Isaf-EinsatzBundeswehr kehrt in afghanische Krisenregion zurück

Eigentlich hatten sich die Deutschen aus Badachstan in Afghanistan verabschiedet. Wegen der ernsten Sicherheitslage wird die Bundeswehr in die Grenzregion zurückbeordert.

Bundeswehrsoldaten fahren Patrouille in der Provinz Badachschan im Nordosten Afghanistans (Archivbild von 2010).

Bundeswehrsoldaten fahren Patrouille in der Provinz Badachschan im Nordosten Afghanistans (Archivbild von 2010).

Die Bundeswehr schickt ein halbes Jahr nach der Schließung ihres Feldlagers Faisabad wieder Soldaten in die nordafghanische Provinz Badachschan. Seit einigen Tagen seien dort Bundeswehr-Angehörige im Einsatz, berichtet die Welt am Sonntag. Die Verbindungsoffiziere seien zur Unterstützung der afghanischen Streitkräfte entsendet worden.

Der Kommandeur des Isaf-Regionalkommandos Nord, Generalmajor Jörg Vollmer, bezeichnete die Situation in Badachschan gegenüber der Zeitung als "sehr ernst". Die Sicherheitslage sei für die afghanischen Sicherheitskräfte eine Herausforderung: Es gebe Gefechte mit verschiedenen Gruppen. Grund dafür seien vermutlich die vielen Schmuggelrouten, die im Grenzgebiet zu Tadschikistan, China und Pakistan lägen.

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"Immer dann, wenn die afghanische Polizei beginnt, Recht und Ordnung erfolgreich durchzusetzen, gehen diejenigen, die sich in ihren illegalen Geschäften gestört fühlen, gegen die einheimischen Sicherheitskräfte vor", sagte Vollmer. Solche Konflikte könnten die Afghanen zwar grundsätzlich allein lösen, "diesmal haben sie aber um Unterstützung gebeten". Die örtlichen Sicherheitskräfte bräuchten Drohnen und Hubschrauber zum Transport von Verwundeten. Die Bundeswehr-Offiziere vor Ort sollten nun die Unterstützung durch die ISAF-Truppen koordinieren.

Feldlager seit Oktober geräumt

Anfang März hatten Aufständische in der Region eine Einheit afghanischer Soldaten in einen Hinterhalt gelockt und 17 von ihnen getötet. Vor einer Woche wurde dort ein deutscher Entwicklungshelfer entführt, der aber von afghanischen Polizisten unversehrt befreit werden konnte. Seit Wochen kämpfen afghanische Sicherheitskräfte gegen kriminelle Gruppen in dem Distrikt Warduj, einer Gebirgsregion am östlichsten Zipfel Afghanistans.

Die Provinz Badachschan galt lange als eine der ruhigsten in Afghanistan. In der Hauptstadt Faisabad, rund 40 Kilometer von Warduj entfernt, hatte die Bundeswehr im Oktober 2012 ihr Feldlager verlassen und der afghanischen Polizei übergeben.

 
Leser-Kommentare
  1. ist es Zeit zur Einsicht, dass man verloren hat.

    Afghanistan den Afghanen!

    Dieses Volk muss selbst entscheiden, von wem und wie es regiert werden möchte.

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    Antwort auf "Die Freiheit "
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    "Dieses Volk muss selbst entscheiden, von wem und wie es regiert werden möchte."
    Dem kann man nur zustimmen - nur wie soll es sich einen Willen bilden und eine Entscheidungsfreiheit in Anspruch nehmen können, wenn nach Abzug der Einen die extremistischen Anderen wieder von ihren Bergen herabsteigen, und die Bevölkerung unter ihr fundamentalistisches Joch zwingen?

    "Dieses Volk muss selbst entscheiden, von wem und wie es regiert werden möchte."
    Dem kann man nur zustimmen - nur wie soll es sich einen Willen bilden und eine Entscheidungsfreiheit in Anspruch nehmen können, wenn nach Abzug der Einen die extremistischen Anderen wieder von ihren Bergen herabsteigen, und die Bevölkerung unter ihr fundamentalistisches Joch zwingen?

  2. ... nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass genau das, was in den letzten Monaten in dieser einzelnen Region nach dem Rückzug der Bundeswehr geschehen ist, über kurz oder lang auch genauso in den anderen Teilen des Landes geschehen wird, wenn der Großteil der NATO-Truppen abgezogen wurde:
    Militante Gruppen werden mit der Zentralregierung um die Vorherrschaft kämpfen und das Land wird allmählich wieder in dem Bürgerkriegszustand versinken, in dem es vor 2001 schon war. Ganz so, als sei die NATO nie dagewesen.
    Leider war das aber schon seit Jahren so abzusehen, dass dieser Krieg nicht endgültig zu gewinnen ist.

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    ... versinken im Chaos. Afghanistan, Pakistan, Syrien, Lebanon, Lybien, Egypten, Tunesien, Mali, Somalia, ... welche noch? Könnte es sein, dass alle diese Länder ein gemeinsames Problem haben?

    ... versinken im Chaos. Afghanistan, Pakistan, Syrien, Lebanon, Lybien, Egypten, Tunesien, Mali, Somalia, ... welche noch? Könnte es sein, dass alle diese Länder ein gemeinsames Problem haben?

  3. "Dieses Volk muss selbst entscheiden, von wem und wie es regiert werden möchte."
    Dem kann man nur zustimmen - nur wie soll es sich einen Willen bilden und eine Entscheidungsfreiheit in Anspruch nehmen können, wenn nach Abzug der Einen die extremistischen Anderen wieder von ihren Bergen herabsteigen, und die Bevölkerung unter ihr fundamentalistisches Joch zwingen?

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    sich durchsetzen lässt, müssen wir das hinnehmen.

    Man könnte sich in Russland, China, Nordkorea, Birma oder sonst wo eine bessere Regierung vorstellen.

    Aber das muss jedes Volk mit sich selbst ausmachen und ohne unsere Bundeswehr.

    Auch die europäischen Völker mussten da durch.

    sich durchsetzen lässt, müssen wir das hinnehmen.

    Man könnte sich in Russland, China, Nordkorea, Birma oder sonst wo eine bessere Regierung vorstellen.

    Aber das muss jedes Volk mit sich selbst ausmachen und ohne unsere Bundeswehr.

    Auch die europäischen Völker mussten da durch.

  4. sich durchsetzen lässt, müssen wir das hinnehmen.

    Man könnte sich in Russland, China, Nordkorea, Birma oder sonst wo eine bessere Regierung vorstellen.

    Aber das muss jedes Volk mit sich selbst ausmachen und ohne unsere Bundeswehr.

    Auch die europäischen Völker mussten da durch.

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    • 15thMD
    • 31.03.2013 um 21:53 Uhr

    "Auch die europäischen Völker mussten da durch."

    Sicher?

    https://de.wikipedia.org/...

    Ich will hier keine kruden Hitlervergleiche anstreben, aber anmerken, dass beständige Demokratie leider selten von selbst kommt (siehe auch Ägypten).

    Es ist im westlichen Interesse (Drogenpolitik, Öl, Israel, etc.), dass Afghanistan nicht auseinanderfällt und dennoch von einer gemäßigten Regierung geführt wird.

    Ob im Moment in im Nahen Osten die richtige Politik gemacht wird, ist natürlich fraglich. Aber in jedem Fall ist sie diplomatisch der einfachste Weg.

    "Wenn das Volk eben die extremistischen Anderen sich durchsetzen lässt, müssen wir das hinnehmen."
    Nur setzen die sich nicht mit friedlichen Mitteln durch. Mit der Logik könnte man auch gleich sagen 'Die haben ja zehn Jahre lang zugelassen, dass westliche Truppen ihre Belange verhandelten - dann steht deren Werte-Hegemonie nichts mehr im Wege.'
    Eine schnelle Hinführung zur völligen Entscheidungsfreiheit dort ist Utopie!
    Entweder hält der Westen seine gesellschaftlichen Werte für das dortige Volk in Hinsicht auf Wahrung der Menschenrechte für das Beste was den Menschen dort zur jetzigen Zeit unter den gegebenen Umständen passieren kann, bleibt dort präsent und führt die dortige Gesellschaft langsam zu eigener Freiheit, oder man lässt Afghanistan erneut Opfer von 'Stammes- und Gotteskriegern mit Drogendealer-Mentalität' werden.
    Ihrem Einwand, Europa habe 'da' auch durch gemusst, möchte ich entgegnen: Auch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts musste der 'Wertekanon' einer Gesellschaft mitten in Europa von außen korrigiert werden und ihre Entwicklung wurde von an lange Zeit kontrolliert. Zum Glück hat da keiner gesagt, die Deutschen müssten 'da selbst durch'.

    • 15thMD
    • 31.03.2013 um 21:53 Uhr

    "Auch die europäischen Völker mussten da durch."

    Sicher?

    https://de.wikipedia.org/...

    Ich will hier keine kruden Hitlervergleiche anstreben, aber anmerken, dass beständige Demokratie leider selten von selbst kommt (siehe auch Ägypten).

    Es ist im westlichen Interesse (Drogenpolitik, Öl, Israel, etc.), dass Afghanistan nicht auseinanderfällt und dennoch von einer gemäßigten Regierung geführt wird.

    Ob im Moment in im Nahen Osten die richtige Politik gemacht wird, ist natürlich fraglich. Aber in jedem Fall ist sie diplomatisch der einfachste Weg.

    "Wenn das Volk eben die extremistischen Anderen sich durchsetzen lässt, müssen wir das hinnehmen."
    Nur setzen die sich nicht mit friedlichen Mitteln durch. Mit der Logik könnte man auch gleich sagen 'Die haben ja zehn Jahre lang zugelassen, dass westliche Truppen ihre Belange verhandelten - dann steht deren Werte-Hegemonie nichts mehr im Wege.'
    Eine schnelle Hinführung zur völligen Entscheidungsfreiheit dort ist Utopie!
    Entweder hält der Westen seine gesellschaftlichen Werte für das dortige Volk in Hinsicht auf Wahrung der Menschenrechte für das Beste was den Menschen dort zur jetzigen Zeit unter den gegebenen Umständen passieren kann, bleibt dort präsent und führt die dortige Gesellschaft langsam zu eigener Freiheit, oder man lässt Afghanistan erneut Opfer von 'Stammes- und Gotteskriegern mit Drogendealer-Mentalität' werden.
    Ihrem Einwand, Europa habe 'da' auch durch gemusst, möchte ich entgegnen: Auch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts musste der 'Wertekanon' einer Gesellschaft mitten in Europa von außen korrigiert werden und ihre Entwicklung wurde von an lange Zeit kontrolliert. Zum Glück hat da keiner gesagt, die Deutschen müssten 'da selbst durch'.

  5. ... versinken im Chaos. Afghanistan, Pakistan, Syrien, Lebanon, Lybien, Egypten, Tunesien, Mali, Somalia, ... welche noch? Könnte es sein, dass alle diese Länder ein gemeinsames Problem haben?

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    • 15thMD
    • 31.03.2013 um 21:57 Uhr

    Gucken Sie doch nur mal in die europäische Geschichte (70 Jahre Frieden in Europa werden gefeiert.). Der Unterschied ist nur, dass es zu der entsprechenden Zeit keine Atombomben und andere Massenvernichtungswaffen gab. Das macht die Situation heute so haarig.

    • 15thMD
    • 31.03.2013 um 21:57 Uhr

    Gucken Sie doch nur mal in die europäische Geschichte (70 Jahre Frieden in Europa werden gefeiert.). Der Unterschied ist nur, dass es zu der entsprechenden Zeit keine Atombomben und andere Massenvernichtungswaffen gab. Das macht die Situation heute so haarig.

    • 15thMD
    • 31.03.2013 um 21:43 Uhr

    Spätestens seit dem 19. Jh sind die Afghanen für ihren Staat nicht mehr selbst verantwortlich. Das ganze ist nicht so einfach, wie es sich viele machen.

    Erst wird 10 Jahre dort eine neue Ordnung aufgebaut, um sie jetzt wegen politischem Druck aufs Spiel zu setzen? Das finde ich gegenüber den Soldaten respektlos, die dort ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben/es dort gelassen haben. Wenn man Afghanistan als Staat behalten will (Das ist sicherlich nicht im Interesse der heimischen Völker, aber im westlichen.), dann muss man ihn eben entsprechend verteidigen. Die heimische Polizei bekommt das nunmal nicht hin.

    Es ist immer einfach über den Einsatz zu meckern, der zwar gegebenenfalls unsinnig, aber nicht mehr rückgängig zu machen ist.
    Jetzt muss Deutschland auch durchziehen, was die SPD einst angefangen hat.

    Wenn die Bundeswehr sich jetzt zurückzieht, dann sind die Soldaten zwar zuhause, aber im Nahen Osten wird es wieder unruhig und Sie meckern über die gestiegenen Benzinpreise.

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    Antwort auf "Afghanistan "
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    Nicht einmal in einem so regional abgegrenztem Gebiet wie Afghanistan.

    Das hat man wider besseren Wissens angefangen und nach über 10 Jahren hat es sich gezeigt, dass es nicht möglich ist. Sind wir wirklich nicht lernfähig?

    Sind wir in Afghanistan wirklich erwünscht? Die Äußerungen und das Verhalten dessen Präsidenten sind da nicht so eindeutig.

    Wenn der Einsatz in Afghanistan mit den hier vorgetragenen Argumenten wirklich gerechtfertigt wäre, könnten wir mit den gleichen Gründen noch vielen Staaten "helfen". Wie wäre es zum Beispiel mit der Durchsetzung der Menschenrechte in Saudi-Arabien?

    Nicht einmal in einem so regional abgegrenztem Gebiet wie Afghanistan.

    Das hat man wider besseren Wissens angefangen und nach über 10 Jahren hat es sich gezeigt, dass es nicht möglich ist. Sind wir wirklich nicht lernfähig?

    Sind wir in Afghanistan wirklich erwünscht? Die Äußerungen und das Verhalten dessen Präsidenten sind da nicht so eindeutig.

    Wenn der Einsatz in Afghanistan mit den hier vorgetragenen Argumenten wirklich gerechtfertigt wäre, könnten wir mit den gleichen Gründen noch vielen Staaten "helfen". Wie wäre es zum Beispiel mit der Durchsetzung der Menschenrechte in Saudi-Arabien?

    • 15thMD
    • 31.03.2013 um 21:53 Uhr
    15. Hmm....

    "Auch die europäischen Völker mussten da durch."

    Sicher?

    https://de.wikipedia.org/...

    Ich will hier keine kruden Hitlervergleiche anstreben, aber anmerken, dass beständige Demokratie leider selten von selbst kommt (siehe auch Ägypten).

    Es ist im westlichen Interesse (Drogenpolitik, Öl, Israel, etc.), dass Afghanistan nicht auseinanderfällt und dennoch von einer gemäßigten Regierung geführt wird.

    Ob im Moment in im Nahen Osten die richtige Politik gemacht wird, ist natürlich fraglich. Aber in jedem Fall ist sie diplomatisch der einfachste Weg.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Ich habe von europäischen Ländern geredet und ausnahmsweise mal keinen Bezug auf die Nazizeit genommen.

    Alle übrigen europäischen Länder mussten sich die Demokratie und die Freiheit selbst erkämpfen. Die Deutschen im Übrigen auch. Die DDR wurde jedenfalls nicht durch Waffengewalt "befreit".

    Ich habe von europäischen Ländern geredet und ausnahmsweise mal keinen Bezug auf die Nazizeit genommen.

    Alle übrigen europäischen Länder mussten sich die Demokratie und die Freiheit selbst erkämpfen. Die Deutschen im Übrigen auch. Die DDR wurde jedenfalls nicht durch Waffengewalt "befreit".

    • 15thMD
    • 31.03.2013 um 21:57 Uhr

    Gucken Sie doch nur mal in die europäische Geschichte (70 Jahre Frieden in Europa werden gefeiert.). Der Unterschied ist nur, dass es zu der entsprechenden Zeit keine Atombomben und andere Massenvernichtungswaffen gab. Das macht die Situation heute so haarig.

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