LibyenMilizen blockieren Ministerien in Tripolis

Mehrere Regierungsgebäude in der libyschen Hauptstadt werden von Rebellen blockiert. Sie fordern, hohe Gaddafi-Getreue aus dem Staatsdienst zu entfernen.

Bewaffnete Rebellen vor dem Justizministerium in Tripolis

Bewaffnete Rebellen vor dem Justizministerium in Tripolis  |  © Ismail Zitouny/Reuters

Bewaffnete Milizen belagern das libysche Außen- und das Justizministerium und fordern die Entlassung von hochrangigen Funktionsträgern aus der Ära des ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Wie mehrere Agenturen unter Verweis auf Augenzeugen und das Justizministerium melden, sind in der Hauptstadt Tripolis dutzende bewaffnete Männer aufmarschiert.

Das Außenministerium ist bereits seit Sonntag von Milizen umzingelt. Am Dienstag dehnte sich die Blockade auf das Justizministerium aus. Die Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt, das Ministerium sei geschlossen, teilte ein Sprecher mit. Auf dem Märtyrer-Platz in Tripolis demonstrieren rund 350 Menschen unbewaffnet.

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Als Reaktion auf die gewaltsamen Proteste hat der Nationalkongress seine nächste Sitzung um drei Tage auf Sonntag verschoben. So erhalten die Abgeordneten mehr Zeit, um über das umstrittene Gesetz zu beraten.

Das Gaddafi-Regime war 2011 im arabischen Frühling gestürzt und der Diktator von Rebellen getötet worden. Seither wird das Land von einer Übergangsregierung regiert. Teile des Landes stehen unter der Kontrolle bewaffneter Milizen, deren Entmachtung bisher nicht gelungen ist.

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Leserkommentare
  1. Melizen umstellen das Außenministrium,

    die Saaten den herbeigebomten arabischen Frühlings gehen auf. Bald schon sehen wir die blühenden Welten des demokratischen Libyens.

    Ob die Interventionstreiber von damals ihr Handeln schon bereuen? Zugeben werden sie es keinesfalls.

    6 Leserempfehlungen
  2. ...."Gaddafi-Getreuen" in den Ministerien an den Zuständen im "demokratischen und freien" Libyen schuld!?

    Köstlich! Diese "journalistischen Verrenkungen" sind superb! ;-)

    P.S. Hatten die ganzen zensierten "Verschwörungstheoretiker" im Kommentarbereich am Ende Recht mit ihren Prognosen?!

    5 Leserempfehlungen
  3. Ehemaliges Jugoslawien, Irak, Afghanistan und jetzt auch Libyen.

    Das sind jetzt alles Vorzeigedemokratien. Dort herrscht Aufschwung ...in der Kriminalität. Dort blüht das Leben...der Bombenbauer, Drogendieler und Waffenhändler. Dort kann man ruhig schlafen...wenn man eine Waffe unterm Kopfkissen hat.

    Kurz gesagt, fein gemacht und ein grosses DANKE an NATO, EU und allen, die an diesen wunderbaren Transitionen mitgewirkt haben.

    Wer noch nicht genug vom derzeitigen Libyendesaster hat (ganz neu):

    Bombenanschlag auf französische Botschaft:
    http://www.france24.com/e...

    Gewaltakte gegen libysche Journalisten:
    http://www.libyaherald.co...

    4 Leserempfehlungen
  4. Libyen ist erst seit wenigen Monaten Demokratie und gefordert wird, dass diese ebenso funktionieren soll, wie mitteleuropäische Musterdemokratien. Oder sogar besser. Lassen wir Libyen noch etwas Zeit! Die Menschen dort nehmen jedenfalls ihre Zukunft in die Hand und machen Druck auf ihre Regierung, alte Kader aus den lukrativen Positionen zu entfernen. Für mich jedenfalls ist das Handeln im Sinne der Demokratie, Zivilcourage, die auch wir uns oft herbei sehnen.

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    Ein Regierungsviertel belagern, mit Maschinengewehren und Flugabwehrgeschützen?

    Das nennen Sie "Handeln im Sinne der Demokratie und Zivilcourage", dass "auch wir uns oft herbei sehnen"?

    Sonst noch alles OK?

  5. Ein Regierungsviertel belagern, mit Maschinengewehren und Flugabwehrgeschützen?

    Das nennen Sie "Handeln im Sinne der Demokratie und Zivilcourage", dass "auch wir uns oft herbei sehnen"?

    Sonst noch alles OK?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zivilcourage"
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    Demokratie funktioniert dort eben etwas anders als bei uns. Das sind Völker mit kriegerischer Vergangenheit. Auch die Demokratie, die ja jeweils landesspezifisch angepasst werden muss, trägt dann diese Merkmale. Wir dürfen uns nicht vorstellen, dass wir denen unsere Vorstellungen von Demokratie aufzwingen können. Afrikanische Demokratie sieht anders aus als europäische.

  6. Demokratie funktioniert dort eben etwas anders als bei uns. Das sind Völker mit kriegerischer Vergangenheit. Auch die Demokratie, die ja jeweils landesspezifisch angepasst werden muss, trägt dann diese Merkmale. Wir dürfen uns nicht vorstellen, dass wir denen unsere Vorstellungen von Demokratie aufzwingen können. Afrikanische Demokratie sieht anders aus als europäische.

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    • msc35
    • 01. Mai 2013 11:02 Uhr

    Was heisst denn bei "uns"? Haben Sie keinen Geschichtsunterricht gehabt? Deutschland ist in "kriegerischer Vergangenheit" nicht zu schlagen..beide Weltkriege ausgelöst.....mindestens 60 Mio Tote! Das deutsche Demokratieprojekt (Weimarer Republik) kläglich gescheitert. Die derzeitige Demokratie "aufgezwungen" durch die Alliierten....also überdenken Sie Ihren Kommentar lieber nochmal, bevor Sie die Situation in Libyen kommentieren.
    Den Libyern muss man wenigstens soviel Zeit gewähren, wie man selbst beansprucht hat...etwas Fairness tut gut.

    Und nicht nur Deutschland,ganz Europa (und das kann in jedem Mittelmaessigen Geschichtsbuch nachgewiesen werden)

    War durch viele Jahrhunderte in Kriege verstrickt

    immer schoen wechselnd,mal mit den eine Verbuendet gegen die andern,

    dann wieder umgekehrt

    Halt alles "landesspezifisch "angepasst

  7. Wie schön, dass wir, in Europa, nie Kriege zu beklagen hatten ;-)

    via ZEIT ONLINE plus App

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    Ja eben. Genau deshalb sollten wir doch diese Völker nicht vorverurteilen und vorschnell vom Scheitern der Demokratie sprechen. Dort laufen höchst demokratische Prozesse ab, die alten Kader werden rausgeworfen. Das war bei uns nach WKII auch nicht anders.

  8. Ja eben. Genau deshalb sollten wir doch diese Völker nicht vorverurteilen und vorschnell vom Scheitern der Demokratie sprechen. Dort laufen höchst demokratische Prozesse ab, die alten Kader werden rausgeworfen. Das war bei uns nach WKII auch nicht anders.

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    Weder wurde mit schweren Waffen abgestimmt (als wieder abgestimmt werden durfte) noch wurden die alten Kader raus geworfen. Ein Großteil saß noch bis in die 60er in Amt und Würden.
    Aber ihre Geschichts- und Politikkenntnisse scheinen etwa deckungsgleich zu sein ;)

    naja der 2 WK ist ja auch schon anderen aufgestoßen, aber Wenn sie Demokratesirung im Europa vergleichen wollen gehen sie doch dahi zurück als die Demokratie in Europa auch grade neu eingeführt wurde, zu Napoleon und den 30 Jährigen Krieg und den 100 Jährigen Krieg.

    Da hat man eignetlich viele Beispiele das die Demokratie auch in Europa zu Anfang zur massiven Destabilisirung beigetrugrn hat und das es erst eine lange Zeit bedurfte in der sich die Bürger langsam dara gewöhnten.

    Und auch Frankreich hat nach Napoleon und er Revolution als nächstes wieder einen König ins Amt gewählt, weil man der Ansicht war ein König würde das Land deutlich besser stabelisiern als eine Versammlung.

    Also sollten wie den neuen Demokratien dort zeit geben, und uns darauf einstellen das mit Zeit noch 100 - 150 Jahre im schlimmsten Fall bemeint sind, und das es noch zu zig Revolutionen und gegenevolutionen kommen wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, afp
  • Schlagworte Justizministerium | Entlassung | Hauptstadt | Ministerium | Muammar al-Gaddafi | Protest
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