Der neue chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hat eine langfristige Stärkung der Wirtschaft zur Hauptaufgabe seiner Regierung erklärt. "Die höchste Priorität wird sein, nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu gewährleisten", sagte Li Keqiang auf seiner ersten Pressekonferenz als Regierungschef in Peking.  

Dazu seien Wirtschafts-, Sozial- und Verwaltungsreformen notwendig. Die Kluft zwischen Reich und Arm müsse verringert und der Binnenkonsum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gestärkt werden. "Was der Markt tun kann, sollten wir dem Markt überlassen, und was die Gesellschaft gut leisten kann, sollten wir der Gesellschaft übergeben", sagte Li Keqiang.  

Li Keqiang versprach zudem, die Ausgaben für Politik und Verwaltung zu senken. Die Zahl derjenigen, die von der Regierung bezahlt werden, werde sinken, sagte er. Auch die Ausgaben für die Unterbringung von Amtsträgern, für Auslandsreisen und für Autos würden zurückgefahren. Li Keqiang kündigte zudem einen entschlossenen Kampf gegen Korruption und Umweltverschmutzung an.

Li Keqiang war am Freitag von den rund 3.000 Delegierten zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. Damit löste er Wen Jiabao ab, der nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Bereits am Donnerstag war der 59-jährige Xi Jinping zum Präsidenten und damit Nachfolger von Hu Jintao gewählt worden. Während Xi Jinping die chinesische Politik als oberste Führungskraft gestalten wird, führt Li Keqiang das Kabinett an und ist verantwortlich für die Umsetzung der Politik und die Überwachung des Wirtschaftskurses.