Die internationale Gemeinschaft und Iran sind auch nach neuen Verhandlungen nach wie vor uneins über Teherans Atomprogramm. Die Positionen lägen weiter auseinander, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton nach zweitägigen Gesprächen in der kasachischen Großstadt Almaty. 

Ashton zeigte sich aber zufrieden mit der Qualität und Tiefe der Verhandlungen. "Erstmals habe ich einen Austausch zwischen der Gegenseite und uns gesehen", sagte Ashton. Sie ist Chefunterhändlerin der sogenannten 5+1-Gruppe, der die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland angehören.

Die Verhandlungen hatten länger gedauert als erwartet. Bis zuletzt wurde über einen möglichen Kompromiss spekuliert. Die 5+1-Gruppe sei bereit für weitere Gespräche mit Iran, weil sie an ein Ergebnis glaube, sagte Ashton. Sie werde nun mit ihrem iranischen Kollegen Said Dschalili das weitere Vorgehen besprechen. Russland zufolge wurde vorerst kein Termin und Ort für ein neues Treffen vereinbart.

Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist das zurück.

Bei den vorherigen Atomgesprächen im Februar hatte die 5+1-Gruppe der Regierung in Iran einen Vorschlag unterbreitet, wonach sie im Gegenzug für eine Lockerung der Sanktionen die Urananreicherung auf 20 Prozent aussetzen, den bereits angehäuften Uran-Bestand ins Ausland bringen und die Atomanlage Fordo schließen sollte. Iran zeigte sich zunächst aufgeschlossen, wies aber Forderungen wie die nach der Schließung von Fordo zurück.