OstasienWarum Nordkorea so aggressiv ist

Die Kriegspropaganda aus Nordkorea ängstigt Ostasien. Die Gefahr ist aber geringer, als sie scheint. Das eigentliche Problem ist die nervöse Stimmung.

Kim Jong Un und seine Generäle studieren Angriffsziele in den USA: Ein Propagandafoto der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas KCNA  vom 29. März.

Kim Jong Un und seine Generäle studieren Angriffsziele in den USA: Ein Propagandafoto der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas KCNA vom 29. März.

Kim Jong Un ist ein Diktator mit Atomwaffen. Das ist schlimm genug, doch übel daran ist insbesondere, dass man so gut wie nichts über ihn weiß: Wie denkt dieser Mann? Was sind seine Ziele? Und vor allem: Warum veranstaltet er ein derart bedrohliches Kriegsgeschrei?

Aggressive Propaganda aus Nordkorea gegen die USA und Südkorea ist keineswegs ungewöhnlich, vor allem nach gerade beschlossenen UN-Sanktionen. Doch verwundert dieses Mal ihre Intensität. Überrascht haben dürften die Strategen Pjöngjangs aber auch die kräftigen Reaktionen Washingtons: Die USA schickten zu den jährlichen Militärübungen mit Südkorea B-2-Tarnkappenbomber und verlegten F-22-Jagdflieger (gleichfalls mit Tarneigenschaften) auf einen Stützpunkt bei der Hauptstadt Seoul.

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Nun provozieren das Kriegsgeschrei und seine Reaktionen weltweit Meldungen, die die wirkliche Bedrohung weit übersteigen. Zumal schon ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass die Nordkoreaner unter Kim Jong Uns Vater Kim Jong Il schon weiter gegangen sind, als nur Propaganda zu verbreiten.

Im November 2010 hatte der Norden mindestens 200 Granaten auf die grenznahe südkoreanische Insel Yeonpyeong im Gelben Meer abgefeuert, zwei südkoreanische Soldaten starben damals. Unmittelbarer Auslöser dürfte ein Manöver Südkoreas gewesen sein. Zuvor im Mai war eine südkoreanische Korvette gesunken, wahrscheinlich getroffen von einem nordkoreanischen Torpedo, 46 Matrosen kamen ums Leben.

Kriegsrhetorik wieder heruntergedimmt

Die eigentliche Gefahr besteht heute in Missverständnissen und Kettenreaktion, die im Zuge der nervösen Stimmung entstehen können. Verstärkt vor allem dadurch, dass man im Westen über Kim Jong Un derart wenig Informationen hat. Wovon man zumindest recht sicher ausgehen kann, ist, dass er über die Stärke der Streitkräfte des Südens, Japans und der US-Pazifikflotte informiert ist. Und dass er weiß, dass eine ernsthafte Attacke gegen Südkorea – erst recht mit einer Atomwaffe – die schnelle Eliminierung seines Regimes zur Folge hätte. Sie wäre ein Akt der Selbstzerstörung – ganz abgesehen von den katastrophalen Folgen für Ostasien. Welche Ziele Kim Jong Un auch verfolgt, verrückt ist er nicht, wie Nordkorea-Experte Stephan Haggard feststellt.

Es ist daher kein Wunder, dass Kim am Sonntag die Kriegsrhetorik schon wieder heruntergedimmt hat: Die Bereitstellung von Atomanlagen diene vor allem der wirtschaftlichen Entwicklung, sagte er vor dem Zentralkomitee der herrschenden Arbeiterpartei, dem tonangebenden Politikorgan dieses Staates. Dazu passt auch, dass am Montag der 2007 geschasste Wirtschaftsfunktionär Pak Pong Ju zum Ministerpräsidenten ernannt wurde. Pak war einst für vorsichtige Reformen verantwortlich und könnte etwas Bewegung in die starre Staatswirtschaft Nordkoreas bringen.

Leser-Kommentare
    • Narses
    • 02.04.2013 um 16:47 Uhr

    Wollen Sie ernsthaft unterstellen, dass Südkorea im Verbund mit den USA an der Demarkationslinie steht und nur darauf wartet, mit allen verfügbaren Kräften in Nordkorea einzufallen ??
    Barer Unsinn, der Südstaat hat in den vergangenen Jahren in mehr als einem Fall äußerste Zurückhaltung bei gewaltsamen Provokationen des Nordens bewiesen.

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    Provokationen gibt es auf beiden Seiten. Diese völlig einseitigen Schuldzuweisungen sind einfach nicht wahr. So z.B. auch der Zwischenfall Yeonpyeong:

    Südkorea feuerte nach eigener Aussage im Rahmen von Kampfübungen dutzende Geschosse zu Testzwecken in den Westen, nicht jedoch in den Norden. Der staatlichen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap News Agency zufolge schickte Nordkorea in Bezug auf das Manöver um 8:20 Uhr per Telex eine Aufforderung an Südkorea, den Beschuss einzustellen. Die Übung wurde jedoch fortgesetzt. Nach südkoreanischer Darstellung beschoss darauf die Artillerie der nordkoreanischen Volksarmee erstmals um 14:43 Uhr Ortszeit die Insel.

    Nach nordkoreanischer Darstellung dagegen kam es am 23. November 2010 erstmals gegen 13 Uhr Ortszeit zu Artillerieangriffen der südkoreanischen Streitkräfte über nordkoreanischem Gewässer nahe der Yeonpyeong-Insel, worauf Nordkorea umgehend mit einem Angriff auf die Insel reagierte.[8][9] Nach offizieller nordkoreanischer Darstellung war der Angriff eine Reaktion auf „südkoreanische Schüsse in Richtung nordkoreanischer Hoheitsgewässer“.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Es ist eben nicht immer so eindeutig, wie es in unseren Medien manchmal dargestellt wird.

    Provokationen gibt es auf beiden Seiten. Diese völlig einseitigen Schuldzuweisungen sind einfach nicht wahr. So z.B. auch der Zwischenfall Yeonpyeong:

    Südkorea feuerte nach eigener Aussage im Rahmen von Kampfübungen dutzende Geschosse zu Testzwecken in den Westen, nicht jedoch in den Norden. Der staatlichen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap News Agency zufolge schickte Nordkorea in Bezug auf das Manöver um 8:20 Uhr per Telex eine Aufforderung an Südkorea, den Beschuss einzustellen. Die Übung wurde jedoch fortgesetzt. Nach südkoreanischer Darstellung beschoss darauf die Artillerie der nordkoreanischen Volksarmee erstmals um 14:43 Uhr Ortszeit die Insel.

    Nach nordkoreanischer Darstellung dagegen kam es am 23. November 2010 erstmals gegen 13 Uhr Ortszeit zu Artillerieangriffen der südkoreanischen Streitkräfte über nordkoreanischem Gewässer nahe der Yeonpyeong-Insel, worauf Nordkorea umgehend mit einem Angriff auf die Insel reagierte.[8][9] Nach offizieller nordkoreanischer Darstellung war der Angriff eine Reaktion auf „südkoreanische Schüsse in Richtung nordkoreanischer Hoheitsgewässer“.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Es ist eben nicht immer so eindeutig, wie es in unseren Medien manchmal dargestellt wird.

  1. In der Gegenwart sagt die größe der Armee nichts, schließlich gehen sie nicht mit Schwertern und Piken aufeinander los.
    Die USA brauchen maximal 10 Mann die Drohnen steuern und warten können.

    Wer sein Volk hungern lässt, aber wie ein König in Palästen und Yachten haust muss sich über Reaktionen nicht wundern.
    Schon das Laientheater bei Kim-Jong-Ills Tod war eine Farce.

    Schon die Bombadierung von Yeonpyeong wäre als Casus Belli zulässig, Warum also noch länger warten, ein kommunistischer Diktator und Despot weniger der die Menschen einsperrt.

    Zum anderen verfügt Nordkorea über Waffen aus den 60ern und 70ern, welches gegen High-Tech Kriegsgerät kaum eine reelle Chance hat.
    Warum also weiter abwarten bis der kleine Kim seine schmutzige Bombe fertig hat, er hat mehrfach propagiert wohin das Ding nach der Fertigstellung fliegen wird.

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    Eines scheinen manche Kommentatoren oftmals zu vergessen:

    Mal angenommen, die USA und Südkorea nutzen einen solchen Vorwand und machen Nordkorea platt, wovon wohl auszugehen sein dürfte.

    1. Wer garantiert, dass Nordkorea in diesem Fall nicht die Atombombe(n) einsetzt, die man besitzt? Will man das wirklich riskieren?
    2. Was würde China wohl von der Vorstellung halten, dass das siegreiche, kapitalistische Korea (und damit die USA) unmittelbar vor der eigenen Haustür stünde? Nicht mehr nur noch in Schlagweite, sondern sogar in Sichtweite.
    3. Was würde sich überhaupt Südkorea von einem Angriff auf den Norden erhoffen?
    4. Was tun mit den Millionen von Nordkoreanern, die nach dem Einmarsch plötzlich frei sind? Natürlich werden die alle brav in Nordkorea warten und Däumchen drehen. Da wird keiner auf die Idee kommen und sein Glück woanders versuchen. Sicherlich werden sich die Südkoreaner und Chinesen über den gigantischen Flüchtlingsstrom freuen, der da auf sie zurollen dürfte.
    5. Auch Sadam Hussein war ein Diktator. Jetzt ist man ihn los. Assad - ebenfalls mit diktatorischer Macht ausgestattet - wird man wohl auch irgendwann noch los. Wer garantiert, dass danach Friede, Freude, Demokratie herrscht? Wer sagt eigentlich, dass der Westen die "Guten" und die anderen die "Bösen" sind? War es richtig, im Irak einzumarschieren? Geht es dem Land und seinen Menschen nach der Befreiung nun besser als unter dem Diktator? Ist das wirklich die Politik, die wir sehen wollen?

    Eines scheinen manche Kommentatoren oftmals zu vergessen:

    Mal angenommen, die USA und Südkorea nutzen einen solchen Vorwand und machen Nordkorea platt, wovon wohl auszugehen sein dürfte.

    1. Wer garantiert, dass Nordkorea in diesem Fall nicht die Atombombe(n) einsetzt, die man besitzt? Will man das wirklich riskieren?
    2. Was würde China wohl von der Vorstellung halten, dass das siegreiche, kapitalistische Korea (und damit die USA) unmittelbar vor der eigenen Haustür stünde? Nicht mehr nur noch in Schlagweite, sondern sogar in Sichtweite.
    3. Was würde sich überhaupt Südkorea von einem Angriff auf den Norden erhoffen?
    4. Was tun mit den Millionen von Nordkoreanern, die nach dem Einmarsch plötzlich frei sind? Natürlich werden die alle brav in Nordkorea warten und Däumchen drehen. Da wird keiner auf die Idee kommen und sein Glück woanders versuchen. Sicherlich werden sich die Südkoreaner und Chinesen über den gigantischen Flüchtlingsstrom freuen, der da auf sie zurollen dürfte.
    5. Auch Sadam Hussein war ein Diktator. Jetzt ist man ihn los. Assad - ebenfalls mit diktatorischer Macht ausgestattet - wird man wohl auch irgendwann noch los. Wer garantiert, dass danach Friede, Freude, Demokratie herrscht? Wer sagt eigentlich, dass der Westen die "Guten" und die anderen die "Bösen" sind? War es richtig, im Irak einzumarschieren? Geht es dem Land und seinen Menschen nach der Befreiung nun besser als unter dem Diktator? Ist das wirklich die Politik, die wir sehen wollen?

  2. Provokationen gibt es auf beiden Seiten. Diese völlig einseitigen Schuldzuweisungen sind einfach nicht wahr. So z.B. auch der Zwischenfall Yeonpyeong:

    Südkorea feuerte nach eigener Aussage im Rahmen von Kampfübungen dutzende Geschosse zu Testzwecken in den Westen, nicht jedoch in den Norden. Der staatlichen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap News Agency zufolge schickte Nordkorea in Bezug auf das Manöver um 8:20 Uhr per Telex eine Aufforderung an Südkorea, den Beschuss einzustellen. Die Übung wurde jedoch fortgesetzt. Nach südkoreanischer Darstellung beschoss darauf die Artillerie der nordkoreanischen Volksarmee erstmals um 14:43 Uhr Ortszeit die Insel.

    Nach nordkoreanischer Darstellung dagegen kam es am 23. November 2010 erstmals gegen 13 Uhr Ortszeit zu Artillerieangriffen der südkoreanischen Streitkräfte über nordkoreanischem Gewässer nahe der Yeonpyeong-Insel, worauf Nordkorea umgehend mit einem Angriff auf die Insel reagierte.[8][9] Nach offizieller nordkoreanischer Darstellung war der Angriff eine Reaktion auf „südkoreanische Schüsse in Richtung nordkoreanischer Hoheitsgewässer“.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Es ist eben nicht immer so eindeutig, wie es in unseren Medien manchmal dargestellt wird.

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    Antwort auf "Wie bitte ??"
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    Ein weiteres Beispiel für unklare Schuldzuweisungen ist der Fall der Korvette Cheonan:

    Das südkoreanische Militär behauptete zunächst, ein nordkoreanisches Schiff in der Nähe registriert zu haben. Das angebliche Schiff entpuppte sich jedoch als ein Vogelschwarm. Paik Jeom-Ki, Schiffsbauprofessor an der Universität Busan, vermutete, dass das Schiff auf Grund gelaufen sei.

    Am 20. Mai 2010 präsentierte die gemeinsame zivil-militärische Untersuchungsgruppe (Joint Civilian-Military Investigation Group, JIG), bestehend aus Vertretern Südkoreas, der USA, Großbritanniens, Schwedens und Australiens (alles Staaten, die sich formell bis heute mit Nordkorea im Kriegszustand befinden) das Ergebnis ihrer Nachforschungen.

    Andere Berichte wiesen darauf hin, dass sich der Zwischenfall in einer von den USA und Südkorea hoch militarisierten Zone ereignete, dass sich zahlreiche US-amerikanische Kriegsschiffe in unmittelbarer Nähe befanden und dass sich ein nordkoreanisches U-Boot der Cheonan nicht unentdeckt nähern hätte können, und dass der Schaden an dem Schiff nicht von einem Torpedotreffer herrühren könne.

    Die chinesische Regierung wies die amerikanisch-südkoreanische Darstellung der Ereignisse nach einer unabhängigen technischen Beurteilung durch Experten des chinesischen Militärs als unglaubwürdig zurück.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Ein weiteres Beispiel für unklare Schuldzuweisungen ist der Fall der Korvette Cheonan:

    Das südkoreanische Militär behauptete zunächst, ein nordkoreanisches Schiff in der Nähe registriert zu haben. Das angebliche Schiff entpuppte sich jedoch als ein Vogelschwarm. Paik Jeom-Ki, Schiffsbauprofessor an der Universität Busan, vermutete, dass das Schiff auf Grund gelaufen sei.

    Am 20. Mai 2010 präsentierte die gemeinsame zivil-militärische Untersuchungsgruppe (Joint Civilian-Military Investigation Group, JIG), bestehend aus Vertretern Südkoreas, der USA, Großbritanniens, Schwedens und Australiens (alles Staaten, die sich formell bis heute mit Nordkorea im Kriegszustand befinden) das Ergebnis ihrer Nachforschungen.

    Andere Berichte wiesen darauf hin, dass sich der Zwischenfall in einer von den USA und Südkorea hoch militarisierten Zone ereignete, dass sich zahlreiche US-amerikanische Kriegsschiffe in unmittelbarer Nähe befanden und dass sich ein nordkoreanisches U-Boot der Cheonan nicht unentdeckt nähern hätte können, und dass der Schaden an dem Schiff nicht von einem Torpedotreffer herrühren könne.

    Die chinesische Regierung wies die amerikanisch-südkoreanische Darstellung der Ereignisse nach einer unabhängigen technischen Beurteilung durch Experten des chinesischen Militärs als unglaubwürdig zurück.

    http://de.wikipedia.org/w...

  3. Ein weiteres Beispiel für unklare Schuldzuweisungen ist der Fall der Korvette Cheonan:

    Das südkoreanische Militär behauptete zunächst, ein nordkoreanisches Schiff in der Nähe registriert zu haben. Das angebliche Schiff entpuppte sich jedoch als ein Vogelschwarm. Paik Jeom-Ki, Schiffsbauprofessor an der Universität Busan, vermutete, dass das Schiff auf Grund gelaufen sei.

    Am 20. Mai 2010 präsentierte die gemeinsame zivil-militärische Untersuchungsgruppe (Joint Civilian-Military Investigation Group, JIG), bestehend aus Vertretern Südkoreas, der USA, Großbritanniens, Schwedens und Australiens (alles Staaten, die sich formell bis heute mit Nordkorea im Kriegszustand befinden) das Ergebnis ihrer Nachforschungen.

    Andere Berichte wiesen darauf hin, dass sich der Zwischenfall in einer von den USA und Südkorea hoch militarisierten Zone ereignete, dass sich zahlreiche US-amerikanische Kriegsschiffe in unmittelbarer Nähe befanden und dass sich ein nordkoreanisches U-Boot der Cheonan nicht unentdeckt nähern hätte können, und dass der Schaden an dem Schiff nicht von einem Torpedotreffer herrühren könne.

    Die chinesische Regierung wies die amerikanisch-südkoreanische Darstellung der Ereignisse nach einer unabhängigen technischen Beurteilung durch Experten des chinesischen Militärs als unglaubwürdig zurück.

    http://de.wikipedia.org/w...

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    Antwort auf "Provokationen"
  4. Aber welche Bedingungen könnten das sein? Laut nordkoreanischer Presseagentur ist die Wiederaufnahme des Atomprogramms eindeutig gegen die USA und zum Zwecke der Souveränität Nordkoreas wiederaufgenommen worden.

    1. The nuclear weapons of the DPRK are just means for defence as it was compelled to have access to them to cope with the ever-escalating hostile policy of the U.S. and nuclear threat.

    2. They serve the purpose of deterring and repelling the aggression and attack of the enemy against the DPRK and dealing deadly retaliatory blows at the strongholds of aggression until the world is denuclearized.

    3. The DPRK shall take practical steps to bolster up the nuclear deterrence and nuclear retaliatory strike power both in quality and quantity to cope with the gravity of the escalating danger of the hostile forces' aggression and attack.

    4. The nuclear weapons of the DPRK can be used only by a final order of the Supreme Commander of the Korean People's Army to repel invasion or attack from a hostile nuclear weapons state and make retaliatory strikes.

    ...

    http://www.kcna.co.jp/ind...

    Antwort auf "Bedingungen"
    • Lu-S
    • 02.04.2013 um 17:39 Uhr

    Nordkorea aus diesem mentalen Zustand des fortdauernden Krieges herauszuholen.
    Zum Ende des 2. Weltkriegs haben die USA in Südkorea die Kontrolle übernommen und dort ein Regime gestützt, das aus einem brutalen Diktator (Syngman Rhee) und einer Gruppe hochrangiger ehemaliger Kollaborateure mit den Japanern bestand. Dann hat man während des Koreakrieges gegen den Norden einen Bombenkrieg geführt, der mit Ausnahme des Einsatzes von Atomwaffen an Totalität nichts mehr zu wünschen übrig lies. Aus diesem Gefühl der militärischen Bedrohung hat man NK nie herausgeführt, was wegen der Besonderheiten des dortigen Regimes aber vermutlich auch nicht leicht wäre.
    Mittlerweile ist die Glaubwürdigkeit des Westens aber derartig reduziert, daß nach dem Fall Gadaffi für das Regime in NK Atomwaffen wohl endgültig als Lebensversicherung zählen.

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  5. Der Beitrag von Hr. Richter sugeriert, dass Kim Jong Un eine Aggresionsrethorik pflegt, an deren Stichhaltigkeit er aber nicht selbst glaubt: "Wovon man [...] ausgehen kann, ist, dass er über die Stärke der Streitkräfte des Südens, Japans und der US-Pazifikflotte informiert ist. Und dass er weiß, dass eine ernsthafte Attacke gegen Südkorea – erst recht mit einer Atomwaffe – die schnelle Eliminierung seines Regimes zur Folge hätte."

    Wieso sollte er das Wissen? Es gibt genügend Experimente, die zeigen, wie sehr unser Verständnis von "Wirklichkeit" vor allem ein soziales Konstrukt ist, d.h. wir sehen die Welt vor allem so, wie sie auch unsere Umgebung sieht. Auch Diktatoren und sonstige Mächtige dieser Welt bilden da leider keine Ausnahme:

    Gaddafi hat bis zuletzt gedacht, dass "sein" Volk doch eigentlich hinter ihm steht, Saddam Hussein ging fest davon aus, dass die amerikanischen Truppen an den "Mauern Bagdads zerschellen werden" und Georg Bush glaubt wohl bis heute an die Existenz der Weapons of Mass Destruction.

    Im Fall von Kim Jong Un ist es doch recht einfach, sich zu überlegen, wie die Welt aus Sicht eines Mannes wohl aussieht, der fast nur sein Hinterwälder-Land kennt, in erster Linie von Militärs umgeben ist, aus einer narzistischen Diktatorenfamilie stammt und noch so jung ist, dass er sich wahrscheinlich nicht nur seiner Umgebung sondern auch sich selbst erst noch beweisen muss.

    Und das läßt leider nicht so viel Gutes erwarten.

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  6. > Sie unterstellen dem Regime eine teuflische Rationalität.

    Da muss Herr Richter gar nicht so viel unterstellen - die Rationalität im Handeln des nordkoreanischen Regimes ist mit Händen zu greifen. NK hat nichts, wirklich gar nichts, mit dem es außenpolitisch auftrumpfen könnte - mit Ausnahme seiner Atomdrohungen. Innenpolitisch wiederum ist die Angst vor dem Ausland die einzige Lebensversicherung des Regimes.

    Diese Ausgangslage führt fast zwangsläufig zu genau dem Handeln, welches das Regime an den Tag legt. Auf eine gewisse Weise handeln Kim Jong Un & Co. daher sogar äußerst berechenbar und in der Tat rational.

    Wichtig ist aber, dass die USA nicht auf die Idee kommen, die Spielregeln ändern zu wollen. Diese besagen, dass NK soweit geht, wie China es zulässt, und dass die Chinesen nicht mehr zulassen, als Südkorea und die USA tolerieren können. Gefährlich würde es, wenn z.B. die USA den Nordkoreaner direkt auf die Finger klopfen würden. Aber so blöde scheint die gegenwärtige US-Führung zum Glück ganz und gar nicht zu sein.

    > Ich finde Sie machen es sich zu einfach, wenn Sie eine
    > Möglichkeit darin sehen, dass USA und China gemeinsam an
    > einer Öffnungsstrategie arbeiten.

    Es gibt auf absehbare Zeit schlicht keine andere (politische) Möglichkeit.

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    • Wyrd
    • 02.04.2013 um 18:41 Uhr

    Nämlich, dass China das Interesse an Nordkorea verliert- was sich langsam aber sicher abzuzeichnen scheint. China protestiert nicht mehr, sondern stimmt Sanktionen mittlerweile zu, wirtschaftliche Verflechtungen machen Südkorea und Japan für China wichtiger als Nordkorea. Dessen alte Funktion als Pufferzone hat auch ausgedient, denn wir wissen, dass die Dominotheorie so nicht hinhaut. Ausreichend Militärbasen in der Region, abgesehen vond er größten FLugzeugträgerflotte der Welt haben die USA ohnehin- was die Pufferzone obsolet macht.

    Momentan hat einfach niemand ein echtes Interesse daran die Unordnung Nordkorea ausmisten zu müssen. Das Land hat keinerlei Infrastruktur, Bodenschätze lassen zu Wünschen übrig, ein Großteil des BIPs geht f+ür die völlig übermäßig große Armee drauf, dass Volk hungert, ist unterentwickelt und verehrt die Kim-Dynatie doch auf eine Art die einen fast an das Imperiale Japan denken lässt. Christopher Hitchens, der dieses Land seinerzeit undercover besucht hat, beschrieb das recht deutlich.

    Momentan halten die alten Strukturen, die sie beschreiben noch recht gut. Doch das WIRD sich ändern sobald China das Interesse verliert. Der kleine Kim wird genau der Logik folgen, die auch sein Vater schon vertreten hat. Solange zetern, Säbelrasseln und eskalieren, bis er von der Weltgemeinschaft hilfslieferungen erpressen kann, die verhindern, dass sein Volk ihm unter den Händen wegstirbt und er seine Armee massiv abbauen müsste.

    • Wyrd
    • 02.04.2013 um 18:47 Uhr

    Wenn es NK jetzt also von China fallen gelassen wird, dann wird dieses hochsensibele Konstrukt implodieren. Entweder, weil der kleine Kim irgendwann einsieht, dass er seine Eskalationspolitik ohne den Schutzherren China nciht fortsetzen kann, oder, schlimmer, weil er es nciht erkennt und das ganze schließlich außer Kontrolle gerät.

    Exakt deshalb ist es fatal dass ganze als stabiles System mit einstudierten Rollen zu sehen, dass immer gleich enden wird. Selbst wenn es jetzt noch komplett so wäre (was ich bezweifele), so wird sich das ändern. Und dannw ird das ganze irgendjemandem (wahrscheinlich den Südkoreanern) ins Gesicht explodieren.

    Wenn es soweit ist, dann sollte der Mann wenigstens sowenig WMDs wie möglich besitzen.

    Einer der Gründe, warum die Zeit für Appeasement vorbei ist. Die lage ist gefährlich genug, Nordkorea braucht nicht noch eine größere Anzahl an Atomwaffen.
    Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Nordkorea müssen stark bleiben und gleichzeitig muss China diplomatischen Druck ausüben um Kim klar zu machen, wo er steht.

    Kim hat begriffen, dass sich etwas ändern muss, aber er möchte nicht so enden wie Gorbatschows Sowjetunion. Eigentlich wäre das NK-Regime reif für eine große Implosion, wäre da nicht die völlig verängstigte und durch generationenlange Propaganda innerlich entmündigte, eigene Bevölkerung - sie wird nicht so schnell rebellieren. Die Kriegsrethorik deute ich a) einen Versuch durch Drohungen und "Warmhalten" des Militärs einen Druck aufzubauen, der eben dieser Implosion entgegen wirken soll und b) als ein mögliches Symptom von Machtkämpfen und Intrigen in den nordkoreanischen Führungszirkeln.

    Am Ende wird es nichts nutzen: Sollte Kim so dumm sein tatsächlich loszuschlagen, so würde sein Regime nach einem kurzen, aber sehr blutigen Krieg zusammenbrechen. Lässt er es weiter laufen wie bisher wird die Erosion des Landes fortschreiten und der Zerfall einige Jahre länger dauern. Ein Wettrüsten gegen die USA und Südkorea wird NK verlieren. Eine nordkoreansiche Perestroika (objektiv die beste Lösung) ist sehr unwahrscheinlich: Kim wird nicht die Familiengeschichte von Vater und Großvater verleugnen; auch die Machtverhältnisse in NK sprechen dagegen. Langfristig wird es zu einer Wiedervereinigung Koreas kommen - mit welcher Wartezeit und unter welchen Vorzeichen auch immer.

    Sehr gut beobachtet.
    Nicht mehr und nicht weniger passiert dort unten gerade. Kim rasselt mit den Säbeln, die anderen spielen ein bischen mit und schon ist wieder Ruhe im Karton.
    Kim und seine Generäle, denn die werden ihn fleissig beraten, wissen sehr genau was passieren würde, würde man mit Atomraketen spielen. Dann ist da unten Feierabend.
    Und seine Drohungen Amerika zu überfallen:
    Der kommt doch mit seiner alten Armee dort gar nicht an.
    Aussenpolitisch auf die Pauke hauen, um Innenpolitisch gut da zu stehen.
    Genau wie in Europa im Moment. Jeder meckert über die anderen um vor der eigenen Bvölkerung gut da zu stehen.

    • Wyrd
    • 02.04.2013 um 18:41 Uhr

    Nämlich, dass China das Interesse an Nordkorea verliert- was sich langsam aber sicher abzuzeichnen scheint. China protestiert nicht mehr, sondern stimmt Sanktionen mittlerweile zu, wirtschaftliche Verflechtungen machen Südkorea und Japan für China wichtiger als Nordkorea. Dessen alte Funktion als Pufferzone hat auch ausgedient, denn wir wissen, dass die Dominotheorie so nicht hinhaut. Ausreichend Militärbasen in der Region, abgesehen vond er größten FLugzeugträgerflotte der Welt haben die USA ohnehin- was die Pufferzone obsolet macht.

    Momentan hat einfach niemand ein echtes Interesse daran die Unordnung Nordkorea ausmisten zu müssen. Das Land hat keinerlei Infrastruktur, Bodenschätze lassen zu Wünschen übrig, ein Großteil des BIPs geht f+ür die völlig übermäßig große Armee drauf, dass Volk hungert, ist unterentwickelt und verehrt die Kim-Dynatie doch auf eine Art die einen fast an das Imperiale Japan denken lässt. Christopher Hitchens, der dieses Land seinerzeit undercover besucht hat, beschrieb das recht deutlich.

    Momentan halten die alten Strukturen, die sie beschreiben noch recht gut. Doch das WIRD sich ändern sobald China das Interesse verliert. Der kleine Kim wird genau der Logik folgen, die auch sein Vater schon vertreten hat. Solange zetern, Säbelrasseln und eskalieren, bis er von der Weltgemeinschaft hilfslieferungen erpressen kann, die verhindern, dass sein Volk ihm unter den Händen wegstirbt und er seine Armee massiv abbauen müsste.

    • Wyrd
    • 02.04.2013 um 18:47 Uhr

    Wenn es NK jetzt also von China fallen gelassen wird, dann wird dieses hochsensibele Konstrukt implodieren. Entweder, weil der kleine Kim irgendwann einsieht, dass er seine Eskalationspolitik ohne den Schutzherren China nciht fortsetzen kann, oder, schlimmer, weil er es nciht erkennt und das ganze schließlich außer Kontrolle gerät.

    Exakt deshalb ist es fatal dass ganze als stabiles System mit einstudierten Rollen zu sehen, dass immer gleich enden wird. Selbst wenn es jetzt noch komplett so wäre (was ich bezweifele), so wird sich das ändern. Und dannw ird das ganze irgendjemandem (wahrscheinlich den Südkoreanern) ins Gesicht explodieren.

    Wenn es soweit ist, dann sollte der Mann wenigstens sowenig WMDs wie möglich besitzen.

    Einer der Gründe, warum die Zeit für Appeasement vorbei ist. Die lage ist gefährlich genug, Nordkorea braucht nicht noch eine größere Anzahl an Atomwaffen.
    Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Nordkorea müssen stark bleiben und gleichzeitig muss China diplomatischen Druck ausüben um Kim klar zu machen, wo er steht.

    Kim hat begriffen, dass sich etwas ändern muss, aber er möchte nicht so enden wie Gorbatschows Sowjetunion. Eigentlich wäre das NK-Regime reif für eine große Implosion, wäre da nicht die völlig verängstigte und durch generationenlange Propaganda innerlich entmündigte, eigene Bevölkerung - sie wird nicht so schnell rebellieren. Die Kriegsrethorik deute ich a) einen Versuch durch Drohungen und "Warmhalten" des Militärs einen Druck aufzubauen, der eben dieser Implosion entgegen wirken soll und b) als ein mögliches Symptom von Machtkämpfen und Intrigen in den nordkoreanischen Führungszirkeln.

    Am Ende wird es nichts nutzen: Sollte Kim so dumm sein tatsächlich loszuschlagen, so würde sein Regime nach einem kurzen, aber sehr blutigen Krieg zusammenbrechen. Lässt er es weiter laufen wie bisher wird die Erosion des Landes fortschreiten und der Zerfall einige Jahre länger dauern. Ein Wettrüsten gegen die USA und Südkorea wird NK verlieren. Eine nordkoreansiche Perestroika (objektiv die beste Lösung) ist sehr unwahrscheinlich: Kim wird nicht die Familiengeschichte von Vater und Großvater verleugnen; auch die Machtverhältnisse in NK sprechen dagegen. Langfristig wird es zu einer Wiedervereinigung Koreas kommen - mit welcher Wartezeit und unter welchen Vorzeichen auch immer.

    Sehr gut beobachtet.
    Nicht mehr und nicht weniger passiert dort unten gerade. Kim rasselt mit den Säbeln, die anderen spielen ein bischen mit und schon ist wieder Ruhe im Karton.
    Kim und seine Generäle, denn die werden ihn fleissig beraten, wissen sehr genau was passieren würde, würde man mit Atomraketen spielen. Dann ist da unten Feierabend.
    Und seine Drohungen Amerika zu überfallen:
    Der kommt doch mit seiner alten Armee dort gar nicht an.
    Aussenpolitisch auf die Pauke hauen, um Innenpolitisch gut da zu stehen.
    Genau wie in Europa im Moment. Jeder meckert über die anderen um vor der eigenen Bvölkerung gut da zu stehen.

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