Juristische Niederlage für Ägyptens Präsident Mohammed Mursi: Das Berufungsgericht in Kairo revidierte seine Entscheidung vom vergangenen November, Generalstaatsanwalt Abdel Meguid Mahmud zu entlassen. Das meldete das ägyptische Nachrichtenportal Ahram Online. Das Gericht entschied, Mahmud müsse auf seinen Posten zurückkehren.

Mursi hatte die Stelle des Generalstaatsanwaltes im November mit Talaat Abdullah neu besetzt. Abdullah wurde von der Opposition seither mehrfach scharf kritisiert. Die Gegner von Präsident Mursi behaupten, Abdullah sei ein Erfüllungsgehilfe der Muslimbruderschaft.

Die Islamisten lehnen ihrerseits Mahmud ab. Sie werfen ihm vor, er gehöre zu den "Überbleibseln" des früheren Regimes von Präsident Hosni Mubarak.

Was den weiteren Demokratisierungsprozess in Ägypten betrifft, werden die Parlamentswahlen offenbar erst im Herbst abgehalten. Präsident Mursi sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge, ein möglicher Termin könnte im Oktober sein. Ursprünglich hatte er die Wahl für April angesetzt. Die Wahlkommission hatte den Termin jedoch abgesagt, nachdem das Verwaltungsgericht Formfehler bemängelt hatte.