ArgentinienEx-Diktator Bignone zu lebenslanger Haft verurteilt

Er ist für Verschleppungen, Folterungen und für das Verschwinden von Menschen verantwortlich. Argentiniens Diktator Bignone wurde erneut zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der frühere Militärdiktator Reynaldo Bignone während des Gerichtsprozesses in Buenos Aires

Der frühere Militärdiktator Reynaldo Bignone während des Gerichtsprozesses in Buenos Aires

Der letzte argentinische Diktator, Reynaldo Bignone, ist wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Buenos Aires befand den ehemaligen General für schuldig, für Verschleppungen, Folterungen und das Verschwinden von Menschen in 20 Fällen in der Militärgarnison Campo de Mayo in einem Vorort von Buenos Aires verantwortlich zu sein.

Zu den Opfern zählten sieben schwangere Frauen, die ihre Kinder in illegaler Haft gebaren. Mit Bignone wurden weitere vier Militärs zu lebenslanger Haft und sechs Angeklagte zu Strafen von 12 bis 25 Jahren verurteilt.

Anzeige

Bignone war bereits 2011 in einem anderen Prozess zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er war bis 1980 Kommandeur des illegalen Haftlagers in Campo de Mayo. Von 1982 an, nach der argentinischen Niederlage im Krieg gegen Großbritannien um die Falklandinseln, führte er als Präsident den Übergang zu den Wahlen von 1983, mit denen die Demokratie wieder eingeführt wurde.

Während der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bis zu 30.000 Menschen verschleppt und umgebracht worden.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service