BirmaOppositionsführerin Aung San Suu Kyi im Amt bestätigt

Erstmals in ihrer Geschichte hat die NLD einen Parteitag abgehalten. Aung San Suu Kyi wurde als Oppositionschefin bestätigt. Die große Erneuerung der Partei blieb aus.

Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist an die Spitze ihrer Partei NLD gewählt worden. Zum Abschluss des ersten Parteitags in der 25-jährigen Geschichte der Nationalliga für Demokratie (NLD) bestätigten mehr als 850 Delegierte Aung San Suu Kyi als Parteichefin. "Wir müssen um die Gunst der Wähler kämpfen", sagte sie nach der Abstimmung. "Nicht, weil wir machthungrig sind, sondern zum Wohl des Volkes und der Demokratie."

Die Partei will bei den Wahlen 2015 die vom Militär gegründete Partei USDP ablösen. Aung San Suu Kyi bekundete Interesse am Präsidentenamt, doch müsste dafür die Verfassung geändert werden. Im derzeitigen Parlament ist das unwahrscheinlich, weil das Militär 25 Prozent der Sitze hält und damit eine Sperrminorität für Verfassungsänderungen hat.

Zwei der ältesten Parteimitglieder, Tin Oo und Win Tin, wurden nicht wieder in das Präsidium der NLD gewählt. Doch der Ruf nach neuen, jüngeren Mitgliedern in der Parteispitze blieb ungehört. Die neuen Präsidiumsmitglieder sind alle Parteiveteranen. Mehr als zwei Drittel waren beim Wahlsieg der NLD 1990 als Abgeordnete gewählt worden. Die Junta erkannte das Ergebnis nie an. Die meisten sind über 60, Aung San Suu Kyi ist 67 Jahre alt.

Jüngeren Mitgliedern fehlt Erfahrung

"Dieselben alten Gesichter", sagte das ehemalige NLD-Mitglied Khin Maung Shwe. Jüngere NLD-Mitglieder seien nicht ins Präsidium gewählt worden, weil ihnen die Erfahrung fehle, sagte Aung San Suu Kyi. Auf der nächsten Ebene, dem Zentralausschuss, seien aber ein Drittel neue Parteimitglieder gewählt worden.

Vor roten Fahnen mit dem Parteisymbol eines angreifenden Pfaus und dem Porträt ihres 1947 ermordeten Vaters und Nationalhelden General Aung San hatte Aung San Suu Kyi am Samstag den "Geist der Brüderlichkeit" beschworen. "Wählt Leute, die den besten Beitrag für das Land und das Volk leisten können, nicht solche, die aus persönlichem Interesse hinter Ämtern her sind", sagte sie den Delegierten. "Lasst unterschiedliche Meinungen zu, akzeptiert Kompromisse."

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Symbol des Widerstands

Aung San Suu Kyi ist die überragende Gestalt in der Partei. Sie zieht als Symbol des Widerstands gegen die Militärmachthaber Wähler an, ein Wahlprogramm fehlt aber weitgehend. Manche Parteimitglieder fürchten, dass ihre Prominenz und Dominanz lebhafte Debatten verhindern könnte. "Nicht aus Angst, sondern Bewunderung", sagte Win Tin der New York Times.

Aung San Suu Kyi gründete die NLD während der Studentenproteste 1988, die das Militär blutig niederschlug. Die Partei wurde bis zum Ende der Militärdiktatur im Frühjahr 2011 unterdrückt. Aung San Suu Kyi stand 15 Jahre unter Hausarrest.

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Leserkommentare
  1. die immer noch weltweit als friedfertige Symbolfigur und Friedensnobelpreisträgerin gefeiert wird, während sie zu den ethnischen Säuberungen in Burma, die gegen die muslimische Volksgruppe der Royinga begangen wurden und IMMER noch stattfinden, bis jetzt KEIN Wort verloren hat?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Aung San Suu Kyi hat sich mittlerweile dazu geäußert: http://www.voanews.com/co...
    Abseits dessen und der sicherlich daraus berechtigten Frage der bei uns Herrschenden Meinung der Friedfertigkeit von Budhisten hat dies wenig mit dem Artikel zu tun.

    Interessant finde ich die Begründung der NLD, dass den jungen "die Erfahrung fehle". Beim aktuellen Außenminister Deutschlands hat man durchaus das Gefühl, dass Mehr Erfahrung nicht geschadet hätte, jedoch gehe ich hier davon aus, dass es schwierig ist, leute die in einer Diktatur aufgewachsen sind, direkt an die Stellhebel der Macht zu setzen. Dies ging in der Geschichte durchaus schon mehrfach schief, klappte aber auch schon mehrfach :)

  2. Aung San Suu Kyi hat sich mittlerweile dazu geäußert: http://www.voanews.com/co...
    Abseits dessen und der sicherlich daraus berechtigten Frage der bei uns Herrschenden Meinung der Friedfertigkeit von Budhisten hat dies wenig mit dem Artikel zu tun.

    Interessant finde ich die Begründung der NLD, dass den jungen "die Erfahrung fehle". Beim aktuellen Außenminister Deutschlands hat man durchaus das Gefühl, dass Mehr Erfahrung nicht geschadet hätte, jedoch gehe ich hier davon aus, dass es schwierig ist, leute die in einer Diktatur aufgewachsen sind, direkt an die Stellhebel der Macht zu setzen. Dies ging in der Geschichte durchaus schon mehrfach schief, klappte aber auch schon mehrfach :)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Aung San Suu Kyi | Aung San Suu Kyi | Militär | Verfassungsänderung | Demokratie | Parteitag
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