Korruption : De Gregorio gibt Bestechung durch Berlusconi zu

Der Politiker Sergio de Gregorio hat gestanden: Er habe von Berlusconi drei Millionen Euro bekommen. Dafür musste er unter anderem das politische Lager wechseln.
Silvio Berlusconi und Sergio de Gregorio (r.) 2008 © Mario Laporta/AFP/Getty Images

Der einstige Mitte-Links-Politiker Sergio de Gregorio hat eingestanden, für seinen Wechsel ins Lager des früheren Oppositionspolitikers Silvio Berlusconi Geld genommen zu haben. Über Berlusconis damalige Partei Forza Italia habe er insgesamt drei Millionen Euro erhalten, sagte Gregorio der Zeitung La Repubblica. Berlusconi habe ihn für einen Wechsel in sein politisches Lager bezahlt.

Ziel der Aktion war, die Regierung von Romani Prodi zu stürzen, was letztlich auch gelang: 2006 hatte die Mitte-Links-Koalition unter Prodi, zu der auch Gregorio gehörte, die Wahl noch gewonnen. Gregorio wurde Chef des Verteidigungsausschusses. Monate später wechselte er ins Oppositionslager zu Berlusconi. Das trug dazu bei, dass die Regierung 2008 zusammenbrach. Aus der darauf folgenden Wahl ging Berlusconi mit Abstand als Sieger hervor.

Von Juli 2006 bis März 2008 ließen Berlusconis Leute Gregorio drei Millionen Euro zukommen. Zwei Millionen habe er schwarz erhalten, eine dritte auf legalem Wege als "Unterstützung meiner Bewegung", zitiert die Zeitung Gregorio. Er wolle die Annahme des Geldes nicht rechtfertigen, sagte er. Er hätte "Schulden bis zum Hals" gehabt.

Berlusconi ruft zum Protest gegen die Justiz

Berlusconi warf den Richtern vor, Gregorio zu einer Falschaussage gedrängt zu haben. Ein Teil der Richterschaft nutze die Justiz, um politische Gegner mundtot zu machen, sagte er. Er rief seine Anhänger auf, gegen die Justiz öffentlich zu protestieren. 

Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis war bei der Parlamentswahl vor wenigen Tagen zweitstärkste Kraft geworden. Wahlsieger Pier Luigi Bersani und sein Mitte-Links-Bündnis haben bereits ausgeschlossen, mit Berlusconi zusammenzuarbeiten.

Berlusconi stand schon mehrfach vor Gericht. Verurteilt wurde er jedoch bisher nur wegen Steuerbetrugs. Er ging dagegen in Berufung, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Derzeit muss er sich wegen seiner Kontakte zu einer minderjährigen Prostituierten verantworten. Hinzu kommen ein Verfahren wegen möglichen Bruchs des Amtsgeheimnisses und des Steuerbetrug-Verdachts durch seinen Medienkonzern Mediaset.

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Kommentare

41 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Traurig wenn Sie mich nicht verstehen !

Die Deutschen sind nicht die Wächter Ihrer "Europäischen Einheit", und auch nicht die die bestimmen was Italien zu wählen hat. Nur weil es der Deutsche nicht versteht heißt doch noch lange nicht, Italiener kritisieren bzw. beleidigen zu dürfen. Und ich hoffe wirklich, dass sich nicht noch weitere Italiener kaufen lassen. In meinem Land hat man den Glauben schon aufgegeben. Allerdings ist Italien ein ganz anderes Kaliber, und bin zuversichtlich, dass die Italiener die richtige Entscheidung treffen werden!

Privatwirtschaftlich gewendet...

...weil das merkwürdigerweise noch am verständlichsten für die meisten ist: Nehmen wir an, Sie hätten einen Rechtsstreit und beauftragen einen Anwalt, Sie zu vertreten. Aus irgendeinem Grund geht ein relativ sicherer Prozeß verloren. Später finden Sie heraus, daß der Anwalt von der Gegenseite gekauft war und deswegen den Prozeß verloren hat. Der Anwalt rechtfertigt sich mit "Ich hatte Schulden bis an den Hals", die Gegenseite fordert wegen übler Nachrede Ihre Nachbarn auf, vor Ihrem Haus Radau zu machen.

machen wir uns doch nichts vor ....

Meinen Sie wirklich, Hampelmänner wie Samara, Rajoy, Monti usw. sind vom Volk gewählt worden ? "lach"
Alles Püppchen die vom Norden kontrolliert wurden/werden.!
Aber sich in einem Land zu unterhalten, wonach 87% wieder die gleiche Regierung wählen würden, ist Zeitverschwendung.
Wie Grillo schon sagte, der 3. Weltkrieg ist im vollem Gange !
Es macht mir ehrlich gesagt Angst !