Als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise im Bürgerkriegsland Syrien hat Präsident Baschar al-Assad sein Kabinett neu aufgestellt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, wird das Ministerium für Arbeit und Soziales in zwei Ministerien aufgegliedert. Neue Sozialministerin wird Kinda Schmat, neuer Arbeitsminister Hassan Hidschasi.

In fünf weiteren Ressorts wurden den Angaben nach neue Minister ernannt. Betroffen waren das Bauministerium, das Ministerium für öffentliche Dienste, das Agrarministerium, das für Öl und Rohstoffe zuständige Ministerium sowie das Finanzministerium.

Die Wirtschaft in Syrien befindet sich wegen des seit fast zwei Jahren andauernden Konflikts im Land in der Krise. Treibstoff, Strom, Wasser, Lebensmittel und viele andere Waren des täglichen Bedarfs sind knapp. Wegen der landesweiten Kämpfe ist ein Großteil der Infrastruktur zerstört.

Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen

In der Hauptstadt Damaskus sind unterdessen bei heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen nach Angaben der Opposition 44 Menschen getötet worden. Die oppositionelle Gruppe Local Coordination Committees of Syria (LCC) teilte mit, bereits am gestrigen Donnerstag seien bei Kämpfen weitere 47 Menschen getötet worden. Seit März 2011 sind in dem Bürgerkrieg nach UN-Schätzungen mehr als 60.000 Menschen getötet worden.

Assad, der international weitgehend isoliert ist, hatte der Opposition jüngst Versöhnungsgespräche angeboten. Informationsminister Amra al-Subi lud die Opposition ein, über die Zukunft des Landes zu sprechen. Basis der Gespräche sollten aber die Vorstellungen Assads sein. Diese hat die Opposition bereits zurückgewiesen. Der Vorsitzende der oppositionellen Nationalen Syrischen Koalition, Moas al-Chatib, hatte am 30. Januar die Bedingungen für Gespräche mit dem Regime genannt. Er verlangte unter anderem die Freilassung aller 160.000 Häftlinge aus syrischen Gefängnissen. Außerdem sollten alle inhaftierten Frauen freigelassen werden.