Kim Jong UnWarum es in Nordkorea wieder Waffentests geben wird

Kaum jemand weiß etwas über das Innenleben des Kim-Regimes. Neben vielen Spekulationen erscheint nur eines sicher: Nordkorea geht es um Waffen und Geld. von 

Nordkoreanische Soldaten

Nordkoreanische Soldaten in der Stadt Nampo bei eine Kundgebung gegen die USA und Südkorea, 3. April 2013  |  © REUTERS/KCNA

Was treibt Kim Jong Un? Ist der junge Diktator aus Nordkorea womöglich wahnsinnig? Die hässlichen Drohungen, die er und sein Regime Richtung Südkorea und USA schicken, sind kaum einzuschätzen. Sie erzeugen aber Spannungen in Ostasien, die niemand will. Und sie erhöhen die Gefahr unbeabsichtigter Scharmützel. Kaum jemand rechnet allerdings mit einer echten Eskalation. Gerade erst hat der Militärhistoriker Robert M. Farley vor dem Hintergrund der Korea-Krise treffend nachgezeichnet, dass richtige Kriege sehr selten unbeabsichtigt ausbrechen. Dazu trägt im Übrigen auch das besonnene Vorgehen der Obama-Regierung bei.

Wer hätte auch einen Nutzen von einem Krieg auf der koreanischen Halbinsel? Sollten die Kriegsdrohungen wahr werden, käme dies angesichts der militärischen Stärke Südkoreas und vor allem der US-Streitkräfte in der Region einer Selbstvernichtung des Kim-Regimes gleich. Für die Koreaner wäre es zudem ein Krieg unter Landsleuten. Und die Südkoreaner mögen sich nur ungern die unermesslichen Kosten einer Wiedervereinigung mit dem Norden vorstellen.

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Was diese Krise so schwierig macht, ist die Tatsache, dass über kaum eine Herrschaftselite so wenig bekannt ist wie über jene Nordkoreas. Es sind gerade einmal 200 Familien, die das Land unter ihre Knute genommen haben, viele ihrer Mitglieder sind mit dem Militär verbunden. Rational ist ihr Streben, ihre Macht durch Raketen und Atomwaffen abzusichern. Dazu passt auch, dass man angekündigt hat, die umstrittene Atomanlage in Yongbyon wieder hochzufahren – ein Schlag gegen die Bemühungen der USA, Chinas und anderer Länder, wieder Abrüstungsverhandlungen mit Pjöngjang zu führen.

Warum wurde Kaesong geschlossen?

Irrational erscheint dagegen, die Wirtschaftszone Kaesong zumindest vorübergehend zu schließen, wie am Montag geschehen. 53.000 nordkoreanische Arbeiter sind dort beschäftigt und erwirtschaften wichtige Devisen für das Regime. Die Sonderwirtschaftszone ist die einzige direkte Verbindung zwischen den beiden koreanischen Staaten, dort fertigen Nordkoreaner Haushaltsgüter für südkoreanische Firmen. Als Lohn für deren Arbeit erhält Pjöngjang jährlich 80 Millionen Dollar, der Handelsaustausch über Kaesong hat ein Jahresvolumen von rund 2 Milliarden Dollar.

Was also die politischen Motive und Ziele des Kim-Regimes angeht, herrscht im Westen viel Unwissenheit und inzwischen wohl auch in der chinesischen Regierung, dem einzigen Verbündeten der Region. Gab es in der Vergangenheit noch zahlreiche persönliche Beziehungen zu den führenden Kommunisten Nordkoreas, ist für China das Verhältnis zu Pjöngjang heute schwieriger und vielschichtiger geworden, über die Waffentests ist man höchst verärgert.

Experten und Militärs dürfen sich inzwischen in den zensierten Medien Chinas abfällig über das Regime des erst dreißigjährigen Kim Jong Un äußern, in den Mikroblogs wird ordentlich über den dicklichen Kim gelästert. Auch bei der Ausarbeitung von UN-Sanktionen gegen Pjöngjang anlässlich der koreanischen Waffentest war Peking jetzt aktiv dabei.

Dennoch trügt wahrscheinlich die Hoffnung der US-Regierung, China könne die Geduld mit seinem Verbündeten verlieren, wie etwa der frühere US-Botschafter in China, Jon Huntsman, sagte. Chinas Parteichef Xi Jinping hatte am Sonntag in einer Rede erklärt, keinem Land dürfe erlaubt werden, eine Region oder gar die ganze Welt aus selbstsüchtigen Motiven ins Chaos zu stürzen – ohne allerdings Nordkorea direkt beim Namen zu nennen. Nur: Dieser indirekte Hinweis war der kleinste Teil einer Rede Xis, die ganz konkret um Kontinuität und Aufrechterhaltung guter Beziehungen Pekings zu seinen Nachbarn ging.

Leserkommentare
    • isback
    • 08. April 2013 20:08 Uhr

    ... Waffen, Macht und Geld.

    Die Demonstrationen artilleristischer Begeisterung und atomarer Fähigkeiten haben den Nebeneffekt der Reduzierung der Kampfkraft - Munition verschossen.

    Auch stellen atomare Fernwaffen keinen Machtzuwachs für Nordkorea dar, weil an einer Invasion ohnehin niemand Interesse hat. (Die wäre an sich kein Problem, sind doch die konventionellen Fähigkeiten Nordkoreas auf einem Stand von vor etwa 50 Jahren.)

    Die aktuellen Vorgänge zeigen, dass wirtschaftliche Unterstützung im Tausch gegen politisches Wohlverhalten rausgeschmissenes Geld wäre - Zuverlässigkeit als Geschäftsgrundlage fehlt.

    Was immer der "Führer" meint, wohin ihn das Theater bringen wird, er dürfte sich täuschen.

    2 Leserempfehlungen
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    ... eine Gefahr, die vom Regime ausgeht.

    Sie dürfen das nicht leugnen, sonst machen Sie sich mitschuldig an den Verbrechen die dort begangen werden.

    Die USA nimmt eine Vorbildsrolle ein: ziviliserte Staaten dürfen keine irren Staatsführer mit Waffen tolerieren, die auf einen Schlag große Teile unserer Erde wohnunfähig macht.

    Da heißt es: "Intervenieren, bevor es zu spät ist."

    Im Irak haben wir gezeigt, was es heißt, Solidarität mit unseren Mitmenschen zu haben. Nicht unsere Regierung, aber die USA und fortschrittliche Staaten.

    Es konnte verhindert werden, dass Massenvernichtungswaffen produziert werden (nur weil keine Beweise gefunden wurden, heißt das nicht, dass es da nichts gab oder S. Hussein es vorhatte).

    Heute?

    Irak ist ein stabiles Land und erfährt demokratische Tendenzen wie es sie noch nicht erlebt hat.

    Die Regierung in Nord-Pjongjang ist noch weit davon entfernt.

    Es heißt Solidarität zeigen, hoffentlich besinnen sich die Deutschen auf einen entwaffnenden Kurs.

    So kann es nicht weitergehen.

  1. Der Korea Krieg 1950 - 1953 war eine Auseinandersetzung zwischen Truppen der „Demokratischen Volksrepublik Korea“ (Nordkorea) zusammen mit der Volksrepublik China auf der einen Seite und der „Republik Korea“ (Südkorea) zusammen mit UNO-Truppen, vor allem den USA, auf der anderen Seite. Die US-Streitkräften wurde zurück zu 38. Breitengrad gedrängt und endet mit eine Waffenstillstandabkommen . An eine Invasion heute natürlich hat niemand Interesse . Der Vietnam Krieg und Korea Krieg sind noch in Erinnerung geblieben .

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    Korea war seit Ende des 19. / Anfang des 20. Jh. von Japanischen Truppen besetzt und das Gebiet annektiert. Die Japaner haben da alles andere als eine freundschaftliche Rolle gespielt.
    Als Japan im 2. Weltkrieg nach den Atombombenabwürfen auf Nagasaki und Hiroshima kapitulierte, geriet Korea 1945 unter Besatzung der Sowjetunion und der USA. Die Demarkationslinie verlief entlang des 38. Breitengrads.

    Der beginnende Kalte Krieg verhinderte dann, dass die UdSSR und die USA die in Jalta getroffenen Vereinbarungen einhielten, dem vollständigen Korea seine Unabhängigkeit durch freie Wahlen zu geben. Die UNO führte dann im besetzen Süden Wahlen durch und riefen die Republik Korea aus. Die Sowjet ernannten als Reaktion darauf Kim-il-sung zum Präsident der Demokratischen Republik Korea. Der Konflikt war geboren.

    Die Chinesen griffen erst ein, als Nordkorea den Süden überfiel und komplett einnahm, aber nach dem US-Engagement bis weit in den Norden zurückgedrängt wurde. Der Koreakrieg ist damit eine konkrete Folge aus der Japanischen Besatzung und dem Verlauf des 2. Weltkrieg, und weitestgehend ein Stellvertreterkrieg zwischen Kommnismus und Kapitalismus.

    Kim-il-sung begann seine Karriere 1935 in einer Antijapanischen Partisanengruppe, worauf sich letztlich auch die Popularität unter den Nordkoreanern gründet. Sein Traum war sicher der eines souveränen Koreas. Was daraus geworden ist, sieht man leider heute deutlich: Freiheitskampf ist zu Regime geworden.

  2. Nordkorea geht es um Waffen, Geld und Prestige. Kim möchte gehört werden. Er möchte sein Ansehen in der Welt und in der Bevölkerung steigern. Im eigenen Land dürfte ihm das sehr schnell gelingen. Die indoktrienierten und unterdrückten Menschen dort, werden ihm aus der Hand fressen, wenn sie es nicht bereits schon tun. Die wenigsten Menschen dort, können sich eine eigene, und schon gar keine objektive Meinung bilden. Wenn er sagt, die USA sind der Aggressor, dann wird das so vom Volk 1 : 1 übernommen. Sollte die Situation in der Region eskalieren wird ihm das Volk blind folgen. Doch es zeichnet sich momentan die Tendenz ab, dass sich die Großmächte bezüglich der Drohungen einig sind und alles mögliche tun, um es nicht zu einer Eskalation kommen zu lassen. Kims Lobby schwindet mehr und mehr. Und das ist gut so.

    Eine Leserempfehlung
    • gquell
    • 08. April 2013 21:00 Uhr

    Im Artikel wird von besonnenem Verhalten der USA geredet.
    Was ist daran besonnen, wenn man atomwaffentragende Tarnkappenbomber Abwürfe üben läßt. Das ist eine eindeutige Provokation der USA.
    Wir dürfen nicht alles glauben, was uns die Massenmedien erzählen - sehr oft wird wissentlich die Unwahrheit erzählt.

    Nordkorea geht es vor allem um ein Ende der Sanktionen. Und das wird von den USA konsequent verweigert und zwar so lange, bis Nordkorea nichts weiter übrig bleibt, aus Verzweiflung kriegerisch zu handeln. Wenn die USA Nordkorea einen Friedensvertrag zu annehmbaren Konditionen anbieten würden, so würde sich das ganze Säbelgerassel erübrigen.

    Leider habe ich den Eindruck, daß die USA ganz dringend einen größeren Krieg benötigen, um ihr Finanzsystem zu retten. Und wie heißt es so schön, wer sucht, der wird auch finden.

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    • va
    • 08. April 2013 21:15 Uhr

    teile ich. Was mich bedenklich stimmt ist, dass der Grundtenor von Moskau bis Washington in der Tonlage übereinstimmen. Was mich ärgert ist die Feststellung, dass die USA unbedingt - ich zitiere - "ganz dringend einen größeren Krieg brauchen, um ihr Finanzsystem zu retten". Das teile ich nicht. Wie wollen Sie das begründen?

    Ein Krieg würde die USA wirtschaftlich extrem belasten, von unvermeidlichen hohen zivilen und militärischen Verlusten auf Seiten der USA und Südkoreas abgesehen können sich die USA (und Südkorea) auch finanziell einen Krieg und den Wiederaufbau Nordkoreas nicht leisten.

    Und ja die USA zeigen besonnenes Verhalten, die Übungen wurden logischerweise lange vor Kim's Drohungen geplant oder glauben Sie Manöver mit Tausenden von Soldaten werden mal eben so spontan gestartet?
    So etwas wird Monate vorher geplant und hat mit dem aktuellen Geschehen letztendlich nichts zu tun, im Fall der Interkontinentalrakete haben die USA den Test noch einmal verschoben, damit dieser nicht als Reaktion auf Nordkoreas Provokationen eingestuft wird (was die Presse zweifelsohne getan hätte).
    Eine Absage der gemeinsamen Manöver mit den Südkoreanern würde eine katastrophale Botschaft an die Südkoreaner senden, wie sollten sich diese auf die USA verlassen wenn Amerika schon wegen ein paar verbalen Provokationen und schlechter Propagandavideos den Schwanz einziehen würden.
    Würden die USA Zweifel an ihrer Bündnistreue aufkommen lassen würde Südkorea über kurz oder lang eigene Atomwaffen anschaffen, laut Umfragen sind derzeit 2/3 der Südkoreaner für die Entwicklung eigener Atomwaffen.

    Mich würde ja die Reaktion in Deutschland interessieren wenn beispielsweise Ahmadinedschad drohen würde eine Atomrakete auf Berlin abzufeuern...

    Was schreiben Sie fuer einen Unsinn? Als wenn die Situation dadurch eskaliert, dass B2 Bomber ueber Korea geflogen sind und an einem Militaermanoever beteiligt war. Es war wohl eher der Atomtest der Nordkoreaner am 12 Feb.. Und warum soll man mit jemandem Vertraege schliessen, der sie dann immer bricht? Fuer Ihre Empathie fuer diese moderne Feudalherrschaft und nichts anderes ist, oder steht bei Marx irgendwas davon dass Man Parteisekretaer durch Geburt wird. Sie bezeichnen sich wahrscheinlich auch noch als links, aber dann sagen Sie uns mal was in NK sozialistisch ist. In NK ist defacto alles Eigentum der Kims und Ihrer Claqueure. Marx hat auch nicht gesagt, das Militaer zuerst. Die USA verzichtet derweil auf einen Test mit einer Minuteman Rakete, NK wird sie ab morgen bis naechste Woche wahrscheinlich abschiessen. Sollten die Suedkoreaner oder USA die dann abschiessen, sind die Boesen natuerlich die ROK und USA, warum lassen die auch keine Friedensrakete auf ihr Territorium?

    Sind das aufkündigen sämtlicher Nichtangriffspakte , die Androhung atomarer Erstschläge , die Verlegung von Mittelstreckenraketen , die vollkommen irrationale Schließung des Industrieparks Kaesong , die Aufforderung an alle Botschaften das Land zu verlassen da ihre Sicherheit nicht mehr garantiert werden kann , die Ankündigung einen Reaktor samt Anlage zur Anreicherung von Uran wieder in betrieb zu nehmen sowie Atomwaffen und Raketentests durchzuführen entgegen bestehender Verträge eine besonnene Reaktion gegen die jährlich stattfindenden Manöver Südkoreas mit den USA.

    Bevor sie sich über die aufgaben eines Waffensystems äußern sollten sie sich wenigstens kurz darüber informieren. Zum Beispiel bei Wikipedia unter Northrop B-2. Diese sind mittlerweile ein taktisches Waffensystem und werden dazu genutzt kriegswichtige gegnerische ziele außer Gefecht zu setzen z.b. Waffenfabriken , Flughäfen , Kasernen , Hauptquartiere , Atomanlagen u.s.w.. B-2 Bomber waren zum Beispiel in Jugoslawien , Afghanistan dem Irak und in Libyen im Einsatz. Kein einziger hatte Atomwaffen an Bord.

    Sanktionen über Nordkorea wurden von Südkorea , Japan den USA und dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängt. Diese Sanktionen wurden von der Weltgemeinschaft auf Grund des am 12.02.2013 von Nordkorea durchgeführten Atomwaffen Tests verschärft.

    Besonnen sein heißt mögliche Irritationen auszuschließen und sich nicht an der Hysterischen Kriegsrhetorik aus Pjöngjang zu beteiligen.

    • va
    • 08. April 2013 21:06 Uhr

    in den letzten Tagen war viel Spekulation im Spiel. Mich hat die Nachricht, dass nordkoreanische Medien verbale Abrüstung betreiben, sehr beruhigt. Nicht so gut finde ich die Nachricht, dass Kim weiter aufrüsten will. Wo man auch hinschaut, ob Putin oder westliche Staatsmänner: Alle sind beunruhigt ob der Lage. Kim kann in seiner jugendlichen Unerfahrenheit noch viel Unheil anrichten. Und nicht vergessen: Der Iran schaut genau zu und hat sich bisher unkooperativ im Uran-Streit gezeigt.

    Die Büchse der Pandora, um bei griechischer Mythologie zu bleiben, ist offen.

    Eine Leserempfehlung
    • va
    • 08. April 2013 21:15 Uhr

    teile ich. Was mich bedenklich stimmt ist, dass der Grundtenor von Moskau bis Washington in der Tonlage übereinstimmen. Was mich ärgert ist die Feststellung, dass die USA unbedingt - ich zitiere - "ganz dringend einen größeren Krieg brauchen, um ihr Finanzsystem zu retten". Das teile ich nicht. Wie wollen Sie das begründen?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Besonnenes Verhalten"
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    • gquell
    • 09. April 2013 11:22 Uhr

    In einem Krieg werden immer Werte vernichtet, die danach wieder neu geschaffen werden müssen. Gleichzeitig kann man dem Unterlegenen hohe Lasten aufbürden, sogenannte Reparationen. Deutschland beispielsweise hat die letzten Reparationen aus dem I.WK gegen 2010 gezahlt!
    Und man kann weiter die Wirtschaft des unterlegenen Landes übernehmen. Überlegen Sie einmal, wem in Deutschland die Mehrheit der Dax-Konzerne wirklich gehören.

    Alles zusammen kann einen willkommenen Anreiz bieten, sich in eine kriegerische Auseinandersetzung zu stürzen.

    Eines sollte Ihnen aber auch klar sein, Kriege finden nur dann statt, wenn es jemanden gibt, der sie finanziert, bzw. kreditiert. Keiner der großen Weltkriege des letzten Jahrhunderts hätte ohne deren Finanziers durchgeführt werden können. Und der II. WK war für die Sieger ein Bombengeschäft.

  3. mit diesem Konflikt beschäftigt, weil es viele Ähnlichkeiten gibt zwischen der Geschichte Deutschlands und Koreas seit 1945.
    Um möglicherweise den Konflikt zu entschärfen könnte man doch mal über folgende Punkte nachdenken:

    Seit 1953 herrscht dort Waffenstillstand. Man kann quasi jederzeit den Krieg weiterfortführen. Dieser Zustand muss durch ein Friedensvertrag überwunden werden.

    Bilaterale Gespräche zwischen den USA und Nordkorea wären auch von Vorteil. Im Augenblick redet man viel über Nordkorea, aber nicht mit Nordkorea.

    Schaffung eines selbständigen und unabhängigen koreanischen Staates mit einem kapitalistischen Süden und einem kommunistischen Norden. Konkret bedeutet das eine Schaffung eines föderalen koreanischen Staates.In einem ständigen Rat diskutieren Vertreter des südlichen Koreas mit Vertretern des nördlichen Koreas über die Probleme auf der koreanischen Halbinsel.

    Ein Einfluss fremder Mächte sowohl in die Angelegenheiten des Nordens wie des Südens muss ausgeschlossen werden. Vermeidung von gegenseitigen Provokationen.

    Das sind vier Punkte, die man als Verhandlungsbasis verwenden könnte. Natürlich müssten diese von Diplomaten und Experten spezifiziert werden.

  4. Ein Krieg würde die USA wirtschaftlich extrem belasten, von unvermeidlichen hohen zivilen und militärischen Verlusten auf Seiten der USA und Südkoreas abgesehen können sich die USA (und Südkorea) auch finanziell einen Krieg und den Wiederaufbau Nordkoreas nicht leisten.

    Und ja die USA zeigen besonnenes Verhalten, die Übungen wurden logischerweise lange vor Kim's Drohungen geplant oder glauben Sie Manöver mit Tausenden von Soldaten werden mal eben so spontan gestartet?
    So etwas wird Monate vorher geplant und hat mit dem aktuellen Geschehen letztendlich nichts zu tun, im Fall der Interkontinentalrakete haben die USA den Test noch einmal verschoben, damit dieser nicht als Reaktion auf Nordkoreas Provokationen eingestuft wird (was die Presse zweifelsohne getan hätte).
    Eine Absage der gemeinsamen Manöver mit den Südkoreanern würde eine katastrophale Botschaft an die Südkoreaner senden, wie sollten sich diese auf die USA verlassen wenn Amerika schon wegen ein paar verbalen Provokationen und schlechter Propagandavideos den Schwanz einziehen würden.
    Würden die USA Zweifel an ihrer Bündnistreue aufkommen lassen würde Südkorea über kurz oder lang eigene Atomwaffen anschaffen, laut Umfragen sind derzeit 2/3 der Südkoreaner für die Entwicklung eigener Atomwaffen.

    Mich würde ja die Reaktion in Deutschland interessieren wenn beispielsweise Ahmadinedschad drohen würde eine Atomrakete auf Berlin abzufeuern...

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    Antwort auf "Besonnenes Verhalten"
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    • tb
    • 08. April 2013 22:28 Uhr

    "Mich würde ja die Reaktion in Deutschland interessieren wenn beispielsweise Ahmadinedschad drohen würde eine Atomrakete auf Berlin abzufeuern..."

    Nun man würde vor Anti-Islamismus warnen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Kim Jong Un | Nordkorea | UN | China | Militär | Abschreckung
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