Ausbildungsmission der EUMali liegt verdammt nah an Deutschland

Deutsche Ausbilder sollen dem Militär in Mali helfen, doch den Krieg wird der Einsatz nicht beenden. Was also tun wir, wenn die UN um weitere Beteiligung bitten?

Jetzt wird also alles besser. Der geneigten Öffentlichkeit wurde am Dienstag mitgeteilt, dass die EU mit ihrer größten militärischen Ausbildungsmission beginnt. 550 Soldaten sollen der Armee im gebeutelten Mali helfen. Doch die Ankündigung führt in die Irre. Denn die sogenannten Teilnehmer dieser Aktion sind mitnichten alles Ausbilder. Unter den bisher gut 60 Soldaten aus Deutschland ist zum Beispiel derzeit nicht ein einziger Ausbilder; der Großteil nimmt andere Aufgaben wahr, zum Beispiel die Sanitätsabsicherung. Die deutschen Pionierausbilder, 20 sind fürs Erste geplant, sollen erst in etwa drei Wochen anfangen – wenn der Ausbildungsstand der malischen Soldaten es bis dahin erlaubt.

Die Malier lernen jetzt erst einmal schießen und den sicheren Umgang mit ihren Waffen, wie es ein deutscher Verantwortlicher salopp formuliert. Danach sollen deutsche Pioniere ihnen zeigen, wie sie Sprengfallen beseitigen und Straßensperren räumen. Insgesamt werden die westafrikanischen Soldaten – mit 3.000 Mann aber nur ein Teil der dortigen Streitkräfte, so der Plan – in mehreren Gruppen in einem Camp nahe der Hauptstadt militärisches Rüstzeug für den Kampf gegen Extremisten erhalten.

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Doch niemand sollte erwarten, dass ein paar Monate Grundausbildung alles grundlegend ändern. Und niemand sollte meinen, dass Mali in rund einem Jahr wieder von der europäischen Aufmerksamkeitskarte verschwunden sein wird. Die Franzosen sind im Januar mit lauten Fanfaren in einen Militäreinsatz gestartet, um die Islamisten zu vertreiben, die sich dort breitgemacht haben. Schließlich liegen zwischen Mali und Frankreich nur noch Algerien und ein wenig Wasser. Präsident Hollande wollte stark erscheinen, sein unzufriedenes Volk beeindrucken, die Armee wurde ihrer malischen Landeskenntnisse gerühmt. Viele wollten wohl nur zu gerne glauben, dass der entschlossene Einsatz in Kürze Ruhe schaffen würde. Ein Blitzkrieg. Bald wurde Befreiung gefeiert. Doch rasch folgte Ernüchterung, es gab Übergriffe der malischen Armee. Menschenrechtsfragen stehen auch auf dem Ausbildungsplan. Das wird also besser.

Quasi zum Start der Mission aber gab es nun wieder heftige Angriffe auf Timbuktu. Islamistische Rebellen, die in die Wüste geschickt werden, wissen meistens, wie man dort überleben kann.

Möglicherweise werden nicht nur Franzosen und einige europäische Ausbilder länger in Mali gebunden sein. Bei den Vereinten Nationen wird die Lage weiterhin als ziemlich problematisch eingeschätzt. Generalsekretär Ban Ki Moon denkt nicht nur über eine Friedens-, sondern auch über eine internationale Eingreiftruppe gegen Extremisten nach.

Offiziell diskutieren deutsche Militärs bisher nicht über einen Einsatz jenseits des Mandats, das maximal 180 Deutsche in Mali und 150 weitere im Senegal vorsieht, schließlich ist die Bundeswehr eine Parlamentsarmee. Aber aus der SPD ist bereits zu hören, man sollte nichts ausschließen. Was werden die Deutschen tun, wenn die UN um die Beteiligung an einer Mission bitten? Drohnen anbieten? Der Wüstenstaat liegt auch verdammt nah an Deutschland.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. "Mali liegt verdammt nah an Deutschland"

    Ach so, dann verteidigen die Bundeswehrsoldaten dort die deutsche Grenze gemäss des Verfassungsauftrages. Dass den deutschen Staatsbürgern kein Tout geschieht. Ja, ja, die deutsche Freiheit und Demokratie und bayerische Knödel müssen überall in der Welt verteidigt werden.

    By the way? Wer lässt sich eigentlich einen solchen Blödsinn einfallen (und warum), den die Medien unters Volk bringen müssen?

    • TDU
    • 04.04.2013 um 9:57 Uhr

    "Zit: "Wuerde man die Voelker in Afrika sich selbst ueberlassen, und einem Panafrikanismus gewaehren lassen"

    Südafraka 4000 km entfernt, Tansanai vermutlich 2000 km entfernt. Und Afrika heisst alles gleich?. Sind ja alle Schwarz oder wie?

    Europa, ein Furz auf der Landkarte dagegen, war auch sich selbst überlassen und hat eine Menge Kriege geführt bis zur Einheit. Wenn Sie diese Geduld aufbringen und für konsequentes Raushalten, egal was passiert plädieren, könnte man drüber reden.

    Nur gehts leider nicht mehr um Vieh und Land, sondern um Rohstoffe, die der Weltmarkt braucht und der Geschäftswillen produziert.

    Iher Sichweise scheint eher einem Traum vom kleinen Deustchland zu entsprechen. Schön Binnenmarkt machen, klein bescheiden und arm, und alles wird gut.

    Antwort auf "Die Sahel Zone..."
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    Die Entfernungen koennen sie fast verdoppeln! Afrika, mit weniger als 1 Milliarde Menschen ist geeint durch das selbe Schicksal. Ich bin Yorubastaemmig und weiss die ethnischen Unterschiede zu schaetzen.
    Der Grosse Unterschied zu Europa besteht darin, dass Afrika nicht auf Ressourcen von ausserhalb angewiesen ist, und das genuegend Land fur die dortige Bevoelkerung existiert um sich nachhaltig selbst zu versorgen. Zum einen beguenstigt das Klima, eine potentiel Vielfaches an Agrar Erträgen als das in Europa moeglich ist, und zum anderen ist das Konsumverhalten von Nachhaltigkeit gepraegt.

    Im Panafrikanismus geht es vielmehr darum innerhalb Afrikas den Handel zu vereinfachen (Infrastruktur, Kommunikation), und schaedliche externe Interventionen konsequent abzuwehren. Die Rohstoffe gehoeren Afrika, und der Weltmarkt kann auch gerne auf diese zugreifen, allerdings zu einem wesentlich hoehren Preis als dies derzeit der Fall ist. Die Industrienationen sind auf Afrika angewiesen, NICHT umgekehrt! Rohstoffe muessen in den jeweiligen Afrikanischen Laendern, zumindest in Grundgueter umgewandelt werden (Erze in ihre jeweiligen Metalle, etc.). Keine Multinationalen, sondern Afrikanischen Mehrheitseigner muessen produzieren.

    Eine Konsumgesellschaft wie in den Industrienationen kann man Afrika jedoch wahrlich nicht als Vorbild wuenschen. Stammes und Famillienzugehoerigkeit sind nach wie vor enorm Wichtig fur das soziale Gefuege und die Sicherheit.

    Keine Traeume, klare Absichten!

    Die Entfernungen koennen sie fast verdoppeln! Afrika, mit weniger als 1 Milliarde Menschen ist geeint durch das selbe Schicksal. Ich bin Yorubastaemmig und weiss die ethnischen Unterschiede zu schaetzen.
    Der Grosse Unterschied zu Europa besteht darin, dass Afrika nicht auf Ressourcen von ausserhalb angewiesen ist, und das genuegend Land fur die dortige Bevoelkerung existiert um sich nachhaltig selbst zu versorgen. Zum einen beguenstigt das Klima, eine potentiel Vielfaches an Agrar Erträgen als das in Europa moeglich ist, und zum anderen ist das Konsumverhalten von Nachhaltigkeit gepraegt.

    Im Panafrikanismus geht es vielmehr darum innerhalb Afrikas den Handel zu vereinfachen (Infrastruktur, Kommunikation), und schaedliche externe Interventionen konsequent abzuwehren. Die Rohstoffe gehoeren Afrika, und der Weltmarkt kann auch gerne auf diese zugreifen, allerdings zu einem wesentlich hoehren Preis als dies derzeit der Fall ist. Die Industrienationen sind auf Afrika angewiesen, NICHT umgekehrt! Rohstoffe muessen in den jeweiligen Afrikanischen Laendern, zumindest in Grundgueter umgewandelt werden (Erze in ihre jeweiligen Metalle, etc.). Keine Multinationalen, sondern Afrikanischen Mehrheitseigner muessen produzieren.

    Eine Konsumgesellschaft wie in den Industrienationen kann man Afrika jedoch wahrlich nicht als Vorbild wuenschen. Stammes und Famillienzugehoerigkeit sind nach wie vor enorm Wichtig fur das soziale Gefuege und die Sicherheit.

    Keine Traeume, klare Absichten!

  2. "Lumumba, Sankara, Fanon, und Nkrumah sind einige herausragende Personen ueber die sie sich einmal ein Bild machen sollten."

    Bei dieser Aufzählung sollten sie deren Ende auch erwähnen, insbesondere was deren Hinterlassenschaften für die eigenen Landsleute angeht. Womöglich wollten Sie auch noch Mugabe erwähnen der ja lange Vorzeigeführer war und Simbabwe ins Chaos stürzte mit seiner Vertreibungspolitik.

    Ihre Visionen über Afrika sind seit langem überholt und wurden immer wieder neu aufgekocht, ohne dass jemals ein Umdenken auf beiden Seiten stattfand. Mali ist mal wieder ein weiteres Beispiel für "weiter so wie immer".
    Im Übrigen sind die wirtschaftlichen Interessen in Mali sehr rudimentär, da ist nicht viel zu holen. Wer das Land wirklich kennt weiß das.

    Ihre Aussagen zu der Religion des Sahels sollen was bedeuten ? Dass der Islam besser ist ? Oder wir das hinnehmen sollen wenn Fanatiker das Heft in die Hand nehmen und Menschen, insbesondere die Frauen, mit Grausamkeiten überziehen wie im Norden Malis ?

    Wenn Sie glauben dass Schwarzafrika (das sollte man deutlich von Nordafrika abgrenzen) es alleine schaffen will und kann, dann müssen Sie aber auch die daraus folgenden Kriege mit allen Konsequenzen akzeptieren. Es gibt noch ausreichend Potential für viele Ruandas.
    Falls Sie vieleicht, was ich mir bei Ihrer bisherigen Argumentation nicht vorstellen kann, mal in Afrika gelebt haben (und nicht nur für 1-2 Monate) müssten Sie das eigentlich wissen.

    Antwort auf "Ganz im Gegenteil..."
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    bin ich in meiner Meinung! Und ja ich wuerde Mugabwe und Gaddafi in die Liste derer aufnehmen die sich um das Wohl Afrikas eingestzt haben. Ihr Aussagen ueber ueber geostrategische und wirtschaftliche Zusammenhaenge in der Region sollten sie mit Fakten untermauern, wozu Wikipedia und Googln alleine nicht ausreichen.

    Weder der IMF noch die Weltbank sind zum Wohl Afrikas!

    Ich bin selbst Yorubastaemmig, habe Familie vor Ort, und habe bei internationalen Entwicklungsorganisationen fur die Region Westafrika gearbeitet. Ich kann mir ein sehr gutes Bild ueber die Lage vor Ort machen.

    Ihre Aufteilung nach Nord- u. Schwarzafrika leitet sich aus dem kolonialistischen Gedankengut ab.

    Mein Aussage bzgl. des Islam ist eine Faktendarstellung, und keine Wertschaetzung! Mich wuerde einmal interessieren woher sie ihre Informationen beziehen.

    Auseinandersetzungen wird es geben, auch blutige da bin ich mir sicher, aber zumindest mit einer souveraenen Zielvorgabe.

    Panafrikanismus ist weder ueberholt noch eine reine Vision.

    Man kann nicht erwarten dass ein Kontinent mit den Ausmassen wie Afrika, nach 350 Jahren Ausbeutung innerhalb weniger Jahre friedlich geeint sein wird. Den Leuten ist das Bewusst, und sie nehmen es gerne in den Kauf.

    bin ich in meiner Meinung! Und ja ich wuerde Mugabwe und Gaddafi in die Liste derer aufnehmen die sich um das Wohl Afrikas eingestzt haben. Ihr Aussagen ueber ueber geostrategische und wirtschaftliche Zusammenhaenge in der Region sollten sie mit Fakten untermauern, wozu Wikipedia und Googln alleine nicht ausreichen.

    Weder der IMF noch die Weltbank sind zum Wohl Afrikas!

    Ich bin selbst Yorubastaemmig, habe Familie vor Ort, und habe bei internationalen Entwicklungsorganisationen fur die Region Westafrika gearbeitet. Ich kann mir ein sehr gutes Bild ueber die Lage vor Ort machen.

    Ihre Aufteilung nach Nord- u. Schwarzafrika leitet sich aus dem kolonialistischen Gedankengut ab.

    Mein Aussage bzgl. des Islam ist eine Faktendarstellung, und keine Wertschaetzung! Mich wuerde einmal interessieren woher sie ihre Informationen beziehen.

    Auseinandersetzungen wird es geben, auch blutige da bin ich mir sicher, aber zumindest mit einer souveraenen Zielvorgabe.

    Panafrikanismus ist weder ueberholt noch eine reine Vision.

    Man kann nicht erwarten dass ein Kontinent mit den Ausmassen wie Afrika, nach 350 Jahren Ausbeutung innerhalb weniger Jahre friedlich geeint sein wird. Den Leuten ist das Bewusst, und sie nehmen es gerne in den Kauf.

    • eins2
    • 04.04.2013 um 10:41 Uhr

    jetzt sind die Europäer zunächst auf sich alleine gestellt. Es wird wohl auch hier nicht bei Militärberatern bleiben und Drohnen könnten da schon helfen. Die Spannung wächst, wie's weiter geht.
    Ob der Terrorismus dort gestoppt werden kann, darf bezweifelt werden. Jedenfalls wird es jetzt noch ernster für's deutsche Militär und teurer für uns alle und wofür?
    Wo sind eigentlich die Chefdiplomaten, die eine solche Entwicklung doch verhindern sollten oder gibt es langsam nichts mehr zu verhandeln. Wissen sie nicht, wo die eigentlich Vernatwortlichen sitzen. Der kleine Mann könnte da vielleicht einen Tipp geben.
    Kein Wunder, dass die Rüstungsindustrie boomt wie nie. War doch alles schon mal in der Entwicklung, z.B. im vorigen Jahrhundert. Da hatten allerdings noch viele Menschen eine Chance zu überleben und heute? (Das Leben geht weiter bis es zu Ende geht.)

    • eins2
    • 04.04.2013 um 10:48 Uhr

    mit dem einen Unterschied, dass es nie so brisant war, einen großen militärischen Konflikt auszutragen. Daher die vielen teuren kleineren Scharmützel. Sie bergen jedoch die große Gefahr, da diese Konflikte mittlerweile religiös, ideoligisch und prakmatisch weltweit vernetzt sind, dass sich was besonders Großes entwickelt, wie wir mittlerweile beobachten können, bei dem am Ende etwas rauskommt, was der Mensch noch nie erlebte, wenn er denn überlebt.

    Antwort auf "Na was wohl..."
  3. bin ich in meiner Meinung! Und ja ich wuerde Mugabwe und Gaddafi in die Liste derer aufnehmen die sich um das Wohl Afrikas eingestzt haben. Ihr Aussagen ueber ueber geostrategische und wirtschaftliche Zusammenhaenge in der Region sollten sie mit Fakten untermauern, wozu Wikipedia und Googln alleine nicht ausreichen.

    Weder der IMF noch die Weltbank sind zum Wohl Afrikas!

    Ich bin selbst Yorubastaemmig, habe Familie vor Ort, und habe bei internationalen Entwicklungsorganisationen fur die Region Westafrika gearbeitet. Ich kann mir ein sehr gutes Bild ueber die Lage vor Ort machen.

    Ihre Aufteilung nach Nord- u. Schwarzafrika leitet sich aus dem kolonialistischen Gedankengut ab.

    Mein Aussage bzgl. des Islam ist eine Faktendarstellung, und keine Wertschaetzung! Mich wuerde einmal interessieren woher sie ihre Informationen beziehen.

    Auseinandersetzungen wird es geben, auch blutige da bin ich mir sicher, aber zumindest mit einer souveraenen Zielvorgabe.

    Panafrikanismus ist weder ueberholt noch eine reine Vision.

    Man kann nicht erwarten dass ein Kontinent mit den Ausmassen wie Afrika, nach 350 Jahren Ausbeutung innerhalb weniger Jahre friedlich geeint sein wird. Den Leuten ist das Bewusst, und sie nehmen es gerne in den Kauf.

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    Da Sie afrikanische Wurzeln haben basieren Ihre Aussagen also auf persönlichen Erfahrungen, das ist sehr gut (da hier leider sehr selten vertreten).

    Inwieweit Ihre Thesen umgesetzt werden können ist dennoch, bei den einen oder anderen Zielen, recht fraglich, vor allem in überschaubaren Zeiträumen.
    Dazu sind noch zu viele Grundvoraussetzungen in den meisten schwarzafrikanischen Ländern nicht gegeben, z.B. Bildung in der breiteren Masse der Bevölkerung was für einen "eigenen" wirtschaftlichen Aufstieg unabdingbar ist. Der Weg aus der Armut führt, auch in Deutschland, über diesen Weg, zumindest gibt es einem das Wissen dazu.

    Mit dem Hinweis dass Sie Yorubawurzeln haben gehe ich davon aus dass Sie nigerianische Wurzeln haben. Das würde bedeuten dass Sie die fundamentalistischen Bestrebungen verschiedener Gruppen (z.B. Boko Haram) in Afrika derzeit kennen und sich über die langfristigen Gefahren im Klaren sind.

    Dass es grundlegende Unterschiede zwischen der Region nördlich der Sahara und dem Süden gibt ist wohl kaum zu bestreiten. Das hat mit kolonialistischem Gedankengut nichts zu tun, das ist einfach offensichtlich.

    Gaddafi und Mugabe hatten sich mit der Zeit so weit vom Volk entfernt das sie nicht wirklich als Vorbild dienen können. Dazu haben sie am Ende zu viel Leid hinterlassen.

    Ich lebe und arbeite seit vielen Jahren in verschiedenen Ländern Afrikas, ich brauche für Infos kein Google.
    Wie Sie richtig anmerken wird es noch ein langer Weg für Afrika werden.

    Da Sie afrikanische Wurzeln haben basieren Ihre Aussagen also auf persönlichen Erfahrungen, das ist sehr gut (da hier leider sehr selten vertreten).

    Inwieweit Ihre Thesen umgesetzt werden können ist dennoch, bei den einen oder anderen Zielen, recht fraglich, vor allem in überschaubaren Zeiträumen.
    Dazu sind noch zu viele Grundvoraussetzungen in den meisten schwarzafrikanischen Ländern nicht gegeben, z.B. Bildung in der breiteren Masse der Bevölkerung was für einen "eigenen" wirtschaftlichen Aufstieg unabdingbar ist. Der Weg aus der Armut führt, auch in Deutschland, über diesen Weg, zumindest gibt es einem das Wissen dazu.

    Mit dem Hinweis dass Sie Yorubawurzeln haben gehe ich davon aus dass Sie nigerianische Wurzeln haben. Das würde bedeuten dass Sie die fundamentalistischen Bestrebungen verschiedener Gruppen (z.B. Boko Haram) in Afrika derzeit kennen und sich über die langfristigen Gefahren im Klaren sind.

    Dass es grundlegende Unterschiede zwischen der Region nördlich der Sahara und dem Süden gibt ist wohl kaum zu bestreiten. Das hat mit kolonialistischem Gedankengut nichts zu tun, das ist einfach offensichtlich.

    Gaddafi und Mugabe hatten sich mit der Zeit so weit vom Volk entfernt das sie nicht wirklich als Vorbild dienen können. Dazu haben sie am Ende zu viel Leid hinterlassen.

    Ich lebe und arbeite seit vielen Jahren in verschiedenen Ländern Afrikas, ich brauche für Infos kein Google.
    Wie Sie richtig anmerken wird es noch ein langer Weg für Afrika werden.

  4. Die Entfernungen koennen sie fast verdoppeln! Afrika, mit weniger als 1 Milliarde Menschen ist geeint durch das selbe Schicksal. Ich bin Yorubastaemmig und weiss die ethnischen Unterschiede zu schaetzen.
    Der Grosse Unterschied zu Europa besteht darin, dass Afrika nicht auf Ressourcen von ausserhalb angewiesen ist, und das genuegend Land fur die dortige Bevoelkerung existiert um sich nachhaltig selbst zu versorgen. Zum einen beguenstigt das Klima, eine potentiel Vielfaches an Agrar Erträgen als das in Europa moeglich ist, und zum anderen ist das Konsumverhalten von Nachhaltigkeit gepraegt.

    Im Panafrikanismus geht es vielmehr darum innerhalb Afrikas den Handel zu vereinfachen (Infrastruktur, Kommunikation), und schaedliche externe Interventionen konsequent abzuwehren. Die Rohstoffe gehoeren Afrika, und der Weltmarkt kann auch gerne auf diese zugreifen, allerdings zu einem wesentlich hoehren Preis als dies derzeit der Fall ist. Die Industrienationen sind auf Afrika angewiesen, NICHT umgekehrt! Rohstoffe muessen in den jeweiligen Afrikanischen Laendern, zumindest in Grundgueter umgewandelt werden (Erze in ihre jeweiligen Metalle, etc.). Keine Multinationalen, sondern Afrikanischen Mehrheitseigner muessen produzieren.

    Eine Konsumgesellschaft wie in den Industrienationen kann man Afrika jedoch wahrlich nicht als Vorbild wuenschen. Stammes und Famillienzugehoerigkeit sind nach wie vor enorm Wichtig fur das soziale Gefuege und die Sicherheit.

    Keine Traeume, klare Absichten!

    Antwort auf "@ 35 Labinnah"
  5. Da Sie afrikanische Wurzeln haben basieren Ihre Aussagen also auf persönlichen Erfahrungen, das ist sehr gut (da hier leider sehr selten vertreten).

    Inwieweit Ihre Thesen umgesetzt werden können ist dennoch, bei den einen oder anderen Zielen, recht fraglich, vor allem in überschaubaren Zeiträumen.
    Dazu sind noch zu viele Grundvoraussetzungen in den meisten schwarzafrikanischen Ländern nicht gegeben, z.B. Bildung in der breiteren Masse der Bevölkerung was für einen "eigenen" wirtschaftlichen Aufstieg unabdingbar ist. Der Weg aus der Armut führt, auch in Deutschland, über diesen Weg, zumindest gibt es einem das Wissen dazu.

    Mit dem Hinweis dass Sie Yorubawurzeln haben gehe ich davon aus dass Sie nigerianische Wurzeln haben. Das würde bedeuten dass Sie die fundamentalistischen Bestrebungen verschiedener Gruppen (z.B. Boko Haram) in Afrika derzeit kennen und sich über die langfristigen Gefahren im Klaren sind.

    Dass es grundlegende Unterschiede zwischen der Region nördlich der Sahara und dem Süden gibt ist wohl kaum zu bestreiten. Das hat mit kolonialistischem Gedankengut nichts zu tun, das ist einfach offensichtlich.

    Gaddafi und Mugabe hatten sich mit der Zeit so weit vom Volk entfernt das sie nicht wirklich als Vorbild dienen können. Dazu haben sie am Ende zu viel Leid hinterlassen.

    Ich lebe und arbeite seit vielen Jahren in verschiedenen Ländern Afrikas, ich brauche für Infos kein Google.
    Wie Sie richtig anmerken wird es noch ein langer Weg für Afrika werden.

    Antwort auf "Konsequent..."
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    sind politische, wirtschaftliche, und religioese "Missionare" die vorgeben wie der Kontinent sich am besten entwickeln kann. Die letzten Jahrhunderte sind der beste Beweis dafur!
    Afrika muss und wird seinen eigenen Weg gehen!
    Nordafrika ist seit Jahrhunderten mit Sub-Sahran Afrika durch Handel, und einer engen kulturellen Verknuepfung verbunden. Daher ist die Sahel Zone auch zum Grossteil islamisch gepraegt!
    Die Grundvorrausetzungen fur Souveraenitaet den meisten Schwarzafrikanischen Laendern abzusprechen zeugt von einer unsagbaren Ignoranz, und kulturellen Herabstufung Afrikanischer Voelker!
    Da sie lange, und in vielen Laendern Afrikas gelebt haben, sollten sie festgestellt haben, dass die vergangen Generationen einen sehr hohen Bildungsstand erreicht haben. Anfaenglich haben sich Afrikaner an Universitaeten in Europa und den USA gebildet - mein Vater z.B. hat in den 70er Jahren in Deutschland Aeronautical Engineering studiert -, um dann wieder zurueckzukehren! Mittlerweile unterstuetzt die Diaspora (meiner inklusive) den Aufbau von Hochschulsystemen in Afrika.
    Bzgl. des wirtschaftlichen Aufstieges sollten sie sich vor Augen halten, dass es in Afrika vielleicht gar nicht gewuenscht ist ein westliches Wirtschaftssytem hervorzubringen. Man versucht dagegen eher die guten Dinge herauszufiltern und dem regionalen und sozialen Charakter anzupassen, und dabei einen neuen, afrikanischen Weg zu generieren.

    zu den Unterschieden von Nord und Sub-Saharan Afrika ist dennoch koloniales Gedankengut, da sie implizit aussagen, dass Schwarzafrika ohne externe Hilfe in kriegerischem Chaos versaenke, und dass die Bevoelkerung noch nicht den notwendigen Bildungsstand erreicht hat um wirtschaftlich zu florieren!

    Als Kosmopolit und Afrikakenner sollten sie von Pauschalisierungen und oberflaechlichen Argumentationen abstand nehmen, aber das wissen sie wahrscheinlich selbst am Besten.

    sind politische, wirtschaftliche, und religioese "Missionare" die vorgeben wie der Kontinent sich am besten entwickeln kann. Die letzten Jahrhunderte sind der beste Beweis dafur!
    Afrika muss und wird seinen eigenen Weg gehen!
    Nordafrika ist seit Jahrhunderten mit Sub-Sahran Afrika durch Handel, und einer engen kulturellen Verknuepfung verbunden. Daher ist die Sahel Zone auch zum Grossteil islamisch gepraegt!
    Die Grundvorrausetzungen fur Souveraenitaet den meisten Schwarzafrikanischen Laendern abzusprechen zeugt von einer unsagbaren Ignoranz, und kulturellen Herabstufung Afrikanischer Voelker!
    Da sie lange, und in vielen Laendern Afrikas gelebt haben, sollten sie festgestellt haben, dass die vergangen Generationen einen sehr hohen Bildungsstand erreicht haben. Anfaenglich haben sich Afrikaner an Universitaeten in Europa und den USA gebildet - mein Vater z.B. hat in den 70er Jahren in Deutschland Aeronautical Engineering studiert -, um dann wieder zurueckzukehren! Mittlerweile unterstuetzt die Diaspora (meiner inklusive) den Aufbau von Hochschulsystemen in Afrika.
    Bzgl. des wirtschaftlichen Aufstieges sollten sie sich vor Augen halten, dass es in Afrika vielleicht gar nicht gewuenscht ist ein westliches Wirtschaftssytem hervorzubringen. Man versucht dagegen eher die guten Dinge herauszufiltern und dem regionalen und sozialen Charakter anzupassen, und dabei einen neuen, afrikanischen Weg zu generieren.

    zu den Unterschieden von Nord und Sub-Saharan Afrika ist dennoch koloniales Gedankengut, da sie implizit aussagen, dass Schwarzafrika ohne externe Hilfe in kriegerischem Chaos versaenke, und dass die Bevoelkerung noch nicht den notwendigen Bildungsstand erreicht hat um wirtschaftlich zu florieren!

    Als Kosmopolit und Afrikakenner sollten sie von Pauschalisierungen und oberflaechlichen Argumentationen abstand nehmen, aber das wissen sie wahrscheinlich selbst am Besten.

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