MedienStar-Reporter Woodward legt sich mit Weißem Haus an

Angriff auf die Pressefreiheit? Bob Woodward, Enthüller der Watergateaffäre, wirft dem Weißen Haus vor, ihm wegen eines Berichts über Obamas Etatpolitik gedroht zu haben.

Bob Woodward (Archivbild)

Bob Woodward (Archivbild)

Ein Bericht über den Haushaltsstreit in den USA hat die Reporter-Legende Bob Woodward in Konflikt mit dem Weißen Haus gebracht. Ein Stabsmitarbeiter von US-Präsident Barack Obama habe ihn bedroht, sagte Woodward auf Politico. Der Journalist ist berühmt geworden durch die Enthüllung der Watergateaffäre in den siebziger Jahren, die zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon führte.

Woodward behauptet nun, Wirtschaftsberater Gene Sperling habe ihn wegen eines für die Washington Post geplanten Artikels am Telefon "eine halbe Stunde lang" angeschrien. Dann soll er in einer E-Mail gedroht haben, dass der Journalist seine Aussagen bereuen werde. Das Weiße Haus dementierte dies. Zum Beweis gab die Regierung die strittige E-Mail zur Veröffentlichung frei.

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E-Mail "unglaublich respektvoll" formuliert

In dem Artikel kritisiert Woodward den Präsidenten wegen seiner Rolle im derzeitigen Haushaltsstreit. Während Obama die Republikaner für die Einschnitte verantwortlich macht, behauptet Woodward, tatsächlich seien die Vorschläge dafür aus dem Weißen Haus gekommen. Der damalige Haushaltschef Jack Lew, der seit Donnerstag neuer Finanzminister ist, habe sie erarbeitet. Obama habe die Strategie persönlich abgesegnet, um die Debatte über eine Erhöhung der Schuldenobergrenze zu entschärfen.

Obamas Sprecher Jay Carney sagte, Auseinandersetzungen zwischen Regierungsmitarbeitern und Medienvertretern seien durchaus normal. Die E-Mail sei "unglaublich respektvoll" formuliert. Er habe den Journalisten als Freund bezeichnet und sich dafür entschuldigt, "seine Stimme erhoben" zu haben.

 
Leser-Kommentare
  1. ... aber er ist damals in die Affäre Watergate reingelaufen, weil die WashPost nicht erkannt hat, was da dran war an dem Einbruch. Woodward hat nicht etwa durch Recherche etwas entdeckt, sondern der Skandal ist ihm in den Schoss gefallen.

    Seitdem hat er auch nichts entdeckt. Er ist vielmehr ein schlichter Reporter mit Zugang zu den Stars:
    http://www.heise.de/tp/ar...

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    Schön und gut, aber dazu gehört vor allen Dingen Mut und Beharrlichkeit (Hat ja bis 1974 gedauert, bis Nixon schließlich zurückgetreten ist). Würde heute jemand einen Einbruch mit den Weißen Haus verbinden, wäre er ein Verschwörungstheoretiker, basta.
    Aber, jeder gute Journalist ist auch ein Verschwörungstheoretiker, von dessen Intelligenz, Mut und Talent es abhängt, seine Verschwörungstheorie über Recherche, Fakten und Hinterfragen zu einem stichhaltigen, stringenten und objektiven Tatsachenbericht zu führen.
    Also, was ist falsch an Bob Woodward?
    Im Übrigen, nach Watergate kam, ein Jahrzehnt spaäter das Buch "Veil die geheimen Kriege der CIA" War nicht so ein Kanller wie Watergate, aber trotzdem sehr aufregend damals. So ein Watergate hat man vermutlich nur einmal im Journalistenleben.

    Schön und gut, aber dazu gehört vor allen Dingen Mut und Beharrlichkeit (Hat ja bis 1974 gedauert, bis Nixon schließlich zurückgetreten ist). Würde heute jemand einen Einbruch mit den Weißen Haus verbinden, wäre er ein Verschwörungstheoretiker, basta.
    Aber, jeder gute Journalist ist auch ein Verschwörungstheoretiker, von dessen Intelligenz, Mut und Talent es abhängt, seine Verschwörungstheorie über Recherche, Fakten und Hinterfragen zu einem stichhaltigen, stringenten und objektiven Tatsachenbericht zu führen.
    Also, was ist falsch an Bob Woodward?
    Im Übrigen, nach Watergate kam, ein Jahrzehnt spaäter das Buch "Veil die geheimen Kriege der CIA" War nicht so ein Kanller wie Watergate, aber trotzdem sehr aufregend damals. So ein Watergate hat man vermutlich nur einmal im Journalistenleben.

  2. Schön und gut, aber dazu gehört vor allen Dingen Mut und Beharrlichkeit (Hat ja bis 1974 gedauert, bis Nixon schließlich zurückgetreten ist). Würde heute jemand einen Einbruch mit den Weißen Haus verbinden, wäre er ein Verschwörungstheoretiker, basta.
    Aber, jeder gute Journalist ist auch ein Verschwörungstheoretiker, von dessen Intelligenz, Mut und Talent es abhängt, seine Verschwörungstheorie über Recherche, Fakten und Hinterfragen zu einem stichhaltigen, stringenten und objektiven Tatsachenbericht zu führen.
    Also, was ist falsch an Bob Woodward?
    Im Übrigen, nach Watergate kam, ein Jahrzehnt spaäter das Buch "Veil die geheimen Kriege der CIA" War nicht so ein Kanller wie Watergate, aber trotzdem sehr aufregend damals. So ein Watergate hat man vermutlich nur einmal im Journalistenleben.

  3. Die Vorwürfe sind so flach, das ein guter Daily-Show beitrag draus wurde:

    http://www.thedailyshow.c...

    Schaumschläger @ work

  4. Auch wenn der Artikel einen anderen Eindruck vermittelt, genießt die Meinungsfreiheit in den USA doch einen hohen Stellenwert. Sie ist dort in der Verfassung verankert und gilt, anders als bei uns, auch für konservative Medienbeiträge. Wir Deutsche waren schon immer extrem (Hitler, Stasi, Ökobewegung,..), aber ich bin dennoch sicher, auch dem aktuellen Zeitgeist wird man irgendwann die Maske entreißen (http://www.youtube.com/wa... ).

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Meinem Empfinden nach ist die in den USA praktizierte Politik m keinen Deut leichter nachvollziehbar als diejenige in China oder Russland.

    Beispielsweise sei hier die Berichterstattung über die Irak-Kriege angeführt, genauso suspekt erscheint mir die offizielle Version der Tötung Bin Ladens.

    Meinungsfreiheit hin oder her: was die Öffentlichkeit, die Medien/Presse an Informationen erhält, wird - meiner bescheidenen Ansicht nach - nicht weniger genau kontrolliert als in China, Russland oder Nordkorea. Das hat sich unter Obama kein bißchen gebessert.

    Wir brauchen mehr Whistleblower!

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