RegulierungIran, Syrien und Nordkorea lassen Waffenhandel-Konferenz scheitern

Auch ein überarbeiteter Entwurfstext zur Neuregelung des Waffenhandels hat die drei Länder nicht zufriedengestellt. Sie klagen über Ignoranz der Verhandlungspartner.

Ein syrischer Aufständischer in Aleppo

Ein syrischer Aufständischer in Aleppo

Die Verhandlungen der Vereinten Nationen über ein weltweites Abkommen zur Regelung des Waffenhandels sind zum wiederholten Mal gescheitert. Die mit internationalen Sanktionen belegten Länder Iran, Nordkorea und Syrien lehnten den Text für einen internationalen Vertrag in New York ab, wie der Präsident der Konferenz, Peter Woolcott, mitteilte. Es gebe keinen Konsens.

Irans UN-Botschafter Mohammed Chasaee beklagte demnach etwa, dass der Text das "Recht eines Staates auf Selbstverteidigung, die Abwehr von Aggressionen und die Wahrung der territorialen Integrität" nicht betone. Nordkoreas Vize-Vertreter bei der UN, Ri Tong Il, nannte den Vertrag einen "riskanten Entwurf, der von großen Waffenexporteuren politisch manipuliert werden kann". Er monierte zudem die Möglichkeit von Waffenembargos, von denen auch Nordkorea wegen seines Atomprogramms betroffen ist.

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Syriens Vertreter bei den Vereinten Nationen, Baschar Dschaafari, sagte, dem Vertrag fehlten präzisere Aussagen zu möglichen Waffenlieferungen an Terroristen und nichtstaatliche Gruppen. In Syrien herrscht seit zwei Jahren Bürgerkrieg, in dem bewaffnete Aufständische die Regierung von Baschar al-Assad bekämpfen. Die Führung in Damaskus bezeichnet die Rebellen als Terroristen.

Ban Ki Moon ist "zutiefst enttäuscht"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich "zutiefst enttäuscht". Den Entwurf für ein Abkommen bezeichnete er als ausgeglichen. Er rief die UN-Staaten auf, sich weiterhin zu mühen, damit ein Abkommen so bald wie möglich in Kraft treten könne.

Unabhängig von der gescheiterten Konferenz könnte der Entwurf in der kommenden Woche in der UN-Generalversammlung zur Abstimmung kommen. Dort ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit ausreichend.

Ein russischer Diplomat sagte in New York, Russland werde den Entwurf sorgfältig prüfen und dann über eine Annahme entscheiden. Ähnlich äußerte sich Indien. Die USA stünden hinter dem Abkommen und der US-Waffenhandel werde dadurch "nicht übermäßig behindert", sagte der US-Vertreter Tom Countryman.

Blockierer isoliert

Vertreter der 193 UN-Mitgliedstaaten hatten seit Anfang vergangener Woche in New York über einen Kontrollvertrag verhandelt. Alle Länder sollten sich verpflichten, zu prüfen, ob Waffenlieferungen in die Hände von Terroristen gelangen. Ebenso sollen sie sicherstellen, dass die potenziellen Käufer von Waffen keine Menschenrechtsverletzungen begehen, bevor die Waffen verkauft werden.

Der Vertrag sah Regeln für kleine und leichte Waffen wie auch für großkalibrige Waffensysteme, Panzer und andere Militärfahrzeuge vor. Auch Raketen und Raketenwerfer waren darin aufgeführt.

Bereits im Juli 2012 waren Verhandlungen über ein Waffenhandelsabkommen gescheitert. Diesmal waren die drei Blockierer offenbar isoliert, da die großen Waffenproduzenten – USA, Russland, Deutschland Frankreich, China und Großbritannien – den Text dem Vernehmen nach unterstützten.

 
Leser-Kommentare
  1. für ihre Aufklärung.
    Ich finde nur die menschliche Lage in Nordkorea zum Beispiel sehr bedrückend und fände es wichtiger wenn sich ein Land wie dieses, mehr um die Versorgung mit Nahrungsmittel im Land kümmern würde und anfangen würde sich militärisch Atomar abzurüsten, damit die Sanktionen gegen das Land zu Gunsten der Bevölkerung gelockert werden können.

    Ähnlich sehe ich es mit dem Atomprogramm des Irans, was für Außenstehende sehr beängstigend ist und das Volk durch die Sanktionen nur schadet, wenn es tatsächlich ein militärisches verfolgt, was es ja sonnst nicht verschweigen müsste.
    Andererseits Stimme ich ihnen zu es gibt schlimmeres und wenn es nur ein Vertragsentwurf war, den man etwa durch die vorläufiger Ablehnung korrigieren wollte, dann steht es den Ländern natürlicht auch zu. Da ich inhaltlich da nicht auf den Laufenden bin, kann ich es auch nicht beurteilen. Danke nochmal, das sie mich korrigierten.

    Antwort auf "Unsinn"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ja, mein lieber homenter, wenn der Iran Ihnen solche Angst macht, dann halte ich es aber für keine gute Idee, Ihre Mitmenschen zum Zweck der Angstbewältung ebenfalls zur Angst zu motivieren.

    Dass Sie sich gerne über Ihre Ängste unterhalten möchten, mag ja ihr gutes Recht sein.
    Obwohl ich den Verdacht habe, dass der klinische Krankheitswert Ihres Angstleidens nahe bei null liegt.
    Was verursachen denn diese Ängste, abgesehen davon, dass Sie hier Kommentare schreiben?
    In wie weit wird Ihre Lebensqualität durch Ihre Iranophobie eingeschränkt? Ich gehe ja einmal davon aus, dass Ihre Lebensqualität unmittelbar durch den Iran selbst nicht eingeschränkt wird, oder etwa wohl?

    Und was ist mit Ihrer durch die humanitäre Situation in Nordkorea verursachten Depression? In wie weit wird Ihre Lebensqualität durch das Erleben von Bedrückheit beeinträchtigt, abgesehen davon, dass es Sie veranlasst, hier Kommentare zu verfassen?

    Nachdem Nordkorea, im Gegensatz zum Iran, ja bereits über A.waffen verfügt, fände ich es eigentlich sinnvoll, die Bedrückung mit der Angst zu kombinieren.
    Vielleicht würde dieses Iran-Problem, dass Sie haben, dann immerhin mit der Zeit an Bedeutung verlieren.

    Ja, mein lieber homenter, wenn der Iran Ihnen solche Angst macht, dann halte ich es aber für keine gute Idee, Ihre Mitmenschen zum Zweck der Angstbewältung ebenfalls zur Angst zu motivieren.

    Dass Sie sich gerne über Ihre Ängste unterhalten möchten, mag ja ihr gutes Recht sein.
    Obwohl ich den Verdacht habe, dass der klinische Krankheitswert Ihres Angstleidens nahe bei null liegt.
    Was verursachen denn diese Ängste, abgesehen davon, dass Sie hier Kommentare schreiben?
    In wie weit wird Ihre Lebensqualität durch Ihre Iranophobie eingeschränkt? Ich gehe ja einmal davon aus, dass Ihre Lebensqualität unmittelbar durch den Iran selbst nicht eingeschränkt wird, oder etwa wohl?

    Und was ist mit Ihrer durch die humanitäre Situation in Nordkorea verursachten Depression? In wie weit wird Ihre Lebensqualität durch das Erleben von Bedrückheit beeinträchtigt, abgesehen davon, dass es Sie veranlasst, hier Kommentare zu verfassen?

    Nachdem Nordkorea, im Gegensatz zum Iran, ja bereits über A.waffen verfügt, fände ich es eigentlich sinnvoll, die Bedrückung mit der Angst zu kombinieren.
    Vielleicht würde dieses Iran-Problem, dass Sie haben, dann immerhin mit der Zeit an Bedeutung verlieren.

  2. Ja, mein lieber homenter, wenn der Iran Ihnen solche Angst macht, dann halte ich es aber für keine gute Idee, Ihre Mitmenschen zum Zweck der Angstbewältung ebenfalls zur Angst zu motivieren.

    Dass Sie sich gerne über Ihre Ängste unterhalten möchten, mag ja ihr gutes Recht sein.
    Obwohl ich den Verdacht habe, dass der klinische Krankheitswert Ihres Angstleidens nahe bei null liegt.
    Was verursachen denn diese Ängste, abgesehen davon, dass Sie hier Kommentare schreiben?
    In wie weit wird Ihre Lebensqualität durch Ihre Iranophobie eingeschränkt? Ich gehe ja einmal davon aus, dass Ihre Lebensqualität unmittelbar durch den Iran selbst nicht eingeschränkt wird, oder etwa wohl?

    Und was ist mit Ihrer durch die humanitäre Situation in Nordkorea verursachten Depression? In wie weit wird Ihre Lebensqualität durch das Erleben von Bedrückheit beeinträchtigt, abgesehen davon, dass es Sie veranlasst, hier Kommentare zu verfassen?

    Nachdem Nordkorea, im Gegensatz zum Iran, ja bereits über A.waffen verfügt, fände ich es eigentlich sinnvoll, die Bedrückung mit der Angst zu kombinieren.
    Vielleicht würde dieses Iran-Problem, dass Sie haben, dann immerhin mit der Zeit an Bedeutung verlieren.

    Antwort auf "Danke Frau Gomez"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, jt
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  • Schlagworte Waffenhandel | Vereinte Nationen | Iran | Nordkorea | Syrien
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