry und der britische Außenminister Hague hatten die Aufständischen aufgerufen, ihre Entscheidung zu überdenken. "Wir fahren nicht nach Rom, um nur zu reden", sagte Kerry. Es gehe vielmehr darum, "eine Entscheidung über die nächsten Schritte" zu treffen.

Al-Chatib begrüßte die Ankündigung der beiden Außenminister, "das Leiden" des syrischen Volkes lindern zu wollen. Positiv bewertete er auch, dass sie "die Brutalität" der syrischen Führung von Präsident Baschar al-Assad verurteilt hätten.

Kerry reagierte zurückhaltend auf die Initiative des syrischen Außenministers Walid al-Muallim, der den Aufständischen Gespräche angeboten hatte. Angesichts der anhaltenden Raketenangriffe auf die Einwohner von Aleppo falle es schwer, das Angebot ernst zu nehmen, sagte Kerry. Auch ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, Deutschland messe die Regierung in Damaskus nicht an Worten, sondern "ausschließlich an ihren Taten".