Vereinte NationenWaffenlieferungen aus Libyen erreichen "alarmierende Rate"

Libyen versorgt Konfliktländer wie Mali und Syrien massenweise mit Waffen – und ignoriert damit ein bestehendes Embargo. Die Vereinten Nationen sind alarmiert.

Die Vereinten Nationen haben massive Waffenlieferungen aus Libyen in Konfliktländer wie Mali oder Syrien ausgemacht. Die Lieferungen aus dem nordafrikanischen Land erreichten eine "alarmierende Rate" – und das trotz eines bestehenden Waffenembargos, heißt es in einem Bericht.

Die Waffenlieferungen nach Syrien wurden dem UN-Bericht zufolge von verschiedenen libyschen Städten aus organisiert. In dem Land herrscht seit über zwei Jahren ein Bürgerkrieg, mehr als 70.000 Menschen wurden bis dato getötet. In Mali kämpfen die französische und malische Armee seit Anfang Januar gegen Islamisten, die den Norden des Landes im April 2012 unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

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Die Sicherheitskräfte in Libyen sind seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi schwach. Viele Teile des Landes werden von Milizen kontrolliert. Seitdem hat sich das Land zu einer der wichtigsten Bezugsquellen für Waffen verschiedenster Art entwickelt, die laut UN-Bericht in mehr als zwölf Länder entsandt worden sind.

Bei den Waffenlieferungen handle es sich um Sprengstoff und Munition, Granaten, schwere und leichte Waffen sowie Verteidigungssysteme. Viele Fälle seien bewiesen, andere würden noch untersucht, heißt es in dem Bericht.

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Leserkommentare
    • gw1200
    • 10. April 2013 12:58 Uhr

    Und da gibt es immer noch Tagträumer, die an den "arabischen Frühling" und neu tolle demokratische Verhältnisse in Libyen glauben. Die Invasionen der NATO im Irak, Afghanistan und Libyen haben die Regionen vollkommen destabilisiert und zum Übungscamp für Terroristen gemacht. Syrien steht das gleiche Schicksal bevor.
    Da kann man nur "Bravo" rufen...

    13 Leserempfehlungen
  1. nicht schwer zu erraten, wer diese Waffen letztlich erhält. Die islamistischen Paramilitärs, die in Libyen quasi die Macht ausüben beliefern ihre Gesinnungsgenossen (FSA, islamistische Rebellen, etc.) in Syrien. Wir sollten die Unterstützung der Rebellen gründlich überdenken und einstellen.

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    opposition wird in Libyen leider kaum in Frage gestellt. Man sieht Assad junior als "Bruder im Geiste" ihres endlich abgeschuettleten eigenen Diktators.
    Die Staatsmacht setzt sich langsam aber stetig durch. Fuer viele zu langsam.
    Die Grenzen lassen sich wegen ihrer weitlaeufigkeit und Einsamkeit kaum wirksam kontrollieren. Allerdings wurde auch schon ein Benzin Schmuggelkonvoi in die tunesisch algerische Grenzregion von libyschen Flugzeugen bombardiert.

  2. Hier einige Ergänzungen

    "Krieg und Hilfe

    Die Finanziers humanitärer Unterstützung in Syrien und von Waffen für Aufständische sind ein und dieselben. Heute treffen sie sich wieder in Berlin"

    http://www.jungewelt.de/2...

    "Was das UN-Waffenhandelsabkommen für Krisengebiete bedeutet"
    "Kroatien hat offiziell erklärt, an das EU-Waffenembargo gegen Syrien gebunden zu sein. Allerdings gingen diese von Saudi-Arabien finanzierten Waffen offiziell an die jordanische Regierung und wurden von dort nach Syrien geliefert. Die große Frage ist, ob die Regierung in Zagreb vor dem Verkauf wusste, dass der endgültige Empfänger nicht die jordanischen Behörden sein würden."

    http://derstandard.at/136...

    "Tödliche Fracht"

    "US-Regierungsmitarbeiter: »Waffenflut« für syrische Aufständische"
    "Mit 160 Militärtransporten haben die Golfmonarchien Katar und Saudi-Arabien sowie Kroatien Waffen und Ausrüstung an die Aufständischen in Syrien geliefert. Die tödliche Fracht landete nach Angaben der New York Times (NYT) vom Montag auf Flughäfen in der Türkei und Jordanien, von wo sie mit Lastwagen an die Grenze zu Syrien gebracht wurde. Der US-amerikanische Geheimdienst CIA überwachte die Transporte."

    http://www.jungewelt.de/2...

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    wie viele Gebiete es auf dieser Welt gibt, die im Kriegszustand ein Vielfaches dessen an Umsatz erzeugen, was sie im Frieden zustande bringen.

    Als führendes Exportland, das zudem auf Kriegsgerät spezialisiert ist, müsste uns das nur schrecken, wenn wir unsere Wirtschafts- und Finanzpolitik der Vergangenheit ändern wollten.

    So kommt nun viel von dem Geld, das wir über Jahre und Jahrzehnte für Erdöl ausgegeben haben, doch wieder zu uns zurück. Die Wirtschaftsströme nehmen doch den Weg, den sie wollen. Embargos, das zeigt das Waffenhandelbeispiel Kroatien-Jordanien-Syrien, sind aber durchaus nützlich, um mehr Anlieger an dem belebenden Handelsstrom nutznießen zu lassen.

    Regularien, davon bin ich fest überzeigt, sind das einzige Mittel, um gegen die zunehmende Konzentrationen von Handel und Geld vorzugehen.

  3. warum man in solchen laendern nicht einzugreifen hat.

    Jetzt ist wieder das große Geheule da und alles raetselt wie das nur pasieren konnte ...

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  4. Steht denn in diesem Bericht (wo ist der Link bitte?) auch etwas davon, dass das derzeitige Marionettenregime in Libyen, mutmasslich mit dem CIA zusammenarbeitet und dass der getötete ehemalige US-Botschafter Libyens, Chris Stephens, offensichtlich direkt in die Waffenschiebereien involviert war?

    In einem Bericht wird sogar die Frage gestellt, ob der Aufstieg der Dschihadisten nicht direkt durch diese Aktivitäten gefördert wurde:

    "...And we know that the CIA has been funneling weapons to the rebels in southern Turkey. The question is whether the CIA has been involved in handing out the heavy weapons from Libya.

    In any case, the connection between Benghazi and the rise of jihadists in Syria is stronger than has been officially acknowledged..."
    http://www.businessinside...

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    Die Wahlen waren nach allen Beobachtern fair und gerecht.
    120 von 200 der Sitzen im Parlament gingen an Direktkandidaten 80 an Parteien mit ihren Listen.
    Der Erste vom Parlament berufene Regierungschef wurde wieder abberufen, weil das parlament mit dem bestellten Kabinett nicht einverstanden war. Transparenter gehts kaum.
    Mit den Waffenlieferungen hatte der Botschafter wohl nichts zu tun. Bekannt sind die Lieferungen an Syrien allerdings wohl. Verboten sind sie schliesslich nicht.

  5. Einige Schlagzeilen:

    Libyen: Vom Westen unterstützte Rebellen vernichteten ganze Stadt

    http://www.preussische-al...

    Libyan Women Losing Rights

    http://consortiumnews.com...

    http://www.bbc.co.uk/news...

    Libysche Islamisten machen Jagd auf Christen – Sterbliche Überreste von Christen aus Gräbern gerissen

    http://www.katholisches.i...

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    Die Vernichtung Tawerghas sehen viele Libyer noch immer als gerechtfertigt an. Es gibt aber auch Stimmen von libyschen Juristenvereinigungen, die eine differenziertere Betrachtung fordern.
    Es gab offensichtlich Missionierungsversuche christlicher Gruppierungen, was vielen sauer aufstoesst.
    Ausserdem wurden auch muslimische Gebeine aus Graebern bzw Mausoleen gerissen, was den Grossmufti dann veranlasst hat aus dem Koran zu zitieren wo steht, dass, wer Graeber schändet, nicht in den Himmel kommt. Danach schien es in der Hinsicht ruhiger zu werden.

    http://www.libyaherald.co...
    http://www.tripolipost.co...
    http://www.libyaherald.co...
    Das Kabinett der gegenwaertigen libyschen Regierung setzt sich aus Vertretern aller Regionen des Landes zusammen, was der Loesung von Problemen sehr foerderlich ist. Manche sagen zu zögerlich, vielleicht auf lange Sicht doch der bessere Weg.

    • zozo
    • 10. April 2013 13:44 Uhr

    kann ich nur dazu sagen.

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    ohne ihn wären die Franzosen und Engländer wohl kaum aus Bengazi heraus gekommen,geschweige denn bis nach Tripolis gelangt.Sie die USA waren die Hauptakteure der ersten Stunden,sie haben für Lufthoheit gesorgt und alles ausgeschaltet was nötig war,erst danach durften die -Vasallen- Frankreich u.UK der -flügellahmen Gadaffi -Truppe den garaus machen.

    Es sollte keinen wundern ,wenn es so wäre,denn dieser -Verein- agiert in dem destabilisierten Libyen und auch ganz offiziell in Syrien,wie Obama erst kürzlich zugab. Nachdem man ein Land ,mit dem höchsten Lebensstandart in Afrika ,wie Libyen zerstört und politisch schwer destabilisiert hat,wird nun das gleiche Schicksal Syrien ereilen.Es ist nur noch eine Frage der Zeit bevor auch dort Alle gegen Alle kämpfen und die Minderheiten die nicht flüchten massakriert werden,darunter auch viele Christen.
    Kann das der Wille des -Westens- sein ,den auch unsere deutsche Regierung unterstützt ?? Warum gibt es zumindestens hier im sogenannten freien Westen kein Aufschrei gegen diese -mörderische Einmischung- unserer kriegerischen Natopartner USA,UK ,Türkei und Frankreich und auch Israels,die diesen blutigen konflikt erst ermöglicht haben und die ganze Welt täuschen über ihre wahren Absichten?

    • mugu1
    • 10. April 2013 13:44 Uhr

    Ich habe mich schon immer gewundert, dass so viele Leute so euphorisch waren, als der sog. "Arabische Frühling" ausbrach. Dabei war es Kurzsichtigkeit und Unwissenheit, die die Leute jubeln ließ...Hauptsache, die Diktatoren waren weg.

    Dabei hätte man doch von vornherein erkennen müssen, wohin das führt. Auf keinen Fall nämlich zu Demokratien. Und die Entwicklung ist noch nicht einmal abgeschlossen. Ich fürchte sie wird erst zu Ende sein, wenn Europa akut in Gefahr ist durch radikal-islamische Staaten in Nordafrika. Heute kann jeder die Tendenz dorthin erkennen, denke ich.

    Das Wegbomben von Gaddafi - ja, er war ein Diktator und Mörder - erscheint mir noch immer wie ein schlechter Witz. Immerhin war er der Stabilisator in der Region und es hatten sich ja in den Jahren die Beziehungen Europas zu Libyen erheblich gebessert und Normalität zeichnete sich ab. Der Angriff auf Libyen erfolgte fast aus dem Nichts. Man darf davon ausgehen, dass hier wirtschaftliche Überlegungen der Hauptgrund waren und keineswegs humanitäre Gründe.

    Und natürlich hat Europa in die Zukunft investiert. Denn die Waffenindustrie kann nur mit Bedrohungen und Feinden existieren. Und sie kann nur mit florieren, wenn diese Bedrohungen und Feinde quasi direkt vor der europäischen Haustür liegen. Und die Bedrohungen und Feinde wurden und werden aktuell noch immer künstlich als wesentlichstes Produkt des "Arabischen Frühling" herangezüchtet.

    Die Waffenindustrie jedenfalls reibt sich schon längst die Hände.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Vereinte Nationen | Bürgerkrieg | Libyen | Mali | Muammar al-Gaddafi | Munition
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