VerteidigungsministerUSA rechtfertigen Waffenlieferungen nach Nahost

Zu Beginn seiner Nahost-Reise stellt der neue US-Verteidigungsminister klar: Ein Militärschlag gegen den Iran ist weiter möglich. Deshalb erhalten dessen Gegner Waffen.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel  |  © Shawn Thew/dpa

Der neue US-Verteidigungsminister Chuck Hagel schließt einen Militärschlag der USA gegen den Iran weiterhin nicht aus. Zu Beginn seiner Nahost-Reise äußerte er, die geplanten Rüstungslieferungen an die Gegner des Irans seien ein klares Signal an die Regierung in Teheran. Die USA wollen Waffen im Wert von zehn Milliarden Dollar an Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien liefern.

Im Atomstreit mit dem Iran bleibe ein Militärschlag mit Beteiligung der USA eine klare Option, sagte Hagel weiter. Von der Islamischen Republik gehe eine ernst zu nehmende Bedrohung aus.

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Hagel hat während seiner ersten Reise nach Israel seit seinem Amtsantritt darauf hingewiesen, dass der jüdische Staat ein Recht auf Selbstverteidigung gegenüber dem Iran habe. "Es ist klar, dass der Iran mit seinem nuklearen Programm eine Bedrohung darstellt", sagte Hagel nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums. Israel müsse selbst entscheiden, wie es sich schützen könne. Hagel sagte, die militärische Option müsse die letzte sein.

Raketen, Radargeräte, Kampfflieger

Am Freitag war in Washington bekannt gegeben worden, dass die USA an Israel Antiradar-Raketen liefern, die eine gegnerische Luftabwehr ausschalten können. Zudem wird das Land mit Radargeräten für Kampfflieger, Tankflugzeugen und Kipprotor-Wandelflugzeugen vom Typ V-22-Osprey ausgestattet. An die Emirate verkaufen die USA zugleich F-16-Kampfflugzeuge und an Saudi-Arabien hoch entwickelte Raketen.

Hagel wird bis Dienstag Gespräche in Jerusalem führen, bevor er nach Amman, Riad, Kairo und Abu Dhabi weiterreist. Nach offiziellen Angaben will Hagel letzte Details der Verträge über den Verkauf des US-Rüstungsmaterials klären. Neben dem Atomstreit mit dem Iran soll der Syrienkrieg im Zentrum von Hagels Besuch stehen.

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Leserkommentare
  1. "Ein Militärschlag gegen den Iran ist weiter möglich. Deshalb erhalten dessen Gegner Waffen."

    Einen mit Waffen zu beliefern, nur weil der im Augenblick der Feind des eigenen Feindes ist und obwohl er genauso gut und ggf. auch schnell der eigene Feind sein könnte - mit dem einem also sonst nichts verbindet, von dem einen aber potenziell sehr viel trennt - ist schon sehr oft der Grund eines sich immer weiter revolvierenden Krisengeschehen gewesen und daher an Kurzsichtigkeit und Einfalt kaum zu überbieten.

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    • cm30
    • 21. April 2013 18:08 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/fk.

    ...so nennt sich das. Die Welt war und wird niemals statisch sein. Freunde werden zu Feinden und umgekehrt, so ist das eben. Wer mit solchen Argumenten kommt der kann auch zu Hause den Kopf in den Sand stecken. Aussenpolitik ist eine Gradwanderung. Die USA moegen damals den Irak beliefert haben, davor den Iran - na und?
    Gleichzeitig handeln sie aktiv in der Weltpolitik. Die Deutschen halten sich ueberall raus, spielen den Moralapostel ..und.... und liefern Waffen...

  2. Und das Wettrüsten geht weiter!
    Ob die USA die BRD ob Russland, Frankreich oder England.
    Ja sogar China mischt im Wettstreit um die "Besten Waffen" mit.
    Und dann noch Waffenlieferungen in Krisengebiete wo man keine Kontrolle
    drüber hat.
    Nur irgendwann kommt der Tag an dem der große Knall kommt.
    Dann wenden sich die Waffen gegen die, die sie geliefert haben.

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    schön wärs :)
    Ich habe keine Waffen geliefert, bekomme ich die Auswirkungen irgendwann zu spüren? sehr wahrscheinlich...

    • cm30
    • 21. April 2013 18:08 Uhr
    3. [...]

    Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/fk.

    Antwort auf "Einfältig hoch drei"
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    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde entfernt. Die Redaktion/fk.

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  3. 4. [...]

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    Antwort auf "[...]"
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    ich kann mich noch daran erinnern wie man den guten Freunden (Schah von IPersien - Iran - und Saddam Hussein) Waffen geliefert hat. Aber liefert mal schoen weiter, haben die spaeter ausreichend Waffen um gegen eine evtl. Freundschaftsbesetzung vorzugehen.

    • gooder
    • 21. April 2013 18:23 Uhr

    Wie kommt Hagel eigentlich zu seinem Sinneswandel? Hagel lehnte in der Vergangenheit stets einen Militärschlag gegen den Iran ab und sprach sich sogar gegen weitere Sanktionen aus.
    Womit hat man ihn überzeugt, seine Ansichten zu überdenken?

    3 Leserempfehlungen
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    Mich wundert das nicht. Die Waffenindustrie hat das mächtigste Lobby in den USA, direkt danach kommt das zionistische AIPAC.

    Insofern bleibt wohl einem einzelnen wie Hagel nichts anderes übrig als sich der Übermacht zu beugen!

    • FLH80
    • 22. April 2013 5:43 Uhr

    Bei uns heißt sowas dann "Verschrottungs-" oder "Umweltprämie" und in den USA fordert man die "Freunde" auf, mal kurz 10 Mrd. US$ Bestellungen aufzugeben.
    Dann fliegt der Verteidigungsminister (früher ehrlicher Kriegsminister genannt) hin und erklärt: "Na gut, weil Ihr ja so lieb seid und immer auf das Land hinweist, das wir ja so prima als Sitz "des Bösesn" aufgebaut haben."
    Die USA, Israel und andere Rüstungsproduzenten sollten dem Iran eigentlich eine Sonderdividende ausschütten, weil er ihnen seit Jahren und Jahrzehnten ein Konjunkturprogramm nach dem anderen ermöglicht.

  4. ich kann mich noch daran erinnern wie man den guten Freunden (Schah von IPersien - Iran - und Saddam Hussein) Waffen geliefert hat. Aber liefert mal schoen weiter, haben die spaeter ausreichend Waffen um gegen eine evtl. Freundschaftsbesetzung vorzugehen.

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  5. Sieh an, sieh an. Kaum muss sich der Israelkritiker Hagel mal ernsthaft als Amtsinhaber mit den Dingen beschäftigen, sieht die Lage schon ganz anders aus. Dann merkt er plötzlich, dass Israel gar nicht die Wurzel allen Übels ist, sondern als Demokratie vielmehr der Bedrohung anderer ausgesetzt ist...

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    Kaum muss sich der Israelkritiker Hagel mal ernsthaft als Amtsinhaber mit den Dingen beschäftigen, muss er einsehen, dass ihm ggü. einem übermächtigen Israel-Lobby in den USA die Hände gebunden sind....man erinnere sich nur nochmal an die Kairoer Rede von Obama vor einigen Jahren, da klang Mr. Obama auch komplett anders.

    • FLH80
    • 22. April 2013 6:09 Uhr

    Nein, Du!
    So klang das schon im Kindergarten.
    Dass die Bedrohungslage zwischen Israel und Iran ziemlich dolle asymmetrisch ist, weil Israel den Iran zig mal "overkillen" kann, kann wohl kaum bestritten werden.
    Aber der Iran bedroht die ganze Welt (http://www.taz.de/!102534/).
    Zugleich behauptet der gleiche Bibi, der Sieg über diese größte Bedrohung werde maximal 300 Leben (gemeint ist damit natürlich großzügig, auf der eigenen Seite!) kosten: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_55323170/israel-rec...
    Ach so!
    Diese riesige Bedrohung ist also nur für die Medien so riesig - fürs Militär ist sie eher ein kleiner Fisch...
    Klingt ziemlich überzeugend und überhaupt nicht interessengeleitet...

  6. 8. [...]

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    • gooder
    • 21. April 2013 18:59 Uhr

    Pro-israelisch geben sich auch die PI-News,verschiedenste Defence Leagues und rechtspopulistische Parteien, lieber Mitforist Nordland.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, nf
  • Schlagworte USA | Verteidigungsminister | Nahost | Iran | Recht | Reise
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