Volksabstimmung : Bewohner der Falklandinseln wollen britisch bleiben

In einem Referendum haben die Bewohner der von Argentinien beanspruchten Inseln dafür gestimmt, auch künftig zu Großbritannien zu gehören. Es gab nur drei Nein-Stimmen.

Die Bewohner der Falklandinseln wollen weiterhin britisch bleiben. Dafür votierten 98,8 Prozent der Inselbewohner in einem Referendum, wie die Wahlkommission mitteilte. Es gab nur drei Nein-Stimmen. Von den 1.650 Wahlberechtigten nahmen 1.517, also etwa 92 Prozent, an der Volksbefragung teil.

Das von der lokalen Regierung ausgerufene Referendum hat keine bindende Wirkung für den Status der Inseln im Südatlantik, die auch von Argentinien beansprucht werden. Argentinien hatte bereits angekündigt, dass es das Ergebnis nicht akzeptieren werde.

Die Falklandinseln mit ihren 2.500 Bewohnern gehören geografisch zu Südamerika, sind aber ein britisches Überseegebiet mit innerer Autonomie. Seit 1833 erhebt Argentinien Anspruch auf die Inseln, Höhepunkt des Konflikts war der zehnwöchige Falklandkrieg im Jahr 1982. Damals hatte die argentinische Militärjunta die Inseln angegriffen. Der 74 Tage dauernde Krieg endete für Argentinien mit einer Niederlage.

Das Land hat den Streit mit Großbritannien um die Falklandinseln bereits vor die Vereinten Nationen gebracht.

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Kommentare

92 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

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"etwa eine Entscheidung eines von beiden anerkannten Schiedsgerichtshofs, nicht aufzuloesen. Genau daran haben die Briten aber kein interesse."

Eine solche Lösung wurde von Argentinien immer wieder abgelehnt. Hintergrund ist, das die historischen Begründungen auf beiden seiten dünn sind. Daher sind alle Vermittler immer wieder auf die Meinung der Bevölkerung zurück gekommen., sowie die gelebte Geschichte der letzten 200 Jahre. Ab dem Zeitpunkt brach Argentinien in der Regel die Gespräche ab.

"deren Souveraenitaet spater an Spanien abgetreten wurde, an dessen Stelle nach der Unabhaengigkeit Argentinien trat."

In dieser Abtretung werden die Falklandinseln gar nicht erwähnt. Nebenbei waren sie zu diesem Zeitpunkt bereits britisch besiedelt. Die kurze argentinische Besiedlung wurde von den USA auf Grund von Piraterie aufgelöst.

"Wie lange muss diese illegale Besatzung dauern? Ein Jahr? Fuenfzig Jahre? 200 Jahre?"

Ca. 1-2 Generationen. Danach werden es die meisten Gerichte für unverhältnismäßig erachten die Bevölkerung umzusiedeln. Das Völkerrecht ist nicht dafür da die Geschichte rückabzuwickeln.

Merkwuerdige Argumentation

Na ja, die zweifelhaften Behauptungen haben ja Sie aufgestellt - ohne Quellen zu nennen. Schon ein wenig merkwuerdig, wie Sie argumentieren.

Das deutschsprachige Standardwerk zum Thema stammt von Rudolf Dolzer, Direktor des Instituts fuer Volkerrecht an der Uni Bonn und heisst "Der voelkerrechtliche Status der Falkland-Inseln (Malwinen) im Wandel der Zeiten".
Eine Rezension, die die wichtigsten Punkte zusammenfasst, finden Sie u.a. hier: http://www.zaoerv.de/BA7B...

"die territoriale Souveraenitaet steht nach wie vor Argentinien zu".
"spaetestens mit der Aufgabe der Inseln durch die Englaender im Jahre 1774 jeder Souveraenitaetsanspruch zugunsten Spaniens erloschen war."

Auch sonst stimmt wenig von dem, was Sie in Ihrem beitrag behaupten mit den historischen Tatsachen ueberein.

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"Stimmt. Ist aber voelkerrechtlich irrelevant, wie Sie gerne in dem betreffenden Buch oder anderen Quellen im Detail nachlesen koennen."

Sie gaben ihren Anspruch nicht auf und das ist entscheidend. Er wurde auch von anderen Staaten anerkannt und auch Argentinien erhob ab 1849 keine Ansprüche mehr. Konkludentes Handeln nennt man das. Nebenbei 100 Jahre in denen die Briten durch die Besiedlung Tatsachen schuf

"Auch der Rest Ihres Beitrages beruht wohl auf falscher Interpretation relativ trivialer Tatsachen."
Dann fangen sie mal meine Aussagen zu wiederlegen. Bisher kam da ja nicht viel von ihnen.

In jeder Hinsicht irrig

"Sie gaben ihren Anspruch nicht auf und das ist entscheidend."

Ihre Auffassung ist in jeder Hinsicht irrig, wie ich Ihnen bereits sagte. Sie koennen es im Detail in der Quelle, die ich nannte, nachlesen.

Im uebrigen haben Sie es weiterhin klug vermieden, irgendwelche Quellen fuer Ihre eigenen Behauptungen anzugeben. Ihre Privatmeinung in allen Ehren, aber Sie sind offensichtlich auf diesem Rechtsgebiet Laie und weigern sich, die Literatur zu dem Thema zum Kenntnis zu nehmen, die zu anderen Ergebnissen kommt, als Sie in Ihrem "Privatgutachten".

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"Sie koennen es im Detail in der Quelle, die ich nannte, nachlesen."

Wenn der link überhaupt funktionieren würde könnte man das tun. Ansonsten ist das Buch nur in Unibibliotheken verfügbar und für den Aufwand ist mir das Thema nicht wichtig genug.
Wenn sie einen ordentlichen link haben können wir uns gerne darüber unterhalten. Sie können aber auch gerne direkt aus der Quelle zitieren.

Ansonsten erachte ich ihre Kommentare als inhaltslos, da sie ja anscheinend nicht mal in der Lage sind auf meine Argumente einzugehen.

Studie mit Scheuklappen?

"Das deutschsprachige Standardwerk zum Thema stammt von Rudolf Dolzer, Direktor des Instituts fuer Volkerrecht an der Uni Bonn und heisst "Der voelkerrechtliche Status der Falkland-Inseln (Malwinen) im Wandel der Zeiten".
Eine Rezension, die die wichtigsten Punkte zusammenfasst, finden Sie u.a. hier: http://www.zaoerv.de/BA7B..."

Das Werk scheint sich aber auch nur auf einen Ausschnitt der Problematik zu beziehen und keine wirkliche Handreichung für die Lösung des Problems zu sein. Mit einem ähnlichen theoretischen Analogschluss könnte man vermutlich auch einen nicht erloschenen Anspruch Deutschlands auf den Königsberger Oblast untermauern (abgesehen davon, dass solche Ansprüche 1990 endgültig zu den Akten gelegt wurden).

Auffällig ist die völlige Ignorierung der existierenden Bevölkerung (zumindest soweit es aus der Rezension hervorgeht). So könnte man dann die Vertreibung der Falkländer begründen, wenn 170 Jahre dauerhafte (Erst-)Besiedlung nichts zählen. Besiedlungshistorisch stehen die Argentinier nämlich auf tönernen Füßen, da sie außer eines Militärpostens und einer (saisonalen?) Fischereistation über eine knappe Dekade in den 1830ern keine dauerhafte Siedlung dort gegründet hatten.

Quelle genannt, daraus zitiert, was wollen Sie mehr?

"Wenn der link überhaupt funktionieren würde könnte man das tun. "

Tut mir leid, bei mir funktionierte der Link, aber ein freundlicher Forumteilnehmer hat ja bereits ausgeholfen.

"Ansonsten ist das Buch nur in Unibibliotheken verfügbar und für den Aufwand ist mir das Thema nicht wichtig genug."

Sie stellen Thesen ohne Quellenangabe in den Raum, verlangen aber von anderen, dass sie genau dies tun. Tut man es dann, sagen Sie ploetzlich, der Aufwand sei Ihnen zu viel...sehr aufschlussreich!

"Ansonsten erachte ich ihre Kommentare als inhaltslos, da sie ja anscheinend nicht mal in der Lage sind auf meine Argumente einzugehen."

Was wollen Sie eigentlich noch? Ich habe Sie auf einen Irrtum aufmerksam gemacht, eine Quelle genannt und woertlich daraus zitiert. Und das gibt Ihnen das Recht beleidigend zu werden? Wo sind denn Ihre Quellen? Sie behaupten eine Menge, was sich nicht ueberpruefen laesst oder schlicht falsch und unsinnig ist.

Vorschnelles Urteil

Von einer voelligen Ignorierung der Bevoelkerung in der betreffenden Studie kann keine Rede sein. Sie haben immerhin die Rezension gelesen, ich empfehle Ihnen aber einen Blick ins Buch, bevor Sie vorschnell und unbegruendet urteilen. Dass Sie gar von Scheuklappen ueber etwas urteilen, was Sie nicht im Detail kennen, ist nicht gerade redlich.

Ihre Analogieschlussargumentation kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt keine Analogie zum Oblast Koenigsberg, da die Rechtslage hier vollkommen verschieden ist.

Waren die Ironie/Sarkasmus-Tags nicht deutlich genug?

Ich hatte nur darauf hinweisen wollen, dass offensichtlich immer mit zweierlei Maß gemessen wird, je nachdem wer den Krieg gewonnen hat. Und in diesem Fall waren es die Argentinier, die (mehrfach) verloren haben. Nun versucht man über den Aufbau moralischen Drucks (die bösen Kolonialisten, die haben unser Land gestohlen und Siedler installiert) das zu erreichen, was sie auf politischem und militärischem Wege in 150 Jahren nicht geschafft haben.

Dabei werden die Rechte der Falkländer vollkommen mißachtet.

So völlig fremd ist die Theorie nicht.

Sehr viele Argentinier sind aus Spanien eingewandert und haben, teilweise über mehrere Generationen hinweg ihren spanischen Pass behalten. Zusätzlich zu dem argentinischen Pass. Damit sind dies alles "Spanier" und natürlich auch EU-Bürger mit allen Möglichkeiten der Zuwanderung. Als es Spanien noch besser ging haben eine ganze Reihe von arbeitslosen Argentiniern diese "Passlücke" genutzt und in Spanien gearbeitet.