PräsidentschaftswahlAnschläge überschatten Wahltag in Kenia

In Mombasa und Kifili sind die Wahlen von Präsident und Parlament durch Gewalttaten begleitet worden. Mindestens 15 Menschen wurden getötet.

In Kenia können rund 15 Millionen Wahlberechtigte einen neuen Präsidenten wählen.

In Kenia können rund 15 Millionen Wahlberechtigte einen neuen Präsidenten wählen.

Bei der Wahl in Kenia hat es mehrere gewaltsame Zwischenfälle gegeben: Nach Angaben der Polizei wurden bei Überfällen durch bewaffnete Banden mindestens neun Sicherheitskräfte und sechs Angreifer getötet. In Mombasa habe es am Morgen einen Hinterhalt von rund 200 Jugendlichen gegeben, die mit Schusswaffen auf die Sicherheitskräfte feuerten.

Polizeichef David Kimaiyo vermutet, dass es sich bei den Angreifern um Mitglieder des Republikanischen Rats von Mombasa handelt. Die Gruppe ist für eine Abspaltung des Küstenstaates. Die Nationale Menschenrechtskommission erklärte, die Anschläge zielten darauf ab, Menschen am Wählen zu hindern. In der Ortschaft Kilifi seien Wahllokale geschlossen geblieben, da Wahlhelfer um ihr Leben fürchteten.

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Die Anschläge wecken Angst vor Unruhen wie bei den Wahlen im Jahr 2007. Damals wurden 1.200 Menschen getötet, mehr als 500.000 flüchteten.

Schon einige Stunden vor der Öffnung hatten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet. Viele der insgesamt knapp 15 Millionen stimmberechtigten Kenianer versammelten sich schon in der Nacht vor den Wahllokalen, um möglichst früh ihre Stimmen abzugeben. Nach dem offiziellen Ende der Wahlen bleiben die Wahllokale vielerorts noch geöffnet. Alle Stimmberechtigten, die bereits anstehen, sollen noch abstimmen können. Dies hatten die Verantwortlichen bereits vorab angekündigt.

Ministerpräsident Raila Odinga und sein Stellvertreter Uhuru Kenyatta werden als Favoriten für das Präsidentenamt gehandelt. In jüngsten Umfragen lagen sie Kopf an Kopf. Gewinnt keiner der insgesamt acht Kandidaten die absolute Mehrheit, fällt die Entscheidung in einer Stichwahl Mitte April.

Die Wähler bestimmen auch Gouverneure, Senatoren, Gemeinderäte und spezielle Frauenvertreter. Rund 99.000 Polizisten sollen landesweit für Sicherheit sorgen. Zudem wurden 23.000 Beobachter, darunter 2.600 aus dem Ausland, entsandt.

 
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