In der türkischen Hauptstadt Ankara sind zwei Sprengsätze explodiert. Eine Bombe detonierte vor dem Justizministerium, eine weitere vor einem wenige Kilometer entfernten Gebäude der Regierungspartei AKP.

Rettungsfahrzeuge waren im Einsatz, Polizisten sperrten die Anschlagsorte ab.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Taten. Früher hatten kurdische Militante, ultralinke sowie nationalistische Gruppen und islamische Extremisten in der Türkei Anschläge verübt. Innenminister Muammer Guler sagte, die Täter der jüngsten Anschläge seien noch unbekannt. 

Der Anschlag findet zu einem kritischen Zeitpunkt statt. In zwei Tagen will der seit 1999 inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan einen Waffenstillstand verkünden. Damit könnte der seit fast 30 Jahren dauernde Kampf der PKK für einen eigenen Staat enden.   

Öcalan verhandelt seit Monaten mit türkischen Vertretern. Ein Sprecher der AKP sagte nach den Anschlägen, seine Partei werde nicht einknicken. "Solche Turbulenzen können uns von unserem Weg nicht abbringen."