Bürgerkrieg : Unklarheit über Chemiewaffenangriff in Syrien

Rebellen und syrische Regierung beschuldigen sich gegenseitig, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Die britische Regierung droht für den Fall mit ernsten Konsequenzen.

Im syrischen Bürgerkrieg haben sich Regierung und Rebellen gegenseitig den Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, Terroristen hätten in der Ortschaft Chan al-Asal Nahe der Stadt Aleppo Chemiewaffen eingesetzt und 25 Menschen getötet. Zudem seien 86 Zivilisten und Soldaten verletzt worden.

Informationsminister Omran al-Soabi sprach von einer gefährlichen Eskalation seitens der Aufständischen. Zugleich gab er der Türkei und Katar wegen ihrer Unterstützung für die Rebellen die "rechtliche, moralische und politische" Verantwortung für den Angriff.

Die Rebellen wiesen den Vorwurf zurück und veröffentlichten ihrerseits eine Video-Botschaft, in der sie behaupteten, die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten eine Scud-Rakete auf den Ort geschossen. Dabei hätten sie ihr Ziel, eine Polizeischule in der Nähe der Front, verfehlt und versehentlich ihre eigenen Anhänger bombardiert. Ein Oppositioneller aus Aleppo sagte: "Wir wissen nicht genau, ob es wirklich eine Giftgas-Attacke war, vielleicht hat die Rakete auch eine Fabrik getroffen, aus der dann giftige Gase ausgetreten sind."

Angeblich auch Angriff bei Damaskus

Die Aufständischen präsentierten zudem Videobilder eines weiteren angeblichen Chemiewaffenangriffs in der Nähe der Hauptstadt. Die Aufnahmen zeigten, wie Männer und Jungen in einem Gesundheitszentrum mit Sauerstoff versorgt wurden. Der Angriff sei in dem östlich von Damaskus gelegenen Otaiba erfolgt.

Der Chef der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Uzumcu, sagte, er habe keine unabhängige Bestätigung für den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. Seine Organisation überprüfe die Berichte.

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