BürgerkriegPeres fordert Militär-Intervention in Syrien

Israels Präsident hat sich für ein militärisches Eingreifen der Arabischen Liga in dem Bürgerkriegsland ausgesprochen. Er warnte vor den Chemiewaffen Syriens.

Israels Präsident Schimon Peres hat eine militärische Intervention der Arabischen Liga in Syrien gefordert. Die Vereinten Nationen sollten die Liga dabei unterstützen, eine arabische Blauhelm-Truppe zu bilden, sagte er vor dem Europaparlament in Straßburg.

Die Arabische Liga "kann und sollte eine provisorische Regierung in Syrien bilden und dem Massaker ein Ende bereiten", sagte Peres. Sie müsse verhindern, dass Syrien auseinanderbricht. Das Eingreifen westlicher Streitkräfte könnte hingegen Syrien als Einmischung empfinden.

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Die freie Welt dürfe nicht dabei zusehen, wie der syrische Präsident Baschar al-Assad Massaker an seinem eigenen Volk verübe, mahnte Peres. "Dies bricht unser aller Herzen."

Assad habe heimlich eine nukleare Anlage und ein Arsenal von chemischen Waffen bauen lassen. Während die Atomanlage rechtzeitig zerstört worden sei, seien die chemischen Waffen noch immer seinen Händen. Diese "schreckliche Gefahr" bedrohe das syrische Volk, die gesamte Region und sogar Europa.

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad vor knapp zwei Jahren wurden in Syrien nach Angaben der Vereinten Nationen 70.000 Menschen getötet. Eine Million Menschen sind auf der Flucht. Laut Unicef sind zwei Millionen Kinder betroffen.  

Im vergangenen Jahr hatte unter anderem das Golfemirat Katar, das der Arabischen Liga angehört, eine militärische Intervention in Syrien gefordert. Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und traditioneller Verbündeter Syriens spricht sich jedoch strikt gegen ein militärisches Eingreifen im Syrien-Konflikt aus. 

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Leserkommentare
  1. Kim hat doch nach seinen eigenen Angaben die Mittel und Bereitschaft einen grossen Krieg für eine gerechte Sache zu führen? - Vielleicht sollte ihm die UN einfach eine sinnvolle Aufgabe geben, bei der er gross rauskommen kann, und alle sind happy: Kim kann spielen, die westliche Welt bekommt ihr Syrien-Problem gelöst und muss sich nicht die Hände schmutzig machen, darf aber hinterher beim Wiederaufbau seinen Industrien grossvolumige Aufträge verschaffen - das Leben könnte doch so einfach sein :-)

  2. Hat Israel nicht vor einiger Zeit noch (schlauerweise) ganz andere Äußerungen abgegeben?

    http://german.ruvr.ru/2012_12_25/Israel-verteidigt-Assad/

    Man sollte doch begreifen dass ein fundamentalistischer Gottesstaat, nicht gerade zum Frieden beitragen wird.
    Und falls das Assad-Regime fallen sollte, so werden die so gefürchteten Chemiewaffen womöglich erheblich leichter in unkontrollierbare Hände fallen.
    Man sieht ja wie es in Libyen ausgegangen ist.

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    ...gut ausgegangen, und das Land ist nach profunder Ansicht auf dem bestem Weg, lieber Mitforist.

    Peres ist ein Fuchs wie Sharon, die Israelis führen die Araber und deren Unterstützer vor.
    Denn Blauhelme der arabischen Liga würden den Konflikt aufgrund der unterschiedlichen Glaubensrichtungen noch schön anheizen (eventuell sogar ausweiten) und die westlichen Staaten werden durch ihre Unterstützung sich zu Hause Prügel abholen. Sie auch Stationierung dt. Soldaten in der Türkei und der warme Empfang durch den Bündnispartner.

    Bin immer wieder erstaunt, wie leicht es ist, die hypocrits in Verlegenheit zu bringen.
    Sharon war ja auch clever sich aus Gaza und dem Südlibanon zurückzuziehen, denn die Reaktion der Friedensaktivisten der Hezbollah und Hamas war absehbar.

    wiseo? Dort vernichten die Italiener im Auftrag der OPCW doch nur noch die Restbestände!

    Und auch davor war keine der Bürgerkriegsparteien so töricht sich der noch vorhandene "Gammelchemikalien" und Gebinde bemächtigen zu wollen.

    Die haben alle, zu Recht, einen ordentlichen Sicherheitsabstand eingehalten!

    Nicht zuletzt weil in dem Wüstenklima ganz schnell die tödliche Dosis Lost eingeatmet oder über die Haut aufgenommen ist.

    Wo war also das Problem?

    Herzlichst MC

    • scoty
    • 12. März 2013 13:39 Uhr

    und ich kann mir durchaus vorstellen das viele Soldaten der Assad Regierung bei einem militärisches Eingreifen der Arabischen Liga sich freiwillig ergeben würden.

    War dieser Bericht nicht ein Euronews Reportage mit Schimon Peres das vor ca. 1 Woche auf Euronews lief ?

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  3. ...gut ausgegangen, und das Land ist nach profunder Ansicht auf dem bestem Weg, lieber Mitforist.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Unverständlich"
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    dann sind diese Jungs auf der Straße nur falsch abgebogen ?

    http://derstandard.at/1362107451671/Libysche-Veteranen-wollen-Mekka-Reis...

    oder Nennen sie das etwa

    http://www.greenpeace-magazin.de/tagesthemen/einzelansicht/artikel/2013/...

    http://de.ria.ru/politics/20130310/265692057.html

    gelungenen PR gag ??

    Sehr zynisch- von uns beiden-

    ich frage mich echt was Peres wohl geritten hat.
    Da er ja auch weiß das mind. 2/3 der Arabischen Liga Mitgliedstaaten Israel nicht anerkennt.
    Und seine Bevölkerung lieber heute als morgen ins Meer werfen möchte.

    http://www.fas.org/sgp/crs/mideast/RL33961.pdf

    http://en.wikipedia.org/wiki/Arab_League_and_the_Arab%E2%80%93Israeli_co...

    waren die Anschläge der radikalen Islamisten letzten Sommer in Libyen auch ein gutes Zeichen für die positive Entwicklung dieses Landes?
    Ich glaube, dass Israel auf Ratschlag der USA in den Syrienkonflikt eingreifen sollte, damit die USA auch positiv auf den Vorschlag Israels reagiert, damit man hinsichtlich des Irans in aggressive Verhandlungen eintreten kann.

    • Bashu
    • 12. März 2013 14:01 Uhr

    Darunter auch Tausende Zivilisten.

    Das kann man nur als Erfolg werten, wenn man gemütlich und sicher hinterm Bildschirm zu einem Café Latte über Weltpolitik philosophieren kann. Hätten Sie Frau, Kind, oder die ganze Familie verloren, sähen Sie das sicher anders...

    Entfernt. Bitte kehren Sie zum konkreten Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/jz

    • FLH80
    • 12. März 2013 13:40 Uhr

    es sicher noch gebraucht: einen Aufruf Israels an die Arabische Liga, in ein arabisches Land militärisch von außen einzugreifen.
    Entweder habe ich einen Knick in der politischen Optik oder dieser Aufruf soll dazu dienen, die Araber endgültig aus diesem Konflikt rauszuhalten.
    Wie stünden sie denn vor ihrem eigenen Volk da, wenn sie diesem Aufruf tatsächlich Folge leisteten?
    Man schaue sich den Film "Töte zuerst" an und frage sich, woraus sich die "arabische Straße" in ihrer Antipathie gegen die israelische Politik speist...

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    beuten arabische Länder nur aus. Ihre Wurzeln sind jüdischer Herkunft.

  4. ...das Israel keine Freunde hat. Wen wundert das schon wenn jeder israelische Möchtegern täglich seine Wunschkriege proklamiert, heute Hamas, morgen Iran übermorgen Syrien, zwischendurch mal wieder Gaza und abun zu ein paar Einsätze gegen den Jemen können auch nicht schaden, etwas zündeln im Sinai und von Mossad-Aktivitäten will ich gar nicht erst anfangen sonst wird mir schlecht. Hat erschon einen Friedensnobelpreis? Sont wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.

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  5. kann denn Staat ISRAEL auch einmal von" Frieden schaffen" reden ?

    und nicht nur Kriege anzetteln ! !

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  6. beuten arabische Länder nur aus. Ihre Wurzeln sind jüdischer Herkunft.

    Antwort auf "Das hat"
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    "Die Saudis und Al-Thanis beuten arabische Länder nur aus. Ihre Wurzeln sind jüdischer Herkunft."

    Ist alles OK?

    Könnten Sie diese Behauptung bitte mit ein paar Daten unterfüttern? Würde mich wirkich interessieren, wie Sie darauf kommen. Ich konnte auf Wikipedia keine Hinweise finden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, tst
  • Schlagworte Bürgerkrieg | Schimon Peres | Syrien | UN-Sicherheitsrat | Unicef | Vereinte Nationen
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