ProvokationNordkorea verkündet Kriegszustand mit Südkorea

Das Regime in Pjöngjang hat den Kriegszustand ausgerufen. Südkorea reagiert gelassen, die Drohung sei nicht neu. Formal befinden sich beide Länder ohnehin noch im Krieg.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und sein Führungsstab am 29. März. Die Aufnahme wurde von der staatlichen Newsagentur KCNA veröffentlicht.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und sein Führungsstab am 29. März. Die Aufnahme wurde von der staatlichen Newsagentur KCNA veröffentlicht.   |  © REUTERS/KCNA

Nordkorea ist nach eigenen Angaben mit Südkorea in den Kriegszustand getreten. "Ab sofort befinden sich die interkoreanischen Beziehungen im Kriegszustand und alle Angelegenheiten zwischen beiden Ländern werden nach dem Kriegsprotokoll behandelt", hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten öffentlichen Erklärung.

Die jahrelange Situation auf der koreanischen Halbinsel, die sich "weder im Frieden, noch im Krieg" befunden habe, sei nun vorüber, hieß es weiter. Jede militärische Provokation nahe der Land- oder Seegrenze zwischen Nordkorea und Südkorea werde einen "umfassenden Konflikt und einen Atomkrieg" nach sich ziehen. Auch drohte das Regime mit der Schließung des gemeinsamen Industriekomplexes Kaesong. "Wir werden den Industriekomplex ohne Rücksichtnahme schließen, falls Südkorea versucht, unsere Würde auch nur ein wenig zu verletzen", erklärte die für den Komplex zuständige Behörde in Pjöngjang nach Angaben von KCNA. Der Industriekomplex liegt in Nordkorea etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt. Er wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der beiden Staaten gegründet. Nordkorea bringt die Zusammenarbeit dringend benötigte Devisen ein.

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Zuvor hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereits die Raketen des Landes für mögliche Angriffe in Bereitschaft gesetzt, nachdem die USA am Donnerstag zwei Tarnkappenbomber nach Südkorea entsandt hatten. Bereits am Dienstag hatte Pjöngjang mit Angriffen auf Ziele in den USA und Südkorea gedroht und angeblich die Sondereinheiten seiner gesamten Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

USA wollen neue Drohung ernstnehmen

Die USA teilten mit, die Berichte über eine "neue und unkonstruktive Erklärung aus Nordkorea" zur Kenntnis genommen zu haben. "Wir nehmen diese Drohungen ernst und bleiben in engem Kontakt mit unseren südkoreanischen Verbündeten", sagte Caitlin Hayden, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats. Sie verwies indes darauf, dass Nordkorea eine "lange Geschichte der Kriegsrhetorik und Drohungen" habe. "Die heutige Ankündigung folgt diesem bekannten Muster."

Ähnlich äußerte sich auch Südkorea. "Das ist keine wirklich neue Drohung", erklärte das südkoreanische Vereinigungsministerium. Die Ankündigung sei vielmehr Teil einer "Reihe provokativer Drohungen". Das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte, bislang sei entlang der gemeinsamen Grenze keine entscheidende Truppenbewegung beobachtet worden.

Die russische Regierung rief zu Besonnenheit auf. Nord- und Südkorea müssten ebenso wie die USA "größte Verantwortung und Zurückhaltung" üben, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Moskau. Niemand dürfe "die Linie überschreiten, hinter der es kein Zurück mehr gibt".

Leserkommentare
  1. [...]. Die eigentliche Macht haben die unberechenbaren Militärs!

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

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    ich glaube man sollte Kim Jong Un bzgl. macht und dann for allem auch bzgl. jugendlichem leichtsinn nicht unterschätzen ... ferner ist wohl so gut wie jede regierung ein riesiges kasperletheater - richtig problematisch wirds aber wenns um ewig gestrige idologie / krieg & frieden geht.

  2. Das sind mal wirklich schlechte Nachrichten.

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    Ich fint das sind gute Nachrichten weils jetzt hoffentlich bald los geht. Kann doch auch nicht so weiter gehen weil die Volksrepublik Korea hat kein Agrarland und muss sich deshalb zwangslaeufig die suedlichen Provinzen zurueckholen. Vor allem haben die suedlichen Provinzen Ressursen und potential und das kann der Volksrepublik Korea nur nuezzlich sein.

  3. ich glaube man sollte Kim Jong Un bzgl. macht und dann for allem auch bzgl. jugendlichem leichtsinn nicht unterschätzen ... ferner ist wohl so gut wie jede regierung ein riesiges kasperletheater - richtig problematisch wirds aber wenns um ewig gestrige idologie / krieg & frieden geht.

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    Antwort auf "Kim Jong Un ..."
  4. Wieso greift da China nicht ein? Ein Atoimkrieg zwischen zwei Nachbarstaaten bedeutet für beide Seiten die vollständige Zerstörung - der Fallout wird's richten. Und die Chinesen bekämen auch ihren Teil ab. Das kann niemals in deren Interesse sein.

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    Bleibt nur zu hoffen dass der Oberste Führer weiß was er tut und den Bogen nicht irgendwann überspannt...

    Leider würden neben ihm auch Millionen unschuldige Süd- und Nordkoreaner einen Krieg nicht überleben.

    Interessant, dass der Minidiktator sich meldet, während der chinesische Präsident sich auf einer Tour in Afrika befindet.

    halten Sie sich Mal auf dem Laufenden ! Chinesen, Beschützer der Nordkoreaner, - sind's gewesen ! ... :

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/un-sicherheitsrat-ameri...

  5. Bleibt nur zu hoffen dass der Oberste Führer weiß was er tut und den Bogen nicht irgendwann überspannt...

    Leider würden neben ihm auch Millionen unschuldige Süd- und Nordkoreaner einen Krieg nicht überleben.

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    Antwort auf "Und die Chinesen?"
    • Nyuto
    • 30. März 2013 10:09 Uhr

    Gelassen bleiben, Gespräche mit China und Russland führen und mal sehen ob es nicht am Ende wieder "April, April" heisst.

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    • Ron888
    • 30. März 2013 10:33 Uhr

    Man sollte den ideologischen Starrsinn Nordkoreas nicht unterschätzen. Am Beispiel Euro lässt sich eindrucksvoll miterleben, wie weit selbst angeblich demokratische Politiker aus rein machtpolitischen Erwägungen gehen. Auf Ratio und Vernunft sollte man nicht zählen...

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  6. 21. Jahrhundert!
    Was tut er Mensch?
    Was er seit seinem Betreten der Weltenbühne getan hat, er provoziert, zückt die Waffen, beschwört Krieg herauf und führt ihn, um Machtgelüste, Besitzansprüche und den Mordtrieb zu befriedigen.

    Es werden weitere Jahrtausende vergehen, und er wird's nicht lernen.

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    • Socke9
    • 30. März 2013 14:18 Uhr

    er stirbt ja auch nach ca. 70 Jahren wieder. Wie soll er da was in einem Jahrtausend besser machen?

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