Frankreichs Minister müssen innerhalb einer Woche ihre Vermögensverhältnisse vollständig offenlegen. "Für den Anfang sollen die Vermögenserklärungen aller Regierungsmitglieder bis zum 15. April veröffentlicht werden", sagte Regierungschef Jean-Marc Ayrault. Ziel sei "vollkommene Transparenz". In den kommenden Monaten solle zudem ein Gesetz folgen, das moralische Werte im öffentlichen Leben festschreibt.

Grund für die Offenlegung ist die Schwarzgeldaffäre des zurückgetretenen Haushaltsministers Jérôme Cahuzac. Dieser hatte ein Geheimkonto in Höhe von 600.000 Euro geführt und damit die sozialistische Partei und Präsident François Hollande in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. Cahuzac hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe monatelang geleugnet.

Die von französischen Politikern verlangten Vermögenserklärungen waren bislang vertraulich und wurden lediglich von einer Transparenz-Kommission geprüft. In dem Bericht müssen neben Bankguthaben, Bargeld, Immobilien oder Wertpapieren auch Schmuck- und Kunstgegenstände sowie Fahrzeuge angegeben werden. Eine Garantie ist das nicht: Cahuzac hatte sein Auslandskonto in seiner Vermögenserklärung verschwiegen. 

Fabius weist Vorwürfe zurück

Auch Außenminister Laurent Fabius muss sich gegen Gerüchte wehren, er habe ein Schwarzgeldkonto in der Schweiz. Ein entsprechender Bericht der Zeitung Libération entbehre jeglicher Grundlage, ließ der sozialistische Spitzenpolitiker mitteilen. Er habe seinen Anwalt eingeschaltet, um gegen die Verbreitung von falschen und verleumderischen Informationen vorzugehen.

In ihrem Bericht über eine "mögliche Fabius-Affäre" beruft sich Libération auf bislang nicht veröffentlichte Recherchen des Online-Magazins Mediapart, das den Skandal um Cahuzac aufgedeckt hatte. Die Redaktion des Online-Magazins kritisierte allerdings die Berichterstattung der Libération: "Bei Mediapart existiert nur das, was auf der Seite veröffentlicht wird", hieß es. 

Gesetz gegen Steuerbetrüger