Artillerie und RaketenNordkorea droht USA mit "Gefechtsbereitschaft"

Das Regime im Norden der koreanischen Halbinsel hat angeblich Militäreinheiten in Bereitschaft versetzt. Im Visier sind amerikanische Außenstellen im Pazifik.

Von Einheiten der Volksarmee Nordkoreas während eines Manövers abgefeuerte Geschosse (Bild der staatlichen Agentur KCNA)

Von Einheiten der Volksarmee Nordkoreas während eines Manövers abgefeuerte Geschosse (Bild der staatlichen Agentur KCNA)  |  © KCNA/Reuters

Das kommunistische Nordkorea richtet neue Kriegsdrohungen gegen die USA. Sämtliche Feldartillerieverbände – inklusive der strategischen Raketeneinheiten – würden ab sofort "in Gefechtsbereitschaft" der höchsten Stufe versetzt, hieß es in einer von den Staatsmedien verbreiteten Erklärung des obersten Truppenkommandos. In der englischen Version der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA war von "höchster Alarmbereitschaft" die Rede.

Die Verbände könnten Militärschläge auf Truppenstützpunkte auf dem US-Festland, auf Hawaii, Guam und in anderen Gebieten im Pazifik sowie auf feindliche Ziele in Südkorea ausführen, hieß es. "Wir werden mit praktischen militärischen Maßnahmen den festen Willen der Armee und der Bevölkerung der Volksrepublik demonstrieren, die Souveränität und Würde der obersten Führung des Landes zu verteidigen", lautetet die Begründung.

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Südkorea beobachtet die Entwicklung. Es habe zunächst keine ungewöhnlichen Truppenbewegungen oder Aktionen im Nachbarland gegeben, hieß es vom Verteidigungsministerium in Seoul. Der Befehl scheine dem Zweck zu dienen, "eine kriegsähnliche Situation zu schaffen, um die Nordkoreaner zu einen, obwohl das auch in reale Provokationen münden könnte", zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen hochrangigen Beamten des Ministeriums.

Keine Kapazitäten für Atomangriff

Nordkorea unterstellte den USA erneut die Vorbereitung eines Atomkriegs. Das Regime fühlt sich durch jährliche südkoreanisch-amerikanische Militärübungen provoziert. In der Erklärung bezog sich das Truppenkommando erneut auf Übungsflüge von B-52-Langstreckenbombern der US-Streitkräfte über Südkorea.

Nordkorea verfügt nach Ansicht von Fachleuten nicht über die Kapazitäten für einen direkten Atomangriff auf die USA. Doch befürchten Südkorea und die USA, Nordkorea könne auf andere Weise provozieren. Am Freitag hatten beide Verbündete einen Einsatzplan für den Fall jeder Art von Provokationen unterzeichnet. Zuletzt hatten die USA auch als Reaktion auf die Angriffsdrohungen aus Nordkorea angekündigt, ihre Raketenabwehr zu verstärken.

Appell an das Regime

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar deutlich verschärft. Die UN verhängten Sanktionen. Nordkorea erklärte daraufhin den Waffenstillstandsvertrag von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs für ungültig.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye rief das Nachbarland erneut auf, seinen "Kurs zu ändern und seine Atomwaffen aufzugeben. "Für Nordkorea liegt der einzige Weg zum Überleben darin, seine Provokationen und Drohungen zu unterlassen", sagte Park am dritten Jahrestag des Untergangs des südkoreanischen Kriegsschiffes Cheonan im März 2010. Südkorea macht Nordkoreas Militär für den Untergang verantwortlich, bei dem 46 Matrosen ums Leben gekommen waren. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung.

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Leserkommentare
  1. bald ist der lang ersehnte Erfolg da.

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    Wenn die Taliban schon ds US-Heer mit 600.000 zermürbt haben. Dann sind die meistgehasste Söldner-Truppe der USA Hoffnungslos unterlegen. Und das Obama wirklich von den Nordkoreanischen Atomwaffen kosten will bezweiflte ich. Sieht so aus als hätten die USA die death-ceiling erreicht und müssen umdrehehn und nach hause schippern.

  2. ...hat Obama angesichts der drohenden Gefahr bereits die Evakuierung befohlen. Laut aktuellen Medienberichten soll der Präsident in diesen Minuten den Waynetrain One bestiegen haben, der ihn und seinen Führungsstab umgehend in einen atomsicheren Bunker unterhalb des Whateverests bringt, wo über weitere Sanktionen gegen das asiatische Terrorregime beraten wird. Einem Informanten aus dem Weißen Haus zufolge sollen keine Lollis mit künstlichen Farbstoffen mehr in das Land eingeliefert werden, Wissenschaftler befürchten, dass die darin enthaltenen Inhaltsstoffe die Wahnvorstellungen des nordkoreanischen Militärstabes hervorgerufen haben könnten.

    Mal im Ernst, dieses fiktive Wettrüsten war ja anfangs ganz witzig, aber muss das jetzt alle drei Tage in den Medien stehen?

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    • W4YN3
    • 26. März 2013 16:24 Uhr

    "dieses fiktive Wettrüsten war ja anfangs ganz witzig" - die Atombombentests waren nicht nur fiktiv, sondern real, ebenso wie die Verlegung von US-Truppen in die Region, die Manöver, Sanktionen und Provokationen. Nichts davon ist lustig, hier wird auf eine Situation zugesteuert, wie sie in Europa vor dem 1.WK existierte und ein Krieg als unausweichlich erachtet wird (neudeutsch alternativlos). Was will Nordkorea eigentlich noch machen, wenn der Westen nicht einlenkt? NK baut auf Provokation, jetzt ist aber das Maximum ausgeschöpft, wenn NK einfach die Waffen streckt bedeutet das den Kollaps des Regimes.

    Falls das Thema Sie nicht interessiert: lesen Sie es nicht. Lieber lese ich aber etwas über wichtige Ereignisse in der Welt als über die Liebesprobleme eines DSDS-Kandidaten. Von daher: vielen Dank an die Zeit, dass man zu diesem Thema auf dem laufenden gehalten wird.

  3. und die Invasionsplanspiele der USA verbieten eine andere Reaktion.
    Die USA kann mit ihrer Militärblase nach hause fahren und Sie im Golf von Mexico versenken, denn sie ist nicht einen roten heller Wert. Der Leid- und Verderben bringenden US-Bomebnteppichpolitik-Terror hat weder vor Nordkoreas Küste noch in Syrien. Deshalb sind Atombomben wichtig.
    Um das Amoklaufende US-Steroid-Monster schön auf seinen Platz zu verbannen.

    7 Leserempfehlungen
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    die Sie da haben. Konträr zu der von Ihnen wahrgenommenen Mehrheitsmeinung. Stellt sich nur die Frage wer dafür gesorgt hat, dass Sie sich solche Meinungen unbeschadet der eigenen Gesundheit und Freiheit leisten können.
    Schon mal darüber nachgedacht, wie die Freiheit in der von Ihnen so vergötterten "antiimperialistischen" Welt ausschaut?

    • Pangea
    • 26. März 2013 15:34 Uhr

    "Leid- und Verderben bringenden US-Bomebnteppichpolitik-Terror"

    Da haben Sie sich aber einen Begriff ausgedacht.

    Ich frage mich bei Kommentaren wie dem Ihren, in anderen Threads z.B. bezüglich Ungeheuerlichkeiten in Russland, warum viele Kommentatoren blinden Relativismus betreiben. Hier dreht ein verrücktes Regime in Nord-Korea am Rad, dessen Bevölkerung hungert, dort werden von der russischen Regierung willkürlich NGO drangsaliert, aber immer wieder hört man Stimmen "Zu Recht!"

    Unfassbar.

    • Wyrd
    • 26. März 2013 15:38 Uhr

    Ist doch immer wieder ehrrlich, wie man sich darauf verlassen kann, dass von blindem Antiamerikanismus geleitete Foristen sich versammeln um auch mit den widerlichsten, Menschenverachtensten den Schulterschluss gegen den bösen US-Imperialismus zu machen.

    Selbst, wenn das Regime wie im Falle Nord Koreas direkt aus 1984 stammen könnte.

    vollständige und verständliche Sätze bilden?
    Ich kann Ihrem Kommentar zwar entfernt entnehmen, dass Sie wohl auch der nordkoreanischen, antiamerikanischen Hasspropaganda erlegen sind, aber sinnvolle und vor allem satzbildende Wortstellungen, welche im besten Fall auch noch Argumente beinhalten, kann ich bei Ihnen nicht erkennen, pardon, lesen.

    Also: Können Sie Ihren Kommentar nochmal posten? Vollständig? So dass er sich JEDEM erschliesst?

    BTW.: Bislang ist nur EINER auf seinem Platz geblieben -> Nordkorea.
    Keine internationalen, geschäftlichen Beziehungen; keine bilateralen Beziehungen (China mal ausgenohmen, wobei China eher die Mutterrolle inne hat). Nix von Weltinteresse (welches der Welt dienlich wäre).
    Nein. die fröhnen lieber Ihrem Personenkult um Little-Kim. Leben lieber in den wirtschaftlichen 20ern, bauen Hotelanlagen für zig-tausende Gäste, in denen letzten Endes doch nur 20 Menschen Hausen (Personal mal ausgenohmen). Lassen lieber ein paar tausend Kinder täglich 6 Stunden für eine Massenveranstaltung zu Ehren ihres degenerierten Diktators drillen.
    Verbannen alte, schwache und behinderte Menschen von den Straßen, weil es ja das Gesamtbild stört.
    Wenn Sie sich ein eigenes Bild machen wollen, bzw. können, hier ein Link:

    http://www.youtube.com/watch?v=4uGZukQqlB0 und
    https://www.youtube.com/watch?v=YK_XXbAKmYI

    Aber Vorsicht: Die Beiträge könnten Sie eines besseren belehren. Und das wollen ja nicht alle mit sich machen lassen.

    Mfg

    K-F

  4. Die täglich abgespielte Kriegsrhetorik macht mich müde. Man sollte eher die Aktivitäten beobachten die im Schatten dieser Nebelkerzen passieren.

    Im Moment zum Beispiel:
    Manfred Grund, Generalsekretär der CDU beim Besuch des Kim Regimes
    http://kcna.co.jp/item/2013/201303/news25/20130325-11ee.html

    Auch sonst pflegt er freundschaftlichen Kontakt zu Nordkorea:
    http://t.co/Efi2Zli72j

    Warum liest man in KEINEN deutschen Medien davon??? Jeden Tag nur scheinheilige Berichte über Kriegsrhetorik eines Koreanischen Politikers.
    Weshalb muss ich mich bei den deutschen und englischen Ausgaben von arabischen und asiatischen Medien über außenpolitische Tätigkeiten unserer Minister informieren?
    Der Vorfall ist ja nur das Tüpfelchen auf dem i.

    3 Leserempfehlungen
  5. die Sie da haben. Konträr zu der von Ihnen wahrgenommenen Mehrheitsmeinung. Stellt sich nur die Frage wer dafür gesorgt hat, dass Sie sich solche Meinungen unbeschadet der eigenen Gesundheit und Freiheit leisten können.
    Schon mal darüber nachgedacht, wie die Freiheit in der von Ihnen so vergötterten "antiimperialistischen" Welt ausschaut?

    11 Leserempfehlungen
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    "Stellt sich nur die Frage wer dafür gesorgt hat, dass Sie sich solche Meinungen unbeschadet der eigenen Gesundheit und Freiheit leisten können."
    Sie sind also der Ansicht, dass man sich hier um seine Unversehrtheit sorgen müsse, wenn man solch eine Meinung vertritt? Und dann fragen Sie:
    "Schon mal darüber nachgedacht, wie die Freiheit in der von Ihnen so vergötterten "antiimperialistischen" Welt ausschaut?"
    Irgendwie neben der Spur oder?

    • deDude
    • 26. März 2013 15:33 Uhr

    Machen Sie doch den kleinen Kim nicht so fertig. Er kann doch auch nichts dafür das es in seiner Familie eine lang gepflegte Tradition ist den fiesen Imperialisten aus den USA mit der vollständigen Vernichtung zu drohen.

    Osama bin Laden und Kim Jong Un hätten sich bestimmt auf Anhieb super verstanden und hätten ein Joint-Venture gründen können (islamisches Kalifat Nordkorea o.Ä.) aber Osama hat es ja vorgezogen sich bei den Freunden vom ISI einzuquartieren.

    Immerhin, seit geraumer Zeit sollen in Abbottabad wieder günstig Wohnimmobilien zu Verfügung stehen, evtl. findet Kim ja etwas das seinen Ansprüchen (goldene Wasserhähne, persönliche Diener, ein Weinkeller aus dem 17 Jhd.) genügt.

    Man munkelt die Chinesen hätten schon einen Umzugswagen bestellt, nur der Umzugstermin müsse noch genauer verhandelt werden.

    --------------------------------------------------------

    Liebe Redaktion,

    ich weiß, mit übermäßiger Polemik soll man sich in Ihren Kommentaren offiziell zurückhalten, aber in diesem Falle bin ich der Meinung das man Polemik (oder ist das schon Comedy?) auch mit Polemik begegnen darf.

    Wenn Sie dem nicht zustimmen können, dann löschen Sie diesen Beitrag bitte einfach ;-)

    5 Leserempfehlungen
  6. Wir sind doch gewohnt, dass Nordkoreas Machthabe immer besonders laut bellen, wenn die USA mit Südkorea wieder Militärmanöver starten.

    Solange gebellt wird, bedeutet das wohl eher dass nichts passiert. Sollte es ruhig werden müssen wir uns Sorgen machen.

    • Pangea
    • 26. März 2013 15:34 Uhr

    "Leid- und Verderben bringenden US-Bomebnteppichpolitik-Terror"

    Da haben Sie sich aber einen Begriff ausgedacht.

    Ich frage mich bei Kommentaren wie dem Ihren, in anderen Threads z.B. bezüglich Ungeheuerlichkeiten in Russland, warum viele Kommentatoren blinden Relativismus betreiben. Hier dreht ein verrücktes Regime in Nord-Korea am Rad, dessen Bevölkerung hungert, dort werden von der russischen Regierung willkürlich NGO drangsaliert, aber immer wieder hört man Stimmen "Zu Recht!"

    Unfassbar.

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    Vielleicht haben diese Kommentatoren auch einfach ein etwas diffenzierteres Weltbild als Sie? Nordkoras Regime ist verrückt. In Russland werden NGOs nicht steuerlich kontrolliert, sondern "drangsaliert". Alles schön schwarz-weiss.

    Zuerst würde ich Ihnen mal empfehlen, sich mit folgenden Schlagworten vertraut zu machen:

    - No-Rivals-Plan
    - Joint Vision 2020
    - Full-spectrum Dominance
    - Bush-Doktrin 2002
    - Amerikas Pazifisches Jahrhundert

    Wikipedia sollte Ihnen weiterhelfen. Ich denke dann verstehen Sie, dass der Konflikt mit Nordkorea viel größere Dimensionen hat als "verrückter Machthaber lässt sein Volk hungern".

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
  • Schlagworte USA | Nordkorea | Verteidigungsministerium | Südkorea | Atomkrieg | Atomtest
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