WahlergebnisBersani in Italien mit Regierungsbildung beauftragt

Staatspräsident Napolitano hat den Chef des Mitte-Links-Bündnisses aufgefordert, Sondierungsgespräche aufzunehmen. Die Chancen für eine Regierungsbildung stehen schlecht.

Der Vorsitzende des Mitte-Links-Bündnisses in Italien, Pier Luigi Bersani

Der Vorsitzende des Mitte-Links-Bündnisses in Italien, Pier Luigi Bersani  |  © Vincenzo Pinto/AFP/Getty images

Der Mitte-Links-Politiker Pier Luigi Bersani soll die Bildung einer neuen Regierung für Italien prüfen. Staatspräsident Giorgio Napolitano beauftragte ihn, zu sondieren, ob er ein arbeitsfähiges Bündnis zusammenbringt. Bersani kündigte umgehende Gespräche mit anderen Parteien an.

Seit der Wahl herrscht in der Volksvertretung ein Patt. Die Linke um die sozialdemokratisch orientierte Demokratische Partei gewann zwar die absolute Mehrheit in der Abgeordnetenkammer, verfehlte sie aber im gleichberechtigten Senat.

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Das Mitte-Links-Bündnis liegt in der zweiten Kammer knapp vor dem Rechtsbündnis des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi. Drittstärkste Kraft ist die Protestbewegung des früheren Komikers Beppe Grillo, die aus dem Stand auf 25 Prozent kam.

Absprachen über Kernprojekte und Reformen

Bersani wird in den nächsten Tagen sondieren müssen, mit wem er zumindest Absprachen über einige Kernprojekte und Reformen wie etwa ein überarbeitetes Wahlgesetz treffen kann. Napolitano dürfte dann prüfen, ob Bersani die Mehrheit auch im Senat hinter sich hat.

Das dürfte in drei bis vier Tagen der Fall sein, wird in Rom spekuliert. Dann erst würde er Bersani definitiv beauftragen, sich als Premier mit einer Ministerriege im Parlament dem Vertrauensvotum zu stellen.

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Leserkommentare
    • Lefty
    • 22. März 2013 19:03 Uhr

    "In 3 oder 4 Tagen",nein,das wird nichts.Und wenn doch,dann wird es eine kurzlebendige Regierung.

  1. Wie kann man in so einer Situation 4 Wochen NICHTS TUN bevor man den Chef der stärksten Partei mit den Sondierungsgesprächen beauftragt.
    Die Regierung sollte schon längst stehen, sie wird gebraucht.
    Aber Rom scheint noch immer alle Zeit der Welt zu haben.
    Es ist einfach UNGLAUBLICH!

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    eine Regierung ist noch im Amt, die von Monti.

  2. wäre es die 70. Regierung nach dem 2.WK.
    Die Italiener sehen das aber sehr gelassen, die wissen was sie bekommen, egal wie sie wählen.

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    Nicht alle Italiener sind gleich. Rund 25% der Wähler setzt auf eine radikale Erneuerung, die das Movimento 5 Stelle verspricht. Das Movimento verdankt seinen Wahlerfolg dem Versprechen, sich nicht mit den bisherigen Parteien alter Schule zusammen zu tun. Das Eingehen einer Koalition würde ja die Existenzberechtigung in Frage stellen. Immer mehr Italiener wollen eine radikale Absage an alle bisherigen Parteien und wünschen eine Revolution ohne Blutvergießen. Sie sehen in PD, PDL und deren Satelliten - aber auch in deren Vorgängern und in Monti - die Verantwortlichen für das Jahrzehnte lange Polit- und Wirtschaftsdebakel des Landes.

  3. Nicht alle Italiener sind gleich. Rund 25% der Wähler setzt auf eine radikale Erneuerung, die das Movimento 5 Stelle verspricht. Das Movimento verdankt seinen Wahlerfolg dem Versprechen, sich nicht mit den bisherigen Parteien alter Schule zusammen zu tun. Das Eingehen einer Koalition würde ja die Existenzberechtigung in Frage stellen. Immer mehr Italiener wollen eine radikale Absage an alle bisherigen Parteien und wünschen eine Revolution ohne Blutvergießen. Sie sehen in PD, PDL und deren Satelliten - aber auch in deren Vorgängern und in Monti - die Verantwortlichen für das Jahrzehnte lange Polit- und Wirtschaftsdebakel des Landes.

    Antwort auf "Nach Adam Riese"
  4. eine Regierung ist noch im Amt, die von Monti.

    Antwort auf "Unglaublich langsam"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, zz
  • Schlagworte Italien | Giorgio Napolitano | Die Linke | Silvio Berlusconi | Reform | Bildung
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