Enrico Letta wird neuer Ministerpräsident in Italien. Der Linksliberale legte am Samstag seine endgültige Kabinettsliste mit Staatschef Giorgio Napolitano fest. Am Sonntag soll die Regierung vereidigt werden.

Die neue Regierung wird von Lettas linker Demokratischer Partei (PD), der rechten PdL-Partei des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und der kleinen Zentrumspartei Mario Montis getragen.  

Neue Außenministerin soll die ehemalige EU-Kommissarin Emma Bonino werden. Der Vorsitzende der Pdl-Partei, Angelino Alfano, wird Vize-Regierungschef und Innenminister. Der Direktor der italienischen Nationalbank, Fabrizio Saccomanni, erhält den Posten des Wirtschafts- und Finanzministers.

Die Regierung muss sich nach der Vereidigung Anfang nächster Woche in beiden Kammern des Parlaments einem Vertrauensvotum stellen.

Vorbehalte gegen breite Regierungskoalition

Letta hatte Vorbehalte gegen eine breite Regierungskoalition. Lange hatte er mit den Parteien über die Aussichten einer solchen Koalition verhandelt. Über den erreichten Kompromiss zeigte er sich zufrieden. Napolitano sagte, er hoffe jetzt auf "stärksten Zusammenhalt", um das hoch verschuldete und in der Rezession steckende Land schnell aus der Krise zu führen. 

Napolitano sprach von der "einzig möglichen Regierung, deren Bildung nicht warten konnte". Das breite Koalitionsbündnis werde es der Regierung ermöglichen, in beiden Kammern des Parlaments bei der Vertrauensabstimmung die erforderliche Mehrheit zu bekommen.