Der frühere polnische Gewerkschaftsführer und Präsident Lech Wałęsa hat sich abfällig über Homosexuelle geäußert. Seiner Meinung nach sollten homosexuelle Abgeordnete im Parlament in der letzten Reihe oder sogar draußen sitzen – "nahe der Mauer oder sogar hinter der Mauer". Das sagte er in einem Fernsehinterview.

Auch Demonstrationen von Homosexuellen sollten nach Aussage des Friedensnobelpreisträgers nicht im Stadtzentrum, sondern in Außenbezirken stattfinden. "Ich will nicht, dass diese Minderheit, mit der ich nicht einverstanden bin, auf die Straßen geht und meine Kinder und Enkel verwirrt", sagte Wałęsa.

Er sprach sich gegen angeblich zu weitreichende Forderungen Homosexueller aus. "Sie müssen wissen, dass sie eine Minderheit sind und sich mit kleinen Dingen abfinden müssen, aber nicht nach Gipfeln streben sollen", sagte er. Es handele sich um "eine Minderheit, die auf uns herumtrampelt", sagte Wałęsa.

Polen streitet derzeit über eingetragene Partnerschaften für homosexuelle Paare. Die liberalkonservative Regierung und die linke Opposition bereiten dazu Gesetzesinitiativen vor. Nationalkonservative Politiker lehnen rechtliche Verbesserungen für schwule und lesbische Paare ab. Unter den Abgeordneten im polnischen Parlament ist derzeit ein bekennender Schwuler sowie ein Transsexueller.