AnschlägeUnbekannte zünden Sprengsätze in Ankara

Vor einem Ministerium und einem Haus der türkischen Regierungspartei sind Bomben explodiert. Sie zündeten kurz vor dem Ausruf einer Waffenruhe durch PKK-Chef Öcalan.

In der türkischen Hauptstadt Ankara sind zwei Sprengsätze explodiert. Eine Bombe detonierte vor dem Justizministerium, eine weitere vor einem wenige Kilometer entfernten Gebäude der Regierungspartei AKP.

Rettungsfahrzeuge waren im Einsatz, Polizisten sperrten die Anschlagsorte ab.

Anzeige

Zunächst bekannte sich niemand zu den Taten. Früher hatten kurdische Militante, ultralinke sowie nationalistische Gruppen und islamische Extremisten in der Türkei Anschläge verübt. Innenminister Muammer Guler sagte, die Täter der jüngsten Anschläge seien noch unbekannt. 

Der Anschlag findet zu einem kritischen Zeitpunkt statt. In zwei Tagen will der seit 1999 inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan einen Waffenstillstand verkünden. Damit könnte der seit fast 30 Jahren dauernde Kampf der PKK für einen eigenen Staat enden.   

Öcalan verhandelt seit Monaten mit türkischen Vertretern. Ein Sprecher der AKP sagte nach den Anschlägen, seine Partei werde nicht einknicken. "Solche Turbulenzen können uns von unserem Weg nicht abbringen."    

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • TDU
    • 20. März 2013 10:59 Uhr

    Mal wieder so ne Art"Warnstreik", um zu zeigen wie stark man ist, falls die Verursacher einer Gruppe der Verhandlungsrunde angehören.? Kein taugliches Mittel zum Frieden, falls dem so wäre.

    • Oakham
    • 20. März 2013 17:09 Uhr

    die Verhandlungen mit dem PKK-Chef Abdullah Öcalan zu desavouieren. Und wer hat wohl daran Interesse? Die offizielle Türkei selbst, die bei einem Frieden mit der PKK einen inneren Feind verliert. Und dann kommen die bisher in diesem Land überdeckten Spannungen zum Vorschein? Oder die PKK selbst, die ihr Ziel verlieren könnte?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, tst
  • Schlagworte Abdullah Öcalan | Justizministerium | PKK | AKP | Gebäude | Innenminister
Service