Marokkos Islamisten werden kritisch beäugt
Die Islamisten kämpfen derzeit vor allem mit ihrem eigenen Mangel an Regierungserfahrung, mit ihrer Ohnmacht vor den drängenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen des Landes, aber sie stellen keine Maximalforderungen auf, sie wollen die Gesellschaft nicht islamisieren. "Wozu auch, in Marokko sind doch alle schon Muslime!", meint Rachid Harimi, Regionaldirektor des PJD in Marrakesch, halb ernst, halb schalkhaft. "Wir sind angetreten, um Reformen auf den Weg zu bringen, wir wollen den Bürgern zu Freiheit und Brot verhelfen, ob sie Muslime sind oder nicht. Was hätten wir davon, wenn wir alle bekehrten, aber die Leute nichts zu essen haben?"
Nun fällt es Marokkos Islamisten leicht, sich als Demokraten zu geben, die sich der Gewaltenteilung und dem Pluralismus verschrieben haben – sie können gar nicht anders. Eingehegt werden sie und kritisch beäugt, von König Mohammed VI. auf der einen und der Opposition auf der anderen Seite. Doch das gehört zu einem weiteren marokkanischen Als-Ob, dem Als-Ob des Pluralismus: Marokko betont heute seine Andersartigkeit, als ein berbero-arabisches Land der kulturellen, sprachlichen, religiösen Vielfalt. Der König fördert den Sufismus, erkennt die Berbersprache Tamazight als Staatssprache an, so, als ob ihm am Pluralismus als Wert an sich läge.
Zyniker lesen darin eine kluge Strategie: In der religiösen und kulturellen Vielfalt kann keine Gruppe stark genug werden, um die Monarchie infrage zu stellen. Dessen ungeachtet entsteht durch die Schachzüge des Königs aber eine politische Kultur, die Marokko zum Vorteil gereicht. Entscheidend für den Erhalt dessen wird am Ende der Wettlauf sein zwischen dem Versuch der Reformer, Marokkos Probleme zumindest einzudämmen und der abnehmenden Geduld der Demonstranten, die auf die Einlösung des ihnen Versprochenen warten.








... das Ei. Wenn man immer nur fordert und nicht auch bereit ist, etwas zu geben, wird's nix. Solche ( zumindest vorläufigen ) Erfolgsgeschichten sollten alle die lesen, die primär auf Krawall und auf 100% Forderung gebürstet sind.
... scheinen die Menschen nicht zu hungern.
...vielleicht scheint das manchmal tatsächlich der bessere Weg zu sein. Auch wenn sich der Artikel für mich fast schon etwas zu positiv liest, aber ohne das Machtvakuum, wie es bei den anderen Staaten des arabischen Frühlings entstand, scheint sich in Marokko auch wirklich etwas in die richtige Richtung zu tun. Wenn auch nur in kleinen Schritten. (Damit möchte ich übrigens nicht sagen, dass ich die Mubaraks und Gaddafis misse)
Osten.
Tunesien scheint den Weg noch nicht gefunden zu haben. In Aegypten scheint noch einiges auf Klaerung zu warten.
In Libyen gab es viele Tote aber auch grosse Veraenderungen zum Besseren.
Osten.
Tunesien scheint den Weg noch nicht gefunden zu haben. In Aegypten scheint noch einiges auf Klaerung zu warten.
In Libyen gab es viele Tote aber auch grosse Veraenderungen zum Besseren.
"die politischen Parteien haben sich geeinigt und regieren jetzt gemeinsam".
Ein wenig ist es so, als halte man uns den Spiegel vor.
Wir haben keinen König, ok., aber sonst ist es doch wirkich so, daß die etablierten Parteien sich stillschweigend geeinigt haben, wohin man das Land steuern will.
So etwas nennt man wirtschafts- oder marktkonforme Politik.
Man nimmt der Unterdrückung etwas die Schärfe und ändert nichts am System der zwei Klassen - der Arbeiterklasse und der Klasse der Vermögenden die ohne Arbeit gut leben können. Ob König oder "nur" Milliardär ist egal.
... angekommen sind, meist die religiös tendierenden Parteien gewinnen, hat man ja auch bei uns nach 1945 und erneut nach 1989 erlebt. Man fühlt sich anscheinend in der religiösen Schiene mehr zu Haus, zumind. ist es etwas was man greifen kann.
Osten.
Tunesien scheint den Weg noch nicht gefunden zu haben. In Aegypten scheint noch einiges auf Klaerung zu warten.
In Libyen gab es viele Tote aber auch grosse Veraenderungen zum Besseren.
..Marokko ist das einzige "arabische"(eher berberische) Land der es versteht,stabil und sicher sein sicheren Weg zur Demokratie zu gehen.
seien wie klar,eine Demokratie a la EU muss man trotzdem nicht erwarten,da die Zutaten anders sind als bei uns,aber die langue gechichte eines Systems wie des Makhzen in marokko(400 jahre),das lehrt eine kluge Doktrin der stabilen Macht.
So kann Monarchie funktionieren. Wenn man sich anschaut, was derzeit wieder in Ägypten los ist, ist das vielleicht nicht das schlechteste Modell. Abes kommt ja auch immer auf die historisch gewachsene politische Kultur in einem Land an, was dort möglich ist. Nur, weil es dort so weit ganz gut zu funktionieren scheint, heißt das nicht, dass man es auf andere Länder übertragen kann.
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