Bürgerkrieg: Riskante Hilfe für Syrien
Humanitäre Helfer gehen ein hohes Risiko ein, wenn sie in Syrien arbeiten. Nicht alle sind professionell vorbereitet. Die Organisation Grünhelme steht in der Kritik.
Tagsüber flogen Hubschrauber über die Dächer hinweg, um den nahegelegenen Flughafen zu beschießen, nachts gab es Raketenangriffe auf Tel Rafaat. Martin Mikat, ein junger Deutscher, blieb trotzdem.
Der 27-jährige Zimmermann war einige Wochen für die Hilfsorganisation Grünhelme in der nordsyrischen Ortschaft nahe Aleppo. Er beherrschte die Sprache nicht, war nicht mit der Region vertraut, als er den Einsatz antrat. Und niemand hatte ihn geschult, wie man sich in Krisensituationen verhält. Mikat sieht das auch im Nachhinein gelassen, zumindest sprach ja einer aus dem deutschen Dreierteam Arabisch. Selbst dass sie zum Schluss wegen der Kämpfe nicht mehr in Tel Rafaat schlafen konnten, erzählt er mit ruhiger Stimme.
Als Mikat nach Syrien reiste, hieß es zwar, Tel Rafaat sei von Baschar al-Assads Truppen befreit. Doch was nützt das, wenn die Luftwaffe auch zivile Ziele bombardiert. Sicherheit bleibt auch in den nicht mehr vom Assad-Regime kontrollierten Gebieten im Norden des Landes eine Illusion.
Darum flüchten die Menschen. Tel Rafaat etwa hatte einmal 30.000 Einwohner. Das war vor Beginn des Bürgerkriegs im März 2011. Zwei Drittel von ihnen sind seitdem in die nahegelegene Türkei geflohen. Und auch die humanitären Organisationen sind wegen der Sicherheitslage vorrangig in den Nachbarländern aktiv, in Syrien gehen sie mit größter Vorsicht vor.
"Wer hier ernsthafte humanitäre Hilfe leisten will, braucht ein Netzwerk aus Ansprechpartnern vor Ort", sagt Frederik Barkenhammar vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). "Das ist ein extrem wichtiger Sicherheitsaspekt, weil es oft verschiedene Konfliktparteien gibt." In Syrien setze das DRK deshalb nur seine erfahrensten Leute ein und kooperiere eng mit der syrischen Schwesterorganisation "Syrischer Roter Halbmond".
"Verantwortungslos und extrem riskant"
Auch die Caritas arbeitet fast ausschließlich mit einheimischen Helfern – Studenten oder Menschen, die selbst Flüchtlinge sind. Sie kennen die Kultur, die politischen Zusammenhänge, die Sprache. "Das kann überlebenswichtig sein", sagt Vera Jeschke, Caritas-Projektleiterin für den Nahen Osten.
Martin Mikat konnte auf kein Netzwerk vor Ort zurückgreifen. Er wusste eigentlich kaum etwas über das Land, als er sich bei den Grünhelmen für den Einsatz meldete. "Aber das ist vielleicht auch besser so, sonst kriegt man zu viel Angst", sagt er. Beim Vorbereitungstreffen im Haus des 73-jährigen Grünhelme-Chefs Rupert Neudeck habe er ein paar Infomaterialien über die Sicherheitslage, Krankheitsrisiken, vor allem aber zu den Bauvorhaben erhalten. Ihm habe das genügt, sagt Mikat.
"Verantwortungslos und extrem riskant" findet Frederik Barkenhammar vom DRK diese Methode, mit der sich Neudeck "absolute Unabhängigkeit im Handeln" bewahren will. Das DRK schreibt einen einwöchigen Lehrgang vor, der die zukünftigen Einsatzhelfer über die Kooperationspartner vor Ort und das Verhalten in Konflikt- oder Katastrophensituationen informiert. In sehr konkreten Übungen werden dabei mögliche Krisenmomente durchgespielt.
Vorerfahrungen und Netzwerke im Land, das gibt Neudeck durchaus zu, könnten natürlich helfen. Aber am wichtigsten sei der Respekt vor den Einheimischen, davon ist er überzeugt. Wohin er seine Helfer sendet, entscheidet Neudeck, nachdem er die entsprechenden Regionen selbst bereist hat. Syrien hatte er im Sommer 2012 besucht. "Ich würde niemals jemanden irgendwohin schicken, wo ich nicht selbst gewesen bin", sagt er. Dass er den Hilfswilligen damit ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln könnte, glaubt er nicht.
Hans-Joachim Schwan, ehemaliger Helfer, betrachtet Neudecks Vorgehen als zu "sorglos". 2010 war der frühere Berufsschullehrer für die Grünhelme in Ruanda, um Lehrer auszubilden. Die Wasser- und Stromversorgung am Arbeitsort sei "lebensgefährlich" gewesen, sagt er. Mehrmals habe er etwa eine Abdeckung der Wasserzisterne gefordert, damit nicht weiter Malariamücken ihre Larven im Trinkwasser ablegen konnten. Doch nichts geschah. Auch hätten sich die anderen Grünhelm-Ausbilder unangemessen verhalten, offen vor den Schülern geraucht und Alkohol getrunken. Neudeck aber habe seine Warnungen und Hinweise ignoriert.
- Rupert Neudeck
Rupert Neudeck wurde 1939 in Danzig geboren. Der Journalist und Entwicklungshelfer rief 1982 den Verein Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V. ins Leben, benannt nach dem Frachter "Cap Anamur", der ab 1979 mehr als 10.000 vietnamesische Flüchtlinge nach Deutschland brachte. Seit 2003 ist er Vorstand der von ihm mitgegründeten humanitären Organisation Grünhelme. Daneben reiste er in den vergangenen Jahren mehrmals nach Israel. Das Vorgehen Israels in den palästinensischen Autonomiegebieten kritisierte er wiederholt scharf.
- Grünhelme
Die 2003 gegründete humanitäre Organisation begreift sich als parteipolitisch neutrales "Peace-Corps", das sich vor allem dem Wiederaufbau von Infrastrukturen in ehemaligen Kriegs- und Krisengebieten widmet. Staatliche Unabhängigkeit zählt zu den Grundsätzen des Vereins. Die Hilfsaktionen werden darum aus privaten Spenden finanziert, der Verein hat seinen Sitz bei Neudeck zu Hause in Köln. Zweiter Vorsitzender ist Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Die Grünhelme waren unter anderem im Kongo, in Ruanda, Afghanistan und im Irak im Einsatz. In Syrien agieren die Helfer seit September 2012.
Beim Einsatz in Krisenländern müsse man immer Abstriche bei den Sicherheitserwartungen machen, sagt der Grünhelme-Chef, der auf jahrzehntelange Erfahrungen in der Flüchtlings- und Entwicklungshilfe zurückblicken kann. 1979 rettete er mehrere Tausend vietnamesische Flüchtlinge aus dem Chinesischen Meer. Drei Jahre später rief er die Hilfsorganisation Cap Anamur/Deutsche Notärzte ins Leben, 2003 dann die Grünhelme, die unter anderem Projekte in Afghanistan und dem Irak betreut haben. "Jeder muss selbst einschätzen, wie weit er geht", sagt Neudeck. "Egal wo, keiner meiner Helfer muss sich rechtfertigen, wenn er einen Einsatz abbrechen will."
In Tel Rafaat, wo viele zivile Gebäude und die Schulen zerstört oder beschädigt wurden, haben die Grünhelme das Gymnasium wieder aufgebaut. Wie lange es stehen wird, weiß jedoch niemand. Mikat ist inzwischen zurück in Deutschland, um sein Studium der Ingenieurswissenschaften fortzusetzen. Seinen Einsatz, sagt er, bereue er nicht. Am liebsten würde er im Sommer sogar wieder zurückkehren – wenn es die Situation zulasse.







hätte sich der Verein Blauaugen nennen sollen.
Also ich habe den Bericht jetzt nicht so verstanden, dass dieses angereiste 3er-Team der Grünhelme das Gymnasium ganz alleine wiedererrichtet hat.
Innerhalb einiger Wochen, mutmasslich ohne eigene Ausrüstung & Material.
Nachdem die Angelegenheit in aller epischen Breite erörtert wurde, hätte ich mir schon gewünscht, dass erwähnt wird, wer die "Kooperationspartner vor Ort" waren, von denen im Artikel die Rede ist.
Diese wichtige Information muss zweifellos vorhanden sein und sollte zur Verfügung gestellt werden.
Ansonsten bleibt mir als Leser nur die Spekulation, dass es sich bei dem Kooperationspartner dieses Projekts um niemanden handelt, den man im weitesten Sinne als "die Opposition" bezeichnen könnte. Denn das wäre sicherlich erwähnt worden.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Zeit-Zitat: ""Verantwortungslos und extrem riskant" findet Frederik Barkenhammar vom DRK diese Methode, mit der sich Neudeck "absolute Unabhängigkeit im Handeln" bewahren will."
Bei aller positiven Bewertung der Aktivitäten von Herrn Neudeck kann ich Herrn Barkenhammer nur zustimmen.
Das gilt insbesondere, wenn eine humanitäre Organisation Partei nimmt und Aufrufe der Opposition nach mehr Waffen unterstützt.
http://www.br.de/presse/i...
Die Parteinahme von Herrn Neudeck für die Opposition scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein, wie folgende Buchbesprechung verdeutlicht:
" Die fünf verpassten Gelegenheiten Assad´s, um sich an die Spitze der Reform-Bewegung zu stellen
Ein Buch über Syrien, wie wir es jetzt brauchen - Von Rupert Neudeck
http://islam.de/21029
Auch folgendes Interview ist gehäuft mit einseitigen Schuldzuweisungen.
"Augenzeugenbericht aus Syrien von Rupert Neudeck - Das Grauen in Syrien benennen und nicht weg schauen"
http://islam.de/21682
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Zeit-Zitat: ""Verantwortungslos und extrem riskant" findet Frederik Barkenhammar vom DRK diese Methode, mit der sich Neudeck "absolute Unabhängigkeit im Handeln" bewahren will."
Bei aller positiven Bewertung der Aktivitäten von Herrn Neudeck kann ich Herrn Barkenhammer nur zustimmen.
Das gilt insbesondere, wenn eine humanitäre Organisation Partei nimmt und Aufrufe der Opposition nach mehr Waffen unterstützt.
http://www.br.de/presse/i...
Die Parteinahme von Herrn Neudeck für die Opposition scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein, wie folgende Buchbesprechung verdeutlicht:
" Die fünf verpassten Gelegenheiten Assad´s, um sich an die Spitze der Reform-Bewegung zu stellen
Ein Buch über Syrien, wie wir es jetzt brauchen - Von Rupert Neudeck
http://islam.de/21029
Auch folgendes Interview ist gehäuft mit einseitigen Schuldzuweisungen.
"Augenzeugenbericht aus Syrien von Rupert Neudeck - Das Grauen in Syrien benennen und nicht weg schauen"
http://islam.de/21682
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Statt Symptome zu heilen, sollte man die Krankheit mit der Wurzel entfernen!
Ein Diktator, Sohn eines Diktators. der sein Volk (wie sein Vater) massakriert, hat jede Legitimation für eine Regierung verloren!
Die Familie Assad hat Syrien knapp 100.000 Tote beschert.
(20.000-30.000 der Vater, 70.000 der Sohnemann)
Das vereinzelt Erschiessungen der Rebellen kund werden (was nicht unbedingt unabhängig zu überprüfen ist), rechtfertigt keine 70.000 Toten!
Wir sollten endlich unsere heuchlerische Art einstellen und Syrien von so einem Wahnsinnigen befreien!
Danke für Ihren Syriaploitment-Beitrag, den ich empfohlen habe.
Kleiner rethorischer Lapsus: Krankheiten haben eine Ursache, keine Wurzeln.
Aber sonst fand' ich es ganz ok.
Man. Wir. Uns. Zu wie vielen sind Sie eigentlich?
über politisches Denken in den Kategorien von ›Gut und Böse‹ schmunzeln.
Im Fall von Syrien aber, wird jede einseitige Stellungnahme zu einem blutigen Bürgerkrieg führen.
Und der geht erst nach dem militärischen Sieg, egal welcher Seite, los.
Das Pech der Syrer ist, das ein Verhandlungsfrieden nur dem Volk, aber nicht einer Schwächung des Iran dient.
Aber der ist in Ihren Weltbild sicher auch nur eine Kraft des Bösen, die es zu vernichten gilt.
Danke für Ihren Syriaploitment-Beitrag, den ich empfohlen habe.
Kleiner rethorischer Lapsus: Krankheiten haben eine Ursache, keine Wurzeln.
Aber sonst fand' ich es ganz ok.
Man. Wir. Uns. Zu wie vielen sind Sie eigentlich?
über politisches Denken in den Kategorien von ›Gut und Böse‹ schmunzeln.
Im Fall von Syrien aber, wird jede einseitige Stellungnahme zu einem blutigen Bürgerkrieg führen.
Und der geht erst nach dem militärischen Sieg, egal welcher Seite, los.
Das Pech der Syrer ist, das ein Verhandlungsfrieden nur dem Volk, aber nicht einer Schwächung des Iran dient.
Aber der ist in Ihren Weltbild sicher auch nur eine Kraft des Bösen, die es zu vernichten gilt.
Danke für Ihren Syriaploitment-Beitrag, den ich empfohlen habe.
Kleiner rethorischer Lapsus: Krankheiten haben eine Ursache, keine Wurzeln.
Aber sonst fand' ich es ganz ok.
Man. Wir. Uns. Zu wie vielen sind Sie eigentlich?
Naja..
Man.Wir.Uns... Also ich denke, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine stehe.
-------------------------------------------
Natürlich ist Syrien derzeit ein Stellvertreterkrieg zwischen ,,West'' und ,,Ost" .
Aber hier sollte man keine Kompromisse eingehen, denn die Famlie Assad hat dem Volk einfach zu viel Leid zugefügt. Da kann man auch keine Verbrechen der Rebellen gegen halten, wo vermeintlich einige Leute hingerichtet werden. Das größere Übel geht auf die Diktatur zurück.Das ist nicht meine Meinung, sondern die Meinung der Historiker, die auch den Vater Hafiz Al Assad miteinbezogen haben....
Ah, fortwährende Beteuerungen der eigenen Leutseligkeit und des eigenen umfassenden Verständnisses.
Das sind natürlich wichtige stilistische Mittel des Mondo/Exploitation-Genres.
Ich finde, Sie machen das hervorragend.
Gut, im Ihrem ursprünglichen Beitrag hätte ich mir etwas mehr Mantel-&Degen-Begriffe wie Tyrann, Scherge, Kerker usw. gewünscht. Stattdessen gab's nur Diktator, Massaker, Wahnsinniger.
Find' ich noch etwas ausbaufähig, aber das ist nur mein persönlicher Geschmack..
Naja..
Man.Wir.Uns... Also ich denke, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine stehe.
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Natürlich ist Syrien derzeit ein Stellvertreterkrieg zwischen ,,West'' und ,,Ost" .
Aber hier sollte man keine Kompromisse eingehen, denn die Famlie Assad hat dem Volk einfach zu viel Leid zugefügt. Da kann man auch keine Verbrechen der Rebellen gegen halten, wo vermeintlich einige Leute hingerichtet werden. Das größere Übel geht auf die Diktatur zurück.Das ist nicht meine Meinung, sondern die Meinung der Historiker, die auch den Vater Hafiz Al Assad miteinbezogen haben....
Ah, fortwährende Beteuerungen der eigenen Leutseligkeit und des eigenen umfassenden Verständnisses.
Das sind natürlich wichtige stilistische Mittel des Mondo/Exploitation-Genres.
Ich finde, Sie machen das hervorragend.
Gut, im Ihrem ursprünglichen Beitrag hätte ich mir etwas mehr Mantel-&Degen-Begriffe wie Tyrann, Scherge, Kerker usw. gewünscht. Stattdessen gab's nur Diktator, Massaker, Wahnsinniger.
Find' ich noch etwas ausbaufähig, aber das ist nur mein persönlicher Geschmack..
über politisches Denken in den Kategorien von ›Gut und Böse‹ schmunzeln.
Im Fall von Syrien aber, wird jede einseitige Stellungnahme zu einem blutigen Bürgerkrieg führen.
Und der geht erst nach dem militärischen Sieg, egal welcher Seite, los.
Das Pech der Syrer ist, das ein Verhandlungsfrieden nur dem Volk, aber nicht einer Schwächung des Iran dient.
Aber der ist in Ihren Weltbild sicher auch nur eine Kraft des Bösen, die es zu vernichten gilt.
"über politisches Denken in den Kategorien von ›Gut und Böse‹ schmunzeln."
Wie sonnst sollte man denken, das bringt der Verstand eben so mit sich. Vom Prinzip kann man sagen, das der gelebte politische Islam, den Beide Konfliktparteien vertreten Böse ist, doch trägt dafür nicht auch Assad eine Verantwortung das diese Menschen sich überhaupt über die Religion so radikalisierten, das sie sich nun gegenseitig niederlegen. Mit Assad würde man nicht die Wurzel beseitigen, aber das momentane Problem, das sich spätestens nach 70000 stellen sollte, da er schlicht falsch auf die Proteste und vereinzelte Gewalt der Opposition reagierte, anstatt wie ein Demokrat das Handtuch zu werfen und den Syrern ihren lauf zu lassen.
"Im Fall von Syrien aber, wird jede einseitige Stellungnahme zu einem blutigen Bürgerkrieg führen."
Den gibt es bereits, dadurch da Staaten wie Russland und China ihn nicht mit den unausweichlichen konfrontierten und ihm eine Lösung in die Hand gaben wie er sich ohne Opfer verabschiedet.
Der Bürgerkrieg wird ohne Verhandlungslösung erst durch den Sieg einer Seite aufhören. Das Assad siegt ist fast ein unding und würde wohl den Terror begünstigen, die Opposition ist aber auch zu schwach.
"Das Pech der Syrer ist, das ein Verhandlungsfrieden nur dem Volk, aber nicht einer Schwächung des Iran dient."
Ihr Weltbild ist auch etwas schwarz weiß. Sie kennen vielleicht die letzte Nato Stellungsnahme nicht, die sagt das man voll hinter einer Verhandlungslösung steht.
"über politisches Denken in den Kategorien von ›Gut und Böse‹ schmunzeln."
Wie sonnst sollte man denken, das bringt der Verstand eben so mit sich. Vom Prinzip kann man sagen, das der gelebte politische Islam, den Beide Konfliktparteien vertreten Böse ist, doch trägt dafür nicht auch Assad eine Verantwortung das diese Menschen sich überhaupt über die Religion so radikalisierten, das sie sich nun gegenseitig niederlegen. Mit Assad würde man nicht die Wurzel beseitigen, aber das momentane Problem, das sich spätestens nach 70000 stellen sollte, da er schlicht falsch auf die Proteste und vereinzelte Gewalt der Opposition reagierte, anstatt wie ein Demokrat das Handtuch zu werfen und den Syrern ihren lauf zu lassen.
"Im Fall von Syrien aber, wird jede einseitige Stellungnahme zu einem blutigen Bürgerkrieg führen."
Den gibt es bereits, dadurch da Staaten wie Russland und China ihn nicht mit den unausweichlichen konfrontierten und ihm eine Lösung in die Hand gaben wie er sich ohne Opfer verabschiedet.
Der Bürgerkrieg wird ohne Verhandlungslösung erst durch den Sieg einer Seite aufhören. Das Assad siegt ist fast ein unding und würde wohl den Terror begünstigen, die Opposition ist aber auch zu schwach.
"Das Pech der Syrer ist, das ein Verhandlungsfrieden nur dem Volk, aber nicht einer Schwächung des Iran dient."
Ihr Weltbild ist auch etwas schwarz weiß. Sie kennen vielleicht die letzte Nato Stellungsnahme nicht, die sagt das man voll hinter einer Verhandlungslösung steht.
Zeit-Zitat: ""Verantwortungslos und extrem riskant" findet Frederik Barkenhammar vom DRK diese Methode, mit der sich Neudeck "absolute Unabhängigkeit im Handeln" bewahren will."
Bei aller positiven Bewertung der Aktivitäten von Herrn Neudeck kann ich Herrn Barkenhammer nur zustimmen.
Das gilt insbesondere, wenn eine humanitäre Organisation Partei nimmt und Aufrufe der Opposition nach mehr Waffen unterstützt.
http://www.br.de/presse/i...
Die Parteinahme von Herrn Neudeck für die Opposition scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein, wie folgende Buchbesprechung verdeutlicht:
" Die fünf verpassten Gelegenheiten Assad´s, um sich an die Spitze der Reform-Bewegung zu stellen
Ein Buch über Syrien, wie wir es jetzt brauchen - Von Rupert Neudeck
http://islam.de/21029
Auch folgendes Interview ist gehäuft mit einseitigen Schuldzuweisungen.
"Augenzeugenbericht aus Syrien von Rupert Neudeck - Das Grauen in Syrien benennen und nicht weg schauen"
http://islam.de/21682
Im jugendlchen Eifer begeben sich vor allem Gymnasiasten ins Ausland, um zu "helfen". Unsere Gutmenscherziehung sorgt dafür, dass sie meinen, allein durch deutsche Geburt könnten sie den Eingeborenen in entscheidenden Fragen weiter helfen, "Akzente setzen", "sich einbringen" etc. Allein, sie können noch gar nicht viel. Auch einwöchige Vorbereitungskurse, in denen sicher immer auf Gefahren hingewiesen wird, können die tiefsitzenden Wünsche nach Abenteuer nicht beseitigen, höchstens sprachlich kaschieren.
Die Realität sieht dann meist anders aus, als man sich das vorgestellt hatte. Vor Ort warten Probleme, z.B. soziale Verwerfungen, die sie gar nicht begreifen, geschweige denn lindern können.
Für die Bevölkerung vor Ort sind sie deshalb oft nicht mehr als eine billige Arbeitskraft, oder werden einfach nur freundlich belächelt. Im glücklichsten Fall kommen ein paar nicht schädliche Aktionen heraus.
Dies ist ein ganz sensibles Thema. Wirklich ernsthafte Organisationen schicken ihre jungen Erwachsenen nur unter strengsten Bedingungen ins Ausland. Der beschriebene Einsatz scheint mir absurd zu sein. Eine Schule mit jugendlichen Hilfsarbeitern aufzubauen, wo noch gekämpft wird, ist wirklich verantwortungslos.
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