Erstmals in der Geschichte des Secret Service rückt eine Frau an die Spitze der Behörde, die für den Schutz des US-Präsidenten zuständig ist. Barack Obama ernannte die Agentin Julia Pierson zur neuen Chefin. Sie stehe für "den Geist und die Hingabe, welche die Männer und Frauen des Secret Service jeden Tag zeigen", sagte Obama. Für die Personalie ist keine Zustimmung des Senats notwendig.

Pierson arbeitet seit drei Jahrzehnten für die Strafverfolgungsbehörde, die auch bei Geldfälschung und Finanzbetrügereien ermittelt. Ihre Karriere begann sie als Agentin in Miami, zuletzt diente die 53-Jährige als Stabschefin des Secret Service.

Der Ruf der Bundesbehörde hatte zuletzt gelitten: Vor einem Jahr waren Vorwürfe bekannt geworden, wonach Agenten der Einheit Prostituierte in ihr Hotel im kolumbianischen Cartagena eingeladen hatten, während sie eigentlich die Teilnahme Obamas an einem Gipfeltreffen vorbereiten sollten. Wegen der Vorwürfe verloren mehrere Mitarbeiter ihre Posten. Ende Februar verabschiedete sich Piersons Vorgänger Mark Sullivan in den Ruhestand.

Seit 1901 für den Schutz des Präsidenten zuständig

Die Elite-Leibgarde des Secret Service hat gut 150 Büros und mehr als 4.000 Mitarbeiter, rund ein Drittel davon gehören der uniformierten Einheit an. Sie beschützen den Präsidenten und seine Familie, den Vizepräsidenten und Expräsidenten sowie ausländische Staatsgäste.

Der Secret Service war lange Zeit dem Finanzministerium unterstellt, was historische Gründe hatte: Er wurde 1865 mit der Aufgabe gegründet, Geldfälscher zu verfolgen. Erst nach dem Attentat auf Präsident William McKinley 1901 wurde ihm der Schutz des Präsidenten übertragen. Heute ist die Behörde im Heimatschutzministerium angesiedelt.