EU-BeitrittOettinger erntet Zuspruch aus der Türkei

Die Worte Oettingers sind in Ankara gut angekommen: Er hatte gesagt, EU-Politiker werden eines Tages "gekrochen kommen", um die Türkei um einen EU-Beitritt zu bitten.

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie  |  © Georges Gobet/AFP/GettyImages

Die Türkei hat die umstrittenen Äußerungen von EU-Kommissar Günther Oettinger zum Beitrittsverfahren mit Wohlwollen aufgenommen. Der türkische EU-Minister Egemen Bağış sagte, er wisse zwar nicht, ob die Europäer eines Tages "gekrochen kommen werden, oder ob sie auf die Knie sinken", um die Türkei um einen Beitritt zu bitten. "Aber wenn es eine Sache gibt, die ich sicher weiß, ist es, dass sie ganz bestimmt nachgeben werden", sagte Bağış türkischen Medienberichten zufolge über die EU.

Oettinger hatte laut Bild-Zeitung gesagt, die ablehnende Haltung der EU gegenüber der Türkei werde sich in den kommenden Jahren grundsätzlich ändern. Er nehme an, dass deutsche und französische Spitzenpolitiker in zehn Jahren "auf den Knien nach Ankara robben" würden, um die Türkei um einen Beitritt zu bitten.

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Bağış sagte, er hoffe, dass Oettingers Aufruf an die EU seine Wirkung entfalte. Alle "negativen Szenarien" im Zusammenhang mit der Türkei würden sich in den kommenden 10 oder 20 Jahren von selbst erledigen. Die Türkei sei ein gastfreundliches Land und werde niemanden abweisen, der an ihre Tür klopfe, sagte der Minister mit Blick auf die EU.

Oettingers persönliche Meinung

Ein Sprecher von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte zuvor klar gestellt, Oettingers Äußerungen seien "seine persönliche Meinung und nicht die der EU-Kommission".

Innerhalb der EU-Kommission ist Oettinger für das Ressort Energie zuständig. Seine Sprecherin sagte, Oettinger habe sich nicht für den Beitritt der Türkei ausgesprochen: "Der EU-Kommissar hat vielmehr auf das Interesse der Türkei an einem EU-Beitritt hingewiesen und gleichzeitig unterstrichen, dass die EU und die Regierungen der EU-Mitgliedsländer ein Interesse an einer engen Beziehung zur Türkei haben müssten."

Merkel reist nach Ankara

Die Türkei verhandelt seit 2005 über einen EU-Beitritt, doch kommen die Verhandlungen kaum voran. Das liegt zum einen an der ablehnenden Haltung von EU-Staaten wie Frankreich. Zum anderen aber auch daran, dass die Türkei sich weigert, das EU-Land Zypern anzuerkennen.

Diese Haltung hat Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan im Oktober 2012 bei seinem Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin noch einmal deutlich gemacht: Die Türkei wolle Vollmitglied werden, Zypern jedoch nicht anerkennen.

Vor wenigen Wochen hat Erdoğan zudem öffentlich über ein Ende der türkischen EU-Bewerbung und einen Beitritt des Landes zu der von China und Russland dominierten Organisation der Shanghai Five nachgedacht. Merkel wird an diesem Sonntag für zwei Tage nach Ankara reisen, wo sie Erdoğan und Staatspräsident Abdullah Gül treffen wird.

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Leserkommentare
    • Aureus
    • 21. Februar 2013 22:23 Uhr

    Ich bin gegen einen EU-Beitritt der Tuerkei. Sie wird nun seit Jahrzehnten angelogen und mit falschen Versprechungen hingehalten.

    In ihrem eigenen Interesse sollte sie sich von der EU wegorientieren. Es ist ja nicht so, dass die EU ein Monopol auf Demokratie, Menschenrechte und wirtschaftliches Wachstum hat oder sich auf diesen Gebieten besonders hervortut.
    Man muss schon sehr eurozentristisch eingestellt sein, um eine Orientierung gen China / Russland als Rueckschritt zu betrachten.

    Die Tuerkei hat es auch nicht noetig, sich staendig wegen der Zypernfrage an den Pranger stellen zu lassen.
    Es sei daran erinnert, dass es griechisch-zypriotische Nationalisten waren, die mit Rueckendeckung der Junta in Athen die tuerkisch-zypriotische Minderheit auf der Insel verfolgten und ethnische "Saeuberungen" durchfuehrten.(Was unternahm die damalige EU denn dagegen?) Bevor die Tuerkei einmarschierte, hat sie dabei mehr als nur einmal um internationale Hilfe gebeten, um die tuerkisch-zypriotische Minderheit zu schuetzen. Die internationale Gemeinschaft wollte jedoch nichts davon wissen.

    Wer jetzt die Tuerkei fuer ihre Zypernpolitik kritisiert, sollte fairerweise diese Hintergruende erwaehnen und nicht so tun, als ob die Tuerkei einfach grundlos aus reiner Aggression den Nordteil der Insel besetzt haette.

    Wer diese historischen Hintergruende nicht kennt, sollte soviel Anstand an den Tag legen und sich mit unqualifizierten Kommentaren zurueckhalten.

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    • EUmitte
    • 22. Februar 2013 21:21 Uhr

    Ethnische "Saeuberungen": was hat die Türkei Nordzypern gemacht? Studieren Sie die Opferzahlen auf beiden Seiten. Die Opfer bei den griechisch Zyprioten sind um einiges höher , viele davon wurden gefangen genommen und hingerichtet.
    Ethnische "Saeuberungen": was hat die Türkei Nordzypern gemacht? Studieren Sie die Opferzahlen auf beiden Seiten. Die Opfer bei den griechisch Zyprioten sind um einiges höher , viele davon wurden gefangen genommen und hingerichtet.
    Es sei daran erinnert, dass die Türkei immer noch über 30'000 Soldaten auf Zypern stationiert, die griechisch Zyprioten vertrieben hat und Nordzypern Völkerrechtswidrig besetzt.
    Sie können alle UN Resolutionen lesen.
    Ethnische "Saeuberungen": was hat die Türkei Nordzypern gemacht? Studieren Sie die Opferzahlen auf beiden Seiten. Die Opfer bei den griechisch Zyprioten sind um einiges höher, viele davon wurden gefangen genommen und hingerichtet.
    Es sei daran erinnert, dass die Türkei immer noch über 30'000 Soldaten auf Zypern stationiert, die griechisch Zyprioten vertrieben hat und Nordzypern Völkerrechtswidrig besetzt.
    Sie können alle UN Resolutionen lesen.
    , dass die Türkei immer noch über 30'000 Soldaten auf Zypern stationiert, die griechisch Zyprioten vertrieben hat und Nordzypern Völkerrechtswidrig besetzt.
    Sie können alle UN Resolutionen lesen.

  1. Nun die Türken haben ein wirtschaftliches Wunder auf die Beine gestellt.

    Sie haben unvorstellbare Mengen an Geld, in die Infrastruktur des Landes investiert.

    Trotz des quasi Krieges gegen die PKK, die ebenfalls Milliarden Dollar jährlich verschlingt, hat Sie ein dauerhaftes Wachstum realisiert.

    Gleichzeitig werden derzeit 20 Megaprojekte in der Infrastruktur realisiert.

    Sicher Niemand will die Türkei als aufstrebenden Staat sehen oder wahrnehmen.
    Aber die Realität ist nun mal so!

    Je schneller das wir als Deutsche wahrnehmen können, desto mehr profitieren wir davon.

    Es ist ja nicht so, das diese Entwicklung an der Deutschen Bundesregierung vorbei gegangen ist.
    Frau Merkel hatte schon vor Jahren den Vorschlag gemacht, der Türkei einen privilegierten Handelsstatus einzuräumen.

    Dieser Vorschlag war schon ein Guter in die richtige Richtung.
    Leider haben die Türken diesen Vorschlag negiert.
    Was uns nun in eine schwierige Situation langfristig führt.

    Wir können es uns nicht leisten die Türkei als Wirtschaftspartner zu verlieren. Sicher derzeit auch nicht die Türkei.
    Aber langfristig hat die Türkei mehrere Alternativen, wir jedoch nicht.

    Es wird auf jeden Fall spannend werden.
    Allerdings muss uns Allen bewusst sein, das eine Abweisung der Türken, für uns wirtschaftliche Folgen haben wird.

    Ganz einfach eigentlich!

  2. schauen sie mal nach ungarn.. ach ja, die sind ja grösstenteils christlich, also kein problem..

    Antwort auf "Warum Türkei?"
    • EUmitte
    • 22. Februar 2013 21:05 Uhr

    Anerkannt wird die Republik Zypern.
    Nordzypern wird von der Türkei besetzt und wurde illegal mit Festlandtürken besiedelt. Die türkisch Zyprioten sind in der Minderheit und immer türkisch Zyprioten ziehen von Norden in den Süden.
    Die UNO Resolutionen z.B. UN550 ist deutlich genug.
    Der Präsident von Zypern hat die Wiedervereinigung als Ziel gesetzt, er hat aber bei den türkisch Zypriotischen Nationalist Eroglu auf Granit gebissen.

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    • EUmitte
    • 22. Februar 2013 21:21 Uhr

    Ethnische "Saeuberungen": was hat die Türkei Nordzypern gemacht? Studieren Sie die Opferzahlen auf beiden Seiten. Die Opfer bei den griechisch Zyprioten sind um einiges höher , viele davon wurden gefangen genommen und hingerichtet.
    Ethnische "Saeuberungen": was hat die Türkei Nordzypern gemacht? Studieren Sie die Opferzahlen auf beiden Seiten. Die Opfer bei den griechisch Zyprioten sind um einiges höher , viele davon wurden gefangen genommen und hingerichtet.
    Es sei daran erinnert, dass die Türkei immer noch über 30'000 Soldaten auf Zypern stationiert, die griechisch Zyprioten vertrieben hat und Nordzypern Völkerrechtswidrig besetzt.
    Sie können alle UN Resolutionen lesen.
    Ethnische "Saeuberungen": was hat die Türkei Nordzypern gemacht? Studieren Sie die Opferzahlen auf beiden Seiten. Die Opfer bei den griechisch Zyprioten sind um einiges höher, viele davon wurden gefangen genommen und hingerichtet.
    Es sei daran erinnert, dass die Türkei immer noch über 30'000 Soldaten auf Zypern stationiert, die griechisch Zyprioten vertrieben hat und Nordzypern Völkerrechtswidrig besetzt.
    Sie können alle UN Resolutionen lesen.
    , dass die Türkei immer noch über 30'000 Soldaten auf Zypern stationiert, die griechisch Zyprioten vertrieben hat und Nordzypern Völkerrechtswidrig besetzt.
    Sie können alle UN Resolutionen lesen.

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    • Aureus
    • 24. Februar 2013 1:10 Uhr

    Mir ist schon klar, dass immer wenn die Tuerkei auf die Verbrechen der griechisch-zypriotischen Nationalisten hinweist, die Maer vom tuerkischen Massenmord an der griechisch-zypriotischen Bevoelkerungsgruppe aufgetischt wird.

    Geben Sie doch die Opferzahlen MIT QUELLENANGABE an, ich bin gespannt.
    Im uebrigen werden tuerkische Soldaten so lange auf Nordzypern bleiben, wie es noetig ist, um eine erneute Vertreibung der tuerkischen Minderheit durch die griechische Seite zu verhindern - es sei auch daran erinnert, dass es die griechische Seite war, die gegen eine Wiedervereinigung war - die tuerkische Seite hatte dafuer gestimmt. Auch weigert sich die griechische Seite bis heute, der zyp-tuerkischen Bevoelkerung einen Schutz vor erneuter Vertreibung zu garantieren.

    Vielleicht koennen Sie auch darlegen, warum es illegal sein soll, dass Tuerken sich in Nordzypern niederlassen. Gegen wessen Gesetze wird verstossen? Etwa gegen die der griechischen Nationalisten? Erzaehlen Sie doch gleich mit, wie in Zusammenarbeit zwischen Athener Junta und griechisch-zypriotischen Nationalisten so lange Festlandsgriechen auf Zypern angesiedelt wurden, bis die ursprungliche Bevoelkerungsmehrheit (die tuerkische) sich in der Minderheit befand.

    Erzaehlen Sie auch mit gleichem Eifer vom Mord an der tuerkischen Mutter samt ihrer Kinder, was das Fass zum Ueberlaufen brachte und die Tuerkei einmarschierte.

    Auch wenn es Sie stoert:
    die Tuerkei hat einen schlimmeren Voelkermord verhindert.

    • Garak77
    • 23. Februar 2013 14:12 Uhr

    belegen Sie das bitte, das in der Türkei mehr Journalisten im Gefängnis sind als in Russland und China zusammen.

    Antwort auf "........"
    • Jakobi
    • 23. Februar 2013 17:20 Uhr

    Ah ja, der schwäbische Duffy Duck, der gerne mal ein bisschen tief ins markgräfler Weinglas schaut...na ja, wenn der 2008 aufgeschobene Bankencrash uns demnächst in die Steinzeit zurück befördert, können wir wohl wirklich froh sein, Freunde in Ankara zu haben.
    Aber was viel gar nicht wissen, ist der Umstand, dass sich die Geburtenrate der Türken der der Europäer annähert, während die Kurden sich weiterhin vorbildlich fortpflanzen. In 20 Jahren haben wir eine ganz andere Türkei als heute.

    • Aureus
    • 24. Februar 2013 1:10 Uhr
    48. Antwort

    Mir ist schon klar, dass immer wenn die Tuerkei auf die Verbrechen der griechisch-zypriotischen Nationalisten hinweist, die Maer vom tuerkischen Massenmord an der griechisch-zypriotischen Bevoelkerungsgruppe aufgetischt wird.

    Geben Sie doch die Opferzahlen MIT QUELLENANGABE an, ich bin gespannt.
    Im uebrigen werden tuerkische Soldaten so lange auf Nordzypern bleiben, wie es noetig ist, um eine erneute Vertreibung der tuerkischen Minderheit durch die griechische Seite zu verhindern - es sei auch daran erinnert, dass es die griechische Seite war, die gegen eine Wiedervereinigung war - die tuerkische Seite hatte dafuer gestimmt. Auch weigert sich die griechische Seite bis heute, der zyp-tuerkischen Bevoelkerung einen Schutz vor erneuter Vertreibung zu garantieren.

    Vielleicht koennen Sie auch darlegen, warum es illegal sein soll, dass Tuerken sich in Nordzypern niederlassen. Gegen wessen Gesetze wird verstossen? Etwa gegen die der griechischen Nationalisten? Erzaehlen Sie doch gleich mit, wie in Zusammenarbeit zwischen Athener Junta und griechisch-zypriotischen Nationalisten so lange Festlandsgriechen auf Zypern angesiedelt wurden, bis die ursprungliche Bevoelkerungsmehrheit (die tuerkische) sich in der Minderheit befand.

    Erzaehlen Sie auch mit gleichem Eifer vom Mord an der tuerkischen Mutter samt ihrer Kinder, was das Fass zum Ueberlaufen brachte und die Tuerkei einmarschierte.

    Auch wenn es Sie stoert:
    die Tuerkei hat einen schlimmeren Voelkermord verhindert.

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    Antwort auf "Es sei daran erinnert"
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    • EUmitte
    • 24. Februar 2013 16:33 Uhr

    Weil die Besetzung von Nordzypern gegen das Völkerrecht und die UNO Resolutionen! Lesen Sie die UNO Resolution UN 550.
    Weil die Türkei Nordzypernmit Festlandtürken besiedelt. Dieses Land ist Eigentum der griechisch Zyprioten.
    Die türkisch -Zyprioten ziehen wieder in den Süden weil sie im Norden durch die Festlandtürken bedrängt werden.
    Meinungen von türkisch Zyprioten finden Sie auch,in http://www.ag-friedensfor... finden Sie Informationen
    Die griechisch-zypriotischen Nationalisten waren genau so kriminell wie die von der Türkei bewaffneten türkisch-Zyprioten Nationalisten von TMT, die Zyprioten umbrachten.

    Opfer:
    g. Zyprioten t. Zyprioten
    Verriebene über 160'000 unter 50'000
    Vermisste über 1'500 unter 500
    Tote über 980
    Quelle: Sie können googlen sogar die türkischen Quellen habe keine zweifeln an den zahlen.
    http://www.bpb.de/apuz/32...

    Festlandgriechen auf Zypern: Über diese Lüge und Märchen bitte ich Sie um Fakten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Angela Merkel | Europäische Union | Türkei | EU-Beitritt | Günther Oettinger | Abdullah Gül
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