Nationale KoalitionSyrische Opposition will internationale Gemeinschaft doch nicht boykottieren

Syriens Regimegegner nehmen ihre Boykottankündigung zurück: Sie reisen doch zur internationalen Konferenz nach Rom. Danach wollen sie die Beziehungen neu bewerten.

Moas al-Chatib (Archiv)

Moas al-Chatib (Archiv)  |  © Gianluigi Guerica/AFP/Getty Images

Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe, die Nationale Koalition, will nun doch an einem internationalen Syrien-Treffen in Rom teilnehmen. Nach von US-Außenminister John Kerry und seinem britischen Kollegen William Hague angekündigten Hilfen werde die Gruppe am Donnerstag dabei sein, teilte ihr Vorsitzender Ahmed Moas al-Chatib auf Facebook mit. Dazu habe man sich nach langen Diskussionen entschlossen. Anschließend würden die Beziehungen zwischen der syrischen Opposition und der internationalen Gemeinschaft neu bewertet, hieß es.

Das Oppositionsbündnis wollte das Treffen der sogenannten Freunde Syriens eigentlich boykottieren. Als Grund führte es an, die internationale Gemeinschaft würde zur Gewalt in ihrer Heimat schweigen. Der Zusammenschluss der Freunde Syriens besteht aus Vertretern westlicher und arabischer Länder sowie internationaler Organisationen, die das Oppositionsbündnis unterstützen.

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Die US-Regierung hatte am Montagabend eine Delegation unter Leitung von Botschafter Robert Ford nach Kairo geschickt, um die dort tagenden Oppositionellen umzustimmen. Kerry und der britische Außenminister Hague hatten die Aufständischen aufgerufen, ihre Entscheidung zu überdenken. "Wir fahren nicht nach Rom, um nur zu reden", sagte Kerry. Es gehe vielmehr darum, "eine Entscheidung über die nächsten Schritte" zu treffen.

Al-Chatib begrüßte die Ankündigung der beiden Außenminister, "das Leiden" des syrischen Volkes lindern zu wollen. Positiv bewertete er auch, dass sie "die Brutalität" der syrischen Führung von Präsident Baschar al-Assad verurteilt hätten.

Kerry reagierte zurückhaltend auf die Initiative des syrischen Außenministers Walid al-Muallim, der den Aufständischen Gespräche angeboten hatte. Angesichts der anhaltenden Raketenangriffe auf die Einwohner von Aleppo falle es schwer, das Angebot ernst zu nehmen, sagte Kerry. Auch ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, Deutschland messe die Regierung in Damaskus nicht an Worten, sondern "ausschließlich an ihren Taten".

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Leserkommentare
  1. Wichtig ist, dass wir die Menschenrechtsverletzungen aller am syrischen Buergerkrieg beteiligten Parteien bis ins Detail dokumentieren, so dass nach Ende der Feindseligkeiten die Schuldigen umgehend einen Kriegsverbrecherprozess bekommen.

    Einer Aufarbeitung der entsetzlichen Geschehenisse darf nichts im Wege stehen - und da darf keine Seite ausgenommen bleiben, weder Regierung noch syrische Opposition.

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    die grenzen zur türkei und jordanien dicht gemacht werden , damit keine waffen und söldner in syrien eindringen können !
    die türkei darf nicht mehr länger nachschubbasis für söldner sein!

  2. Warum veröffentlich Zeit- Online überhaupt noch einen Beitrag zum Thema Syrien?

    Auch diese Information ist wenig informativ und fern aller Realität.

    Selbst wenn es Kerry gelingt, was hier wieder nicht deutlich wird, die AlKaida aus der Opposition herauszudrängen, selbst wenn es ihm gelingt, diese zu einem Dialog zu zwingen, dann bleibt das AlKaida nach wie vor existent, denn sie ist die Gruppe , welche die "Erfolge" der Rebellen erzielt hat.

    "Little can save Syria now. Even if talks started and were eventually successful in producing a government of national unity and a democratic constitution, the hardline jihadis would not accept the result. The country will probably be condemned to bloodshed on the pattern of Iraq, where car bombs and suicide bombs kill hundreds every month. But even that would be better than the all-consuming civil war that is Syria's fate today."

    http://www.guardian.co.uk...

    10 Leserempfehlungen
    • zfat99
    • 26. Februar 2013 9:22 Uhr

    "Nach von US-Außenminister John Kerry und seinem britischen Kollegen William Hague angekündigten Hilfen werde die Gruppe am Donnerstag dabei sein, ..."

    Fürs Geld spielen sie sogar Verhandlungen.

    7 Leserempfehlungen
  3. das die Opposition nun doch teilnimmt, es geht ja schließlich um sie. Es kann nur besser werden, wenn endlich Verhandlungen stattfinden und vielleicht tut sich in Rom ja etwas, das die Opposition bald diese mit dem Regime eingehen und an ihrer eigenen Vorgehensweise etwas ändern. Waffen helfen in Syrien niemanden und es gibt friedliche Demokratische Wege Assad zumindes Langfristig zum Rücktritt zu bewegen und selbst wenn nicht, dann muss man auch damit klar kommen können. Die versteifung auf einen Rücktritt verhärtet nur die Fronten und sollte nicht das Eigentliche Ziel der Opposition sein, es muss mehr um Frieden Fortschritt und Demokratie gehen.

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  4. Um einen Gottesstaat zu gründen.
    Die Weltgemeinschaft wird schon wie bei den anderen Ländern auch behilflich dabei sein

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  5. die grenzen zur türkei und jordanien dicht gemacht werden , damit keine waffen und söldner in syrien eindringen können !
    die türkei darf nicht mehr länger nachschubbasis für söldner sein!

    5 Leserempfehlungen
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    Der Kampf für Demokratie verlagert sich.

    Aus London wird gerade berichtet:
    "Idlib province: Hundreds of foreign jihadi fighters who were in Syria were witnessed leaving Syria through Turkey, the reason for their evacuation is contested;"

    http://www.facebook.com/f...

    Hinweis: "Die Meldung kann ich leider nicht bestätigen, da ich ..."

    Möglicherweise sind die "Freunde Syriens" enttäuscht, dass sie einen Teil ihrer Opposition an Mali abgeben müssen.

  6. ... sich die Schneemenge auf dem Harz erhöht spielt doch keine Rolle.

    Diese Schauspieler der "Nationalen Koalition" machen alles, was über Washington und Riad von ihnen verlangt wird. Und was erfahren wir gestern:

    "Unter Berufung auf Militärexperten schrieb die Washington Post, dass diese neuen Waffen zum ersten Mal für die bewaffneten Gruppen in Syrien geschickt werden. Trotz der Behauptungen der US-Regierung bezüglich ihrer angeblichen Ablehnung der Bewaffnung der syrischen Opposition, unterstützt diese die bewaffneten Gruppen durch Waffenlieferungen sowie militärische Ausbilung."
    http://german.irib.ir/nac...

    Na da wird doch die Motivation dieser Verbrecher deutlich für einige Tage "Verhandlung" zu spielen. Letztlich ist das allein der Grund warum wir nach 2 Jahren immer noch noch über Gewalt in Syrien reden. Solange die Verbrecher der FSA und ihrer politischen Helfer alles haben um weiter Krieg führen zu können, werden sie weder Kompromisse suche, noch Frieden schaffen.

    Interessanter Weise spricht der Bericht von bei der "Nationalen Koalition" von der ""wichtigsten"" syrischen Oppositionsgruppe ?!?

    Wer hat das festgelegt ? die USA, Saudi Arabien oder die NATO ? Warum sind die Schaupsieler der "Nationalen Koalition" wichtiger als die inner-syrischen Oppositionsgruppen, die VOR Ort für den Frieden, nationale Versöhnung und Verhandlungen für einen Frieden arbeiten ?

    ...

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  7. Wenn man bedenkt wie viel Einfluss die Amerikaner durch die Revolutionen in Nordafrika gewonnen haben, die diese auch unterstützt haben (http://www.taz.de/!104251/), dann will man vielleicht gar nicht das sie wieder Abhängig von Europa werden. Die Ausbeutung geht nämlich mit der freundlichen Unterstützung der Europäer einfach weiter (Das haben sie überall auf der Welt nach jeder Revolution wieder geschafft) und in Syrien wird Frontex auch bestimmt ihre Abfanglager weiter betreiben dürfen.
    Wenn sie nicht kooperieren sind es Extremisten bis sie dem Druck nachgeben.
    Ich halte nichts von Hilfe aus dem Westen, solange diese Hilfe durch unmenschliche Verträge erkauft werden!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte John Kerry | Auswärtiges Amt | Außenminister | Beziehung | Facebook | Gewalt
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