Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den unterirdischen Atomwaffenversuch in Nordkorea scharf verurteilt. Der Test stelle eine "eindeutige Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit dar", erklärte das Gremium nach einer Dringlichkeitssitzung in New York.

Das UN-Gremium kündigte an, sofort mit der Arbeit an einer neuen Resolution zu beginnen, die angemessene Maßnahmen beinhalten werde. Die Antwort werde "rasch, glaubhaft und stark" ausfallen, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice. "Wir beabsichtigen, die Sanktionen weiter auszuweiten." Erst im Januar hatte der Rat mit einer Resolution die bereits bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea verschärft.

Genau zwei Monate nach dem weltweit verurteilten Raketenstart hatte Nordkorea am Dienstagmorgen einen dritten Atomtest durchgeführt. Der unterirdische Atomversuch sei "erfolgreich" verlaufen, berichteten die nordkoreanischen Staatsmedien. Bei dem Test sei ein "miniaturisierter" Sprengsatz mit höherer Explosionskraft als bei den früheren Tests gezündet worden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte in New York: "Die Führung in Pjöngjang sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass Nuklearwaffen ihre Sicherheit erhöhen. Im Gegenteil: Wenn Pjöngjang nach Nuklearwaffen strebt, wird es immer nur noch mehr an Unsicherheit und Isolation leiden."

Zuvor hatten Regierungen weltweit den Test verurteilt. US-Präsident Barack Obama sprach von "einem in hohem Maße provokativen Akt", der die Sicherheit der USA und den internationalen Frieden bedrohe. Obama verlangte "rasche und glaubwürdige Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft" als Reaktion auf den Test.

Die Nato erklärte: "Dieser unverantwortliche Akt, zusammen mit dem Raketenstart im Dezember, bedeutet eine schwere Bedrohung für den internationalen Frieden, die Sicherheit und die Stabilität." Nordkoreas Streben nach Massenvernichtungswaffen zeige die anhaltende Missachtung des UN-Sicherheitsrats und der internationalen Gemeinschaft. Frankreichs Präsident François Hollande verlangte von der Regierung in Pjöngjang, sein Atomprogramm vollständig zurückzufahren. Außenminister Westerwelle bekräftigte die internationalen Forderungen nach weiteren internationalen Sanktionen gegen Nordkorea.

Erhöhte Alarmbereitschaftin Südkorea

Die Streitkräfte Südkoreas wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. In Seoul protestierten zahlreiche Menschen gegen den Atomtest des Nachbarstaats und verbrannten Bilder des nordkoreanischen Führers Kim Jong Un. Südkorea berief wie Japan den nationalen Sicherheitsrat ein. Japan kündigte eine Verschärfung seiner Sanktionen gegen das Nachbarland an.

Nordkorea verschärfte derweil seinen Konfliktkurs gegenüber der internationalen Gemeinschaft. Der Atomtest sei nur eine erste Antwort auf Drohungen aus den USA gewesen. Der Staat werde mit "zweiten und dritten Maßnahmen größerer Intensität" fortfahren, sollten die Vereinigten Staaten ihre Feindseligkeit beibehalten, hieß es in Pjöngjang. Das nordkoreanische Außenministerium sprach von einer Selbstverteidigungsmaßnahme, die kein internationales Recht verletze.