Mali-KonfliktUSA schicken Drohnen nach Niger

Von Niger aus wollen die USA Malis Truppen unterstützen, sie senden Drohnen und Soldaten in das afrikanische Land. Die malischen Islamisten starten neue Attacken auf Gao.

Zur Unterstützung der französischen Truppen in Mali haben die USA mehrere unbemannte Flugzeuge im benachbarten Niger stationiert. Wie ein Regierungsbeamter mitteilte, befinden sich die Drohnen vom Typ Predator auf einem Militärstützpunkt der Hauptstadt Niamey, wo etwa hundert Soldaten der US-Luftwaffe stationiert sind. Die Drohnen sollen demnach das Konfliktgebiet in Mali überwachen. Sie sollen nur dazu eingesetzt werden, dort Stellungen islamistischer Rebellen auszukundschaften.

Zuvor hatte Präsident Barack Obama dem Kongress mitgeteilt, dass weitere 40 US-Soldaten nach Niger entsandt wurden. Sie seien zwar zu ihrem Schutz bewaffnet, würden aber lediglich für Aufklärungsaufgaben eingesetzt.

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Die französische Armee ist seit Anfang Januar in Mali. Sie unterstützt die malischen Truppen bei ihrem Kampf gegen Islamisten. Diese hatten im April 2012 nach einem Putsch den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht, darunter auch die Städte Gao, Kidal und Timbuktu.

Regierungstruppen haben die Städte mittlerweile zurückerobert, vor wenigen Tagen waren aber erneut Islamisten über den Fluss Niger in Gao eingedrungen. Am Freitag wurde die Stadt wieder Ziel der islamistischen Kämpfer: "Die Islamisten haben am Morgen zweimal auf die Stadt Gao gefeuert. Glücklicherweise sind die Raketen in einem unbewohnten Gebiet eingeschlagen", sagte ein Armeesprecher. Die Stadt war zuvor Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Extremisten und Streitkräften gewesen. Dabei starben nach Angaben des nationalen Radios mindestens 16 Rebellen. Sechs malische Soldaten wurden bei den Gefechten verletzt.

Neue Gefechte in Nordmali

Bei Gefechten mit den Islamisten im Ifoghas-Gebirge an der Grenze zu Algerien kamen auch 13 Soldaten aus dem Tschad ums Leben. Mindestens 65 Islamisten wurden getötet, sagte der Militärchef des Tschad. Das Land stellt mit etwa 2.000 Mann das größte Kontingent unter den afrikanischen Truppen, die in Mali im Einsatz sind. Die Extremisten hätten einem Zweig des Terrornetzes Al-Kaida und der islamistischen Gruppe Ansar Dine angehört, sagte ein malischer Armeesprecher. "Die Situation ist kritisch, aber die Moral unserer Truppen ist gut", sagte er. "Das ist das Wichtigste." Viele Islamisten hatten sich nach Beginn der malisch-französischen Militäroffensive in die schwer zugängliche Region zurückgezogen.

Ein malischer Armeesprecher bestätigte zudem Medienberichte, wonach Extremisten am Freitag zwei Autobomben in der Nähe von Tessalit an der Grenze zu Algerien gezündet haben. Die Stadt liegt etwa 1.700 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako.

UN berichtet über Gräueltaten

Nach UN-Angaben werden in Mali noch immer Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen. "Wir haben erschreckende Berichte über die Verletzung von Menschenrechten erhalten", sagte der Sprecher des UN-Büros für Nothilfekoordination. Die Nothelfer seien besorgt über das Schicksal von mehr als 1,2 Millionen Menschen, die von Militäroperationen betroffen und nur schwer erreichbar seien. Es gebe Berichte über Zwangsrekrutierungen von Kindern als Kämpfer sowie zunehmende sexuelle Gewalt. Der Sprecher machte keine Angaben dazu, wer die Täter sind.

Seit der Militärintervention Frankreichs Mitte Januar haben die Vereinten Nationen 16.000 zusätzliche Flüchtlinge registriert, die dringend humanitäre Hilfe benötigten. Große Probleme würden auch Minen und Blindgänger in den Kampfgebieten bereiten.

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Leserkommentare
  1. Ich hoffe damit hat das Verhungern der afrikanischen Bevölkerung bald ein Ende, sobald die freiheitlich-demokratische Grundordnung installiert wurde.

    Freie Wahlen, Wachstum und Wohlstand auch für Afrika.

    2 Leserempfehlungen
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    • Bashu
    • 23. Februar 2013 13:44 Uhr

    Verantwortung für den mittleren Osten übernommen hat, und dort alle Menschen ja jetzt in Freiheit, Sicherheit und unermesslichem Reichtum leben, kann ich mich an Ihrer Seite nur für die Afrikaner freuen.

    Ich sehe das ähnlich. Die Bevölkerung dieser Staaten will auch am Wohlstand teilhaben. Aber solange ständig demokratiefremde Mächte meinen, dort ihre menschenverachtende Ideologie in die Tat umsetzen zu müssen, klappts natürlich mit dem wirtschaftlichen Fortschritt nicht. Insofern ist der Beistand der USA ein Lichtblick, endlich wird mal was für Afrika getan, nicht immer nur geredet.

    • scoty
    • 23. Februar 2013 14:42 Uhr

    " Als die französische Armee 1956 den Krieg in ihrer Kolonie Indochina verlor, mussten die Amerikaner einspringen. Daraus wurde der Vietnamkrieg "

    http://www.faz.net/aktuel...

    • Bashu
    • 23. Februar 2013 13:44 Uhr

    Verantwortung für den mittleren Osten übernommen hat, und dort alle Menschen ja jetzt in Freiheit, Sicherheit und unermesslichem Reichtum leben, kann ich mich an Ihrer Seite nur für die Afrikaner freuen.

    10 Leserempfehlungen
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    und wie geht's weiter?

  2. Ich sehe das ähnlich. Die Bevölkerung dieser Staaten will auch am Wohlstand teilhaben. Aber solange ständig demokratiefremde Mächte meinen, dort ihre menschenverachtende Ideologie in die Tat umsetzen zu müssen, klappts natürlich mit dem wirtschaftlichen Fortschritt nicht. Insofern ist der Beistand der USA ein Lichtblick, endlich wird mal was für Afrika getan, nicht immer nur geredet.

    4 Leserempfehlungen
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    • nr-3
    • 23. Februar 2013 15:54 Uhr

    "Aber solange ständig demokratiefremde Mächte meinen, dort ihre menschenverachtende Ideologie in die Tat umsetzen zu müssen"

    klingt fast nach Lybien, da haben ja auch demokratiefremde ihre meschenverachtende Ideologie installiert

    Das fortschrittlichste Land Afrikas einfach platt gemacht,
    wär ja auch unschön wenn in Afrika Länder Ihr Geld in Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsversorgung stecken.

    Dann kaufen die vielleicht irgendwann nicht mehr unsere Schrottautos,Elektroschrott, alte Kraftwerke und überteuerten Medikamente. NO WAY

    • scoty
    • 23. Februar 2013 14:42 Uhr

    " Als die französische Armee 1956 den Krieg in ihrer Kolonie Indochina verlor, mussten die Amerikaner einspringen. Daraus wurde der Vietnamkrieg "

    http://www.faz.net/aktuel...

    Eine Leserempfehlung
    • vyras
    • 23. Februar 2013 15:54 Uhr

    Worum geht es da wirklich? Dort werden doch keine Soldaten und Drohnen hingeschickt, weil irgendwer Demokratie und Freiheit in Mali so sehr wichtig findet und dafür eintreten will.

    Aber ich befürchte, über diese hintergründige Motivlage werde ich hier nicht sehr viel lesen.

    2 Leserempfehlungen
    • nr-3
    • 23. Februar 2013 15:54 Uhr

    "Aber solange ständig demokratiefremde Mächte meinen, dort ihre menschenverachtende Ideologie in die Tat umsetzen zu müssen"

    klingt fast nach Lybien, da haben ja auch demokratiefremde ihre meschenverachtende Ideologie installiert

    Das fortschrittlichste Land Afrikas einfach platt gemacht,
    wär ja auch unschön wenn in Afrika Länder Ihr Geld in Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsversorgung stecken.

    Dann kaufen die vielleicht irgendwann nicht mehr unsere Schrottautos,Elektroschrott, alte Kraftwerke und überteuerten Medikamente. NO WAY

    7 Leserempfehlungen
  3. Und deswegen sind die Franzosen dort. Da das aber unser Nachbar ist, und auch Deutschland ein Interesse daran hat, sollten wir denen vielleicht mal helfen. Zumindest mit Geld.
    Waffen haben wir auch genug.

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  4. wen interessiert das noch?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte USA | Barack Obama | Gao | UN | Mali | Drohne
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