Entführung : Islamisten in Syrien sprechen von Freilassung der UN-Blauhelme

Die von Rebellen verschleppten philippinischen UN-Soldaten könnten bald frei sein. Ein Video der Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade wirft aber Fragen auf.

Die Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade will die verschleppten 21 philippinischen Blauhelm-Soldaten wieder den Vereinten Nationen übergeben. "Sie stehen so lange unter unserem Schutz, bis wir ihren Transport in ein sicheres Gebiet organisieren können", schrieben Angehörige der islamistischen Splittergruppe der Freien Syrischen Armee auf Facebook

Sie verlangten, dass die Vereinten Nationen ihrerseits ein "Sicherheitskomitee" bilden, um die UN-Soldaten in Empfang zu nehmen. Denn Regierungstruppen bombardierten das Gebiet im Südwesten der Provinz Daraa (Karte) derzeit. Von früheren Erklärungen zu dem Zwischenfall distanzierte sich die Führung der Brigade.

Ein Sprecher der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee sagte dem Nachrichtenportal Zaman al-Wasl, er erwarte, dass die Blauhelme binnen weniger Stunden freigelassen werden. 

Die Brigade aus Daraa hat ihren Namen vom Jarmuk-Tal im Grenzgebiet zwischen Syrien, Jordanien und den von Israel besetzten Golanhöhen. Die Gruppierung hatte am Mittwoch den UN-Konvoi unter seine Kontrolle gebracht, wie dieses Video zeigt. Am gleichen Tag hatte der Generalstabschef der FSA, Oberst Salim Idriss, die EU-Staaten um die Lieferung moderner Waffen gebeten.      

"Dem Ansehen der Revolution geschadet"

Es gibt Anzeichen, dass die UN-Soldaten bei den Entführern in großer Gefahr sind, da diese mit äußerster Brutalität agieren. Auf demselben Videokanal, auf dem die Islamisten ihre Erklärungen veröffentlichten, ist ein entsprechender Film zu sehen. Bewaffnete zerren darin an einer bewohnten Straße einen wehrlosen Mann aus dem Gepäckraum einer Limousine, werfen ihn nieder und erschießen ihn mit mehreren Gewehrsalven auf brutale Weise. Die Brigade will am Donnerstag in dem Dorf Dschamla zudem Dutzende bewaffneter Milizionäre des Regimes getötet und 27 Gefangene genommen haben.       

In den Kommentar-Foren wurde harsche Kritik an den Entführern laut. Viele fragten, was es bringe, UN-Soldaten zu entführen. Das sei indirekte Unterstützung des Assad-Regimes. Revolutionäre forderten die sofortige Freilassung der UN-Soldaten und warfen den Geiselnehmern vor, diese hätten "dem Ansehen unserer Revolution geschadet". Der UN-Sicherheitsrat hatte die Entführung auf das Schärfste verurteilt.      

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