Frankreich: Steuer-Skandal erschüttert Hollandes Autorität
Der Schatzmeister von Hollandes Wahlkampagne steht im Zwielicht. Er musste die Beteiligung an zwei Offshore-Firmen zugeben. Damit hat Hollande zwei Affären zu bewältigen.
© Martin Bureau/AFP/Getty Images

Frankreichs Präsident François Hollande
"Diese Enthüllung kommt denkbar ungünstig, mitten im Skandalfall Cahuzac", urteilte Frankreichs angesehenste Tageszeitung Le Monde. Zuvor war bekanntgeworden, dass Jean-Jacques Augier, einstiger Wahlkampf-Manager des Präsidenten, zwei Briefkasten-Firmen auf den Cayman-Islands besitzt. Dabei steht Staatspräsident François Hollande ohnehin unter Dauerbeschuss der Opposition und der Presse.
Den Fehltritt von Exhaushaltsminister Jérôme Cahuzac, der 600.000 Euro auf ein geheimes Schweizer Konto transferiert hatte, konnte Hollande bislang noch mühevoll von sich fernhalten. Doch der (bestätigte) Vorwurf gegen Augier bringt Hollande in große Bedrängnis.
"Eine neue Affäre, die die Exekutive wegen des Verdachts auf Steuerflucht zum Erbeben bringt", kommentiert das konservative Blatt Le Figaro. Zwar beteuere der ehemalige Schatzmeister von Hollandes Wahlkampagne 2012, dass an seinen Offshore-Geschäften "nichts illegal" sei, aber es handle sich mitten in dem Sturm um Cahuzac doch mindestens um "eine riesige Ungeschicklichkeit" eines Mannes, der sich gegenüber Le Monde als Abenteurer bezeichnete. Auch die linke Tageszeitung Libération prophezeite, die neuerliche Affäre könne "den Horizont des Präsidenten der Republik verdunkeln".
Jean-Jacques Augier soll laut Le Monde 2005 über seine Finanzholding Eurane zusammen mit weiteren Aktionären das Unternehmen International Bookstores gegründet haben, das in dem bekannten Steuerparadies Kaiman-Inseln ansässig sei. Drei Jahre später habe er eine weitere Offshore-Firma gegründet. Augier bestätigte die Beteiligung an den beiden Firmen. Er habe aber "weder ein eröffnetes persönliches Bankkonto auf den Cayman-Inseln, noch direkte persönliche Investitionen in diesem Territorium". Hollande hat sich noch nicht zu dem Fall geäußert.
Gegenüber einem Reporter von Le Monde versuchte Augier, den Präsidenten aus der Affäre herauszuhalten: Hollande habe "natürlich" nichts von seinen geschäftlichen Aktivitäten auf den Cayman-Inseln gewusst. Augier ist seit 30 Jahren mit dem sozialistischen Politiker befreundet.
Lüge vor dem Parlament
Am Dienstag hatte der zwei Wochen zuvor zurückgetretene Haushaltsminister Jérôme Cahuzac den Besitz eines heimlichen Auslandskontos einräumen müssen, nachdem er zuvor monatelang die Öffentlichkeit und das Parlament belogen hatte. Gegen den Exminister läuft inzwischen ein formelles Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung.
Die Opposition will unter anderem wissen, seit wann Hollande über Cahuzacs heimliches Konto informiert war. Der Präsident beteuert, dies erst am Dienstag erfahren zu haben, als Cahuzac die Existenz des Kontos gegenüber Untersuchungsrichtern und in einer schriftlichen Erklärung einräumte. Hollande kündigte an, strengere Regeln für Politiker in punkto Steuerbetrug und Korruption durchsetzen zu wollen; nach einer Verurteilung sollte einem Politiker die Ausübung eines öffentlichen Amtes künftig untersagt sein.
Der Elysee-Palast dementierte einen Bericht des Magazins Le Point, wonach die Regierung intern schon im Dezember von der Existenz des Kontos Cahuzacs informiert wurde. Auch der Radiosender M6Info berichtete, dass das Innenministerium am 4. Dezember Hinweise bekommen habe, dass die Berichte des Enthüllungsportals Mediapart über das Konto stimmten. Zudem erklärte Michel Gonelle, dessen Aufnahme einer Unterhaltung Cahuzacs über sein Konto in der Schweiz die Affäre ins Rollen brachte, er selbst habe das Präsidialamt am 15. Dezember unterrichtet, dass die Aufnahme authentisch sei.
Miserable Umfragewerte für Hollande
Die einflussreiche katholische Zeitung La Croix nennt die politischen Folgen der Affäre Cahuzac schwerwiegend: "Hollande hat das sehr schnell begriffen. So hat er sofort den Brandschutz hervorgeholt, um nicht durch den Sturm davongetragen zu werden, und um seine Handlungsbereitschaft zu demonstrieren. Doch alle Regeln, Gesetze und Kontrollen nützen nichts, wenn die politisch Verantwortlichen ihre Ämter nicht als einen Dienst an der Allgemeinheit betrachten und von anderen verlangen, was sie selbst nicht leisten."
Einer Umfrage des Instituts TNS Sofres zufolge vertrauen dem Sozialisten nur noch 27 Prozent der Franzosen. In der März-Umfrage für Le Figaro hatte Hollande noch bei 30 Prozent gelegen; auch dies war im Vergleich zu früheren französischen Präsidenten ein Jahr nach der Wahl ein sehr niedriger Wert. Auch Premierminister Jean-Marc Ayrault sackte um weitere drei Punkte auf 25 Prozent ab.








Während der sich ex-Präse der Konservativen, N. Sarkozy, noch höchstselbst im Zentrum von Untersuchungen befindet (Stichwort: Bettencourt) und sich auch die IWF-Chefin und ehem. Finanzministerin noch immer staatsanwaltlicher Ermittlungen (wie einst W. Schäuble) erfreut, muss dieser blasse Hollande mit Anschuldigungen gegen Mitarbeiter aus der zweiten Reihe vorlieb nehmen.
Die Linken können es einfach nicht. Nicht einmal eine gescheite Korruptions-Affäre bekommen die hin. Und wenn sie sich dann doch mal erwischen lassen, hat man es mit Peanuts zu tun. Mit Geld und dessen Anhäufung haben die einfach nicht. Das müssen die Großmeister in die Hand nehmen.
.................der werfe den ersten Stein. Hören wir doch auf von den linken Brüdern zu erwarten , sie müßten billige Fahrräder, Autos, Anzüge und Wein zu ihrem Leben gehören lassen.Selbst die ehemalige Königin der kommunistischen Plattform Sahra Wagenknecht, führt heute einen Lebensstandart,der sich von der Basis des Normalo doch etwas entfernt hat.
Und frei von Fehhlverhalten sind wir alle nicht.Linke müsen keine bessseren Menschen sein und nicht alle konservativen sind Heuschrecken und Hasser der Arbeiterklasse.
Ich stimme Ihnen ja vorbehaltlos zu. Links sein, heißt nicht sich in Lumpen hüllen müssen. Links sein, heißt für mich das gute Leben lieben, es aber allen zu gönnen und darauf hinzuarbeiten, und nicht die eigenen Privilegien mit Klauen zu verteidigen.
Mir ging es jetzt eher darum, dass Heuchelei (und bei Steinbrück ist es schon fragwürdig, wenn er auf der einen Seite die Exzesse der Banken kritisiert und auf der anderen exorbitante Rednergagen annimmt.) eben bei Konservativen ebenso häufig anzutreffen ist wie bei Linken.
Ich stimme Ihnen ja vorbehaltlos zu. Links sein, heißt nicht sich in Lumpen hüllen müssen. Links sein, heißt für mich das gute Leben lieben, es aber allen zu gönnen und darauf hinzuarbeiten, und nicht die eigenen Privilegien mit Klauen zu verteidigen.
Mir ging es jetzt eher darum, dass Heuchelei (und bei Steinbrück ist es schon fragwürdig, wenn er auf der einen Seite die Exzesse der Banken kritisiert und auf der anderen exorbitante Rednergagen annimmt.) eben bei Konservativen ebenso häufig anzutreffen ist wie bei Linken.
Da sieht man, dass die Sozen auch nur korrupt sind. Wie fast alle anderen.
Wann finden wir Sigmar Gabriels Konto auf den Seychellen?
Wann finden wir Sahra Wagenknechts Depot in Russland?
Dass der Mann nicht das Standing für diesen Job hat, konnte auch jeder französische Wähler bereits vor der Wahl wissen. Es handelt sich um den ungeschicktesten Präsidenten, den die Republik je hatte. Eine altmodische staatsgläubige Politik, das war zu erwarten. Aber, dass Hollandes Personal dermaßen anrüchig ist, das konnte man nicht erahnen. Da hätte er ja gleich diese Edith Cresson reaktivieren können.
Hoffentlich tritt dieser unfähige und zur Karikatur ermunternde Präsident bald zurück. Hätte er das höchste Staatsamt doch seiner Ex-Frau überlassen.
Da rollen sich einem die Fußnägel hoch, bitte nicht.
Da rollen sich einem die Fußnägel hoch, bitte nicht.
Ich stimme Ihnen ja vorbehaltlos zu. Links sein, heißt nicht sich in Lumpen hüllen müssen. Links sein, heißt für mich das gute Leben lieben, es aber allen zu gönnen und darauf hinzuarbeiten, und nicht die eigenen Privilegien mit Klauen zu verteidigen.
Mir ging es jetzt eher darum, dass Heuchelei (und bei Steinbrück ist es schon fragwürdig, wenn er auf der einen Seite die Exzesse der Banken kritisiert und auf der anderen exorbitante Rednergagen annimmt.) eben bei Konservativen ebenso häufig anzutreffen ist wie bei Linken.
Der Steinbrück sieht das eben so: Je mehr Geld man den Banken abnimmt, um so besser.
Der Steinbrück sieht das eben so: Je mehr Geld man den Banken abnimmt, um so besser.
Der Steinbrück sieht das eben so: Je mehr Geld man den Banken abnimmt, um so besser.
Da rollen sich einem die Fußnägel hoch, bitte nicht.
müssen mit dem Dilemma leben, dass ihnen ihre Sünden höher angelastet werden, als ihren konservativen Kollegen. Bei rechten Politikern geht man sowieso davon aus, dass sie tricksen, lügen und nur auf ihren Vorteil bedacht sind. Die Verbesserung der Gesellschaft haben die eh nicht auf der Agenda, und deshalb hält sich die Empörung bei den Verfehlungen von Konservativen in Grenzen. Die spart man sich dann doch lieber für die Linken auf.
Stimmt irgendwie. Nur finde ich nicht, dass die Tatsache, dass wir von linken Politikern noch enttäuscht werden können, den Konservativen zum Vorteil gereichen sollte. Und die Behauptung, dass "linke" Politiker heuchlerischer wären, schlägt nunmal dem Fass den Boden aus.
Stimmt irgendwie. Nur finde ich nicht, dass die Tatsache, dass wir von linken Politikern noch enttäuscht werden können, den Konservativen zum Vorteil gereichen sollte. Und die Behauptung, dass "linke" Politiker heuchlerischer wären, schlägt nunmal dem Fass den Boden aus.
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