KriegsdrohungenChina schließt Grenzübergang nach Nordkorea

Die Regierung in Peking reagiert auf Nordkoreas Kriegsdrohungen: Reisen in das Land sind ab sofort untersagt, nur noch Geschäftsleute dürfen die Grenze passieren.

Die chinesischen Behörden haben Reisen nach Nordkorea verboten, eine entsprechende Anordnung wurde an mehrere Reiseveranstalter in der Grenzregion ausgegeben. Reisen in das Nachbarland unterliegen ohnehin starken Einschränkungen und sind nur über einen Veranstalter möglich. Aber auch das ist nun untersagt: "Alle Reisen nach Nordkorea wurden von heute an gestoppt und ich weiß nicht, wann sie wieder aufgenommen werden", sagte die Sprecherin eines Reiseanbieters.

Als Grund  wurden die anhaltenden Kriegsdrohungen aus Nordkorea genannt. "Es ist Reisebüros nicht mehr erlaubt, Touristengruppen dorthin zu bringen, da die nordkoreanische Regierung Ausländer bittet, das Land zu verlassen", sagte ein chinesischer Grenzbeamter. Geschäftsleute können aber noch frei in das Land einreisen und es wieder verlassen.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte Südkorea und den USA in den vergangenen Wochen immer wieder mit Angriffen gedroht. Nachdem nordkoreanische Mittelstreckenraketen an die Ostküste des Landes verlegt wurden, erhöhten die USA, Südkorea und Japan ihre Alarmbereitschaft und brachten Streitkräfte in Stellung. Experten rechnen mit weiteren Raketentests noch in dieser Woche.

China ist einer der wenigen Verbündeten und ein wichtiger Wirtschaftspartner Nordkoreas. Zuletzt äußerte sich aber auch die Regierung in Peking kritisch über die militärischen Provokationen aus Nordkorea.

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Leserkommentare
  1. wohl einen Angriff des Westens und wohlen ihre Staatsbürger schützen. Auf die Geschäfte mit den Rohstoffen (Metalle aller Art, "Seltene Erden", etc.) Nordkoreas möchte man allerdings nicht verzichten. Mal sehen wie sich die Lage weiterentwickelt?

    2 Leserempfehlungen
    • Lefty
    • 10. April 2013 13:25 Uhr

    ist das der Anfang vom Ende des verrückten Kim..

    3 Leserempfehlungen
    • 可为
    • 10. April 2013 13:51 Uhr

    auf US-Truppen vor der Haustür...

    2 Leserempfehlungen
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    Was sagt den Ihr Kommentar aus? China macht die Grenzen dicht, weil sie keine US-Truppen vor der Haustüre wollen? Interessant, nur erschließt sich mir nicht die Logik.

    Zum Thema:
    Außer ein paar Unverbesserliche, die halt immer auf der Seite der USA stehen egal mit wem man sich da dann verbündet oder solidarisch erklärt, was zumal sehr tief in die Psyche der Menschen blicken lässt, hat mittlerweile selbst China erkannt, dass Kim Jong Un und sein Regime den gefährlichsten Drahtseilakt seit dem Ende des kalten Kriegs begehen. China hat wohl seine Position zu Nordkorea endgültig überdacht und festgestellt, dass es keinen "PUFFER" mehr benötigt, weil man insgeheim weiß, dass die USA keine Bedrohung darstellen. Das militärische Konfliktszenario China-USA ist nur in den Köpfen von ewig gestrigen oder jenen die einfach gerne sehen würden, dass die USA eines auf den Deckel bekommen und meinen in China hätte man diesen Gegenspieler. Rational betrachtet wissen sowohl die Chinesen als auch die USA, dass man wirtschaftlich zwar konkurriert (wie übrigens auch die USA und Europa) aber auch zusammenarbeitet, den die jeweils anderen Märkte sehr wichtig sind. Es gibt Differenzen zwischen China und den USA, die gibt es aber auch zwischen den USA und Europa. Absolute Harmonie auf der Welt ist eine Illusion bar jedweder Realität.

    Die Grenzschließung ist für mich ein weiterer Beweis, dass das Regime bald untergeht. Entweder siechend oder (leider) in einem großen Knall mit Kolataralschaden.

    Sollte Nordkorea schon fahrlässig einen Krieg vom Zaun brechen möchte sich China zumindest vor der zu befürchtenden Flüchtlingsstrom schützen und schließt vorsorglich die Grenzen. Gleichzeitig auch ein deutliches Zeichen an Nordkorea seinen Standpunkt zu überdenken. Plausibel.

  2. Ich will ja nicht zynisch klingen, aber ein Krieg der im fernen Osten tobt, könnte die angespannte (Wirtschafts- und Finanz-) Situation bei uns in Europa ein bisschen abmildern, indem von ihr abgelenkt wird.

    Den Krieg wünsche ich natürlich keinem. Hoffen wir das beste.

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    • 可为
    • 10. April 2013 14:06 Uhr

    Krieg mit einem Staat führen, bei dem nicht klar ist, ob er nicht doch enger als gedacht mit China oder Russland verbündet ist, und ob diese versuchen dem Westen wirtschaftlich den Hahn etwas zuzudrehen, könnten so einige Kurse ins bodenlose fallen...Glaube nicht, dass da irgendwem geholfen wäre...

  3. Was sagt den Ihr Kommentar aus? China macht die Grenzen dicht, weil sie keine US-Truppen vor der Haustüre wollen? Interessant, nur erschließt sich mir nicht die Logik.

    Zum Thema:
    Außer ein paar Unverbesserliche, die halt immer auf der Seite der USA stehen egal mit wem man sich da dann verbündet oder solidarisch erklärt, was zumal sehr tief in die Psyche der Menschen blicken lässt, hat mittlerweile selbst China erkannt, dass Kim Jong Un und sein Regime den gefährlichsten Drahtseilakt seit dem Ende des kalten Kriegs begehen. China hat wohl seine Position zu Nordkorea endgültig überdacht und festgestellt, dass es keinen "PUFFER" mehr benötigt, weil man insgeheim weiß, dass die USA keine Bedrohung darstellen. Das militärische Konfliktszenario China-USA ist nur in den Köpfen von ewig gestrigen oder jenen die einfach gerne sehen würden, dass die USA eines auf den Deckel bekommen und meinen in China hätte man diesen Gegenspieler. Rational betrachtet wissen sowohl die Chinesen als auch die USA, dass man wirtschaftlich zwar konkurriert (wie übrigens auch die USA und Europa) aber auch zusammenarbeitet, den die jeweils anderen Märkte sehr wichtig sind. Es gibt Differenzen zwischen China und den USA, die gibt es aber auch zwischen den USA und Europa. Absolute Harmonie auf der Welt ist eine Illusion bar jedweder Realität.

    Die Grenzschließung ist für mich ein weiterer Beweis, dass das Regime bald untergeht. Entweder siechend oder (leider) in einem großen Knall mit Kolataralschaden.

    8 Leserempfehlungen
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    • 可为
    • 10. April 2013 14:11 Uhr

    dass sie nicht soweit hinter Kim stehen wie früher - das bremst ihn aus, und reduziert die Möglichkeit eines Krieges.

    Ich sehe für China keinen Nachteil in einem Krieg dort, ausser dass am Ende US Besatzungstruppen an ihrer Grenze stehen könnten, was man vor den Bürgern nicht ohne weiteres wird hinnehmen können.

    Sie haben die Lage klar beschrieben. So klar ist das nämlich, wenn man die Brille der Ideologe ablegt. Realpolitik findet immer auf der Basis pragmatischer Wirtschaftspolitik ab. Kim Jong Un handelt nach Massgabe des Primats der (Macht-) Politik. Wirtschaft interessiert ihn nur sekundär. Er muss keine Wahlen gewinnen und deshalb sein Volk einfach nur knapp am Leben erhalten.

    • 可为
    • 10. April 2013 14:06 Uhr

    Krieg mit einem Staat führen, bei dem nicht klar ist, ob er nicht doch enger als gedacht mit China oder Russland verbündet ist, und ob diese versuchen dem Westen wirtschaftlich den Hahn etwas zuzudrehen, könnten so einige Kurse ins bodenlose fallen...Glaube nicht, dass da irgendwem geholfen wäre...

    Antwort auf "Hoffen wir das beste"
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    Nordkorea ist auch für China im Moment doch nichts weiter als ein unangenehmer Quälgeist; eine kleine geschlossene Volkswirtschaft ohne ökonomische Bedeutung für irgendwen.

    Noch hängen China und Russland viel zu stark vom Westen ab, und zwar nicht nur wegen des hohen Volumens an Staatsanleihen. Im Ernstfall wird Nordkorea geopfert, daran gibt es meiner Ansicht nach keinen Zweifel.

    Zitat: "Wenn die USA Krieg mit einem Staat führen, bei dem nicht klar ist, ob er nicht doch enger als gedacht mit China oder Russland verbündet ist, und ob diese versuchen dem Westen wirtschaftlich den Hahn etwas zuzudrehen, könnten so einige Kurse ins bodenlose fallen...Glaube nicht, dass da irgendwem geholfen wäre..."

    Die Frage ist doch nicht, ob die USA einen Krieg mit Nord-Korea führen werden, sondern ob das Kim-Regime einen Krieg vom Zaun bricht.

    Sie sind doch wohl nicht ernsthaft der Auffassung, die politischen Führungen in Russland und China, die beide extrem realpolitisch handeln, würden wegen des Clowns in Nordkorea ein größeres politisches oder wirtschaftliches Risiko eingehen?

    In den Zeiten des kalten Krieges mag Nord-Korea von strategischer Bedeutung gewesen sein. Heute liegt es doch wohl China nur noch auf der Tasche.

    Zu Zeiten des Ost-Blockes gab es diesen Witz: worin liegt der Unterschied zwischen "Bruder-Nationen" und "befreundeten Nationen"? Antwort: befreundete Nationen kann man sich aussuchen.

    Nord-Korea scheint die letzte Brudernation Chinas zu sein. Fragt sich nur, wie lange noch.

    • 可为
    • 10. April 2013 14:11 Uhr

    dass sie nicht soweit hinter Kim stehen wie früher - das bremst ihn aus, und reduziert die Möglichkeit eines Krieges.

    Ich sehe für China keinen Nachteil in einem Krieg dort, ausser dass am Ende US Besatzungstruppen an ihrer Grenze stehen könnten, was man vor den Bürgern nicht ohne weiteres wird hinnehmen können.

    Antwort auf "Polemik?"
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    Mit Sicherheit gewinnen die USA, SK und einige NATO-Staaten gegen Nordkorea und so können die USA ihren schwindenden Einfluss ausgleichen und näher an die Grenzen Chinas ausdehnen. Zudem gewinnen die USA beträchtliche Rohstoffe, die sie für moderne Technologien benötigen. Im Augenblick beliefert Nordkorea noch China, wird NK besetzt, verliert China Einfluss auf dem Gebiet der Technologie.

    "Ich sehe für China keinen Nachteil in einem Krieg dort, ausser dass am Ende US Besatzungstruppen an ihrer Grenze stehen könnten, was man vor den Bürgern nicht ohne weiteres wird hinnehmen können."

    Es mag mir bei meinen China-Reisen entgangen sein, aber ich konnte nicht erkennen, dass in China das Feinbild USA vorherrscht. Weder offen noch verborgen konnte ich Anti-Amerikanismus entdecken. Die Chinesen nutzen sogar sehr gerne amerikanische Produkte, wie ich feststellen durfte. Natürlich wird die politische Führung nicht begeistert sein, wenn US-Truppen in Nordkorea sind, aber ich glaube das sind die USA auch nicht. Nachdem man das "Kim-Regime" beseitigt hat, muss ja etwas mit Nordkorea passieren, Stichwort Neu- Wiederaufbau. Ich glaube das China die vielen Armutsflüchtlingen fürchtet (wie auch Südkorea) aber auf der anderen Seite gerne beim Wiederaufbau mitwirkt, wenn man das richtig anpackt, wird es auch für die chinesische Regierung profitabel.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, nf
  • Schlagworte Ausländer | Nordkorea | Reise | Behörde | Regierung | Reisebüro
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