WikiLeaks: Manning bekennt sich teilweise schuldig
US-Soldat Bradley Manning hat gestanden, geheime Dokumente an WikiLeaks weitergegeben zu haben. Sein Ziel sei eine Debatte über die US-Außenpolitik gewesen.
© Mark Wilson/Getty Images

Bradley Manning bei seiner Anhörung in Fort Meade, Maryland
Der wegen Geheimnisverrats angeklagte US-Soldat Bradley Manning hat zugegeben, Hunderttausende Dokumente der Enthüllungsplattform Wikileaks gegeben zu haben. Er habe damit eine öffentliche Debatte über die amerikanische Diplomatie und Verteidigungspolitik auslösen wollen. Das sagte der 25-Jährige bei einer Anhörung vor dem Militärgericht in Fort Meade, Maryland. Manning las eine lange Erklärung vor, um die Beweggründe für seine Taten zu erklären. Er habe den Vereinigten Staaten nicht schaden wollen.
Dem ehemaligen Geheimdienst-Analysten der US-Armee wird vorgeworfen, während seiner Stationierung im Irak Wikileaks mit 700.000 größtenteils geheimen Dokumenten versorgt zu haben. Darunter waren sowohl Videos von Luftangriffen im Irak und in Afghanistan, auf denen das Militär Zivilisten tötete, als auch Berichte über Gefangene in Guantánamo und rund eine Viertelmillion Depeschen von amerikanischen Diplomaten.
"Ich glaubte, die Depeschen würden uns nicht schaden, aber sie würden peinlich sein", sagte Manning. Zuvor hatte er sich in zehn weniger schweren von 22 Anklagepunkten schuldig bekannt. Auf die schwerwiegendste Anschuldigung, "den Feind unterstützt" zu haben, ging er nicht ein. Manning sagte auch, er habe seine Informationen der New York Times und der Washington Post angeboten, bevor er sie Wikileaks gab.
Mit dem Teilgeständnis hoffe Manning auf eine geringere Haftstrafe, sagten Beobachter. Die Richterin erkannte die Geständnisse an. Für jeden gestandenen Anklagepunkt drohen ihm etwa zwei Jahre Haft. Wegen der anderen, schwereren Vergehen könnte er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Die Ankläger kündigten an, sie wollte an ihren Punkten festhalten.
Eine Debatte über die Außenpolitik der USA
Die Anklage macht geltend, es gebe erdrückende Beweise, dass Manning "konstant, bewusst und methodisch" interne Dokumente aus regierungseigenen Computern gezogen und dann weitergegeben habe. US-Medien sprechen vom schwersten Fall von Geheimnisverrat in der amerikanischen Geschichte. Antikriegsaktivisten und Bürgerrechtler loben Manning jedoch für seine Taten.
Im Januar hatte der Soldat einen juristischen Erfolg erstritten. Die Militärrichterin hatte bestätigt, dass seine ursprünglichen Haftbedingungen im Militärgefängnis von Quantico im US-Bundesstaat Virginia nicht korrekt waren. Sie erließ ihm 112 Tage einer zukünftigen Haftstrafe.





Der Mann heißt Bradley Manning und nicht Bradley ManningS, oder?
Liebe(r) Arbraxan,
vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.
Beste Grüße vom Korrektorat
Liebe(r) Arbraxan,
vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.
Beste Grüße vom Korrektorat
finde ich eine dem Prozeß jetzt schon vorausgehende fast dreijährige Untersuchungshaft grundsätzlich als einem Rechtsstaat nicht zustehend.
Gibt es in den USA keine rechtliche Verpflichtung zum schnelleren, zeitnahen Beginn einer Gerichtsverhandlung; unabhängig auch davon, ob es sich um einen Militärprozeß handelt ?
"Gibt es in den USA keine rechtliche Verpflichtung zum schnelleren, zeitnahen Beginn einer Gerichtsverhandlung; unabhängig auch davon, ob es sich um einen Militärprozeß handelt ?"
- für gewöhnlich durchaus; wenn man aber erst einmal einen Tatbestand erfinden und dann noch ein Geständnis erfoltern muß, kann das alles ein wenig länger dauern...
Letztlich gibt es kaum ein relevantes rechtsstaatliches Prinzip, daß für diesen Fall nicht gebogen oder gebrochen wurde (vom Recht auf einen Anwalt über verhältnismäßige Dauer der Untersuchungshaft über die Tatsache, daß eine Tat nur dann eine Straftat sein kann, wenn es ein Gesetz beschreibt, Nichteinmischung der Politik, Ermöglichung einer ordentlichen Verteidigung; sogar die Menschenrechte wurden systematisch verletzt.
Vom Verlauf her würde man einen solchen Prozeß eher in Ländern wie Saudi-Arabien oder im Iran erwarten.
"Gibt es in den USA keine rechtliche Verpflichtung zum schnelleren, zeitnahen Beginn einer Gerichtsverhandlung; unabhängig auch davon, ob es sich um einen Militärprozeß handelt ?"
- für gewöhnlich durchaus; wenn man aber erst einmal einen Tatbestand erfinden und dann noch ein Geständnis erfoltern muß, kann das alles ein wenig länger dauern...
Letztlich gibt es kaum ein relevantes rechtsstaatliches Prinzip, daß für diesen Fall nicht gebogen oder gebrochen wurde (vom Recht auf einen Anwalt über verhältnismäßige Dauer der Untersuchungshaft über die Tatsache, daß eine Tat nur dann eine Straftat sein kann, wenn es ein Gesetz beschreibt, Nichteinmischung der Politik, Ermöglichung einer ordentlichen Verteidigung; sogar die Menschenrechte wurden systematisch verletzt.
Vom Verlauf her würde man einen solchen Prozeß eher in Ländern wie Saudi-Arabien oder im Iran erwarten.
Können wir diesen Freidenker nicht in Deutschland einbürgern. Er sollte direkt beim Verfassungsschutz arbeiten.
"Dem ehemaligen Geheimdienst-Analysten der US-Armee wird vorgeworfen, während seiner Stationierung im Irak Wikileaks mit 700.000 größtenteils geheimen Dokumenten versorgt zu haben. Darunter waren sowohl Videos von Luftangriffen im Irak und in Afghanistan, auf denen das Militär Zivilisten tötete, als auch Berichte über Gefangene in Guantánamo"
Sehr mutig, sehr verdienstvoll, diese Verbrechen aufgedeckt zu haben. Tatsache aber ist, dass die Hauptverantwortlichen für diese Kriegsverbrechen auf freiem Fuß sind, während der Überbringer der Botschaft verfolgt wird.
Und die Reaktion der Presse? Kaum ein Journalist, der für Manning Partei ergriffen hätte.
Selbst die Redaktion der ZEIT entlarvt sich selbst: „Manning bekennt sich teilweise schuldig“ muss ich lesen. Welche Schuld, wem gegenüber? Ich kann eher ein verdienstvolles Engagement Bradley Mannings erkennen, welches die Kreise der Kriegstreiber und Folterer durch die von ihm induzierte Reaktion der Öffentlichkeit gestört hat.
Er hat Geheimnisverrat begangen und auch zugegeben. Dass er eine Straftat begeht hat er als Geheimdienstanalyst doch gewusst.
Ich finde es gut, dass diese Geheimnisse verraten hat. Aber ich finde auch, dass er dafür bestraft gehört.
Das Schweigen derer die sich sonst so für 'Menschenrechte' einsetzen, ist in diesem Falle ohrenbetäubend.
Selbst die Redaktion der ZEIT entlarvt sich selbst: „Manning bekennt sich teilweise schuldig“ muss ich lesen. Welche Schuld, wem gegenüber? Ich kann eher ein verdienstvolles Engagement Bradley Mannings erkennen, welches die Kreise der Kriegstreiber und Folterer durch die von ihm induzierte Reaktion der Öffentlichkeit gestört hat.
Er hat Geheimnisverrat begangen und auch zugegeben. Dass er eine Straftat begeht hat er als Geheimdienstanalyst doch gewusst.
Ich finde es gut, dass diese Geheimnisse verraten hat. Aber ich finde auch, dass er dafür bestraft gehört.
Das Schweigen derer die sich sonst so für 'Menschenrechte' einsetzen, ist in diesem Falle ohrenbetäubend.
"Im Januar hatte der Soldat einen juristischen Erfolg erstritten. Die Militärrichterin hatte bestätigt, dass seine ursprünglichen Haftbedingungen im Militärgefängnis von Quantico, Virginia, nicht korrekt waren. Sie erließ ihm 112 Tage einer zukünftigen Haftstrafe."
Ja, zu welchem anderen Urteil hätte die Richterin auch kommen können? Für jahrelange Haft unter unmenschlichen Bedingungen ohne Gerichtsurteil für die sich sogar Amnesty International interessierte?
http://www.amnesty.de/201...
112 Tage Erlass für zukünftige Haftstrafen (die wahrscheinlich sowieso seine Lebenszeit übersteigen werden) zu bekommen, soll da ein Erfolg sein?
echter amerikanischer Held !
Nicht diejenigen welche, die gefeiert werden weil sie im sicheren Heli sitzend und lachend mit einer 50er Maschinenkanone, einen Menschenpulk im wahrsten Sinne des Wortes "zerschießen" und dann auf Schwerverletzte noch mal anlegen.
Für solch ein Vorgehen schämen sich auch meine amerikanischen Kumpels, gerade weil sie ihre Soldaten so sehr Bewundern und zurecht Stolz auf sie sind, rüttelt so ein Vorgehen an ihrem Bild.
Ihre "Hero`s in Action" sind eigentlich immmer die Guten, die den Schwachen die Hand reichen.
Ihre amerikanischen Kumpels glauben also auch an den GI als guten Held, der den Schwachen die Hand reicht. Das ist ja sehr herzig und auch im Sinne der Regierung - de facto ist das amerikanische Milität aber doch nur eine Söldnertruppe die Angst und Schrecken in Ländern mit reichen Bodenschätzen verbreitet.
Einen Geheimdienst-Analysten, der vielleicht aus Frust, vielleicht auch Geltungssucht oder Schadenfreude (wir wissen es nicht!) seinen Arbeitgeber in ein riesen Schlammassel geritten hat, jetzt als großen Humanisten hochzustilisieren, ist absolut fehl am Platz!
Ihre amerikanischen Kumpels glauben also auch an den GI als guten Held, der den Schwachen die Hand reicht. Das ist ja sehr herzig und auch im Sinne der Regierung - de facto ist das amerikanische Milität aber doch nur eine Söldnertruppe die Angst und Schrecken in Ländern mit reichen Bodenschätzen verbreitet.
Einen Geheimdienst-Analysten, der vielleicht aus Frust, vielleicht auch Geltungssucht oder Schadenfreude (wir wissen es nicht!) seinen Arbeitgeber in ein riesen Schlammassel geritten hat, jetzt als großen Humanisten hochzustilisieren, ist absolut fehl am Platz!
... schlimm finde ich nur das ein Rechtsstaat sich der Wahrheit nicht stellen will. Bradley Manning hat Wikileaks die Dokumente ja ganz offensichtlich nicht aus finanziellen Beweggründen zur Verfügung gestellt, sondern weil er selbst (zu Recht) der Meinung war das die Öffentlichkeit sehen sollte was wirklich im Irak oder in Afghanistan passiert.
Die Presse hat sich ja mitunter als "Embedded Journalists" einwickeln lassen, was der Objektivität der Berichterstattung sicher nicht zuträglich war. Außerdem ist wohl davon auszugehen das dort auch nur gezeigt wurde was vorab durch den Stab genehmigt worden ist.
Krieg ist eine schmutzige Sache, das weiß inzwischen wohl jeder, auch ohne einen Film wie "Zero Dark Thirty", ich denke aber das sich ein demokratischer Rechtsstaat, auch wenn es manchmal fürchterlich weh tut, seinen Verfehlungen stellen muss.
Wenn ich dann allerdings überlege das manche Kommentatoren und Politiker in den USA für Manning als auch für Assange öffentlich eine gezielte Tötung gefordert haben, dann ist es wohl stellenweise noch sehr weit hin mit der Bewältigung der eigenen Verfehlungen.
In Deutschland ist man übrigens keinen Deut besser, nach der "Kunduz-Äffäre" wie man den Tod von 142 afghanischen Zivilisten hierzulande nennt, gab es einen kurzen Moment der Aufregung bevor man auch diesen Sachverhalt unter "Kollateralschäden" abgelegt hat.
Die Frage ist doch, wieviel "Kollateralschäden" können wir uns noch erlauben bevor das Kartenhaus zusammenbricht?
der seinerzeit die sog. "Pentagon Papers" veröffentlichte,nennt Manning auch einen Helden :
http://www.huffingtonpost...
Die Angst der USA vor der Wahrheit ist es ,
die Menschen wie Manning und Assange in
Unfreiheit enden läßt.
ist inzwischen ein Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung und die damaligen Vorgänge sind gut dokumentiert. Daniel Ellsberg war nur deswegen in der Lage, diese Dokumente zu kopieren, weil er selbst Zugang zu diesen hatte - also eine besondere Sicherheitseinstufung besaß.
Über Bradley Manning wissen wir lediglich, er hat keinen besonders hohen Rang in der Hierarchie des Militärs und verfügt (wohl) auch nicht über eine spezielle Ausbildung in Sachen IT-Sicherheit. Bei allem was bislang bekannt wurde stellt sich die Frage: wie kann denn so ein "Nobody" sich Zugang zu solch sensiblen Informationen verschaffen? Kann es sein, dass die führende Weltmacht es versäumt hat, für ihre internen Computernetzwerke ausreichende Sicherheitsvorkehrungen (Zugangsbeschränkungen) zu etablieren? Kann es sein, Bradley Manning ist lediglich so eine Art "Bauernopfer", damit niemand allzu unangenehme Fragen beantworten muss, weshalb Informationen die die USA selbst als derart sensibel einschätzen, offensichtlich unzureichend gegen nicht-autorisierten Zugriff geschützt wurden?
ist inzwischen ein Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung und die damaligen Vorgänge sind gut dokumentiert. Daniel Ellsberg war nur deswegen in der Lage, diese Dokumente zu kopieren, weil er selbst Zugang zu diesen hatte - also eine besondere Sicherheitseinstufung besaß.
Über Bradley Manning wissen wir lediglich, er hat keinen besonders hohen Rang in der Hierarchie des Militärs und verfügt (wohl) auch nicht über eine spezielle Ausbildung in Sachen IT-Sicherheit. Bei allem was bislang bekannt wurde stellt sich die Frage: wie kann denn so ein "Nobody" sich Zugang zu solch sensiblen Informationen verschaffen? Kann es sein, dass die führende Weltmacht es versäumt hat, für ihre internen Computernetzwerke ausreichende Sicherheitsvorkehrungen (Zugangsbeschränkungen) zu etablieren? Kann es sein, Bradley Manning ist lediglich so eine Art "Bauernopfer", damit niemand allzu unangenehme Fragen beantworten muss, weshalb Informationen die die USA selbst als derart sensibel einschätzen, offensichtlich unzureichend gegen nicht-autorisierten Zugriff geschützt wurden?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren