Bei der Explosion einer Autobombe an der türkisch-syrischen Grenze sind zwölf Menschen getötet worden, mindestens 30 weitere sollen verletzt worden sein. Unter den Toten waren nach Angaben der Behörden mindestens drei Türken. 

Der Sprengsatz sei in einem Fahrzeug mit syrischem Kennzeichen vor Gebäuden der türkischen Zöllner des Grenzübergangs Cilvegözü detoniert. Das Auto stand nach Angaben des türkischen Senders NTV zum Zeitpunkt der Explosion in einer Warteschlange auf der türkischen Seite der Grenze.

Der Grenzübergang Cilvegözü liegt in der südlichen Provinz Hatay. Der Zeitung Hürriyet zufolge befand sich das Auto in der humanitären Schutzzone zwischen beiden Ländern. Dort würden Hilfsgüter für die syrische Bevölkerung verladen.

Ein Vertreter des türkischen Außenministeriums sagte, rund 15 Fahrzeuge seien beschädigt worden. Zu den Hintergründen des Zwischenfalls wollte er sich noch nicht äußern. "Es ist zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, solange die Ermittlungen noch andauern." Die Explosion könnte durch einen Selbstmordattentäter oder auch durch eine Granate ausgelöst worden sein, die von der syrischen Seite abgefeuert wurde.

Deutsche Patriot-Raketen stationiert

Infolge des Bürgerkrieges in Syrien gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Zwischenfälle an der Grenze zur Türkei und auch auf türkischem Staatsgebiet. Am 3. Oktober wurden in der Türkei etwa fünf Zivilisten durch Granaten getötet, die aus Syrien über die Grenze gefeuert worden waren.

Um die Türkei vor weiteren Raketenangriffen zu schützen, wurden in der Grenzregion Patriot-Raketen stationiert, die auch aus Deutschland kommen. Das Bundeswehr-Kontingent ist in Kahramanmaras stationiert, etwa hundert Kilometer Luftlinie von der syrischen Grenze entfernt.

Geringe Aussichten auf Dialog

Um den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden, will die Arabische Liga ein Treffen zwischen dem syrischen Vizepräsidenten Faruk al-Scharaa und der Opposition organisieren. Das berichtete die arabische Tageszeitung Al-Sharq Al-Awsat. Der Vorsitzende der oppositionellen Nationalen Syrischen Koalition, Moas al-Chatib, sagte jedoch, das Regime habe auf seinen Vorschlag für einen Dialog bislang offiziell nicht reagiert. Al-Chatib wurde zudem aus den eigenen Reihen heftig kritisiert, weil er direkt mit Vertretern des Regimes von Präsident Baschar al-Assad reden will.

Nachdem das Regime mehrfach vorgeschlagen hatte, ein Treffen mit der Exil-Opposition in Damaskus zu organisieren, schlug al-Chatib jetzt vor, das Treffen könne im "befreiten" Norden Syriens stattfinden. Teile des Nordens werden inzwischen von Brigaden der Rebellen kontrolliert. Als Bedingungen für einen Dialog hatte Al-Chatib die Freilassung von 160.000 Gefangenen sowie die Verlängerung der Pässe der im Ausland lebenden Syrer durch die Konsulate gefordert.