Das US-Verteidigungsministerium in Arlington, Virginia © Mark Wilson/Getty Images

Die US-Armee soll während des Irak-Kriegs einheimische Milizen aufgebaut haben, die geheime Foltergefängnisse betrieben haben. Das berichten Guardian und BBC auf Grundlage einer gemeinsamen Recherche. Die paramilitärischen Einheiten hätten während der US-Besatzung schwerste Folterverbrechen begangen, die dem späteren US-Kommandeur und CIA-Chef David Petraeus bekannt gewesen sein sollen.

Petraeus war 2004 als General in den Irak entsandt worden, um dort irakische Sicherheitskräfte aufzubauen und zu schulen. An ihn sollen zwei Veteranen der US-Streitkräfte berichtet haben, die mit Millionen US-Dollar die Milizen und Foltergefängnisse organisiert haben sollen. Der früherer US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld soll den den Veteran Colonel James Steele dazu berufen haben, die paramilitärischen Einheiten aufzustellen.

Ziel soll gewesen sein, einen sunnitischen Aufstand in dem Land zu unterdrücken. Rekrutiert worden seien deshalb schiitische Kämpfer etwa der Badr-Brigaden, heißt es in dem Bericht.

Durch WikiLeaks aufmerksam geworden

Die Vorwürfe stammen den britischen Medien zufolge sowohl von amerikanischen wie auch irakischen Zeugen. "Ich habe sie in den Foltergefängnissen gesehen", sagt der irakische General Muntadher al-Samari in dem Bericht über die beiden hochrangigen Mitarbeiter der US-Streitkräfte. "Sie wussten über alles Bescheid, über Folter, die schrecklichsten Arten der Folter."

Der Guardian und die BBC seien auf die Thematik aufmerksam geworden durch die geheimen US-Militärberichte, die 2010 die Internetplattform WikiLeaks veröffentlicht hatte. Darin hieß es, dass US-Soldaten im ganzen Land Hunderte Male auf schwer gefolterte Gefangene gestoßen seien. Der im Irak eingesetzte Soldat Bradley Manning hat kürzlich vor Gericht gestanden, die entsprechenden Dokumente an das Portal weitergegeben zu haben. Ihn erwarten bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft.