Chávez-Nachfolge : Kampf und Karneval in Venezuela

Der Wahlkampf in Venezuela ist ein Schaulaufen, beide Kandidaten können Massen mobilisieren. Und der verstorbene Chávez ist noch immer allgegenwärtig.

19 Millionen Venezolaner sind am Sonntag aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Aufgestellt sind der linke Interimspräsident Nicolás Maduro, ein Günstling des gestorbenen Chávez, und der konservative Herausforderer Henrique Capriles, der sich als Erneuerer gibt. Eine objektive Berichterstattung gibt es nicht in Venezuela: Die meisten Medien sind nach wie vor staatstreu – und damit kritiklos für Maduro.

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Kommentare

23 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Woher die Informationen?

Genau! Ich weiß auch nicht wo diese Schreiberlinge ihr Informationen recherchieren. nehme mal an, dass die schlechte Träume haben.
Hier ist kein Karneval- hier gib es Lebensfreude die uns Deutschen fehlt!!!
Auch politisch wird ganz offen diskutiert egal ob Maduro-Anhänger oder Capriles-Leute
Vielleicht sollte man sich selbst übrzeugen bevor man solche Artikel schreibt.

Falsch informiert? (1)

"Eine objektive Berichterstattung gibt es nicht in Venezuela: Die meisten Medien sind nach wie vor staatstreu – und damit kritiklos für Maduro."

Falsch informiert?

"In der internationalen Presse wird allgemein berichtet und weithin geglaubt, dass die Regierung von Hugo Chávez die Medien in Venezuela kontrolliert. [...] Bei PBS sagte im November 2010 Roger Noriega, der frühere US-Vizeaußenminister für die westliche Hemisphäre, dass die venezolanischen Medien "eigentlich unter der Kontrolle von Chávez" stünden.3 In den größeren Medien werden regelmäßig solche Behauptungen geäußert und fast nie angezweifelt.
[...]
Wie die Tabelle zeigt, hatten seit September 2010 die staatlichen venezolanischen Fernsehsender nur 5,4 Prozent des Zuschaueraufkommens. Von den restlichen 94,6 Prozent schauten 61,4 Prozent private Fernsehsendungen und 33,1 Prozent schauten kostenpflichtiges Fernsehen.
Da die meisten der privaten TV-Betreiber gegen die Regierung eingestellt sind, ist klar, dass mehr als 94 Prozent des Fernsehens, das in Venezuela empfangen wird, nicht regierungsfreundlich ist. Tatsächlich verhält sich ein Großteil der privaten Medien sehr regierungsfeindlich und dies in einer Art und Weise, welche weit über das hinausgeht, was zum Beispiel in den USA erlaubt ist."
http://amerika21.de/analy...

falscj informiert? (2)

"[...]
Es scheint, dass sich der Zuschaueranteil des staatlichen Fernsehens in Zeiten politischer Unruhen erhöht, oder wenn politische Ereignisse im Licht der Öffentlichkeit stehen. Die Tabelle zeigt ebenfalls Spitzenzahlen der Zuschauerbeteiligung am staatlichen Fernsehen in der Zeit des Wahlkampfs vor den Präsidentenwahlen im Dezember 2006 sowie in den Zeiten der Volksabstimmungen über Verfassungsänderungen im Dezember 2007 und Februar 2009. Die wahrscheinlichste Erklärung für diese Spitzenzahlen ist, dass das Fernsehpublikum während dieser Zeiten mehr Interesse an politischen Nachrichten zeigt. Möglicherweise wollen die Zuschauer auch die andere Seite der Geschichte sehen und hören, also die staatliche Seite. Sobald die Krise beendet ist, wenden sie sich wieder dem privaten Fernsehen zu, meistenteils den beliebten Seifenopern, Sportprogrammen und anderen Unterhaltungssendungen. Die Sendelizenz der ältesten und größten Fernsehstation des Landes (Radio Caracas Televisión, RCTV) wurde im Mai 2007 nicht erneuert. RCTV war gemeinsam mit anderen an dem Putsch des Jahres 2002 beteiligt, welcher vorübergehend den gewählten Präsidenten stürzte. RCTV hatte ein legales Monopol in einem gewissen Teil des Sendespektrums besessen. RCTV wurde jedoch nicht geschlossen, wie die internationalen Medien fälschlicherweise berichteten. RCTV sendete bis Januar 2010 weiter über Kabel und Satellit unter dem Namen RCTV Internacional."
http://amerika21.de/analy...

Falsch informiert? (3)

"Es ist bemerkenswert, dass der Anteil des staatlichen Fernsehens in Venezuela zur Zeit mit durchschnittlich 5,1 Prozent für 2010 nicht nur absolut klein ist, sondern auch im Vergleich mit vielen anderen Ländern mit staatlichen Sendern. Zum Beispiel beträgt der Zuschaueranteil des staatlichen Fernsehens in Frankreich etwa 37 Prozent7 und in Großbritannien etwa 37,8 Prozent.8 Doch gilt auch umgekehrt: Frankreich und Großbritannien haben keine Privatsender der politischen Opposition, zumindest nicht in dem Ausmaß wie Venezuela.

Umfrageergebnisse zeigen, dass die Dominanz der privaten Oppositionsmedien in Venezuela einen beträchtlichen Einfluss auf die politische Meinung ausübt. Zum Beispiel zeigte eine Umfrage, von Associated Press-Ipsos im November 2006 kurz vor der Präsidentenwahl durchgeführt, dass 57 Prozent der Befragten besorgt waren, sie könnten durch ihre Stimmabgabe Repressalien ausgesetzt sein. Nur 42 Prozent waren sich sicher, dass die Stimmabgabe geheim durchgeführt werde.9 Dies war als Muster mehrfach von den Oppositionsmedien gesendet worden. Tatsächlich ist die Wahl geheim. In Venezuela erfährt die Regierung genauso wenig wie in den USA, Deutschland oder Schweden, wie jemand gewählt hat.10" http://amerika21.de/analy...

Die Privatmedien und der Putschversuch

"Eine objektive Berichterstattung gibt es nicht in Venezuela: Die meisten Medien sind nach wie vor staatstreu – und damit kritiklos für Maduro."

In Venezuele wurde Chavez mehrfach wiedergewählt, Privatmedien mit 90% Marktanteil bejubelten einen Putschversuch, berichteten jedesmal über angeblich Wahlfälschungen (Während internationale Beobachter kaum etwas an den Wahlen auszusetzen hatten) und machen die ganze Zeit weitere Propaganda gegen die Regierung.

Ich empfehl dann noch den Film: "The Revolution Will Not Be Televised - Chavez: Inside the Coup"
http://www.youtube.com/wa...

Die Behauptung, in Venezuele gäbe es keine "freien" Medien ist Hanebüchen. Diese dürfen weitersenden, obwohl sie den Putsch gegen den demokratisch gewähten Chavez offen unterstützten.

Man stelle sich vor:
Die Linke gewinnt die Wahl mit absoluter Bundestagsmehrheit, einige Bundeswehrgeneräle putschen und RTL, Pro 7 und Co. bejubelten den Putsch. Der Putsch scheitert dann aber, und dennoch lässt die linke Bundesregierung RTL, Pro 7 und Co. weiter senden.
Und während RTL, Pro 7 und Co. weiter Lügen über die Regierung verbreiten würden, würde man im Ausland behaupten, es gäbe keine unabhängigen Medien.
Hört sich wahnsinnnig an, aber genauso sieht die westliche Berichterstattung über Venezuela aus, an der sich DIE ZEIT hier beteiligt.