Gaza-HilfsflotteIsrael entschuldigt sich bei der Türkei

Die Regierungen in Ankara und Jerusalem wollen ihre Beziehungen normalisieren. Dafür entschuldigte sich Israel für den Einsatz gegen eine Gaza-Hilfsflotte im Jahr 2010.

Das Schiff "Mavi Marmara", auf dem die neun türkischen Aktivisten gestorben sind

Das Schiff "Mavi Marmara", auf dem die neun türkischen Aktivisten gestorben sind  |  © Emrah Dalkaya/Reuters

Israel hat die Türkei um Verzeihung für den Tod von neun türkischen Staatsbürgern gebeten. Diese waren 2010 bei einer Hilfsaktion für Palästinenser erschossen worden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein türkischer Kollege Tayyip Erdoğan hätten in einem Telefongespräch die Normalisierung der Beziehungen beschlossen, teilte die israelische Regierung mit. Erdoğan habe die Entschuldigung akzeptiert.

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Die getöteten Aktivisten hatten an einer Hilfsaktion teilgenommen, bei der mehrere Schiffe versucht hatten, Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Israelische Spezialkräfte brachten die Schiffe auf. Bei dem Einsatz auf dem Kreuzfahrtschiff Mavi Marmara waren die Türken erschossen worden. Netanjahu sagte nun den Angehörigen der Opfer eine Entschädigung zu.

Der Vorfall hatte die – zuvor traditionell guten – Beziehungen zwischen der Türkei und Israel erheblich belastet. Die Regierung Erdoğan stellte sich seitdem im Nahost-Konflikt auf die Seite der Palästinenser.

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Leserkommentare
  1. Heute ist ein guter Tag!

    11 Leserempfehlungen
  2. doch. Ist doch schonmalein guter Anfang, Israel.
    Keep it up!

    7 Leserempfehlungen
  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte kommentieren Sie den Inhalt des Artikels und verzichten Sie auf Spekulationen. Die Redaktion/mak

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    aber wer spekuliert hier nicht, wenn es um Politik und deren Folgen geht?
    The Fly on the Wall ist hier keiner.

    • scoty
    • 22. März 2013 18:04 Uhr

    Danke Hr. Netanjahu.

    6 Leserempfehlungen
  4. die oben die Türkische Flagge sehen und sofort auf Erdogan und Türkei einprügeln,mit eingesperrte Journalisten bis in das Osmanische Reich die gute Tat zwei große Staatspräsidenten wieder schwarz malen versuchen,einfach weiterklicken....

    2 Leserempfehlungen
  5. hat man auf israelischer Seite eingesehen, dass die Aktion unverhältnismäßig und rechtswidrig war.

    6 Leserempfehlungen
  6. Ich bezweifle dass diese Entschuldigung wirklich Israels Selbstentscheidung ist. Könnte vermutlich mit dem Besuch von Obama in Israel zusammenhängen.

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    Entschuldigung ist Entschuldigung...

    Bin gespannt wie diese Normalisierung der Beziehungen vonstatten gehen soll. Netanjahu hat sogar Entschädigungszahlungen angekündigt.

    • fse69
    • 22. März 2013 18:31 Uhr

    Ganz sicher sogar.

    http://www.hurriyet.com.t...

    Demnach war Obama beim halbstündigen Telefonat sogar zugegen und hat ebenfalls mit Erdogan gesprochen. Die erste Verlautbarung ging bezeichnenderweise auch nicht von Israelis oder Türken sondern von Washington aus.

  7. steht ist, dass Netanjahu auch eine Entschädigung für die Hinterbliebenenfamilien angekündigt hat. Ich zweifle allerdings, dass Israel dieses Verhalten an den Tag gelegt hätte, wenn es sich bei den Toten um Syrer, Libanesen, Polen oder Thailänder gehandelt hätte. Es geht leider nicht um Recht oder Unrecht sondern allein um Macht. Die Türkei ist nun einmal eine Großmacht und da muss selbst ein Netanjahu den Canossagang antreten. Nicht einmal Israel kann es sich auf Dauer leisten, die Türkei zum Feind zu haben. Der Sultan hat von den Israelis eine offizielle Entschuldigung und Entschädigungszahlungen verlangt und nun hat er sie bekommen!

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    "[... ]Netanjahu sagte nun den Angehörigen der Opfer eine Entschädigung zu."

    • scoty
    • 22. März 2013 18:36 Uhr

    " Israel entschuldigt sich bei Ägypten "

    "20.08.2011 · Der israelische Verteidigungsminister Barak hat sich für den Tod ägyptischer Polizisten während eines Feuergefechts zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern entschuldigt. Zuvor hatte Kairo angekündigt, seinen Botschafter aus Israel abzuziehen"

    http://www.faz.net/aktuel...

    Werter Scholl-Latour Fan,

    Sie muessen sich schon entscheiden. Wenn Sie "Sultan" schreiben, dann bitte auch "Osmanisches Reich". Scholl-Latour, der eine uninformierte deutsche Oeffentlichkeit seit Jahrzehnten erfolgreich glauben machen laesst, ein Experte in allen Weltgegenden zu sein, dessen Buecher aber nur so vor haarstraeubenden Fehlern wimmeln, wuerde dann wohl zufrieden mit dem Kopf nicken.

    Ansonsten ist es nicht schlecht, wenn man die Artikel, die man kommentiert, auch vorher gelesen hat. Dann bleiben einem peinliche Ausrutscher wie der Ihrige in bezug auf die angeblich nicht im Artikel stehenden Entschaedigungszahlungen erspart.

    Uebrigens hatte einer der Erschossenen neben der tuerkischen auch die US-Staatsangehoerigkeit. Aber die USA sind vielleicht keine Grossmacht, wenn ich Ihrer Logik folge?! Oder habe ich nur den Canossagang Netanyahus in bezug auf die USA nicht mitbekommen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, rav
  • Schlagworte Israel | Benjamin Netanjahu | Türkei | Recep Tayyip Erdoğan | Beziehung | Hilfsaktion
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