Rizin-Anschlag : Tödliches Gift in Brief an US-Senator gefunden

Unbekannte haben eine mit Rizin präparierte Postsendung an den amerikanischen Senat geschickt. Der Brief wurde in der Poststelle abgefangen.
Das Büro des US-Senators Roger Wicker © Drew Angerer/Getty Images

In einem Brief an einen US-Senator sind Spuren des tödlichen Gifts Rizin gefunden worden. Das Schreiben sei an den Republikaner Roger Wicker aus dem Bundesstaat Mississippi adressiert gewesen und in der Poststelle der Kongresskammer abgefangen worden, teilten die Behörden mit. Der Brief habe das Büro von Senator Wicker nicht erreicht.

Der Brief hatte den Angaben zufolge keinen Absender und war in Memphis im Bundesstaat Tennessee abgestempelt worden. Alle Poststellen im Kapitol wurden vorerst geschlossen.

Wie die Polizei mitteilte, enthielt das Schreiben eine weiße, körnige Substanz. Erste Tests hätten ergeben, dass es sich um das tödliche Rizin handele. In die laufenden Ermittlungen sei auch das FBI eingeschaltet.

Rizin ist ein hochgiftiger Eiweißstoff, kleinste Mengen reichen aus, um einen Menschen zu töten. Das Einatmen des Gifts führt zu Atemproblemen. Bereits 2003 und 2004 waren Briefe mit Rizin an den US-Senat, das Weiße Haus und das Verkehrsministerium abgefangen worden.

Die Poststelle in Maryland, in der der Ricin-Brief abgefangen wurde. © Drew Angerer/Getty Images

Keine Informationen über Zusammenhang mit Anschlägen in Boston

Die an den Kongress gerichtete Post wird auf mögliche Gefahren untersucht, seit 2001 mehrere Briefe mit dem Milzbranderreger Anthrax an Kongressabgeordnete und US-Regierungsstellen verschickt worden waren. Fünf Menschen kamen damals ums Leben.

Ob ein Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf den Marathon in Boston bestehe, könne derzeit noch nicht gesagt werden, sagte der Vizefraktionschef der Demokraten im Senat, Richard Durbin. "Es ist noch zu früh, um das zu sagen. Selbst für Spekulationen wissen wir nicht genug über Boston." Das Magazin Politico schrieb auf seiner Website, die Sendung solle von einem Verdächtigen stammen, der regelmäßig an Gesetzgeber in Washington schreibe. Es werde davon ausgegangen, dass es sich um einen Einzelfall handele.

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