VolkskongressChina stockt Militärhaushalt deutlich auf

Die chinesische Regierung wird in diesem Jahr über 90 Milliarden Euro für das Militär ausgeben. Ein weiteres Ziel der Partei: ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent.

Mehr Geld für Chinas Militär

Mehr Geld für Chinas Militär

China will die Rüstungsausgaben in diesem Jahr noch einmal deutlich erhöhen. Gleichzeitig soll die Wirtschaft weiter wachsen: 7,5 Prozent sind das erklärte Ziel – und dafür müsse "hart gearbeitet" werden, sagte Regierungschef Wen Jiabao zum Auftakt der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses in Peking.

Demnach soll das Militärbudget 2013 um 10,7 Prozent auf 740,6 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 91,3 Milliarden Euro) wachsen. Erst im vergangenen Jahr hatte die Regierung die Ausgaben um 11,2 Prozent erhöht. Mehr Geld gibt es auch für die Sicherung nach innen: 769,1 Milliarden Yuan stellt die Regierung dafür zur Verfügung. Das ist eine Steigerung von 8,7 Prozent.

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Es ist der letzte Rechenschaftsbericht des 70-jährigen Premiers, der nach zehn Jahren aus dem Amt scheiden wird. Wen lobte darin die "strahlenden Erfolge" seines Landes – etwa die "Durchbrüche in der bemannten Raumfahrt", das Satelliten-Navigationssystem Beidou und die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2008.

Kritik an wirtschaftlicher Entwicklung

Besorgt äußerte er sich über die wirtschaftliche Entwicklung Chinas, die "unausgewogen, unkoordiniert und nicht aufrechtzuerhalten" sei. Das Wachstum habe seit 2008 durchschnittlich 9,3 Prozent im Jahr erreicht, lasse aber nach, während Überkapazitäten in der Produktion zunähmen. "Die tiefgehenden Auswirkungen der globalen Finanzkrise bestehen weiter und die Erholung der Weltwirtschaft ist voller Ungewissheit und steht noch nicht auf sicheren Füßen."

Die Vorgabe von 7,5 Prozent Wachstum dürfte nach Meinung von Experten wegen des Ausgabenprogramms übertroffen werden. Das Haushaltsdefizit soll 1,2 Billionen Yuan (147 Milliarden Euro) erreichen – 400 Milliarden Yuan mehr als im Vorjahr. Davon entfallen 850 Milliarden Yuan auf die Zentralregierung und 350 Milliarden auf Anleihen für Lokalregierungen.

Im Konsum liegt Chinas Potenzial

Der Anteil des Defizits an der Wirtschaftsleistung steigt damit auf zwei Prozent, was Wen Jiabao ein "insgesamt sicheres Niveau" nannte. Die Ausgaben sollen die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft ankurbeln und die nötige strukturelle Anpassung der Wirtschaft fördern. Den Verbrauch des Milliardenvolkes zu fördern, sei schwierig, aber auch der Schlüssel zur Erweiterung der heimischen Nachfrage. Im Konsum liege Chinas Potenzial.

Wen listete aber auch die vielen Probleme in China auf: So stiegen die Betriebskosten der Unternehmen. Ihre Innovationsfähigkeit sei schwach ausgeprägt. Die Einnahmen der Regierung legten langsamer zu während ihre festen Ausgaben stiegen. "Es gibt potenzielle Risiken im Finanzsektor." Die Industriestruktur sei unausgewogen

"Soziale Probleme haben deutlich zugenommen"

Die Wirtschaftsentwicklung laufe zunehmend dem Umweltschutz entgegen. Die Einkommensunterschiede sowie die Kluft zwischen Stadt und Land seien groß. "Soziale Probleme haben deutlich zugenommen", sagte Wen.

Der Nationale Volkskongress fungiert als Parlament. Auf dem zehntägigen Treffen sollen die auf dem Parteitag im November getroffenen Entscheidungen zum Machtwechsel bestätigt werden: Der Parteichef der Kommunisten, Xi Jinping, soll neuer Staatspräsident werden, Li Keqiang dürfte offiziell das Amt des Regierungschefs übernehmen.

 
Leser-Kommentare
  1. sodass der Wachstumsmotor Chinas weiter brummt.
    Zu schade, dass so viel Geld unnütz verbrannt wird, wenn das Ziel des Umweltschutzes nur kollektiv weltweit zu erreichen wäre.
    Die Chinesen lachen sich über uns sicherlich ins Fäustchen.
    Atomkraft...please . bring it back..das fällt mir dazu ein^^

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    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/kvk

    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/kvk

  2. 6 Tage vor dem Fukushima Jahrestag solch ein Kommentar. Ich bin tief beeindruckt!

    Chapeau...

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    Das Unglück hat nicht einen Toten (wegen Verstrahlung) gefordert. Reinste Panikmache, was hier vor einem Jahr berichtet wurde.
    Wieso wird in D nicht selbstkritisch wahrgenommen, dass Japan unter Shinzo Abe wieder voll auf Atomkraft setzt?

    Das Unglück hat nicht einen Toten (wegen Verstrahlung) gefordert. Reinste Panikmache, was hier vor einem Jahr berichtet wurde.
    Wieso wird in D nicht selbstkritisch wahrgenommen, dass Japan unter Shinzo Abe wieder voll auf Atomkraft setzt?

  3. was sind schon 90 mrd in vgl zu den 574 mrd der usa - und die haben eine million mann/frau weniger in der armee.

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    • siar1
    • 05.03.2013 um 8:09 Uhr

    Die Militärausgaben der USA beliefen sich 2012 auf knapp 740 Milliarden $. Das ist mehr als die 10 folgenden Staaten mit den höchsten Militärausgaben zusammen ausgeben, incl. China und Russland.
    Wenn man das auch noch Pro-Kopf der Bevölkerung umlegt, wird einem schwindelig.

    90 Milliarden gegenüber 711 Milliarden.
    Pro Kopf sind die chinesischen Militärausgaben etwas 3% der US-Ausgaben.

    • 可为
    • 06.03.2013 um 18:12 Uhr

    zwischen einer Angriffsarmee, die rund um den Globus verteilt steht und alle 2-3 Jahre weit vom Mutterland entfernt kämpft und versorgt werden muss - und einer Verteidigungsarmee, die hauptsächlich im eigenen Land steht, und nur für den Fall der Fälle da ist...

    • siar1
    • 05.03.2013 um 8:09 Uhr

    Die Militärausgaben der USA beliefen sich 2012 auf knapp 740 Milliarden $. Das ist mehr als die 10 folgenden Staaten mit den höchsten Militärausgaben zusammen ausgeben, incl. China und Russland.
    Wenn man das auch noch Pro-Kopf der Bevölkerung umlegt, wird einem schwindelig.

    90 Milliarden gegenüber 711 Milliarden.
    Pro Kopf sind die chinesischen Militärausgaben etwas 3% der US-Ausgaben.

    • 可为
    • 06.03.2013 um 18:12 Uhr

    zwischen einer Angriffsarmee, die rund um den Globus verteilt steht und alle 2-3 Jahre weit vom Mutterland entfernt kämpft und versorgt werden muss - und einer Verteidigungsarmee, die hauptsächlich im eigenen Land steht, und nur für den Fall der Fälle da ist...

    • siar1
    • 05.03.2013 um 8:09 Uhr

    Die Militärausgaben der USA beliefen sich 2012 auf knapp 740 Milliarden $. Das ist mehr als die 10 folgenden Staaten mit den höchsten Militärausgaben zusammen ausgeben, incl. China und Russland.
    Wenn man das auch noch Pro-Kopf der Bevölkerung umlegt, wird einem schwindelig.

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    Antwort auf "90 vs 574"
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    ...zumindest nicht wegen der US-Militärausgaben. Ihnen verdanken nämlich Europa und Deutschland ihre Existenz (im Angesicht der einstigen Bedrohung jenseits des Eisernen Vorhangs). Nur weil Amerika seinen Schutzschirm über Europa ausgebreitet hat, konnten die Deutschen sich ihren lächerlichen National-Pazifismus leisten.

    China sollte uns dagegen sehr wohl Sorgen machen.

    ...zumindest nicht wegen der US-Militärausgaben. Ihnen verdanken nämlich Europa und Deutschland ihre Existenz (im Angesicht der einstigen Bedrohung jenseits des Eisernen Vorhangs). Nur weil Amerika seinen Schutzschirm über Europa ausgebreitet hat, konnten die Deutschen sich ihren lächerlichen National-Pazifismus leisten.

    China sollte uns dagegen sehr wohl Sorgen machen.

  4. Bei den offiziellen Rüstungsausgaben Chinas handelt es sich natürlich nur um die Spitze des Eisbergs, in Wahrheit sind diese noch deutlich höher.

    Bei Vergleichen mit den USA sollte man zumindest berücksichtigen dass amerikanische Berufssoldaten das Vielfache eines chinesischen Soldaten verdienen.

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    > "Bei Vergleichen mit den USA sollte man zumindest berücksichtigen
    > dass amerikanische Berufssoldaten das Vielfache eines chinesischen
    > Soldaten verdienen."

    Wenn Sie jetzt noch Zahlen mitliefern würden, welchen Anteil denn Personalkosten ausmachen an den US-Militärhaushalten, könnte es ein überzeugendes Argument werde ...

    ... oder auch nicht.

    In der Army - dem bei weitem "personalintensivsten" Ableger - machen die Personalkosten zwar knapp über 35% aus. In anderen Bereichen, wie z.B. der Air Force, liegen sie deutlich unter 20%.

    In der Summe kommt man auf ca. 200 Mrd. US-$ für Personal - was eine Menge Holz ist: Nur: Die verbleibenden über 500 Mrd. US-$ stellen immer noch en fünf- bis sechsfaches des chinesischen Militärhaushalts dar.

    ...und in Wahrheit schießen die USA mit Menschenrechtskugeln und die Chinesen mit kommunistischen Diktaturmurmeln, die zudem vergiftet sind. So ist das!

    • siar1
    • 05.03.2013 um 9:04 Uhr

    2 bis 3 x höheren Ausgaben aus, was immer noch ein Bruchteil der Ausgaben der USA sind.
    Mir wäre es lieber, die USA würden die Ausgaben senken und die Chinesen sie nicht erhöhen.
    Wenn eine Macht in dem Bereich so dominant ist, fühlen sich die anderen genötigt aufzurüsten, um im Ernstfall gegenhalten zu können. Wer will sich schon einfach überrollen lassen.

    > "Bei Vergleichen mit den USA sollte man zumindest berücksichtigen
    > dass amerikanische Berufssoldaten das Vielfache eines chinesischen
    > Soldaten verdienen."

    Wenn Sie jetzt noch Zahlen mitliefern würden, welchen Anteil denn Personalkosten ausmachen an den US-Militärhaushalten, könnte es ein überzeugendes Argument werde ...

    ... oder auch nicht.

    In der Army - dem bei weitem "personalintensivsten" Ableger - machen die Personalkosten zwar knapp über 35% aus. In anderen Bereichen, wie z.B. der Air Force, liegen sie deutlich unter 20%.

    In der Summe kommt man auf ca. 200 Mrd. US-$ für Personal - was eine Menge Holz ist: Nur: Die verbleibenden über 500 Mrd. US-$ stellen immer noch en fünf- bis sechsfaches des chinesischen Militärhaushalts dar.

    ...und in Wahrheit schießen die USA mit Menschenrechtskugeln und die Chinesen mit kommunistischen Diktaturmurmeln, die zudem vergiftet sind. So ist das!

    • siar1
    • 05.03.2013 um 9:04 Uhr

    2 bis 3 x höheren Ausgaben aus, was immer noch ein Bruchteil der Ausgaben der USA sind.
    Mir wäre es lieber, die USA würden die Ausgaben senken und die Chinesen sie nicht erhöhen.
    Wenn eine Macht in dem Bereich so dominant ist, fühlen sich die anderen genötigt aufzurüsten, um im Ernstfall gegenhalten zu können. Wer will sich schon einfach überrollen lassen.

  5. > "Bei Vergleichen mit den USA sollte man zumindest berücksichtigen
    > dass amerikanische Berufssoldaten das Vielfache eines chinesischen
    > Soldaten verdienen."

    Wenn Sie jetzt noch Zahlen mitliefern würden, welchen Anteil denn Personalkosten ausmachen an den US-Militärhaushalten, könnte es ein überzeugendes Argument werde ...

    ... oder auch nicht.

    In der Army - dem bei weitem "personalintensivsten" Ableger - machen die Personalkosten zwar knapp über 35% aus. In anderen Bereichen, wie z.B. der Air Force, liegen sie deutlich unter 20%.

    In der Summe kommt man auf ca. 200 Mrd. US-$ für Personal - was eine Menge Holz ist: Nur: Die verbleibenden über 500 Mrd. US-$ stellen immer noch en fünf- bis sechsfaches des chinesischen Militärhaushalts dar.

    6 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Spitze des Eisbergs"
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    • TDU
    • 05.03.2013 um 9:27 Uhr

    Die USA halten die Seewege frei fürs benötigte chinesische Oel. Die könnten also Arbeitsteilung vereinbaren. (Ob die Welt damit gut bedient wäre, ist die zweite Frage).

    Was aber wenn die USA ausfällt, und China findet keinen Ersatz? Also ist die Folge der geplante Bau von Flugzeugträgern, um diese Aufgabe selbst erledigen zu können. Völlig vernünftig, wenn sich Sicherheit anders nicht erreichen lässt.

    Und wer meint, man könnte gleich morgen aufs Oel verzichten, wähnt sich in der Feudalzeit, als die Herrscher nur deswegen unberührt blieben, weil sie die Hugernden und Armen kurzerhand ihres Bedürfnisses nach Nahrung und Wärme entledigt haben. Aber nicht durch Zuwendungen.

    Ich verstehe also diese Aufrechnerei nicht. Dänemark zun Beispiel hat auch Militär. Ob da 50 oder 100.000,00 Soldaten sind. Wenn Deutschland und Fankreich beschliessen würden, sich das Land einzuverleiben, wärs egal.

    Also muss die Analyse der aufgewendeten Mittel fürs Militär auch das Verhältnis und Bedürfnis einbeziehen. Ist wie beim Geld. Mit Hartz IV in Burundi wäre man reich, hier ist man knapp über der Armutsgrenze.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche. Danke, die Redaktion/sam

    • TDU
    • 05.03.2013 um 9:27 Uhr

    Die USA halten die Seewege frei fürs benötigte chinesische Oel. Die könnten also Arbeitsteilung vereinbaren. (Ob die Welt damit gut bedient wäre, ist die zweite Frage).

    Was aber wenn die USA ausfällt, und China findet keinen Ersatz? Also ist die Folge der geplante Bau von Flugzeugträgern, um diese Aufgabe selbst erledigen zu können. Völlig vernünftig, wenn sich Sicherheit anders nicht erreichen lässt.

    Und wer meint, man könnte gleich morgen aufs Oel verzichten, wähnt sich in der Feudalzeit, als die Herrscher nur deswegen unberührt blieben, weil sie die Hugernden und Armen kurzerhand ihres Bedürfnisses nach Nahrung und Wärme entledigt haben. Aber nicht durch Zuwendungen.

    Ich verstehe also diese Aufrechnerei nicht. Dänemark zun Beispiel hat auch Militär. Ob da 50 oder 100.000,00 Soldaten sind. Wenn Deutschland und Fankreich beschliessen würden, sich das Land einzuverleiben, wärs egal.

    Also muss die Analyse der aufgewendeten Mittel fürs Militär auch das Verhältnis und Bedürfnis einbeziehen. Ist wie beim Geld. Mit Hartz IV in Burundi wäre man reich, hier ist man knapp über der Armutsgrenze.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche. Danke, die Redaktion/sam

    • TDU
    • 05.03.2013 um 8:48 Uhr

    Zit.: "Die Einkommensunterschiede sowie die Kluft zwischen Stadt und Land seien groß. "Soziale Probleme haben deutlich zugenommen", sagte Wen."

    Ist doch klar. Wenn vorher alle gleich wenig hatten und nur Bestimmte viel mehr haben, gibts soziale Probleme. Wenn alle gleich wenig haben, wirds halt nicht als soziales Problem angesehen. Insofern solte sich China halt anstrengen, da wo Armut ist, sie zu beseitigen. Ein Problem, welches auch der Westen hat.

    Die Notwendigkeit, im Machtkonzert mitspielen zu müssen spielen ist nun mal da, weil die Begehrlichkeiten der Anderen nun mal Realität sind. Traurig aber wahr, dass sich den großzügigen Verzicht oder die symbolische Darstellung nur die geschützten Kleinen leisten können.

    Auch wenn natürlich der Stolz auf Soldaten, Panzer und Raketen, die vor den Tribünen der Macht paradieren und rollen eine Rolle spielt.

    3 Leser-Empfehlungen
  6. 8. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk

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